Welche Aufgaben hat ein Assistenzarzt?

Obwohl sie bereits ein umfassendes theoretisches Fachwissen verfügen, befinden sich Assistenzärzte noch am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Der Begriff „Assistenzärztinnen“ setzte sich zwar in der Umgangssprache durch, doch offiziell ist von einer Weiterbildungsassistentin bzw. einem Weiterbildungsassistent die Rede.

Dies schlägt sich auch in den Aufgaben nieder, die Arzt und Ärztinnen in dieser Zeit übernehmen. Die meisten Krankenhäuser setzen sie für Routineaufgaben ein, die auf der Station erledigt werden müssen. Dazu zählen die Visite am Morgen, aber auch das Verschreiben von Medikamenten. Komplexere Behandlungen führen die Ärzte in der Regel unter Aufsicht der erfahrenen Kollegen durch. Trotzdem darf der Assistenzarzt als staatlich geprüfter Arzt bezeichnet werden.

Für Krankenhäuser sind Assistenzärzte eine wertvolle Unterstützung im Berufsalltag. Sie sind dazu in der Lage, wichtige Jobs zu übernehmen, ohne das Budget der Gesundheitseinrichtung zu sehr zu belasten. Da es sich um ein wichtiges Sprungbrett in der Karriere handelt, sind die Stellen wiederum gut zu besetzen.

Assistenzarzt Gehalt während der Ausbildung

Doch was verdient ein Assistenzarzt? Assistenzärzte haben ein Medizinstudium mit einer Regelstudienzeit von zwölf Semestern hinter sich. Eine Ausbildungsvergütung gibt es in dieser Zeit nicht, weshalb die Studierenden anderweitig für einen Verdienst sorgen oder Finanzierungshilfen in Anspruch nehmen müssen. Das praktische Jahr, mit dem das Studium endet, hält höchstens eine monatliche Entschädigung zwischen 30 0€ und 800 € bereit. In einigen Bundesländern, wie zum Beispiel in Bayern und Niedersachsen, beschränkt sich die Aufwandsentschädigung auf Verpflegung und eine vergünstigte Unterkunft.

Erst mit der ersten festen Stelle im Krankenhaus steht den Assistenzärzten ein Einstiegsgehalt zur Verfügung. Im Vergleich dazu liegt das monatliche Einkommen im Ausbildungsberuf des Medizinischen Fachangestellten in den drei Ausbildungsjahren zwischen 870 € und 980 €.

Assistenzarzt Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Das Assistenzarzt Gehalt kann je nach Institution und Region variieren. Kommunale Krankenhäuser zahlen den Assistenzärzten im ersten Jahr Gehälter von 4.695 € brutto pro Monat. Bis zum fünften Jahr als Assistenzarzt bzw. Assistenzärztin steigt das Einkommen auf 5.873 €. Dies liegt der Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser fest.

Höher fällt das Assistenzarzt Gehalt aus, wenn sich der Absolvent für die Arbeit an einer Universitätsklinik entscheidet. Dort werden die Angestellten nach TV Ärzte VKA in Gruppe 1 vergütet. Konkret bedeutet dies, dass sie im ersten Jahr ein Einstiegsgehalt von 4.938 € beziehen. Zugleich ist die Gehaltsspanne der Ärztinnen größer als bei kommunalen Arbeitgebern. Im fünften Jahr steigt das monatliche Einkommen auf 6.178 € brutto pro Monat.

Im Durchschnitt liegt das allgemeine Arzt Gehalt über alle Fachrichtungen hinweg bei 89.539 € brutto pro Jahr bzw. 7.461,58 € brutto pro Monat.

Auf dem Weg zum Facharzt kann sich der Assistenzarzt auch für die Arbeit in kirchlichen Einrichtungen entscheiden. Sein Verdienst liegt dann etwas niedriger als in einem Universitätsklinikum.

Eine weitere Möglichkeit, um mehr Geld zu verdienen, ist der Wechsel zu privaten Einrichtungen. Unter den privaten Betreibern sind die Helios Klinik für besonders hohe Entlohnungen bekannt. Dort ist das Durchschnittsgehalt der Einsteiger genauso hoch wie an einem Universitätsklinikum. Neben dem höheren Bruttogehalt zeigt sich hier der Vorteil einer um zwei Stunden kürzeren Arbeitszeit pro Woche im Vergleich zu Universitätskliniken.

