Online Terminkalender Praxis: 5 Tools im Vergleich

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Abstract – Online-Terminkalender Arztpraxis: 5 Tools im Vergleich

  • Doctolib, Docmedico, Termed, Samedi und arzt-direkt dominieren den deutschen Markt für Online-Terminkalender in Arztpraxen – sie unterscheiden sich grundlegend in PVS-Integrationstiefe, Preismodell und strategischer Ausrichtung (Neupatientengewinnung vs. interne Effizienz).
  • Die Softwareauswahl erfordert zwingend die Prüfung von DSGVO-Konformität (Art. 9 DSGVO, § 203 StGB), Serverstandort und Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV nach Art. 28 DSGVO) sowie bidirektionaler PVS-Schnittstelle – einseitige Synchronisation erzeugt Medienbrüche und Doppeldokumentation.
  • Samedi führt mit 40+ bidirektionalen PVS/KIS-Schnittstellen und ISO 27001-Zertifizierung bei komplexen Anforderungen (MVZ, Multi-Ressourcenplanung, Zuweisungsmanagement); Doctolib überzeugt durch Reichweite (25 Mio. Patienten, kostenloser Einstiegstarif); arzt-direkt ist ausschließlich für tomedo-Praxen geeignet.
  • Automatisierte Terminerinnerungen reduzieren No-Show-Raten nachweislich – laut KV Bremen erschien bei jedem fünften über die 116117 vermittelten Termin der Patient unentschuldigt nicht; alle fünf Anbieter bieten diese Funktion an.

Warum ein Online-Terminkalender für die Arztpraxis unverzichtbar ist

Schwachstellen des analogen Terminmanagements

Telefonische Terminvergabe bindet Rezeptionspersonal in Zeiten, in denen Patienten längst digital buchen möchten. Ein strukturiertes Terminmanagement in der Arztpraxis ist längst Pflicht, nicht Kür: Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung (n = 1.145, 2025) haben bereits 64 % der Deutschen mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart — 2023 waren es noch 36 %. Weitere 16 % können sich dies künftig vorstellen. Nur 18 % lehnen die digitale Terminvergabe grundsätzlich ab.

Praxen, die ausschließlich telefonisch erreichbar sind, verlieren damit aktiv Patienten. Kurzfristige Absagen außerhalb der Öffnungszeiten bleiben unbearbeitet, freie Slots werden nicht nachbesetzt — ein direkter Erlösverlust, der sich je nach Fachrichtung auf mehrere Hundert Euro pro Woche summiert.

Vorteile der digitalen Terminverwaltung auf einen Blick

Der meistgenannte Vorteil aus Patientensicht ist die Unabhängigkeit von telefonischen Erreichbarkeiten: 84 % der Nutzer und Interessenten nennen diesen Punkt (Quelle: Bitkom 2025). 58 % schätzen die flexible Terminauswahl zu Randzeiten, 43 % automatische Erinnerungen und 37 % die bessere Verfügbarkeit kurzfristiger Termine.

Für die Praxis bedeutet das: Ein Online-Terminkalender reduziert das Telefonaufkommen an der Rezeption strukturell, nicht situativ. Die PVS-Integration eliminiert zusätzlich die Doppeldokumentation. Die Praxis gewinnt eine skalierbare Terminstruktur, die auch bei Vertretungen oder mehreren Behandlern stabil funktioniert. Der Online-Terminkalender ist damit ein Baustein der digitalen Arztpraxis — neben Videosprechstunde, digitaler Anamnese und KI-Telefonassistenz.

Worauf Praxisinhaber bei der Softwareauswahl achten müssen

DSGVO-Konformität und ärztliche Schweigepflicht (§ 203 StGB)

Patientendaten aus der Terminbuchung — Name, Kontaktdaten, Besuchsanlass — unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht nach § 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB und dem Datenschutzrecht gemäß Art. 9 DSGVO. Jeder Anbieter muss einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO bereitstellen.

Der Serverstandort ist entscheidend. Daten auf Servern außerhalb der EU oder des EWR erfordern zusätzliche Garantien: Standardvertragsklauseln oder einen Angemessenheitsbeschluss. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss explizit Speicherort und Subunternehmerstruktur.

