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Unternehmensprofil: Wer ist Philips Healthcare?
Philips wurde 1891 in Eindhoven als Glühlampenfabrik der Familie Philips gegründet. Gerard Philips und sein Vater Frederik legten damit den Grundstein für einen der traditionsreichsten Elektronikkonzerne Europas. Der Einstieg in die Medizintechnik erfolgte 1927: Philips übernahm die Hamburger Röntgenspezialistin C.H.F. Müller. Diese hatte bereits 1896 mit der Fertigung von Röntgenröhren begonnen; ihre Wurzeln reichen bis in die Anfänge der Radiologie nach Wilhelm Conrad Röntgens Entdeckung 1895 zurück. Aus C.H.F. Müller ging 1987 die Umbenennung zu Philips Medical Systems hervor. Diese prägt bis heute den historischen Hamburger Standort in der Röntgenstraße.
Bei den europäischen Patentanmeldungen ist Philips ungebrochen aktiv: Mit 676 Medizintechnik-Patentanmeldungen belegte das Unternehmen im „Technology Dashboard 2025″ des Europäischen Patentamts (EPA) den ersten Platz unter den Medizintechnikunternehmen und war zugleich mit insgesamt 1.289 Anmeldungen der größte niederländische Anmelder beim EPA.
Der Unternehmenszweck von Philips lautet, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen durch sinnvolle Innovationen zu verbessern. Bis 2030 will der Konzern jährlich das Leben von 2,5 Milliarden Menschen verbessern, davon 400 Millionen in unterversorgten Regionen.
Der Konzern durchlief in den vergangenen Jahren einen strategischen Fokussierungsprozess: 2021 veräußerte Philips die klassische Haushaltsgerätesparte für rund 3,7 Mrd. Euro an die Investmentgesellschaft Hillhouse Capital. Seither konzentriert sich Philips auf Gesundheitstechnologie mit den Segmenten Diagnosis & Treatment, Connected Care und Personal Health.
Roy Jakobs leitet Philips seit Oktober 2022 als President und CEO; der Aufsichtsrat hat 2026 seine Wiederernennung vorgeschlagen. Charlotte Hanneman verantwortet als CFO die Finanzen des Konzerns.
- Unternehmensname (offiziell)
- Koninklijke Philips N.V. (Royal Philips)
- Website
- www.philips.de/healthcare
- Gründungsjahr
- 1891 als Firma Philips & Co., Eindhoven; 1912 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen N.V. Philips‘ Gloeilampenfabrieken; Einstieg in die Medizintechnik 1927 durch Übernahme von C.H.F. Müller, Hamburg (gegründet 1862, Röntgenröhrenfertigung seit 1896)
- Frühere Firmierungen
- N.V. Philips‘ Gloeilampenfabrieken (1912–1994); Philips Electronics N.V. (1994–1998); Koninklijke Philips Electronics N.V. (1998–2013); seit 2013 Koninklijke Philips N.V.
- Hauptsitz
- Amstelplein, Amsterdam, Niederlande
- Rechtsform
- Naamloze Vennootschap (N.V., niederländische Aktiengesellschaft), eingetragen bei der Kamer van Koophandel unter KvK-Nr. 17001910
- Börsenkürzel / ISIN
- Euronext Amsterdam: PHIA (ISIN NL0000009538); NYSE (Sponsored ADR): PHG (ISIN US5004723038)
- Mitarbeiterzahl
- 64.817 Vollzeitäquivalente ohne Fremdpersonal (Stand: 31.12.2025)
- Umsatz
- 17,8 Mrd. Euro Konzernumsatz (Geschäftsjahr 2025); Adjusted-EBITA-Marge 12,3 Prozent
- Geschäftsführung
- Roy Jakobs, President & CEO (seit Oktober 2022); Charlotte Hanneman, CFO; Feike Sijbesma, Chairman des Supervisory Board (Stand 2026)
- Produkt-/Markennamen
- EPIQ, Affiniti, ClearVue, Lumify (Ultraschall); PageWriter, Cardiologs (EKG/Diagnostic-ECG); BlueSeal, Ingenia (MRT); Spectral CT, Incisive, Verida (CT); Azurion (bildgeführte Therapie); IntelliVue (Patientenmonitoring)
Geschäftsbereiche & Segmentstruktur
Philips berichtet seit der Neuausrichtung 2021/2022 in drei Segmenten. Diese unterscheiden sich klar zwischen professioneller Medizintechnik und Konsumentengeschäft:
Diagnosis & Treatment bündelt die klassische Bildgebung: Ultraschall, MRT, CT, Röntgen/Fluoroskopie sowie bildgeführte interventionelle Therapie. Laut den Philips-Jahresergebnissen 2025 erzielte dieser Bereich 2025 eine Adjusted-EBITA-Marge von 11,7 Prozent bei stagnierendem vergleichbarem Umsatzwachstum.
