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Abstract – Intraorale Röntgengeräte: Typen, Kosten und Auswahl
- Intraorale Röntgengeräte erzeugen Einzelzahnaufnahmen (max. 4 Zähne pro Film) und kosten neu ca. 2.000–7.000 € netto, gebraucht ca. 1.500–3.500 € netto – deutlich günstiger als OPG- (17.000–50.000 €) oder DVT-Geräte (50.000–160.000 €).
- Wandmontierte Systeme (z. B. Dentsply Sirona Heliodent Plus, KaVo ProXam iX, Planmeca ProX, orangedental EzRay AIR Wall, Dürr Dental VistaIntra DC, Acteon X-Mind Unity) eignen sich für feste Behandlungsräume; mobile Geräte (orangedental EzRay AIR Portable, Genoray Port-X IV) für Hausbesuche und aufsuchende Zahnmedizin.
- Der Betrieb erfordert eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), eine monatliche Konstanzprüfung nach DIN 6868-5 sowie eine Anzeige der Inbetriebnahme mindestens vier Wochen vor Betriebsbeginn bei der zuständigen Behörde.
- Kaufentscheidend sind Kompatibilität mit der vorhandenen Praxissoftware (PVS), Brennfleckgröße des Röntgentubus sowie laufende Kosten für Wartung und Konstanzprüfung über die Nutzungsdauer.
Inhaltsverzeichnis
Was sind intraorale Röntgengeräte — und wann werden sie statt OPG eingesetzt?
Intraorale Röntgengeräte erzeugen Einzelaufnahmen einzelner Zähne oder kleiner Zahngruppen. Ein Zahnfilm bildet maximal vier Zähne ab. Sie liefern damit die höchste Detailschärfe für Kariesdiagnostik und Parodontalbefunde — allerdings keinen Überblick über den gesamten Kiefer.
Einen Überblick über alle Röntgengerätetypen für die Zahnarztpraxis (inklusive Hersteller und Preise) finden Sie in unserer Geräteübersicht.
Abgrenzung: Intraoral vs. extraoral (Panorama-/Fernröntgen)
Extraorale Systeme wie das OPG-Gerät oder das Fernröntgengerät (Ceph) bilden den gesamten dentomaxillofazialen Komplex ab. Sie dienen der Planung umfassender Behandlungen, etwa vor Implantaten oder in der Kieferorthopädie. Ein intraorales Röntgengerät ersetzt diese Übersichtsaufnahme nicht — beide Verfahren ergänzen sich in der Praxis.
Röntgentubus, Röntgensensor und Bildempfänger als Systemkomponenten
Der Röntgentubus richtet die Strahlung von außen auf den zu untersuchenden Zahn. Der im Mund platzierte Bildempfänger — Röntgensensor oder Speicherfolie — wandelt die Strahlung in ein digitales oder analoges Bild um. Die Brennfleckgröße des Tubus bestimmt dabei maßgeblich die Bildschärfe: Ein kleinerer Fokus liefert eine höhere Detailauflösung.
Welche Bauarten intraoraler Röntgengeräte gibt es?
Praxen wählen zwischen wandmontierten Systemen und mobilen Geräten. Die Entscheidung richtet sich nach Behandlungsraumzahl und Auslastung.
Wandmontiertes System vs. mobiles/tragbares Kleinröntgengerät
Ein wandmontiertes Gerät eignet sich für feste Behandlungsräume mit hoher Aufnahmefrequenz. Ein mobiles Kleinröntgengerät lohnt sich bei wechselnden Einsatzorten, mehreren Behandlungsräumen ohne feste Installation oder bei Hausbesuchen.
