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Abstract – Mindray: Medizintechnik-Konzern mit Fokus auf Klinik und Praxis
- Mindray (Shenzhen Mindray Bio-Medical Electronics Co., Ltd.) erzielte 2025 einen Umsatz von rund 33,3 Milliarden Yuan (ca. 4,8 Mrd. USD) – ein Rückgang von 9,4 % gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch schwächere Beschaffung im chinesischen Heimatmarkt. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn sank auf rund 8,1 Milliarden Yuan; gegenläufig überstieg der internationale Umsatzanteil mit 53 % erstmals die Hälfte des Konzernumsatzes.
- Das Unternehmen hat sein Geschäft 2025 von drei auf vier strategische Segmente erweitert: Patientenüberwachung & Life Support, In-vitro-Diagnostik (IVD), Medizinische Bildgebung und neu „Emerging Businesses“ (u. a. minimalinvasive Chirurgie, Interventionen, Tiermedizin). Dieses vierte Segment wuchs im Jahresvergleich um knapp 39 %.
- Für niedergelassene Ärzte sind praktisch nur zwei Produktlinien relevant: Ultraschallgeräte (aktuell u. a. Resona-, Nuewa- und Consona-Serie) sowie EKG-Geräte der BeneHeart-Reihe. Die EKG-Serie läuft inzwischen unter den Nachfolgemodellen R700 und R300 statt der älteren R12/R3-Generation.
- Der Großteil des Sortiments – Patientenmonitore, Anästhesiesysteme (A- und WATO-Serie), Beatmungsgeräte (SV-Serie), Defibrillatoren und AEDs – richtet sich an Kliniken, Notaufnahmen und OP-Abteilungen. Für die vertragsärztliche Praxis hat dieser Teil keine Abrechnungsrelevanz.
Inhaltsverzeichnis
Unternehmensprofil: Wer ist Mindray?
Mindray Bio-Medical Electronics Co., Ltd. wurde 1991 in Shenzhen gegründet – von sieben ehemaligen Mitarbeitern des Herstellers Anke, darunter Li Xiting, Xu Hang und Cheng Minghe. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Medizingeräte für Human- und Veterinärmedizin und gilt seit 2008 als größter chinesischer Medizintechnikhersteller.
Die Börsenhistorie ist wechselhaft: Erstnotierung an der NYSE im September 2006, Delisting im März 2016, seit Oktober 2018 Notierung an der Shenzhen Stock Exchange (SZSE: 300760). International ist Mindray mit rund 41 Tochtergesellschaften in über 31 Ländern vertreten. Die deutsche Niederlassung, die Mindray Medical Germany GmbH, hat ihren Sitz in Darmstadt.
Kennzahlen auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Unternehmensname | Shenzhen Mindray Bio-Medical Electronics Co., Ltd. |
| Gründung | 1991 |
| Hauptsitz | Shenzhen, Guangdong, China |
| Börsennotierung | Shenzhen Stock Exchange, SZSE: 300760 |
| Umsatz Geschäftsjahr 2025 | ca. 33,3 Mrd. CNY (ca. 4,8 Mrd. USD), −9,4 % ggü. Vorjahr |
| Nettogewinn 2025 (Anteil Aktionäre) | ca. 8,1 Mrd. CNY (ca. 1,2 Mrd. USD), −30,3 % ggü. Vorjahr |
| Auslandsanteil am Umsatz 2025 | 53 % (erstmals über 50 %) |
| F&E-Investition 2025 | ca. 3,93 Mrd. CNY (11,8 % vom Umsatz) |
| Mitarbeitende weltweit | ca. 21.000 (Drittanbieter-Schätzung, keine offizielle Zahl) |
| Deutsche Niederlassung | Mindray Medical Germany GmbH, Goebelstraße 21, 64293 Darmstadt |
| Geschäftsbereiche | Patientenüberwachung & Life Support, IVD, Medizinische Bildgebung, Emerging Businesses |
| Praxisrelevante Produktlinien | Ultraschall (Resona-, Nuewa-, Consona-Serie u. a.), EKG (BeneHeart R700/R300) |
Vier Geschäftsbereiche statt drei: die Neuaufstellung 2025
Mit dem Geschäftsbericht 2025 hat Mindray seine Segmentstruktur verändert. Statt der bisherigen drei Kernsegmente – Patientenüberwachung & Life Support, In-vitro-Diagnostik (IVD) und Medizinische Bildgebung – führt das Unternehmen nun ein viertes Segment: „Emerging Businesses“ mit minimalinvasiver Chirurgie, Interventionen und Tiermedizin. Dieses Segment wuchs 2025 um knapp 39 % und rückte damit strategisch auf eine Stufe mit den drei etablierten Sparten.
Größte Sparte ist inzwischen die In-vitro-Diagnostik mit 12,24 Mrd. Yuan Umsatz (36,8 % des Konzernumsatzes) – vor Patientenüberwachung & Life Support (9,84 Mrd. Yuan) und Medizinischer Bildgebung (5,72 Mrd. Yuan).