Connected Care umfasst Patientenmonitoring, Healthcare-Informatik (u.a. PACS-Systeme) und Schlaf-/Beatmungstherapie. Der Bereich wuchs 2025 vergleichbar um 3 Prozent; die Adjusted-EBITA-Marge stieg auf 10,7 Prozent.
Personal Health richtet sich an Endverbraucher (Mundpflege, Rasur, Körperpflege) und ist für die Praxisbeschaffung nicht relevant. Der Bereich trägt jedoch mit einer Marge von 18,0 Prozent (2025) wesentlich zur Konzernrentabilität bei.
Für 2026 bis 2028 hat Philips auf seinem Capital Markets Day im Februar 2026 klare Ziele ausgegeben: ein mittleres einstelliges jährliches Umsatzwachstum sowie eine Adjusted-EBITA-Marge im mittleren zweistelligen Bereich bis 2028.
Innerhalb dieser drei Segmente operiert Philips in mehreren fachlichen Geschäftseinheiten: Ultrasound (Ultraschall), Image-Guided Therapy (bildgeführte Therapie), Diagnostic Imaging (MRT, CT, Röntgen), Monitoring & Analytics (Patientenmonitoring) sowie Enterprise Informatics (Healthcare-IT). Diese Business-Unit-Struktur bildet die Grundlage für das im Folgenden beschriebene Produktportfolio.
Produkt- und Leistungsportfolio im Detail — Philips für Praxis und Klinik
Ultraschallsysteme
Philips zählt zu den führenden Anbietern diagnostischer Ultraschallsysteme. Das Portfolio gliedert sich in vier Linien: EPIQ (Premium-Standgeräte für allgemeine und kardiovaskuläre Bildgebung, 3D/4D-fähig), Affiniti (kompakte High-End-Systeme mit verkürzten Untersuchungszeiten), ClearVue (Mittelklasse-Systeme mit Schwerpunkt Gynäkologie/Geburtshilfe) sowie mobile Ultraschallgeräte wie CX50 (Laptop-Bauform) und Lumify (App-basiertes Handheld für Smartphone/Tablet). Die Geräte richten sich je nach Ausstattungsgrad an Einzelpraxen bis hin zu spezialisierten kardiologischen Zentren und Kliniken. Philips-Ultraschallsysteme bewegen sich preislich im oberen Marktsegment; konkrete Nettopreise kommuniziert der Hersteller ausschließlich auf Anfrage.
EKG und Diagnostic-ECG-Systeme
Philips EKG-Geräte der PageWriter-Serie (u.a. TC30, TC35, TC70) sind stationäre Ruhe-EKG-Cardiographen mit dem hauseigenen DXL-ECG-Algorithmus, der nach Herstellerangaben über 600 interpretative Aussagen liefert und pädiatrische Auswertung sowie STEMI-Diagnostikunterstützung integriert. Für die Verwaltung und Auswertung großer EKG-Datenmengen über die gesamte Einrichtung hinweg dient die Cardiac Workstation als zentrales ECG-Management-System mit DICOM-Anbindung an bestehende PACS- und KIS-Infrastrukturen. Im Bereich der ambulanten Rhythmusdiagnostik ergänzt Cardiologs, eine 2021 übernommene KI-gestützte Cloud-Lösung, die Holter-EKG-Auswertung: Die Software erkennt mittels neuronaler Netze automatisiert Herzrhythmusstörungen und ist nach Herstellerangaben CE-gekennzeichnet sowie FDA-zugelassen. Für niedergelassene Kardiologen und Hausarztpraxen mit Ruhe-EKG-Diagnostik sind vor allem die PageWriter-Cardiographen praxisrelevant; Holter-Geräte und Belastungs-EKG-Systeme richten sich zusätzlich an kardiologische Schwerpunktpraxen.