Haftungsrisiko: Fehlt der AVV oder liegen Daten auf US-Servern ohne hinreichende Schutzmaßnahmen, drohen Bußgelder bis 20 Mio. EUR oder 4 % des Jahresumsatzes (Art. 83 Abs. 5 DSGVO) sowie standesrechtliche Konsequenzen durch die Ärztekammer.

Integration in Praxisverwaltungssoftware (PVS)

Eine Online-Terminverwaltung für die Arztpraxis ohne bidirektionale Schnittstelle zur Praxissoftware erzeugt Medienbrüche. Prüfen Sie, ob der Anbieter eine zertifizierte Schnittstelle oder eine Importfunktion (iCal/API) anbietet.

Einseitige Synchronisation — nur vom Terminkalender zur PVS, nicht umgekehrt — führt zu Inkonsistenzen bei Blockierungen, Urlaubszeiten und Recall-Terminen.

Online-Buchung durch Patienten — Chancen und Grenzen

Patientenbuchung per Self-Service steigert die Praxisauslastung, erfordert aber eine differenzierte Terminsteuerung. Nicht alle Termintypen eignen sich für die freie Online-Buchung. Erstgespräche mit unklarem Zeitbedarf, psychosomatische Abklärungen oder Patienten mit komplexen Komorbiditäten sollten weiterhin telefonisch vereinbart werden.

Leistungsfähige Systeme ermöglichen granulare Kategorisierung: Termintyp, Behandler, Ressource, Dauer und Vorlaufzeit lassen sich separat steuern. Diese Konfigurierbarkeit ist ein zentrales Differenzierungskriterium im folgenden Vergleich.

Kosten und Skalierbarkeit für Einzel- und Gemeinschaftspraxen

Die Preisstaffelung variiert erheblich: nutzungsbasierte Abrechnung, Flatrates oder Seat-Preise pro Behandler. Für eine Gemeinschaftspraxis oder ein MVZ mit mehreren Behandlern summieren sich monatliche Kosten schnell auf 200–500 €. Die Gegenrechnung mit eingesparten Rezeptionsstunden ergibt ab ca. 80 Terminen pro Woche in der Regel eine positive Bilanz.

Die 5 Online-Terminkalender im Vergleich

Tool 1 — Doctolib: Stärken, Schwächen, Preismodell

Doctolib ist in Deutschland mit rund 60 % Marktanteil bei Online-Terminsystemen die dominierende Plattform. Über 25 Millionen Patienten und 110.000 Gesundheitsfachkräfte nutzen den Dienst hierzulande. Die Plattform kombiniert ein reichweitenstarkes Patientenbuchungsportal, interne Terminverwaltung und eine integrierte Videosprechstunde-Funktion

Seit November 2025 bietet Doctolib zudem eine eigene All-in-One-Praxissoftware an — zunächst für Allgemein-, Kinder- und Frauenärzte, ab 2026 für alle Fachgruppen — die bisherige Abhängigkeit von Dritt-PVS-Systemen soll damit entfallen.

Stärken:

  • Kostenloser Einstiegstarif mit Online-Profil und Überweisernetzwerk — ohne Monatskosten
  • PVS-Konnektor für gängige Systeme (u.a. CGM, medatixx, Medistar): Patientenakten aus dem PVS direkt aus Doctolib öffnen, Termine bidirektional verwalten, Neupatientenakten per Klick anlegen
  • Automatisierte Nachrückerliste: frei werdende Termine werden automatisch an wartende Patienten vergeben — strukturelle No-Show-Reduktion
  • Videosprechstunde und automatisierte Recalls ab 139 €/Monat inklusive
  • KI-Telefonassistent ab dem Tarif „Patientenmanagement“ integriert
  • Doctolib ist das reichweitenstärkste Patientenbuchungsportal im deutschsprachigen Raum (Quelle: Bitkom 2025: meistgenutzte Plattform in Deutschland) — und damit gleichzeitig eines der meistgenutzten Arztbewertungsportale für Patienten bei der Arztwahl. 
  • DSGVO-konformer Betrieb, Server in Deutschland und Frankreich, AVV verfügbar

Schwächen: 