Tabelle: Bauart → Einsatzbereich → typische Hersteller
| Hersteller | Produktname | Bauart | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Dentsply Sirona | Heliodent Plus | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, drei Armlängen (M/L/XL), kompatibel mit Film, Speicherfolie und Sensor |
| KaVo | ProXam iX | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, alternativ auch Montage an der Behandlungseinheit möglich |
| Planmeca | ProX | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, Kurz- und Langtubus-Option |
| orangedental | EzRay AIR Wall | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, besonders leichter Röntgenkopf (2,4 kg) |
| EzRay AIR Portable | Mobiles/tragbares Kleinröntgengerät | Hausbesuche, aufsuchende Zahnmedizin, inkl. Stativ | |
| Dürr Dental | VistaIntra DC | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, abgestimmt auf Dürr-Speicherfolien und -Sensoren |
| Acteon | X-Mind Unity | Wandmontiertes System | Fester Behandlungsraum, auch an Wand, Decke oder Behandlungseinheit montierbar |
| Genoray | Port-X IV | Mobiles/tragbares Kleinröntgengerät | Wechselnde Räume, Hausbesuche, Bildübertragung per WLAN an Tablet/PC |
Analog, digital oder Speicherfolie — welche Aufnahmetechnik passt?
Digitale Sensoren liefern das Bild in Echtzeit am Bildschirm und reduzieren die Strahlendosis gegenüber analogen Filmen. Speicherfolien bilden eine technische Zwischenstufe zwischen beiden Systemen.
Umrüstung analoger Bestandsgeräte auf digitalen Sensor
Bestehende analoge Röntgentuben lassen sich häufig mit einem digitalen Sensor nachrüsten, ohne den kompletten Tubus zu ersetzen. Das reduziert die Investitionssumme gegenüber einer Komplettneuanschaffung.
Speicherfolienscanner als Zwischenlösung
Der Speicherfolienscanner digitalisiert Aufnahmen, die zunächst auf einer Speicherfolie belichtet wurden. Diese Lösung eignet sich für Praxen, die den Investitionsaufwand eines vollständigen Sensorsystems zunächst vermeiden wollen.
Was kostet ein intraorales Röntgengerät in der Anschaffung?
Tabelle: Preisspannen Neugerät vs. gebraucht
| Gerätezustand | Preisspanne (netto) | Hinweis |
|---|---|---|
| Neugerät | ca. 2.000–7.000 € | abhängig von Fokusgröße, Digitaltechnik und Softwareanbindung |
| Gebrauchtgerät (geprüft) | ca. 1.500–3.500 € | Kostenvorteil gegenüber Neugerät häufig gering |
Der Röntgensensor wird bei vielen Anbietern separat kalkuliert. Er ist im Grundpreis des Tubus oft nicht enthalten. Zum Vergleich: Ein OPG-Gerät kostet zwischen 17.000 € und 50.000 € netto, ein DVT-Gerät zwischen 50.000 € und 160.000 € netto. Die deutlich niedrigere Investitionsschwelle macht das intraorale Röntgengerät für Praxisgründer meist zur ersten Anschaffung.
Leasing- und Finanzierungsoptionen für Praxisgründer
Praxisgründer finanzieren die Erstausstattung häufig über Leasing oder Investitionskredite. So schonen sie die Liquidität in der Gründungsphase. Welche Konditionen für die individuelle Praxisgröße wirtschaftlich sind, hängt von Umsatzprognose und Eigenkapitalquote ab. Alternativ oder ergänzend lohnt sich ein Blick auf geprüfte gebrauchte Röntgengeräte, die den Kapitalbedarf zusätzlich reduzieren.
Welche Strahlenschutz- und Prüfpflichten gelten beim Betrieb?
Röntgenraum
Vor der Inbetriebnahme steht zunächst die bauliche Umsetzung: Welche baulichen Anforderungen an den Röntgenraum gelten, entscheidet über Genehmigungsfähigkeit und Standortwahl.
Konstanzprüfung nach DIN 6868-5
Die Röntgen-Konstanzprüfung nach DIN 6868-5 stellt sicher, dass die Bildqualität des intraoralen Röntgengeräts über die Nutzungsdauer konstant bleibt. Bei intraoralen Systemen ist sie monatlich durchzuführen und zu dokumentieren.