Neben Philips positionieren sich weitere Anbieter als kostenattraktive Alternativen im Vergleich der EKG-Hersteller – einen vollständigen Marktüberblick zu allen Gerätetypen bietet die Übersicht zum EKG-Gerät für Arztpraxis und Krankenhaus, insbesondere für Kliniken und MVZ-Strukturen mit Budgetfokus.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Im Bereich der MRT-Geräte bietet Philips Systeme mit 1,5 und 3 Tesla Feldstärke an. Die BlueSeal-Technologie ist eine Besonderheit: Das Heliumbad ist bei diesen Magneten dauerhaft hermetisch versiegelt. Im Normalbetrieb besteht dadurch kein Helium-Nachfüllbedarf, und das Risiko eines sogenannten Quench-Ereignisses (unkontrollierter Verlust der Supraleitfähigkeit) sinkt. Auf dem Europäischen Kongress für Radiologie 2026 stellte Philips mit BlueSeal Horizon ein nahezu heliumfreies 3-Tesla-System vor; die Marktreife ist für Mitte 2027 angekündigt. Für Radiologiepraxen und Kliniken mit MRT-Betrieb bietet Philips neben dem Gerätekauf auch Full-Service-Verträge mit definierten Verfügbarkeitsgarantien an.
Daneben präsentierte Philips im Mai 2026 mit Titanion MR ein ultra-hochgradientes 3-Tesla-Forschungssystem für quantitative Ganzkörper-Biomarker in Onkologie und Neurologie. Titanion befindet sich nach Herstellerangaben im Entwicklungsstadium („Work in Progress“) und ist weder FDA-zugelassen noch CE-gekennzeichnet noch aktuell käuflich erhältlich — für Beschaffungsentscheidungen ist das System somit noch nicht relevant.
Computertomographie (CT)
Das aktuelle CT-Geräte-Portfolio basiert auf detektorbasierter Spektral-CT-Technologie. Mit dem Spectral CT 7500 und dem neueren, KI-gestützten System Verida positioniert sich Philips im direkten Wettbewerb zu photonenzählenden CT-Systemen anderer Hersteller. Spektrale Bildgebung verbessert die Gewebedifferenzierung und kann nach Herstellerangaben die Strahlendosis bei vergleichbarer Bildqualität deutlich reduzieren. Im März 2026 stellte Philips auf dem Europäischen Kongress für Radiologie (ECR) zusätzlich die neue Rembra-CT-Plattform vor, die im April 2026 die FDA-Zulassung (510(k)) erhielt. Rembra ist auf Hochdurchsatz-Umgebungen wie Notaufnahmen ausgelegt und erreicht nach Herstellerangaben Rekonstruktionsgeschwindigkeiten von bis zu 106 Bildern pro Sekunde bei einem für die Geräteklasse besonders großen 85-cm-Tunneldurchmesser.
Für interventionelle Verfahren kombiniert Philips das Spectral-CT-System mit der Azurion-Plattform zu integrierten Angio-CT-Lösungen für Hybrid-OP und Katheterlabor.
Röntgen- und bildgeführte Therapie
Philips bietet Röntgengeräte (digitale Radiographie- und Fluoroskopiesysteme) einschließlich mobiler Philips C-Bogen-Lösungen. Das Azurion-System ist die Plattformbasis für bildgeführte interventionelle Eingriffe in Katheterlaboren und Hybrid-OPs. In Kombination mit dem LumiGuide-Navigationsdraht lassen sich bestimmte Prozeduren mit reduzierter intraprozeduraler Strahlendosis durchführen. Diese hochspezialisierten Systeme richten sich primär an Kliniken und interventionell tätige Zentren, nicht an die niedergelassene Praxis.
Patientenmonitoring und Healthcare-IT
Die IntelliVue-Produktfamilie deckt das gesamte Spektrum des Patientenmonitorings ab: bett- und transportfähige Monitore, Überwachung von Mutter und Kind sowie zentrale Monitoring-Stationen (Patient Information Center, PIC iX). Die Systeme lassen sich in bestehende Krankenhaus-IT integrieren. Über das IntelliBridge-Ökosystem lassen sich zudem Drittanbietergeräte wie Beatmungsgeräte oder Infusionspumpen anbinden. Im Bereich Healthcare-Informatik bietet Philips mit Vue PACS eine cloudbasierte, webfähige Diagnostik-Viewer-Lösung für die Radiologie an.
