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Besonderheiten beim mobilen EKG

Bild: Mobiles EKG-Gerät
Mobiles EKG-Gerät für Hausbesuch und Rettungswagen | © Kostastudio / shutterstock.com

Mobile EKG-Geräte messen elektrische Impulse der Herzaktivität über Elektroden, die auf Armen, Beinen und dem Brustkorb angebracht werden. Ein EKG-Rekorder verstärkt diese Signale und macht sie grafisch in Form einer EKG-Kurve sichtbar. Für gewöhnlich lassen sich mobile EKG-Geräte mit weiteren Anwendungen kombinieren.

Im Vergleich zu anderen EKG-Geräten ist die mobile Variante besonders leicht und handlich, um den Transport des Geräts zu ermöglichen. Darüber hinaus sind die EKGs in der Regel besonders benutzerfreundlich gestaltet. So können Einsatzkräfte, Hausärzte und Risikopatienten schnell ein EKG anfertigen. Dabei kommt im Hausgebrauch meist ein 1-Kanal-EKG-Gerät zum Einsatz.

Ein mobiles EKG-Gerät gehört zur Grundausstattung von Rettungswagen, sodass sich die Einsatzkräfte schnell ein Bild vom Zustand eines Herzens machen können. Auch niedergelassene Ärzte haben häufig mobile EKG-Geräte für Hausbesuche in ihrer Tasche. Weiterhin werden besonders handliche Geräte für Langzeit-EKGs eingesetzt. Dabei kommen 3-Kanal-EKG-Geräte, seltener 6-Kanal-EKG-Geräte und am häufigsten 12-Kanal-EKG-Geräte zum Einsatz.

Bild: Tipps für den Medizingeräten-Kauf

Leicht, kompakt und schnell einsetzbar: Diese Eigenschaften zeichnen mobile EKG-Geräte aus. Ebenso wie EKG-Geräte in Arztpraxen oder Krankenhäusern können mobile Geräte für die Messung von Ruhe- und Langzeit-EKGs eingesetzt werden. Preislich liegen die To-Go-Versionen zwischen 1.000 und 6.000 Euro netto. Medizinio vermittelt Ihnen Angebote relevanter Hersteller, wenn Sie am Kauf eines neuen oder gebrauchten EKG-Geräts interessiert sind.

Übliche Kosten im Vergleich

Bild: Arzt berechnet Kosten
Kosten mobiles EKG | © Have a nice day Photo / shutterstock.com

Die Preise für mobile EKG-Geräte variieren stark, da sich die Geräte je nach Anwendungsbereich sehr im Leistungsumfang unterscheiden. So können Sie mit Kosten von 500 bis 5.000 Euro netto rechnen. Während die untere Preiskategorie solide Standard-Geräte umfasst, liegen mobile EKGs mit gehobener, technischer Ausstattung eher im oberen Bereich.

Mobile Tablet-EKGs sind für rund 1.000 bis 2.500 Euro netto erhältlich. Dagegen liegen 1-Kanal-EKG-Geräte für den Hausgebrauch preislich zwischen circa 80 und 400 Euro netto. Neben der Anschaffung des Geräts müssen Sie mit Kosten für Zubehör rechnen. Diese können je nach Bedarf zwischen 50 und 700 Euro netto liegen.

Darüber hinaus müssen Sie in regelmäßigen Abständen mit Wartungskosten für Ihr Gerät rechnen. In der folgenden Tabelle stellen wir Ihnen beispielhaft mobile EKG-Geräte gegenüber und vergleichen diese. Die dargestellten Preise sind dabei Netto-Beträge und als grobe Richtwerte zu verstehen.