  • Online-Profil und Patientenqualifizierung fehlen im Tarif „Behandlungs- & Abrechnungsmanagement“ — für reine PVS-Nutzer ein struktureller Nachteil
  • Einmalige Einrichtungsgebühr (ab 399 €) erhöht die Gesamtkosten im ersten Jahr spürbar
  • Abhängigkeit vom Doctolib-Ökosystem: Patientenrezensionen und Profilseite sind fester Bestandteil — nur bedingt steuerbar
  • Kein reiner Terminkalender ohne Plattformbindung buchbar

Weiterhin bestehende Schwäche: Datenschutzrechtlich ist Doctolib nicht unumstritten. Das Unternehmen erhielt 2021 den Big Brother Award; Datenschutzbehörden und Ärztekammern verzeichnen wachsende Beschwerden im Kontext von § 203 StGB (ärztliche Schweigepflicht). Praxen sollten den AVV sorgfältig prüfen und die Einwilligungsgestaltung gegenüber Patienten rechtssicher umsetzen.

TarifPreis/MonatKernfunktionen
Kostenlose Version0 €Patientennavigator, Online-Profil, Überweisernetzwerk, nur “teilweise” Online-Terminmanagement
Patientenmanagement Light139 €+ Online-Terminmanagement, Videosprechstunde, Recalls, dig. Patientenaufnahme
Patientenmanagement229 €+ KI-Telefonassistent
Behandlungs- & Abrechnungsmanagement299 €+ dig. Patientenakte, KI-Abrechnung, Online-Zahlungen (kein Online-Profil)
All-in-One Praxissoftware528 € 475 €Alle Funktionen kombiniert
Die monatlichen Tarife und Kosten von Doctolib im Überblick (Stand: 2026, laut Doctolib-Preisseite)

Hinzu kommen einmalige Einrichtungsgebühren ab 399 € (Tarife Light/Patientenmanagement) sowie ein optionaler Datenmigrations-Service für 1.190 €. Der KI-Sprechstundenassistent ist in allen Bezahltarifen als Add-on für +59 €/Monat verfügbar (kostenlos testbar).

Tipp: Doctolib eignet sich für Fachärzte mit hohem Neupatienten-Anteil, die von der Plattformreichweite profitieren. Für Praxen mit eingespieltem Patientenstamm und komplexer interner Terminstruktur ist der Mehrwert geringer.

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Tool 2 — Docmedico: Stärken, Schwächen, Preismodell

Docmedico positioniert sich nicht als klassischer Online-Terminkalender, sondern als digitale Online-Rezeption — ein wichtiger Unterschied. Im Kern bündelt das System alle eingehenden Patientenanfragen (Terminwünsche, Rezeptanforderungen, AUs, Überweisungen, Dokumentenversand) in einem zentralen Kanal und automatisiert wiederkehrende Kommunikationsprozesse. Über 2.500 Praxen, MVZ und Kliniken nutzen die Lösung, monatlich werden laut Anbieter 1,6 Mio. Patientenanfragen verarbeitet.

Stärken:

  • PVS-Schnittstellen zu 70 % aller gängigen Praxisverwaltungssysteme — eine der breitesten Integrationsabdeckungen im Vergleich
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE), DSGVO-konform, Serverstandort Deutschland
  • Integration in bestehende Praxiswebsite per HTML-Code in unter 10 Minuten — keine IT-Kenntnisse erforderlich
  • Automatisiertes Anfrage- und Kommunikationsmanagement: Routineanfragen (Rezept, AU, Terminbestätigung) werden ohne manuelle Bearbeitung beantwortet
  • KI-Telefonassistent als optionales Add-on integrierbar
  • Mehrsprachige Oberfläche, Priorisierung nach Versicherungsart (PKV/GKV) möglich
  • 4 Wochen kostenlos testbar
  • Skaliert für Einzelpraxen, MVZ und Kliniken gleichermaßen

Schwächen:

  • Kein eigenständiges Patientenbuchungsportal mit öffentlichem Suchvolumen — keine Reichweite für Neupatientengewinnung über die Plattform
  • Der Fokus auf asynchrones Anfrage-Management macht Docmedico für Praxen, die primär einen klassischen Online-Terminkalender mit Live-Verfügbarkeitsanzeige suchen, möglicherweise überdimensioniert
  • Videosprechstunde nicht im Kernprodukt enthalten
  • WhatsApp-/SMS-Service kostenpflichtig: 5,00 € Grundgebühr/Monat + 0,19 € je SMS

Preismodell: Einstieg ab 99,95 €/Monat. Individuell angepasste Konfiguration, detaillierte Preisübersicht nach Beratungsgespräch. Zahlungsoptionen: Lastschrift oder Rechnung (Einzug am 1. oder 15. des Monats).