Marktposition & Wettbewerb
Philips konkurriert im globalen Medizintechnikmarkt vor allem mit Siemens Healthineers und GE HealthCare. Alle drei Unternehmen bieten vergleichbare Portfolios in Bildgebung, Ultraschall und Patientenmonitoring an und investieren parallel in KI-gestützte Workflow-Automatisierung.
| Kriterium | Philips | Siemens Healthineers | GE HealthCare |
|---|---|---|---|
| Hauptsitz | Amsterdam, Niederlande | Erlangen, Deutschland | Chicago, USA |
| Kernsegmente | Diagnosis & Treatment, Connected Care, Personal Health | Imaging, Diagnostics, Advanced Therapies, Varian (Onkologie) | Bildgebung, Diagnostik, Patientenmonitoring |
| Marktkapitalisierung (2025) | rund 22,7 Mrd. Euro | rund 53,7 Mrd. Euro | größer 19 Mrd. USD Jahresumsatz |
| Strategischer Schwerpunkt | Plattformintegration Hardware/Software/KI, TCO-optimierte Systeme | Spezialisierung auf margenstarke Klinikbildgebung und Onkologie | breite installierte Basis, Workflow-Geschwindigkeit |
Zulassungsstatus und aktuelle Entwicklungen: Philips-Medizinprodukte unterliegen als Hersteller der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) und benötigen je nach Risikoklasse eine CE-Kennzeichnung durch eine Benannte Stelle. Ende 2025/Anfang 2026 hat Philips laut eigenen Angaben die Übernahme von SpectraWAVE abgeschlossen und sein Portfolio für koronare interventionelle Verfahren erweitert. Zudem schloss der Konzern eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit dem US-Klinikverbund AdventHealth zur Modernisierung der Patientenüberwachung.
Ein Sonderfall bleibt der freiwillige Rückruf bestimmter Philips-Respironics-Schlaf- und Beatmungsgeräte aus dem Jahr 2021 wegen möglicher Partikel- und Ausgasungsrisiken durch den verwendeten Schaumstoff. Nach einem 2024 vereinbarten Consent Decree mit der US-Arzneimittelbehörde FDA dauern behördliche Untersuchungen durch das US-Justizministerium und weitere US-Behörden auch 2026 laut aktuellem SEC-Filing weiterhin an. Für Praxen, die andere Philips-Produktkategorien wie Ultraschall oder Patientenmonitoring beschaffen, hat dieser Sachverhalt keine unmittelbare Relevanz. Bei der Bewertung der Unternehmenshistorie sollte er dennoch nicht unerwähnt bleiben.
Relevanz für niedergelassene Ärzte und Kliniken
Praxistauglichkeit nach Einrichtungstyp: Für Einzelpraxen und kleinere Fachzentren sind vor allem die mobilen und kompakten Ultraschallsysteme (Lumify, CX50, ClearVue) relevant. EPIQ- und Affiniti-Systeme sowie MRT/CT-Lösungen sind dagegen primär auf Kliniken, Radiologiepraxen und größere MVZ zugeschnitten. Bildgeführte Therapiesysteme wie Azurion sind ausschließlich für Kliniken mit Katheterlabor oder Hybrid-OP relevant.
Service, Support und Betreiberpflichten: Praxisinhaber und Kliniken bleiben nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) für den sicheren Betrieb ihrer Geräte verantwortlich. Für aktive Medizinprodukte nach Anlage 1 MPBetreibV — etwa Defibrillatoren oder Beatmungsgeräte — ist eine sicherheitstechnische Kontrolle (STK) mindestens alle zwei Jahre vorgeschrieben. Ultraschallgeräte fallen nicht unter diese Anlage; für sie gilt stattdessen die Prüfpflicht nach DIN EN 62353 (VDE 0751-1), deren Intervall sich an den Herstellerangaben orientiert. Röntgen- und CT-Systeme unterliegen zusätzlich der Konstanzprüfung nach Strahlenschutzrecht. Philips bietet für seine Systeme abgestufte Serviceverträge an: von der reinen Herstellergarantie bis zu Full-Service-Vereinbarungen für Ultraschallgeräte mit definierten Ausfallzeitgarantien. Die zentrale Verwaltung von Servicetickets, Software-Updates und Sicherheits-Patches erfolgt über ein Customer Services Portal.
Finanzierung und Leasing: Bildgebungssysteme erfordern Investitionen im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Viele Praxen und MVZ prüfen deshalb neben dem Direktkauf auch Leasing- oder Mietmodelle. So schonen sie ihre Liquidität und binden die Anschaffung planbar in die Praxiskalkulation ein.
