Schneller Service
Kostenlose Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden
Erfolg durch Erfahrung
Aus über 15.000 Projekten im Jahr wissen wir, worauf es ankommt
Der digitale Marktführer
Unsere Kunden sprechen für uns:
4,9 von 5 Sternen auf Google
Abstract – Speicherfolienscanner: Technik, Kaufkriterien und Kosten
- Ein Speicherfolienscanner digitalisiert die latente Bildinformation einer belichteten Röntgenspeicherfolie (CR-Verfahren) mittels Laser und ersetzt damit die Dunkelkammer-Entwicklung vollständig durch einen digitalen Workflow.
- Kaufentscheidend sind Auslesegeschwindigkeit, Auflösung und Softwareanbindung an das PVS; kompakte Einzelplatzscanner kosten meist 5.000 bis 10.000 Euro netto, Kombigeräte mit OPG-/Ceph-Slot liegen meist knapp unter 10.000 Euro netto.
- Vor Erstinbetriebnahme ist eine Abnahmeprüfung durch Hersteller oder Lieferanten nach § 115 StrlSchV vorgeschrieben; die anschließende Konstanzprüfung erfolgt im Regelfall monatlich und lässt sich bei stabilen Ergebnissen auf drei Monate verlängern, Prüfergebnisse sind fünf Jahre aufzubewahren (§ 116 StrlSchV).
- Für Einzelbehandlungsplätze mit hohem Aufnahmevolumen ist ein Sensor (DR-Verfahren) mit sofortiger Bildverfügbarkeit oft wirtschaftlicher, während Mehrplatzpraxen mit moderatem Volumen je Zimmer meist von einem zentralen Speicherfolienscanner profitieren.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Speicherfolienscanner — und wie funktioniert die Technik?
Der Speicherfolienscanner liest die latente Bildinformation einer zuvor belichteten Röntgenspeicherfolie mittels Laser aus. Er wandelt sie in ein digitales Bild um. Die Speicherfolie selbst besteht aus einer Schicht photostimulierbarer Kristalle (PSP-Technologie). Beim Auftreffen von Röntgenstrahlung heben diese Elektronen in ein metastabiles Energieniveau an. Diese Information bleibt gespeichert, bis der Scanner sie durch Laserabtastung freisetzt.
Der Prozessablauf gliedert sich in drei Schritte: Belichtung der Folie im Patientenmund oder OPG-Gerät, Auslesen im Scanner binnen wenigen Sekunden bis Minuten, anschließendes Löschen der Folie durch intensives Weißlicht im selben Gerät. Die Speicherfolie steht danach unmittelbar für die nächste Aufnahme zur Verfügung. Der klassische Röntgenfilm ist dagegen nur einmalig verwendbar.
Speicherfolien ähneln Zahnfilmen in Format und Handhabung. Das erleichtert den Umstieg von der analogen auf die digitale Diagnostik. Ein Speicherfolienscanner ersetzt damit die Dunkelkammer-Entwicklung vollständig durch einen digitalen Workflow. In der Fachterminologie wird diese Technik als CR-Verfahren (Computerradiographie) bezeichnet, in Abgrenzung zum DR-Verfahren (Direktradiographie) mit digitalem Sensor. Beide Verfahren liefern eine digitale Bildverarbeitung; DR-Systeme erreichen dabei in der Regel eine höhere Bildqualität und kürzere Aufnahmezeiten, benötigen dafür aber keinen separaten Scanschritt.
Speicherfolie vs. Sensor: Welche Technologie passt zur Praxis?
Digitales Röntgen unterscheidet grundsätzlich zwei Bildempfängersysteme: Speicherfolien und Röntgensensoren. Der Sensor erfasst das Strahlenrelief als digitales Signal. Er leitet es per Kabel oder Funk direkt an den Computer weiter — ohne separaten Scanschritt. Die Speicherfolie benötigt dagegen den zusätzlichen Auslesevorgang im Speicherfolienscanner. Dafür bietet sie eine kabellose, flexible Positionierung im Mund, die der gewohnten Zahnfilm-Handhabung entspricht.