Tipp: Docmedico ist die richtige Wahl, wenn das Ziel nicht allein die Terminbuchung ist, sondern die vollständige Digitalisierung der Patientenkommunikation — von der Erstanfrage bis zum Dokumentenaustausch. Für Praxen mit hohem Anfragevolumen außerhalb von Terminen (Rezepte, AUs, Rückfragen) rechnet sich der Ansatz schnell. Wer lediglich einen schlanken Terminkalender sucht, ist mit günstigeren Einzellösungen besser bedient.

Tool 3 — Termed: Stärken, Schwächen, Preismodell

Termed (Facharzt-Sofort GmbH / MED+ORG Alexander Reichert GmbH) ist eine deutsche Plattform für Online-Terminbuchung, Videosprechstunde und Telefonservice für Arztpraxen und Therapeuten. Laut eigenen Angaben nutzen 8.000 Ärzte und Therapeuten die Lösung; bisher wurden über 3 Mio. Termine über die Plattform gebucht und 480.000 Patienten sind registriert. Das Produktportfolio umfasst drei Kernprodukte: TerMed Termine (Online-Terminbuchung), TerMed Hotline (Anrufübernahme durch geschulte MFAs) und VIOMEDI (zertifizierte Videosprechstunde).

PaketPreis/MonatEnthaltene Kernfunktionen
Standard+54,90 € (inkl. 3 Kalender)Online-Terminbuchung, Widget für Praxishomepage, E-Mail- und Push-Erinnerungen für online gebuchte Termine, MEDorganizer-Schnittstelle, Patientenapp, Medikationsplan, Behandlungsgrundauswahl
Premium64,90 € (inkl. 3 Kalender)Alle Standard+-Funktionen + E-Mail/Push-Erinnerungen für alle Praxistermine, Individualnachrichten aus PVS*, Rezept-/Überweisungsanfragen mit PVS-Schnittstelle*, Zuweisernetzwerk (zubuchbar), Nachrückerliste
Premium+104,90 € (inkl. 3 Kalender)Alle Premium-Funktionen + VIOMEDI Videosprechstunde für 1 Behandler inklusive
Die Preise von Termed im Überblick (Quelle: medorganizer.de/termed/preise, Stand: 2026, alle Preise netto zzgl. MwSt.)
*Rezept-/Überweisungsanfragen mit PVS-Schnittstelle sowie Individualnachrichten aus dem PVS erfordern eine gesonderte Umsetzung durch den jeweiligen PVS-Anbieter.

Stärken:

  • Transparentes, öffentliches Preismodell ab 54,90 €/Monat (netto) — Einstieg mit 3 Kalender-IDs ohne versteckte Grundgebühren
  • Online-Terminbuchung 24/7 über Praxiswebsite (Widget-Integration) und Patientenportal termed.de mit Arztsuche nach Fachrichtung und Versicherungsart
  • Patientenapp (iOS/Android): Terminbuchung, Rezept-/Überweisungsanfragen, integrierter Medikationsplan, Push-Benachrichtigungen
  • TerMed Hotline als Alleinstellungsmerkmal: Geschulte MFAs übernehmen Patientenanrufe nach individuellen Praxisvorgaben — kein KI-Voicebot, sondern menschlicher Service
  • VIOMEDI: KBV-zertifizierte Videosprechstunde, ab Premium+ im Tarif enthalten, in niedrigeren Tarifen zubuchbar (39,00 €/Behandler/Monat)
  • Automatische bidirektionale Schnittstelle zu MEDorganizer in allen Tarifen enthalten — keine Aufpreis-Schnittstelle
  • Nachrückerliste ab Premium-Paket inklusive
  • Datenspeicherung ausschließlich auf deutschen Servern, DSGVO-konform

Schwächen:

