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Abstract – OPG-Röntgengerät: Kosten, Kauf und Anbieterwahl
- Ein OPG-Röntgengerät kostet neu netto 17.000 bis 50.000 Euro (Durchschnitt ca. 35.000 Euro), gebraucht 2.500 bis 18.000 Euro; die Wahl zwischen digitalem und analogem Bestandsgerät, Kauf, Leasing (ab ca. 265 Euro/Monat) oder Gebrauchtkauf bestimmt Amortisationsdauer und Liquidität der Praxis.
- Der Betrieb unterliegt dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV): Anzeigepflicht nach § 19 StrlSchG spätestens vier Wochen vor Inbetriebnahme, Konstanzprüfungen nach § 130 StrlSchV im Regelintervall von drei Monaten, sowie erneute Genehmigungspflicht bei Gerätewechsel von analog zu digital.
- Die Abrechnung erfolgt bei Privatpatienten über GOÄ/GOZ 5004 (Regelsatz ca. 42 Euro), bei gesetzlich Versicherten über BEMA Ä935d; die Strahlendosis liegt bei digitalen Geräten bei 10 bis 40 Mikrosievert, bei analogen Bestandsgeräten bei 45 bis 54 Mikrosievert.
- Kaufentscheidend sind neben Praxisgröße auch DICOM-fähige Bildauswertungssoftware und die Frage nach einem FRS-/Ceph-Zusatzmodul, das sich vor allem für Praxen mit kieferorthopädischem Schwerpunkt amortisiert.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein OPG-Röntgengerät — und wofür wird es eingesetzt?
Ein OPG-Röntgengerät erzeugt eine Panoramaschichtaufnahme. Sie bildet Zähne, Kieferknochen und Kiefergelenke in einer einzigen Aufnahme ab. Das Gerät rotiert dabei um den Kopf des Patienten und projiziert die durchlaufende Strahlung auf einen digitalen Sensor oder — bei älteren Bestandsgeräten — auf einen Röntgenfilm. Das Orthopantomogramm-Gerät zählt neben Intraoral- und DVT-Systemen zu den gängigen Röntgengeräten für Zahnarztpraxen.
Zahnärzte setzen die Aufnahme vor prothetischen Versorgungen, bei Weisheitszahn-Diagnostik, zur Parodontose-Kontrolle und in der Kieferchirurgie ein. Im Gegensatz zur intraoralen Einzelzahnaufnahme liefert das OPG einen vollständigen Überblick über beide Kiefer — bei geringerer Strahlendosis pro abgebildeter Fläche. Konkret liegt die Strahlendosis einer digitalen OPG-Aufnahme bei rund 10 bis 40 Mikrosievert, bei analogen Bestandsgeräten bei etwa 45 bis 54 Mikrosievert — zum Vergleich: Das entspricht wenigen Tagen natürlicher Hintergrundstrahlung.
Orthopantomogramm: Definition und diagnostischer Nutzen in der Zahnmedizin
Das Orthopantomogramm bezeichnet die durch das OPG-Gerät erzeugte Panoramaschichtaufnahme selbst. Gerätename und Aufnahmename werden in der Praxis häufig synonym verwendet. Die Aufnahme dient als Übersichtsdiagnostik und ersetzt in vielen Fällen mehrere intraorale Einzelaufnahmen.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten der Aufnahme bei medizinischer Indikation, etwa zur Kontrolle von Weisheitszähnen oder vor einer prothetischen Versorgung. Die Investitionskosten für das Gerät selbst trägt die Praxis.
Abgrenzung: OPG vs. OPG-FRS vs. DVT
Ein reines OPG-Gerät liefert ausschließlich die Panoramaschichtaufnahme. CEPH-Geräte mit FRS-Zusatzmodul (Fernröntgen-Seitenaufnahme) erweitern die Funktion um eine seitliche Schädelaufnahme — relevant für die Kieferorthopädie zur Analyse von Wachstum und Zahnstellung.
Die DVT (Digitale Volumentomographie) unterscheidet sich grundlegend: Sie erzeugt ein dreidimensionales Volumenbild statt einer zweidimensionalen Schichtaufnahme. DVT-Systeme kosten rund 40.000 bis 120.000 Euro netto — deutlich mehr als ein OPG-Gerät — und verursachen eine höhere Strahlendosis. Für die Standarddiagnostik reicht das OPG in der Regel aus. Die DVT lohnt sich bei häufiger Implantologie oder komplexer Kieferchirurgie.
Tipp: Prüfen Sie vor der Anschaffung, wie oft eine 3D-Diagnostik in Ihrer Praxis tatsächlich indiziert wäre — die DVT-Investition amortisiert sich erst bei entsprechender Fallzahl.