Die folgende Tabelle stellt beide Systeme entlang der praxisrelevanten Kriterien gegenüber:
| Kriterium | Speicherfolie + Scanner | Sensor |
|---|---|---|
| Bildverfügbarkeit | Verzögert (Scanvorgang erforderlich) | Sofort am Bildschirm |
| Handhabung im Mund | Flexibel, dünn, kabellos | Starrer, meist kabelgebundener Chip |
| Patientenkomfort | Hoch (folienähnlich) | Geringer bei kleinen Mundhöhlen |
| Investitionskosten | Niedriger je Einzelplatz, laufende Folienkosten | Höher initial, keine Verbrauchsmaterialkosten |
| Haltbarkeit Bildempfänger | Wenige hundert Aufnahmen je Folie | Mehrjährige Nutzung möglich, Bruchrisiko am Kabel |
| Integration Mehrplatzpraxis | Ein Scanner bedient mehrere Behandlungszimmer | Sensor pro Behandlungsplatz erforderlich |
Speicherfolien werden in Formatgrößen Gr. 0 bis Gr. 3 für intraorale Aufnahmen angeboten, dazu in Sonderformaten für OPG-Aufnahmen. Diese Formatgröße ist von der Empfindlichkeitsklasse zu unterscheiden: Letztere beschreibt nach etablierter Systematik (SC 100 bis SC 800), wie viel Strahlendosis ein Bildempfängersystem für eine diagnostisch verwertbare Aufnahme benötigt. Eine höhere Empfindlichkeitsklasse reduziert die Patientendosis, geht aber häufig mit geringerer Auflösung einher.
Tipp: Prüfen Sie vor der Anschaffung, ob der Speicherfolienscanner mehrere Foliengrößen gleichzeitig verarbeiten kann. Das reduziert Wechselzeiten bei OPG- und Einzelzahnaufnahmen im selben Behandlungsablauf.
Welche Kaufkriterien entscheiden bei der Anschaffung?
Die Auslesegeschwindigkeit bestimmt, wie schnell das Bild nach der Belichtung am Bildschirm erscheint. Das wirkt sich direkt auf den Patientendurchlauf aus. Einzelplatzscanner lesen eine Folie typischerweise in wenigen Sekunden bis unter einer Minute aus. Mehrplatzscanner mit höherem Durchsatz eignen sich für Praxen mit mehreren Behandlungszimmern.
Die Auflösung, angegeben in dpi oder Linienpaaren pro Millimeter, bestimmt die diagnostische Bildqualität. Für die Kariesdiagnostik und Endodontie ist eine hohe Ortsauflösung relevant. Übersichtsaufnahmen stellen dagegen geringere Anforderungen.
Die Softwareanbindung entscheidet maßgeblich über den Praxisalltag: Der Speicherfolienscanner muss sich in die vorhandene Zahnarztsoftware integrieren lassen, etwa über Schnittstellen zu Sidexis, VistaSoft oder vergleichbaren Bildarchivierungssystemen. Eine fehlende oder nur rudimentäre Anbindung erzwingt Medienbrüche und zusätzlichen administrativen Aufwand.
Folgende Hersteller sind im deutschen Markt für Speicherfolienscanner etabliert:
| Hersteller | Produktlinie | Marktsegment |
| Dürr Dental | VistaScan (Mini, Combi, Combi Plus) | Einzelplatz bis Mehrplatz |
| KaVo | ProxAM IP | Einzelplatz |
| Planmeca | ProScanner 2.0 | Einzelplatz bis Mehrplatz |
| Soredex (Envista) | Digora Optime | Einzelplatz, auch gebraucht verbreitet |
| Carestream Dental | CS 7600 (Smart Plate) | Einzelplatz bis Mehrplatz |
Was kostet ein Speicherfolienscanner — Neuanschaffung vs. Gebrauchtgerät?
Ein neuer Speicherfolienscanner für den Dentalbereich kostet in der Regel zwischen 5.000 und 12.000 Euro netto. Größere Systeme für die Human- oder Veterinärmedizin können bis zu 20.000 Euro kosten. Die Preise unterscheiden sich je nach Ausführung deutlich:
| Kategorie | Beispielmodelle | Preisspanne (netto) |
|---|---|---|
| Kompakte Intraoral-Scanner (Single-Slot) | Dürr Dental VistaScan Mini View, KaVo eXam One | 5.500–7.500 € |
| Premium-/Kombinationsgeräte (Multi-Slot) | VistaScan Ultra View (Panorama-/Ceph-fähig) | 8.500–12.000 € |
| Gebrauchtgeräte | Ältere, funktionstüchtige Modelle, Ausstellungsstücke | ab ca. 1.500–3.000 € |
Hinweis: Kalkulieren Sie Zubehörkosten mit ein — intraorale Einzelfolien kosten rund 120 Euro, Großfolien für OPG-Aufnahmen schlagen mit 600 bis 1.000 Euro zu Buche.
Der Gebrauchtmarkt für Speicherfolienscanner ist etabliert: Modelle wie der Dürr Dental VistaScan Combi Plus oder der Soredex Digora Optime werden regelmäßig über Gerätebörsen gehandelt. Prüfen Sie bei einer Gebrauchtanschaffung die Ersatzteilversorgung. Bei älteren, auslaufenden Modellen kann diese eingeschränkt sein, was die Reparaturfähigkeit im Schadensfall begrenzt.