Art Preisspanne Ausstattung Beispiel Kosten (neu, mit Einbau)*
Mobiles Ruhe-EKG-Gerät 800 - 5.000 € Basic Biocare iE 6 990 €
Erweitert Fukuda Denshi CaridMax FX-7202 2.300 €
Mobiles Langzeit-EKG-Gerät 900 - 3.000 € Basic Braemer Inc. DL 800 900 €
Gehoben Medical Econet Cardio M Holter 2.700 €
Mobiles Tablet-EKG 1.000 - 2.500 € Erweitert Edan PADECG 1.395 €
Mobiles Gerät für Zuhause 80 - 400 € Basic AliveCor Kardia Mobile 140 €

*Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Mobiles EKG gebraucht kaufen

Der Gebraucht-Markt für Medizintechnik kann echte Schnäppchen bereithalten. So kann es sich lohnen, nach gebrauchten mobilen EKG-Geräten zu suchen. Beim Neukauf können Geräte bis zu 5.000 Euro netto kosten. Als groben Richtwert können Sie mit bis zu 30 Prozent Ersparnis beim Kauf eines gebrauchten Geräts rechnen.

Medizinio hilft Ihnen bei der Suche nach mobilen EKG-Geräten und bietet Ihnen Angebote für einwandfreie Modelle aus zweiter Hand. Weiterhin erhalten Sie bei uns Informationen über aktuelle Trends der Medizintechnik. Mit dem Service von Medizinio setzen Sie auf unser starkes Netzwerk: Gerne vermitteln wir Ihnen zertifizierte Partner, falls Sie Ihr mobiles EKG-Gerät verkaufen möchten.

IoMT - Das Internet der medizinischen Dinge

Das IoMT (Internet of medical things) zu Deutsch “Das Internet der medizinischen Dinge” sammelt Daten und vernetzt verschiedene Geräte und Dienste miteinander. Wie bspw. das Übertragen von gesammelten Daten eines mobilen EKG-Gerätes an einen Arzt. Es kann bei der richtigen Diagnose und der darauf folgenden Behandlung helfen und Zeit sparen. Doch wie bei allen gespeicherten Daten besteht auch hier ein Risiko der Datensicherheit. Da es sich bei Gesundheitsdaten um besonders sensible Daten handelt, sollten diese mit besonderer Vorsicht behandelt werden.

Außerdem mangelt es bei vielen mobilen EKG-Geräten noch an der Sicherheit, sodass im schlimmsten Fall auch Dritte auf die medizinischen Daten zugreifen und sie sogar manipulieren können. 

Nachfolgend ein Überblick über verschiedene Typen von mobilen EKG-Geräten:

Medizintechnik Hersteller Projekt Produkt Preisübersicht
Plethysmographie und Gesundheits-Apps Preventicus Heartbeats Analysiert Pulswellen plethysmographisch über Smartphone-Kamera / Kostenlos im AppStore
EKG-Messung über Armbanduhr Apple 1-Kanal-EKG-Untersuchung per SmartWatch AppleWatch Series 6 ab 418,15€ 
Brustgurte zur EKG-Messung Polar Brustgurt zur EKG-Messung H10 89,95€
EKG über den Daumen AliveCor EKG-Messung mit Daumen, bei Amazon erhältlich KardiaMobile ca. 140 €
KardiaMobile 6L 200€-250€
Datenübertragung in Echtzeit cardiopatrol EKG-Messung von zu Hause, deren Ergebnisse direkt an einen Spezialisten weitergeleitet werden / /
EKG-Pflaster iRhythm EKG-Messsystem mit EKG-Pflaster, hält bis zu 2 Wochen ZIO /
SCREEN-AF Arbeiten ebenfalls mit Hilfe eines EKG-Pflasters / /
EKG für das Smartphone CardioSecur Kleines EKG-Gerät mit hoher Leistung, dessen Bedienung über das Smartphone erfolgt CardioSecur einmalig 169€, monatlich 9,95€

Corona: EKG ohne Praxisbesuch

Die Corona Pandemie hat die Nachfrage nach Behandlungen von zu Hause aus sowie nach kontaktlosen Behandlungen immens gesteigert. Patienten wollen den Gang in Praxen und Kliniken und das damit verbundene höhere Ansteckungsrisiko vermeiden. Es können EKG-Veränderungen im Zusammenhang mit einer SARS-Co-V-2-Infektion entstehen, weswegen kardinale Untersuchungen inklusive eines EKG-Monitorings bei COVID-19 Patienten ratsam sind. Eine gute Alternative wäre hier bspw. ein mobiles EKG-Gerät, welches Risikopatienten ganz einfach selbst bedienen können, um jederzeit ein EKG schreiben zu können.