  • PVS-Bindung an MEDorganizer: Die automatische Schnittstelle ist ausschließlich für MEDorganizer entwickelt — Praxen mit anderen PVS-Systemen (CGM, Medistar, tomedo etc.) können Termed nur über die Weboberfläche nutzen, ohne automatische Synchronisation
  • Rezept-/Überweisungsanfragen mit PVS-Anbindung und Individualnachrichten aus dem PVS erfordern eine separate Implementierung durch den PVS-Anbieter — kein sofort verfügbares Feature
  • Nachrückerliste erst ab Premium (64,90 €/Monat) — im günstigsten Tarif nicht enthalten
  • SMS-Erinnerungen außerhalb des Monatspreises: Kosten je nach Volumen 25–85 €/Monat zusätzlich — bei höherem Patientenaufkommen relevanter Kostenblock
  • Plattformreichweite begrenzt: 480.000 registrierte Patienten — deutlich kleiner als Doctolib; Neupatientengewinnung über das Portal eingeschränkt
  • TerMed Hotline ist ein MFA-basierter Mensch-Service — strukturell anders skalierbar als KI-Voicebot-Lösungen bei Docmedico oder Samedi

Tipp: Termed ist die konsequente Wahl für MEDorganizer-Praxen — die automatische bidirektionale Schnittstelle ist in allen Tarifen ab 54,90 €/Monat enthalten, ohne Aufpreis. Wer ein anderes PVS einsetzt, sollte vorab klären, ob eine manuelle Weboberfläche ausreicht oder ob eine vollintegrierte Lösung wie Samedi oder Docmedico besser passt. Die TerMed Hotline mit geschulten MFAs ist im Vergleichsfeld ein echter Differenziator — für Praxen mit hohem Anrufaufkommen und Kapazitätsproblemen an der Rezeption.

Tool 4 — Samedi: Stärken, Schwächen, Preismodell

Samedi ist seit 2007 eine etablierte deutsche E-Health-Plattform — mit über 6.000 Kunden, 10.000 angebundenen Institutionen und 1.300 Kliniken. Das Produktangebot richtet sich an Einzelpraxen, MVZ und Kliniken gleichermaßen. Samedi positioniert sich als modulare Ergänzung zum bestehenden PVS/KIS — kein Ersatz, sondern eine Erweiterung. Die Online-Terminbuchung erfolgt als White-Label-Lösung direkt auf der Praxiswebsite, ohne Umleitung auf ein externes Portal.

PaketPreisEnthaltene Kernfunktionen
Essential59 €/Arzt/MonatOnline-Terminbuchung, Multi-Ressourcenplanung, Terminbenachrichtigungen, Terminketten, digitales Wartezimmer, Zuweisersystem, KBV-Videosprechstunde, Self Check-in, Patientenkonto, Nachrückerliste
Comfort Praxis (Bestseller)99 €/Arzt/MonatAlle Essential-Funktionen + erweitertes Praxismanagement
Comfort Praxis Premium199 €/Arzt/MonatVollständiger Funktionsumfang
Die Kosten von Samedi.

Kostenpflichtige Add-ons: KI-Telefonassistent (Voicebot), individuelles Patientenportal (White Label), Online-Patientenformulare, individuelle Websites/Buchungswidgets, Online-Bezahlfunktion für Privat- und IGeL-Leistungen.

Stärken:

  • 40+ bidirektionale PVS/KIS-Schnittstellen — die breiteste Integrationsabdeckung aller fünf Vergleichsanbieter; inkl. Echtzeit-Synchronisation mit jameda für Zugang zu über 6 Mio. Patienten
  • Datensicherheit auf Klinik-Niveau: ISO 27001, ISO 9001, BSI C5-Testat Typ 2, europäisch patentierte Verschlüsselungstechnologie, Datenspeicherung auf deutschen Servern (T-Systems, Magdeburg), Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • KBV-anerkannte Videosprechstunde bereits im Essential-Paket enthalten — Einzel- und Gruppenformate (bis 15 Personen), nutzbar für Telekonsile, OP-Aufklärungen, Zweitmeinungsgespräche
  • Multi-Ressourcenplanung für Personal, Räume und Geräte — standortübergreifend; relevant für Praxisgemeinschaften, Gemeinschaftspraxen und MVZ
  • White-Label-Buchungsmaske in 14 Sprachen, farblich an Corporate Identity anpassbar
  • Nachrückerliste und automatisierte Erinnerungen (laut Anbieter: 70 % weniger Terminausfälle, 36 % weniger Telefonate)
  • KHZG-förderfähiges Patientenportal (Fördertatbestand 2) für Kliniken
  • Neu: Online-Rezeption für Routineanfragen (AUs, Befunde, Rezepte) auf der Praxiswebsite
  • 18 Jahre Marktpräsenz; ausgezeichnet als „Leading Innovator 2026″ (Focus)