Tipp: Lassen Sie sich bei Gebrauchtgeräten die letzte Wartungshistorie sowie eine aktuelle Funktionsprüfung vorlegen, bevor Sie den Kauf abschließen.
Wie integriert sich der Speicherfolienscanner in den Praxisalltag?
Der Speicherfolienscanner überträgt das ausgelesene Bild über das lokale Praxisnetzwerk an eine Arbeitskonsole. Dort werden Kontrast, Ausrichtung und Beschriftung nachbearbeitet. Die Bildarchivierung erfolgt in aller Regel DICOM-konform und wird über die Praxissoftware verwaltet.
Vor der ersten Nutzung ist eine Röntgen-Abnahmeprüfung durch den Hersteller oder Lieferanten gesetzlich vorgeschrieben (§ 115 StrlSchV). Diese Prüfpflicht betrifft das intraorale Röntgengerät oder OPG-Gerät als Gesamtsystem, nicht das Speicherfolien- oder Sensorsystem allein. Sie legt die Bezugswerte für die spätere Röntgen-Konstanzprüfung fest und muss dokumentiert werden. Die anschließende Konstanzprüfung erfolgt im Regelfall monatlich; bei durchgehend stabilen Ergebnissen über drei Monate lässt sich das Intervall auf drei Monate verlängern. Die Prüfergebnisse sind gemäß § 116 StrlSchV fünf Jahre aufzubewahren.
Seit dem 1. Januar 2023 gilt für neu in Betrieb genommene zahnärztliche Röntgeneinrichtungen eine zusätzliche Anforderung: Röntgeneinrichtungen müssen gemäß § 114 Strahlenschutzverordnung über eine Funktion verfügen, die Expositionsparameter elektronisch aufzeichnet und für die Qualitätssicherung elektronisch nutzbar macht. Diese Vorgabe betrifft die Röntgeneinrichtung selbst, nicht das Speicherfolien- oder Sensorsystem als Bildempfänger. Bei der Neuanschaffung eines kompletten Röntgenarbeitsplatzes lohnt sich dennoch die Rückfrage beim Hersteller, ob die Dosisdaten korrekt an die vorhandene Software übermittelt werden.
Haftungsrisiko: Fehlt bei einer nach dem 1. Januar 2023 neu in Betrieb genommenen Röntgeneinrichtung die elektronische Aufzeichnung der Expositionsparameter nach § 114 StrlSchV, drohen Beanstandungen im Rahmen der Röntgen-Konstanzprüfung. Lassen Sie sich die Konformität vor Kaufabschluss schriftlich bestätigen.
Die Speicherfolie selbst hat bei intraoraler Anwendung in einer Schutzhülle nur eine begrenzte Lebensdauer. Je nach Herstellerangabe und Beanspruchung sind wenige hundert Aufnahmen realistisch, bevor Kratzer oder Abnutzung die Bildqualität beeinträchtigen und ein Austausch erforderlich wird. Die Qualitätssicherung nach der QS-Richtlinie verlangt zudem ein zeitnahes Auslesen der Speicherfolie nach der Exposition, um Bildverluste am latenten Bild zu vermeiden.
FAQ: Häufige Fragen zum Speicherfolienscanner
Ist ein Speicherfolienscanner strahlenschutzrechtlich anders zu behandeln als ein Sensor?
Die Qualitätssicherungs-Richtlinie behandelt beide Detektortypen im Grundsatz vergleichbar. Sie stellt einheitliche Anforderungen an die Bildqualität unabhängig vom Bildempfängersystem. Unterschiede ergeben sich in der Praxis vor allem bei den Prüfmethoden der Konstanzprüfung, nicht bei grundsätzlich abweichenden Dosisgrenzwerten.
Wie oft müssen Speicherfolien ausgetauscht werden?
Ein fester Austauschintervall ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Praktisch orientiert sich der Austausch an sichtbaren Qualitätseinbußen im Röntgenbild. Kratzer, Flecken oder Kontrastverlust nach wiederholter Nutzung sind die maßgeblichen Indikatoren.
Lohnt sich der Umstieg von analogem Röntgen direkt auf Sensortechnologie statt Speicherfolie?
Das hängt von der Praxisstruktur ab. Einzelbehandlungsplätze mit hohem Aufnahmevolumen profitieren von der sofortigen Bildverfügbarkeit des Sensors. Praxen mit mehreren Behandlungszimmern und moderatem Aufnahmevolumen je Zimmer erzielen mit einem zentralen Speicherfolienscanner häufig die wirtschaftlichere Lösung, da nicht jeder Platz einen eigenen Sensor benötigt.