Die Daten der EKG-Messungen können via App direkt zum Spezialisten weitergeleitet werden. Der Arzt hat anhand der Ergebnisse die Möglichkeit, dem Patienten ein Rezept für die benötigten Medikamente auszustellen oder bei akuten Fällen direkt den Notarzt zu rufen. Auch das kabellose EKG-Gerät hat sich durchgesetzt.

Ein weiteres Beispiel wie man Untersuchungen von Herzrhythmusstörungen ohne Krankenhausaufenthalte ermöglicht, ist der vom kardiologischen Diagnosedienstleister Technomed Ltd. entwickelte “EKG-On-Demand”-Service. Hierbei wird ein mobiles EKG-Gerät per Kurierdienst direkt zum Patienten nach Hause geliefert. Das Gerät kann per Videoanleitung und Handbuch angelegt werden. Außerdem gibt es einen Telefon-Service, der bei Fragen zur Verfügung steht.

EKG-Geräte für Smartphone

Von der Firma CardioSecur gibt es ein EKG-Gerät fürs Smartphone. Hierbei werden 4 Klebeelektroden am Oberkörper befestigt, welche dann mit dem Handy verbunden werden. Über die kostenlose CardioSecur Active App aus dem AppStore können dann die Daten abgelesen werden. Die EKG-Berichte können jederzeit abgerufen und auch mit dem Arzt geteilt werden.

Die Kabel wiegen nur 50g, was das Gerät sehr leicht und portabel macht. Das EKG-Gerät misst 15 Kanäle und kann komplexe Arrhythmien und bedrohliche Durchblutungsstörungen erkennen. Es kostet einmalig 169€ dazu kommen zusätzliche monatliche Kosten von 9,95€.

EKG-Apps

Es gibt mittlerweile viele verschiedene EKG Apps, die für jeden ganz einfach zum Download im AppStore zur Verfügung stehen und so die Kontrolle des Herzrhythmusses vereinfachen. Eine dieser Apps ist bspw. Fibricheck. Die App Fibricheck ist ein CE- und FDA-Zertifiziertes Klasse-IIa-Medizinprodukt und analysiert phlethysmographisch anhand der mit der Smartphone-Kamera erfassten Pulswelle. Die Photoplethysmonographie misst die arterielle Druckkurve, die meist in der Fingerbeere verursacht wird. Die Ergebnisse zeigen keine Detailanalyse an, wie es bei einer EKG-Untersuchung eigentlich üblich ist Es wird jedoch starke Arrhythmie und starker Pulsschlag angezeigt, was die typischen Symptome für Vorhofflimmern sind. Die App hat den Medica-Preis 2018 gewonnen und ist  im AppStore erhältlich.

 

EKG-Brustgurte

Inzwischen gibt es viele verschiedene Anbieter von Brustgurten zur genauen Messung der Herzfrequenz. Ein Beispiel wäre hier der H10 Brustgurt von Polar. Das weiche Material macht es besonders angenehm, den Gurt zu tragen. Er misst über 4 Sensoren durchgehend die Herzfrequenz, welche dann über die kostenlose Polar Beat App angesehen werden. Man kann den H10 mit verschiedenen Sportuhren, Smartwatches, Sportgeräten oder auch Fitness-Apps wie bspw. der App Ritmia verbinden. Die App Ritmia arbeitet mit gewerblich erhältlichen Brustgurten. Sie erkennt die Herzfrequenz sowie Vorhofflimmern und zeichnet diese auf.

EKG-Tattoos

E-Tattoos sind kleine, dünne, dehnbare Tattoos die ganz einfach auf die Haut über dem Herzen aufgeklebt werden. Das Forschungsteam unter Nanshu Lu hat ein E-Tattoo aus Polyvinylidenfluorid, ein leitfähiges Kunstoffmaterial, entwickelt. Das System wird über eine App betrieben, auf der man die Daten ablesen kann. Das Tattoo misst nicht nur ein EKG sondern auch ein SCG, welches zu einer noch besseren Überwachung des Herzens führt. Das Tattoo kann das Herz über mehrere Tage überwachen und stört den Anwender aufgrund seiner Größe nicht im Alltag. Zur Zeit wird an dem Tattoo noch weiter entwickelt und es ist noch nicht auf dem Markt erschienen.