Schwächen:

  • Kein öffentliches Patientensuchportal mit eigenem Reichweiten-Volumen — Neupatientengewinnung ausschließlich über jameda-Integration und eigene Praxispräsenz
  • Preise pro Arzt: Bei Gemeinschaftspraxen und MVZ mit mehreren Behandlern summieren sich die Lizenzkosten erheblich
  • Kein kostenloser Einstiegstarif (vgl. Doctolib mit kostenloser Grundversion)
  • KI-Telefonassistent, Patientenformulare und Patientenportal sind kostenpflichtige Add-ons — Gesamtkosten je nach Konfiguration deutlich über dem Basistarif
  • Kein Self-Service-Onboarding — Einrichtung setzt persönliche Beratung voraus

Tipp: Samedi ist die erste Wahl für Praxen und MVZ mit komplexem Terminmix: Zuweisungsmanagement, Multi-Ressourcenplanung, Behandlungsreihen und IGeL-Abrechnung sind im Marktvergleich kaum besser abgedeckt. Das Essential-Paket ist für 59 EUR/Arzt/Monat angesichts des Funktionsumfangs — inklusive KBV-Videosprechstunde, Nachrückerliste und standortübergreifender Ressourcenplanung — gut kalkuliert. Für eine kleine Einzelpraxis mit schlankem Terminbedarf kann die Konfigurationskomplexität überdimensioniert wirken.

Tool 5 — Arzt-Direkt: Stärken, Schwächen, Preismodell

arzt-direkt ist das Telemedizinzentrum der zollsoft GmbH (Jena) — dem Hersteller der Praxissoftware tomedo. Die Plattform bündelt Online-Terminkalender, Videosprechstunde, Patientenapp und ein integriertes Zahlsystem (arzt-direkt.Pay) unter einem Dach. Der entscheidende Rahmen: arzt-direkt funktioniert in seiner vollen Tiefe ausschließlich für Praxen, die tomedo als PVS einsetzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Videosprechstunde ist zwar auch ohne tomedo als reine Web-Anwendung möglich — alle weiteren Module (Messenger, nahtlose Datensynchronisation, Kalenderintegration) setzen jedoch zwingend tomedo voraus.

Stärken:

  • Vollständige tomedo-Integration: Termine, Patientendaten und Videosprechstunden-Befunde werden mit einem Klick direkt ins PVS übertragen — kein manueller Abgleich, kein Datenverlust zwischen den Systemen
  • Online-Terminkalender: Widget-Integration auf der Praxiswebsite, konfigurierbare Terminarten (Impfung, Vorsorge, Videosprechstunde, IGeL), frei einstellbare Stornierungsfristen, Umbuchung für Arzt und Patient, Anamnesebögen als Webformulare, automatische Terminbestätigung und -erinnerung; Abrechnung pro Kalender/Nutzer
  • Videosprechstunde: KBV-zertifizierter Anbieter (zollsoft GmbH), im PDF-Dokument der KBV als zertifizierter Videodienst gelistet — Kassenleistungen direkt abrechenbar; virtuelles Wartezimmer mit definierbaren Online-Sprechzeiten; Screenshot- und Bildschirm-Teilen-Funktion; KI-Scan der Gesundheitskarte für automatische Datenübernahme; konfigurierbare Anamnesebögen; integrierte Konsil-Funktion für fachärztliche Zweitmeinungen; auch ohne tomedo als Web-Anwendung nutzbar (eingeschränkter Funktionsumfang)
  • Patientenapp (iOS & Android): Terminbuchung vor Ort und online, Teilnahme an Videosprechstunden per Smartphone, Messenger-Funktion für Befund- und Dokumentenaustausch (nur mit tomedo), Familienprofile für Kinder und Angehörige, kein Profilzwang
  • arzt-direkt.Pay: Integriertes Zahlsystem für IGeL-Leistungen und Privatrechnungen — online (Vorauszahlung vor Terminantritt) und offline (EC-Kartenlesegerät in der Praxis); keine monatlichen Fixkosten, nur Transaktionsgebühren (Girocard/Mastercard/Visa: 0,99 %*, Amex: 2,99 %*); einmalige Verifikationsgebühr 5,00 €*; Kartenlesegeräte ab 239,00 €* (zzgl. USt.) — ein im Vergleichsfeld einzigartiges Feature
  • Flexibles Kostenmodell für die Videosprechstunde: Wahl zwischen nutzungsbasiertem Modell (Bezahlung pro durchgeführter Sitzung) und monatlichem Flatrate-Modell für unbegrenzte Videosprechstunden
  • Patientenbuchungsportal: arzt-direkt.de als öffentliches Suchportal für Patienten mit Arztsuche nach Fachrichtung deutschlandweit; Patientenapp als weiterer Buchungskanal
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Daten werden nur lokal auf dem Endgerät gespeichert — keine Cloud-Speicherung personenbezogener Gesundheitsdaten