Assistenzarzt Gehalt nach Bundesländern

Eine junge Ärztin, die sich in der Weiterbildung zur Assistenzärztin befindet, muss nicht nur je nach Arbeitgeber mit erheblichen finanziellen Unterschieden rechnen. Hinzu kommen regionale Schwankungen innerhalb Deutschlands. Besonders niedrig fällt das Assistenzarzt Gehalt in den Bundesländern Bremen, Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen aus. Deutlich höhere Bezüge können in Bayern und Baden-Württemberg erwartet werden. Das Bundesland, welches Assistenzärzte am besten bezahlt, ist derzeit Hessen. Dabei ist zu bedenken, dass auch die Lebenshaltungskosten in den Regionen unterschiedlich hoch ausfallen.

Assistenzarzt Gehalt nach Tarifvertrag

Das Assistenzarzt-Einkommen bestimmt der Tarifvertrag. Im Laufe der Jahre sind unterschiedliche Vereinbarungen entstanden, die je nach Institution unterschieden werden müssen. Zum einen gibt es den Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser, der abgekürzt als TV Ärzte VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) bezeichnet wird. Daneben existiert der Tarifvertrag für Unikliniken, auch TV Ärzte TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder) genannt. Wer sich Stellenangebote ansieht, um die Weiterbildung zur Fachärztin zu beginnen, wird außerdem auf viele private Klinikkonzerne aufmerksam werden. Diese verfügen nicht etwa über einen gemeinsamen Tarifvertrag, nach dem sich das Assistenzarzt Gehalt richtet. Stattdessen gibt es mit Konzernen wie Ameos, Helios oder Asklepios eigene Vereinbarungen, durch die sich die Entlohnung unterscheiden kann. Im Folgenden blicken wir genauer auf die Vereinbarungen in den unterschiedlichen Tarifverträgen.

Tarifvertrag für Universitätskliniken

Ein kurzer Überblick zeigt, dass Assistenzärztinnen in Universitätskliniken mit einem vergleichsweise hohen Einkommen rechnen können. Ein Assistenzarzt, der nach dem TV Ärzte TdL verdient, ist in der Entgeltgruppe Ä1 zu finden. Angefangen mit 4.938,79 € im ersten Jahr steigert sich das Einkommen um etwa 200 € pro Jahr. Ist ein sechstes Jahr Berufserfahrung notwendig, um in der angestrebten Richtung zum Facharzt aufzusteigen, liegt das monatliche Gehalt zuletzt bei 6.339,66 € brutto. Dabei ist zu bedenken, dass ein Arzt am Universitätsklinikum eine Arbeitswoche von 42 Stunden zu bewältigen hat. Für dieses Gehalt muss folglich länger gearbeitet werden als bei privaten Trägern.

Tarifvertrag für kommunale Krankenhäuser

Ärzte in kommunalen Krankenhäusern werden nach dem TV Ärzte VKA bezahlt. Ein Assistenzarzt ist demnach in der Entgeltgruppe I zu finden. Sein Assistenzarzt Gehalt liegt im ersten Jahr bei 4.694 € pro Monat und damit spürbar unter dem Niveau eines Universitätsklinikums. Bleiben Assistenzärzte noch ein sechstes Jahr in dieser Entgeltgruppe, beziehen sie zuletzt ein Bruttogehalt von 6.035 € pro Monat. Die Steigerungen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

TV-Ärzte VKA1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr5. Jahr6. Jahr
1 Assistenzarzt4.695 €4.961 €5.151 €5.480 € 5.873 €6.035 €
2 Facharzt6.196 €6.716 €7.172 €7.438 €7.698 €7.958 €

Zum Vergleich: Das Oberarzt Gehalt TV-Ärzte VKA liegt in kommunalen Krankenhäusern liegt im ersten Jahr bei 7.761,27 € brutto. In Stufe 3 (7. Jahr) liegt der Verdienst bei 8.870,03 € brutto.

Tarifvertrag beim privaten Träger Helios

Wie hoch das Assistenzarzt Gehalt bei privaten Kliniken ausfällt, ist pauschal nicht zu beantworten. Beispielhaft bietet sich der Blick auf die Helios Kliniken an, die in Deutschland der größte private Klinikverbund sind. Ein Assistenzarzt in der Weiterbildung zum Facharzt ist in der gleichnamigen Entgeltgruppe zu finden und verdient im ersten Jahr 5.052,93 € pro Monat. In unregelmäßigen Schritten steigt das Gehalt auf bis zu 6.218,14 € pro Monat an, sofern noch bis ins sechste Jahr Berufserfahrung gesammelt werden muss.