Diese Neuaufstellung zeigt: Mindray verlagert sein Wachstum zunehmend auf digitale und KI-gestützte Zusatzlösungen – etwa die Plattformen „Ruizhi Connect“ und „Ruiying Cloud“ – statt allein auf Hardware-Verkäufe. Für die Kaufentscheidung einer einzelnen Praxis ändert das wenig. Es erklärt aber, warum Mindray-Systeme zunehmend auf Konnektivität und ein Software-Ökosystem setzen statt auf isolierte Einzelgeräte.
Produktportfolio im Überblick
Ultraschallgeräte: sechs Modellreihen für Klinik und Praxis
Die Ultraschallgeräte von Mindray gliedern sich in sechs Modellreihen und decken praktisch jede Fachrichtung ab, die diagnostischen Ultraschall einsetzt – von der Allgemeinmedizin über Kardiologie bis zur Gynäkologie. Aktuelles Flaggschiff der Premiumklasse ist das im Mai 2025 vorgestellte Resona A20. Es baut auf der ZST+-Technologie (Zone Sonography) auf: Statt das Bild zeilenweise per klassischem Beamforming aufzubauen, erfasst ZST+ ganze Bildzonen und fokussiert sie retrospektiv per Software. Das Ergebnis ist eine in jeder Tiefe scharfe Darstellung ohne Kompromiss zwischen Bildrate und Bildqualität.
Die aktuellen Modellreihen auf einen Blick:
| Serie | Modelle |
|---|---|
| DP-Serie | DP-30, DP-50Exp |
| M-/TE-Serie | M9, MX7, TE7, TE9, ME-Serie |
| DC-Serie | DC-30, DC-40, DC-60, DC-70, DC-80A |
| Resona-/Z-Serie | Resona 7, Resona I8, Resona I9, Resona R9, Z50, Z60 |
| Nuewa-Serie | Nuewa I8, Nuewa I9, Nuewa R9 |
| Consona-Serie | Consona N8 |
| Handheld | TE Air |
EKG-Diagnostik: die BeneHeart-Serie
Die EKG-Geräte von Mindray übertragen die Monitoring-Expertise des Unternehmens auf die diagnostische Kardiologie. Die aktuelle Ruhe-EKG-Generation besteht aus zwei Modellen: dem BeneHeart R700 als High-End-Gerät und dem kompakteren BeneHeart R300. Beide lösen die älteren Modelle R12 und R3 ab, deren Bezeichnung Mindray inzwischen aufgegeben hat. Kernstück bleibt der weltweit anerkannte Glasgow-Algorithmus zur automatischen 12-Kanal-Interpretation. Er wird seit über 40 Jahren weiterentwickelt und bezieht Alter, Geschlecht und – gemäß den AHA/ACCF/HRS-Kriterien von 2009 – auch die ethnische Zugehörigkeit in die Diagnosekriterien ein.
| Modell | Positionierung |
|---|---|
| BeneHeart R700 | High-End-Ruhe-EKG |
| BeneHeart R300 | Kompaktes Einstiegsmodell |
Patientenüberwachung: BeneVision und M-Connect
Das historisch stärkste Segment von Mindray ist die Patientenüberwachung. Die BeneVision-Plattform reicht vom High-Acuity-Monitor der V- und N-Serie (N22/N19, N17/N15/N12) über den modularen Transportmonitor BeneVision N1. Sie schließt mit der zentralen Stationsüberwachung BeneVision CMS für bis zu 64 Betten pro Station ab. Die M-Connect-IT-Lösung verbindet Fremdgeräte – etwa Beatmungsgeräte anderer Hersteller – über das BeneLink-Modul mit dem Monitor. Sie leitet alle Daten per HL7-Schnittstelle an das Krankenhausinformationssystem weiter.
Dieses Segment adressiert nahezu ausschließlich Kliniken, Intensivstationen und Notaufnahmen – für die ambulante Praxis ohne stationäre Betten hat es keine Abrechnungs- oder Beschaffungsrelevanz.
Anästhesie: A-Serie und WATO-Serie
Im OP-Bereich bietet Mindray zwei parallele Anästhesie-Produktlinien. Die High-End-Systeme A9 und A8 bieten Funktionen wie ACA (Automatic Controlled Anesthesia) zur automatisierten Low-Flow-Narkoseführung und integrierte High-Flow-Sauerstofftherapie (HFNC). Daneben positioniert Mindray die kosteneffizientere WATO-Serie (WATO EX-65 Pro, EX-35, EX-30, EX-20) für Kliniken mit geringerem Budget oder für Ambulanz-OPs. Beide Linien richten sich an Krankenhäuser mit eigenem OP-Betrieb.
Beatmung: die SV-Serie
Die Beatmungsgeräte der SV-Serie positionieren Mindray im Premium-Segment der Intensivbeatmung. Zur bewährten Kombination aus SV800/SV600 (High-End) und dem kompakten, turbinengetriebenen SV300 ist mit dem SV900/SV700 eine neue Flaggschiff-Generation hinzugekommen. Daneben bietet Mindray mit dem SV300 Pro eine erweiterte Variante des Kompaktgeräts an. Auch dieses Segment ist reine Klinik- beziehungsweise Intensivstationstechnik.