Schwächen:

  • Harte PVS-Bindung: Voller Funktionsumfang ausschließlich mit tomedo — für alle anderen PVS ist arzt-direkt als vollintegrierte Lösung nicht geeignet; das schließt die Mehrheit der deutschen Arztpraxen strukturell aus
  • Videosprechstunde ohne tomedo nutzbar, aber nach Ende der Sitzung müssen Befunde, Dateien und Notizen manuell heruntergeladen und in das externe PVS eingepflegt werden — erheblicher Mehraufwand im Praxisalltag
  • Messenger-Funktion (Patientenkommunikation via App) ebenfalls nur mit tomedo verfügbar
  • Keine öffentliche Preisseite für den Online-Terminkalender — monatliche Gebühren pro Kalender/Nutzer auf Anfrage; Gesamtkosten für Mehrbehandler-Praxen daher vorab nicht kalkulierbar
  • Patientenportal arzt-direkt.de mit deutlich geringerer Reichweite als Doctolib — eingeschränktes Neupatientenpotenzial über das Portal

Preismodell:

  • Online-Terminkalender: monatliche Gebühr pro Kalender/Nutzer, genaue Konditionen auf Anfrage
  • Videosprechstunde: nutzungsbasiert (pro Sitzung) oder monatliches Flatrate-Modell, Konditionen auf Anfrage
  • arzt-direkt.Pay: keine Fixkosten; Transaktionsgebühren ab 0,99 %* (zzgl. USt.); einmalige Verifikationsgebühr 5,00 €*; EC-Kartenlesegerät ab 239,00 €* (zzgl. USt.)
  • Patientenapp: aktuell kostenfrei (Vorbehalt zukünftiger Gebühren für bestimmte Services laut Anbieter)

Tipp: arzt-direkt ist die konsequenteste Wahl für tomedo-Praxen — die Tiefe der PVS-Integration, die KBV-Zertifizierung und das integrierte Zahlsystem schaffen einen geschlossenen digitalen Praxisworkflow, den kein anderes Tool im Vergleich in dieser Kombination bietet. Wer tomedo nicht einsetzt, sollte arzt-direkt nicht in Betracht ziehen: Der Mehrwert der Plattform entsteht fast ausschließlich durch die nahtlose PVS-Anbindung.

Vergleichstabelle: Alle 5 Tools auf einen Blick

KriteriumDoctolibDocmedicoTermedSamediArzt-Direkt
DSGVO-konform / AVV
ServerstandortDE/FRDEDEDE (T-Systems)DE
PVS-Integration✅ Konnektor (CGM, medatixx, Medistar u.a.)✅ 70% aller PVS⚠️ Ausgewählte Systeme (Umfang auf Anfrage)✅ 40+ PVS, bidirektional⚠️ ausschl. tomedo
Videosprechstunde✅ VIOMEDI ✅ ab Essential✅ 
Patientenbuchungsportal✅ Groß❌ Eigene Website⚠️ Termed-Portal + App (480.000 Patienten)⚠️ jameda-Integration⚠️ arzt-direkt.de Portal + App
Warteliste / Recall✅ ✅ ✅ ⚠️ Erinnerungen ✅, Warteliste k.A.
Preis/Monat (Einstieg)0 € (kostenlos) / 139 € (Light)ab 89,95 €Auf Anfrage59 €/Arzt (Essential)Auf Anfrage (pro Kalender/Nutzer)
Einmalige Einrichtungab 399 € (Bezahltarife)k.A.k.A.Persönliche Beratungk.A.
Geeignet für MVZ⚠️⚠️ (nur tomedo®-MVZ)
Vergleich von Online-Terminbuchungstools für Arztpraxen.
✅ = vollständig erfüllt · ⚠️ = eingeschränkt · ❌ = nicht verfügbar. Preisangaben basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen (Stand: 2026) — genaue Konditionen auf Anfrage beim Anbieter.
Angebote für Online-Terminkalender
Kostenlos
Unverbindlich
Beratung
SSL-Datenschutz – Ihre Daten sind sicher