Vergütung: Als Assistenzarzt mehr verdienen

Für Assistenzärzte gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, um das monatliche Einkommen aufzubessern. Dazu zählt zum Beispiel die Tätigkeit als Honorararzt. Zusätzlich werden Überstunden, Nachtdienst, Arbeit am Wochenende und nach Feierabend gesondert entlohnt. Die wöchentliche Arbeitszeit ist im TV Ärzte VKA mit 40 Stunden angegeben. Jede zusätzliche Stunde wird mit einem Zuschlag von 15 % vergütet. Eine weitere Aufbesserung erfährt das Einkommen bei Nachtarbeit. In dieser Zeit liegt der Stundenlohn ebenfalls 15 % höher. Die Zuschläge am Sonntag und an Feiertagen liegen derzeit bei 25 %.

Besonders hoch fallen die Zuschläge aus, wenn für die Sonderschichten kein Freizeitausgleich realisiert werden kann. Der Assistenzarzt darf sich auf deutlich mehr Geld freuen und erhält einen Zuschlag in Höhe von 135 %.

Assistenzarzt Gehalt bei Fachwechsel

Die Weiterbildungszeit von fünf bis sechs Jahren prägt den Einstieg in die berufliche Laufbahn. Das Einstiegsgehalt des Assistenzarztes wird schnell überwunden. Gibt es Spannungen mit dem Arbeitgeber, kann sich der Facharzt zum Wechsel der Gesundheitseinrichtung entscheiden. Ärztinnen haben zudem die Möglichkeit, eine neue Fachrichtung einzuschlagen, ohne auf Stufe 1 zurückzufallen. Vielen Assistenzärzten ist dabei nicht klar, dass dies keine akuten negativen Auswirkungen auf ihr Gehalt hat. Denn der Verdienst von Assistenzärzten richtet sich nicht nach den abgeleisteten Jahren in einem Fach, sondern der allgemeinen Berufserfahrung.

Schwebt den Assistenzärzten ein Wechsel der Fachrichtung im dritten Jahr vor, knüpft die Bezahlung nahtlos an die dritte Stufe des Tarifvertrags an. Nur verlängert sich die Zeit der Weiterbildung, da der Einstieg in das neue Fachgebiet zunächst bewältigt werden muss.

Nach dem Ende der Assistenzzeit hat die gewählte Fachrichtung einen hohen Einfluss auf das zu erwartende Gehalt. Während es aus langfristiger Perspektive gute Gründe gibt, sich für gut bezahlte Fachbereiche wie die Radiologie zu entscheiden, spielt dies bei der Bezahlung während der Weiterbildung keine Rolle. In dieser Phase richtet sich das Gehalt allein nach dem jeweiligen Träger der Klinik und der persönlichen Erfahrungsstufe.

Assistenzarzt Nettogehalt

Den Tarifverträgen sind die Gehälter stets vor allen Abzügen zu entnehmen. Doch was verdient ein Assistenzarzt nach Abzug aller Steuern und Kosten? Da hier unter anderem die Kirchenzugehörigkeit und die Steuerklasse eine Rolle spielen, ist bei allen Jobs nur eine grobe Schätzung möglich.

Durchschnittlich bleiben pro Monat etwa 55 bis 60 % des Assistenzarzt Verdiensts erhalten. Im ersten Jahr der Weiterbildung an der Klinik würde das Assistenzarzt Gehalt damit bei etwa 2.950 € netto pro Monat liegen. Die verschiedenen Zuschläge, welche die Tarifverträge beinhalten, sind darin noch nicht eingerechnet. Sie können die Gehälter um weitere 300 € pro Monat in die Höhe schrauben.

FAQ

Was verdient ein Assistenzarzt im 5. Jahr?

An Unikliniken sehen die Tarifverträge im 5. Jahr ein monatliches Gehalt in Höhe von 6.179 € brutto vor. Ärzte an kommunalen Krankenhäusern erhalten mit 6.069 € etwas weniger. Helios liegt als größter privater Betreiber bei 5.958,78 €.

Wie viel verdienen Assistenzärzte netto?

Im ersten Jahr liegt das Nettogehalt bei rund 2.950 € pro Monat. Durch verschiedene Zuschläge kann der Arzt mit etwa 300 € zusätzlich rechnen. Allerdings müssen individuelle Faktoren berücksichtigt werden, wie zum Beispiel die Steuerklasse und die Kirchenzugehörigkeit.

Quellen:

  • https://www.praktischarzt.de/arzt/tv-aerzte-tarifvertraege/
  • https://www.marburger-bund.de/bundesverband/tarifvertraege
  • https://approbatio.de/assistenzarzt-gehalt/
  • https://www.medi-karriere.de/medizinische-berufe/assistenzarzt-gehalt/
  • https://www.hartmannbund.de/studierende/berufspolitik/pj-aufwandsentschaedigung/
  • https://approbatio.de/facharztausbildung/weiterbildung-radiologie/
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Veröffentlicht von Medizinio Redaktion am