Fachkunde im Strahlenschutz und Aktenführung nach Strahlenschutzverordnung
Wer ein intraorales Röntgengerät betreibt, benötigt eine Fachkunde im Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Diese Fachkunde muss alle fünf Jahre durch einen Aktualisierungskurs erneuert werden. Die Inbetriebnahme ist der zuständigen Behörde mindestens vier Wochen vorher schriftlich anzuzeigen. Seit Inkrafttreten des Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG) 2019 gilt diese verlängerte Frist statt der vorherigen zwei Wochen. Röntgenbilder und zugehörige Aufzeichnungen sind zehn Jahre nach der letzten Untersuchung aufzubewahren, bei minderjährigen Patienten bis zur Vollendung des 28. Lebensjahres.
Haftungsrisiko: Eine verpasste Anzeigefrist oder eine abgelaufene Fachkunde-Aktualisierung kann bei einer behördlichen Prüfung zur Betriebsuntersagung führen.
Worauf sollten Praxen bei der Kaufentscheidung achten?
Kompatibilität mit vorhandener Praxissoftware/PVS
Der Röntgensensor muss Bilddaten direkt in die vorhandene Zahnarzt-Praxissoftware übertragen können. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Hersteller eine native Anbindung an Ihr PVS anbietet oder ob eine zusätzliche Schnittstellenlösung erforderlich wird.
Checkliste: 6 Kriterien vor dem Kauf
- [ ] Kompatibilität mit vorhandener Praxissoftware und Bildarchivierung
- [ ] Brennfleckgröße des Röntgentubus für ausreichende Bildschärfe
- [ ] Kompatibilität des Sensors mit vorhandenen Bildempfängersystemen
- [ ] Verfügbarkeit von Servicepartnern für Reparatur und Wartung in der Region
- [ ] Laufende Kosten für Konstanzprüfung und Wartung über die Nutzungsdauer
- [ ] Lieferzeit und Einweisung durch den Fachhandel vor Inbetriebnahme
FAQ: Häufige Fragen zu intraoralen Röntgengeräten
Kann ein intraorales Röntgengerät ein OPG-Gerät vollständig ersetzen?
Nein. Ein intraorales Röntgengerät liefert nur Einzelaufnahmen einzelner Zähne, kein Übersichtsbild des Kiefers. Für Implantatplanung, Kieferorthopädie oder umfassende Befunde bleibt ein OPG- oder DVT-Gerät erforderlich. Die meisten Praxen betreiben beide Systeme parallel.
Wie oft muss ein intraorales Röntgengerät technisch überprüft werden?
Die Konstanzprüfung nach DIN 6868-5 ist monatlich durchzuführen. Vor der ersten Inbetriebnahme ist zusätzlich eine Röntgen-Abnahmeprüfung Pflicht. Einzelne Bundesländer schreiben darüber hinaus eine turnusmäßige Sachverständigenprüfung vor. Die genauen Intervalle erfragen Sie bei der zuständigen Landesbehörde.
Lohnt sich ein mobiles Kleinröntgengerät für eine Einzelpraxis?
Für eine Einzelpraxis mit einem festen Behandlungsraum ist ein wandmontiertes System meist wirtschaftlicher und wartungsärmer. Ein mobiles Gerät rechnet sich erst bei mehreren Behandlungsräumen ohne feste Installation oder bei regelmäßigen Einsätzen außerhalb der Praxis.
Ist ein intraorales Röntgengerät dasselbe wie ein Intraoralscanner?
Nein. Ein intraorales Röntgengerät erzeugt mittels Röntgenstrahlung Röntgenaufnahmen einzelner Zähne, etwa zur Kariesdiagnostik. Ein Intraoralscanner arbeitet dagegen rein optisch, ohne Strahlenbelastung, und erstellt ein digitales 3D-Modell des Gebisses als Grundlage für Zahnersatz oder kieferorthopädische Apparaturen. Nach demselben strahlungsfreien Prinzip erfasst ein 3D-Gesichtsscanner für die Zahnmedizin die äußere Gesichtsstruktur des Patienten. Beide Geräte ergänzen sich in der Praxis, ersetzen sich aber nicht.