EKG-Pflaster

Ein großer Vorteil von EKG-Pflastern ist es, dass sie über einen längeren Zeitraum getragen werden können und so auch Herzrhythmusstörungen bei Patienten erkennen, die kaum Symptome zeigen.

Das mobile EKG-Gerät iRythm ist ein von der FDA freigegebenes kontinuierliches EKG-Messsystem mit dem ZIO XT EKG-Pflaster, welches bis zu 14 Tage getragen werden kann. Es erkennt unterschiedliche Arten von Herzarrhythmien und zeichnet diese auf. Das Gerät wird zusammen mit der MyZio App verwendet, über die Symptome beim Auftreten Dokumentiert werden. Nach der Anwendung werden die Daten analysiert und an den Arzt weitergeleitet.

Ein weiteres neues EKG-Pflaster gibt es von Glanum Diagnostics. Die Entwicklung wird im Rahmen des Projektes HeartService von der EU finanziell unterstützt. Es ist klein, dünn und wasserdicht. Angebracht wird es ganz einfach auf der Haut und es werden mittels 3 Elektroden Elektrokardiogrammdaten gemessen. Das Pflaster wird eine Woche getragen. Alle gesammelten Daten werden auf dem internen Speichers des Pflasters verarbeitet und gespeichert. Nach einer Woche kann das Pflaster entfernt und zur Auswertung an Glanum Diagnostics geschickt werden. Zurzeit wartet Glanum Diagnostics auf eine CF-Zertifizierung. 

Mit dem Daumen ein EKG erzeugen

Das US-amerikanische Unternehmen AliveCor hat ein neues mobiles EKG Produkt auf den Markt gebracht. Neben dem Vorgängergerät KardiaMobile, welches ein 1-Kanal-EKG aufzeichnen kann, gibt es nun das KardiaMobile 6L. Das 6-Kanal-EKG-Gerät hat 2 Sensoren für die Finger auf der Oberseite sowie einen für das linke Bein auf der Unterseite. Es liefert Messwerte über die EKG-Kanäle I, II, III. aVL, aVR und aVF und wird ganz einfach über eine App bedient. Das Gerät kostet ca. 195 Euro.

EKG-Messung über die Armbanduhr

Apple hat in diesem Jahr nicht nur die Arrhythmie-Erkennung vorgestellt, sondern auch die 1-Kanal-EKG-Untersuchung per SmartWatch. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine App. Diese greift auf kleine Sensoren zurück, die in der Apple Watch integriert wurden.

Dieses kabellose EKG-Gerät ist bereits zertifiziert und ist somit das erste EKG-Gerät ohne externe Elektroden. Der Preis für die AppleWatch liegt bei ca. 400 bis 500 US-Dollar netto. Inzwischen ist die AppleWatch auch auf dem deutschen Technik-Markt erhältlich und findet viel Anklang.

Smartwatches

Smartwatches sind nach wie vor im Trend und werden immer besser. Sie beziehen Informationen über die am Körper angebrachten Sensoren, welche dann ganz leicht über eine App ausgelesen werden können. Die AppleWatch überwacht den Herzschlag durchgehend. Bei Unregelmäßigkeiten wie einem zu hohen oder zu niedrigen Herzschlag oder Vorhofflimmern gibt die Uhr eine Benachrichtigung ab. Bei Verspüren von Symptomen kann in 30 Sekunden jederzeit ein EKG aufgezeichnet werden, dazu muss nur die dazu passende App geöffnet und der Zeigefinger auf die digitale Krone gelegt werden. 

Mittlerweile gibt es verschiedene Hersteller, die Smartwatches mit EKG-Funktion anbieten, bspw. Apple, Samsung und Fitbit.