Welches Tool passt zu welchem Praxistyp?

Einzelpraxis mit niedrigem Volumen

Für eine Einzelpraxis mit bis zu 80 Terminen pro Woche empfiehlt sich Termed: geringer Konfigurationsaufwand, automatische Erinnerungen, Recall-Funktion. arzt-direkt ist ausschließlich für tomedo®-Praxen eine Option — dort aber mit vollständiger PVS-Integration und KBV-zertifizierter Videosprechstunde eine starke Kombination.

Docmedico ist sinnvoll, wenn zusätzlich digitale Patientenkommunikation (Befundversand, Formulare) gewünscht wird — ohne ein komplexes System zu benötigen.

Gemeinschaftspraxis und MVZ

Bei mehreren Behandlern, gemeinsam genutzten Ressourcen (Sonographie, EKG, Ergometrie) und abteilungsübergreifender Terminstruktur ist Samedi die überlegene Wahl. Die bidirektionale PVS-Schnittstelle verhindert Inkonsistenzen bei Urlaubszeiten, Vertretungen und Gerätebelegungen.

Doctolib ist eine Alternative, wenn Neupatientengewinnung über das Buchungsportal strategische Priorität hat. Zu beachten: Behandlerkalender, Urlaubszeiten und Ressourcenzuordnungen werden nicht automatisch aus dem PVS synchronisiert — die Praxisorganisation muss im Doctolib-Backend manuell gepflegt werden.

Facharztpraxis mit komplexer Terminsteuerung

Fachrichtungen mit differenzierten Termintypen profitieren von der granularen Terminsteuerung in Samedi. Beispiele: Orthopädie (Erstuntersuchung, Bildgebung, OP-Vorbereitung), Psychiatrie (Kurz- vs. Langzeittermine), Dermatologie (Laserbehandlung, Biopsie, Kontrolltermin). Kapazitätsmanagement und Recall-Funktion sind hier operative Notwendigkeit — keine optionalen Features.

Für Fachärzte mit hohem Neupatienten-Anteil und überregionalem Einzugsgebiet bleibt Doctolib aufgrund der Plattformreichweite relevant — trotz Einschränkungen bei der internen Terminverwaltung.

FAQ — Häufige Fragen zum Online-Terminkalender für die Arztpraxis

Kann ich den Online-Terminkalender ohne PVS nutzen?

Ja — alle verglichenen Systeme funktionieren auch ohne PVS-Anbindung. Ohne Integration entsteht Doppeldokumentation: Termine müssen manuell übertragen werden. Ab einem bestimmten Terminvolumen ist das personalaufwendig und fehleranfällig.

Wie hoch sind die No-Show-Raten ohne Erinnerungsfunktion?

Laut einer Auswertung der Terminservicestelle der KV Bremen erschien bei jedem fünften über die 116117 vermittelten Termin der Patient unentschuldigt nicht — besonders hoch war die Rate bei hausärztlichen Internisten mit 44 %. Automatisierte Erinnerungen per SMS oder E-Mail, wie sie alle fünf verglichenen Tools anbieten, sind das wirksamste Mittel zur Reduktion dieser Ausfälle. Erscheint ein Patient trotzdem nicht, greift unter bestimmten Voraussetzungen ein Ausfallhonorar — die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind klar geregelt.

Darf ich Patientendaten auf US-Servern speichern?

Nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen. Art. 46 DSGVO schreibt Standardvertragsklauseln oder einen gültigen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission vor. Alle fünf verglichenen Anbieter betreiben ihre Server in Deutschland oder der EU — prüfen Sie dennoch die Subunternehmerstruktur im AVV.

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