Defibrillation und AED: zwei getrennte Produktlinien
Mindray trennt sein Portfolio inzwischen klarer in klinische Defibrillatoren und Laien-AEDs: Die Defibrillator-Reihe (BeneHeart DX, D60, D30) ist für den professionellen Einsatz in Klinik und Rettungsdienst mit manuellem Defibrillator, Schrittmacher-Funktion und High-End-Monitoring ausgelegt. Die AED-Reihe (BeneHeart L-Serie, C-Serie, D1/D1 Pro) richtet sich dagegen an öffentliche Bereiche und Unternehmen. Sie ist auf einfache Bedienung durch Laien mit Sprachführung ausgelegt und lässt sich über das Wartungsmanagement AED-Alert 2.0 zentral überwachen.
OP-Infrastruktur: Leuchten und Tische
Ergänzend bietet Mindray mit der HyLED-Serie OP-Leuchten mit Multi-Patch-Superposition-Technologie zur schattenfreien Ausleuchtung sowie OP-Tische für die Hybrid- und Adipositaschirurgie an. Auch diese Produktgruppe ist praktisch ausschließlich für den Krankenhaus-OP relevant, nicht für die niedergelassene Praxis.
Relevanz für niedergelassene Ärzte
Welche Mindray-Systeme sind praxistauglich?
Von den sieben Produktgruppen im Mindray-Portfolio sind für die niedergelassene Praxis nur zwei wirklich relevant: Ultraschallgeräte und EKG-Geräte. Beide Kategorien sind für die ambulante Diagnostik konzipiert und EBM- beziehungsweise GOÄ-abrechnungsfähig. Sie reichen von Einstiegsgeräten für die Allgemeinmedizin bis zu Premiumsystemen für spezialisierte Facharztpraxen mit hohem Untersuchungsvolumen.
Patientenmonitore, Anästhesie- und Beatmungssysteme, Defibrillatoren sowie OP-Infrastruktur sind dagegen auf den stationären Betrieb mit Intensivstation, Notaufnahme oder eigenem OP-Saal zugeschnitten. Eine Einzelpraxis oder ein MVZ ohne stationäre Strukturen benötigt diese Systeme in aller Regel nicht. Eine Ausnahme bilden AEDs: Sie können auch für Praxen mit Publikumsverkehr als Notfallausstattung sinnvoll sein.
Wartung, Prüfpflicht und MPBetreibV
Für Ultraschall- und EKG-Geräte in der Praxis gilt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Der Praxisinhaber ist als Betreiber verpflichtet, die vom Hersteller vorgeschriebenen sicherheitstechnischen Kontrollen (STK) beziehungsweise die elektrische Sicherheitsprüfung nach VDE 0751-1 (DIN EN 62353) in den festgelegten Intervallen durchführen zu lassen. Die Prüfprotokolle gehören ins Medizinproduktebuch – fehlende Nachweise können im Schadensfall haftungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Haftungsrisiko: Fehlende oder verspätete STK-Nachweise für Ultraschall- oder EKG-Geräte können im Regressfall gegen den Praxisinhaber ausgelegt werden – lassen Sie Prüftermine über den Wartungsvertrag fest hinterlegen.
FAQ: Häufige Fragen zu Mindray
Ist Mindray ein börsennotiertes Unternehmen?
Ja. Mindray notierte zunächst von 2006 bis 2016 an der NYSE, wurde dort delistet und ist seit Oktober 2018 unter dem Kürzel SZSE: 300760 an der Shenzhen Stock Exchange gelistet.
Welche Mindray-Geräte kann eine niedergelassene Praxis überhaupt sinnvoll einsetzen?
Praktisch nur Ultraschall- und EKG-Geräte. Patientenmonitore, Anästhesie- und Beatmungssysteme sowie Defibrillatoren sind auf Klinikbetrieb mit Intensivstation oder OP-Saal ausgelegt – für die ambulante Praxis weder abrechnungsrelevant noch praktisch benötigt.
Was ist aus den EKG-Modellen BeneHeart R12 und R3 geworden?
Mindray hat die R12/R3-Generation durch die Nachfolgemodelle BeneHeart R700 und R300 ersetzt. Der zugrunde liegende Glasgow-Interpretationsalgorithmus zur 12-Kanal-Auswertung bleibt Kernbestandteil beider Geräte.
Welche Rolle spielt Mindray im internationalen Vergleich zu Wettbewerbern wie Philips oder GE Healthcare?
Mit einem Jahresumsatz von rund 4,8 Mrd. USD (2025) ist Mindray deutlich kleiner als Philips Healthcare oder GE HealthCare. International wächst der Konzern jedoch stärker: Der Auslandsanteil überstieg 2025 erstmals die 50-Prozent-Marke, mit besonders kräftigem Wachstum in Europa (+17 %).