Philips in Deutschland: Standorte und Vertrieb
Die deutsche Philips-Geschichte reicht bis 1927 zurück, als das Unternehmen die Hamburger Röntgenspezialistin C.H.F. Müller übernahm. Die operative Landesgesellschaft firmiert heute als Philips GmbH mit Sitz in Hamburg (Handelsregister Amtsgericht Hamburg, HRB 74560) und ist die Konzernobergesellschaft der deutschen Philips-Unternehmen für die Vertriebszone DACH. Laut testiertem Jahresabschluss 2024 beschäftigte die Philips GmbH zum Jahresende 1.524 Mitarbeitende und erzielte Umsatzerlöse von 760,2 Mio. Euro, davon 694,4 Mio. Euro im Bereich Health Systems. Vorsitzender der Geschäftsführung ist Dr. Uwe Heckert.
Die Produktion und Entwicklung von Medizintechnik konzentriert sich auf zwei Kernstandorte: Am Standort Hamburg (Röntgenstraße) entwickelt und fertigt Philips weiterhin Röntgenröhren und -generatoren – die direkte Fortführung der historischen C.H.F.-Müller-Fertigung. In Böblingen produziert die Philips Medizin Systeme Böblingen GmbH schwerpunktmäßig Patientenüberwachungssysteme. Weitere Niederlassungen bestehen unter anderem in Aachen, Ratingen, Unterschleißheim und Herrsching am Ammersee.
Regulatorischer Rahmen: Als Hersteller unterliegt Philips für seine Medizinprodukte der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) sowie dem deutschen Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (MPDG). Für Röntgen- und CT-Systeme gelten zusätzlich die Vorgaben des Strahlenschutzgesetzes und der Strahlenschutzverordnung. Betreiberseitig greift für die meisten Philips-Systeme die MPBetreibV mit ihren Pflichten zu Medizinproduktebuch, Einweisung und – je nach Gerätekategorie – sicherheitstechnischer Kontrolle oder VDE-Prüfung.
Häufige Fragen zu Philips Healthcare
Ist Philips ein deutsches Unternehmen?
Nein. Philips Healthcare ist der Gesundheitstechnologie-Bereich der niederländischen Koninklijke Philips N.V. mit Hauptsitz in Amsterdam. Die deutsche Landesgesellschaft, die Philips GmbH mit Sitz in Hamburg, ist eine Tochtergesellschaft des Konzerns. Die Wurzeln der deutschen Medizintechnik-Fertigung reichen über die 1927 übernommene Hamburger Firma C.H.F. Müller zurück, die seit 1896 Röntgenröhren herstellte.
Welche Produktkategorien deckt Philips für Arztpraxen ab?
Für niedergelassene Ärzte sind vor allem mobile und kompakte Ultraschallsysteme relevant: Lumify, CX50 und ClearVue. Auch die PageWriter-EKG-Cardiographen kommen in Haus- und Facharztpraxen mit Ruhe-EKG-Diagnostik zum Einsatz. Größere radiologische Gemeinschaftspraxen und MVZ kommen zusätzlich für MRT- und CT-Systeme sowie digitale Röntgenlösungen infrage. Bildgeführte Therapiesysteme und hochspezialisierte Klinikbildgebung sind dagegen praktisch ausschließlich für Kliniken relevant.
Wie hoch ist der Umsatz von Philips Healthcare?
Der Gesamtkonzern Royal Philips erzielte 2025 einen Umsatz von rund 17,8 Mrd. Euro bei einer Adjusted-EBITA-Marge von 12,3 Prozent. Eine gesonderte Umsatzangabe ausschließlich für den professionellen Healthcare-Bereich ohne das Personal-Health-Konsumentengeschäft veröffentlicht Philips nicht.
Was hat es mit dem Rückruf von Philips-Beatmungsgeräten auf sich?
Philips Respironics rief 2021 bestimmte Schlaf- und Beatmungsgeräte zurück. Grund waren mögliche Partikel- und Ausgasungsrisiken durch den verwendeten Schaumstoff. Ein 2024 vereinbartes Consent Decree mit der US-Arzneimittelbehörde FDA regelt seither die Aufarbeitung; behördliche Untersuchungen in den USA dauern auch 2026 an. Andere Philips-Produktkategorien wie Ultraschall oder Bildgebung sind von diesem Sachverhalt nicht betroffen.
Wer sind die größten Wettbewerber von Philips im Medizintechnikmarkt?
Die beiden wichtigsten globalen Wettbewerber sind Siemens Healthineers und GE HealthCare. Alle drei Unternehmen konkurrieren insbesondere in den Bereichen MRT, CT und Ultraschall mit vergleichbaren Produktportfolios und investieren parallel in KI-gestützte Diagnostik- und Workflow-Lösungen.