Digitales oder analoges OPG — welche Technologie passt zur Praxis?
Digitale OPG-Geräte haben analoge Systeme in der Neuanschaffung nahezu vollständig verdrängt. Sie liefern Aufnahmen unmittelbar am Bildschirm, reduzieren die Strahlendosis für den Patienten und ermöglichen die digitale Archivierung ohne Filmmaterial. Unabhängig von der Gerätewahl bleiben Sie als Praxisinhaber jedoch für einen umfassenden Strahlenschutz von Personal und Patienten verantwortlich. Analoge Geräte sind heute kaum mehr in Zahnarztpraxen vorhanden.
| Kriterium | Digitales OPG | Analoges OPG (Bestand) |
|---|---|---|
| Bildverfügbarkeit | Sofort am Monitor | Filmentwicklung erforderlich |
| Strahlendosis | Niedriger | Höher |
| Archivierung | Digital, platzsparend | Physisch, archivpflichtig |
| Workflow-Integration | Direkte PVS-Anbindung | Manuelle Digitalisierung nötig |
| Nachrüstbarkeit | — | Teilweise mit digitalem Sensor möglich |
Wer ein analoges Bestandsgerät nachrüstet statt neu zu kaufen, spart erheblich: Ein Speicherfolienscanner (Computerradiographie) kostet 5.000 bis 12.500 Euro netto, ein digitaler Röntgensensor (Direktradiographie) 3.000 bis 8.000 Euro netto. Voraussetzung: Das Bestandsgerät ist CE-konform und noch 5 bis 10 Jahre betriebsfähig.
Unabhängig von der Technologie muss der Aufstellort baulichen Strahlenschutzanforderungen genügen — Details zu Bleigleichwerten, Kontrollbereich und Raumplanung finden Sie in unserem separaten Ratgeber zum Röntgenraum.
Strahlenschutzrecht bei Bestandsgeräten und Gerätewechsel
Die frühere Röntgenverordnung ist seit dem 31. Dezember 2018 durch das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) abgelöst. Für den Betrieb eines OPG-Geräts gilt seither: Sie müssen den Betrieb einer Röntgenanlage der zuständigen Behörde nach § 19 StrlSchG spätestens vier Wochen vor Inbetriebnahme schriftlich anzeigen. Je nach Genehmigungspflicht ist zusätzlich eine Sachverständigenprüfung vor Erstinbetriebnahme erforderlich.
Die Umstellung eines analogen Bestandsgeräts auf einen digitalen Bildempfänger gilt strahlenschutzrechtlich als wesentliche Änderung. Sie löst eine erneute Anzeige- oder Genehmigungspflicht aus. Röntgeneinrichtungen, die nach dem 1. Januar 2023 erstmals in Betrieb gehen, benötigen zudem eine Funktion zur elektronischen Aufzeichnung der Expositionsparameter nach § 114 StrlSchV — Bestandsgeräte sind davon ausgenommen. Zusätzlich schreibt § 86 Abs. 2 Nr. 9 StrlSchG in Verbindung mit § 130 StrlSchV regelmäßige Röntgen-Konstanzprüfungen vor. Seit der QS-Richtlinie vom 28. August 2024 gilt bei digitalen Geräten ein Prüfintervall von drei Monaten als Regelfall, sofern die drei vorangegangenen monatlichen Prüfungen fehlerfrei waren.
Auch die Außerbetriebnahme eines Altgeräts ist strahlenschutzrechtlich relevant: Melden Sie das Gerät mit Angabe der Seriennummer beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt ab. Die fachgerechte Demontage kostet praxisüblich 500 bis 1.500 Euro netto.
Haftungsrisiko: Ein Gerätewechsel ohne fristgerechte Anzeige nach § 19 StrlSchG kann den Betrieb der Anlage formal rechtswidrig machen. Klären Sie die Anzeigepflicht vor der Lieferung mit der zuständigen Aufsichtsbehörde.
Was kostet ein OPG-Röntgengerät?
Ein neues OPG-Gerät kostet netto zwischen 17.000 und 50.000 Euro, im Marktdurchschnitt rund 35.000 Euro. Zum Vergleich: Ein intraorales Kleinröntgengerät liegt bei 2.000 bis 7.000 Euro netto, ein DVT-System bei 40.000 bis 120.000 Euro.
Wer ein gebrauchtes Röntgengerät erwägt, spart typischerweise 20 bis 40 Prozent gegenüber dem Neupreis: Ein gebrauchtes OPG kostet etwa 2.500 bis 18.000 Euro, ein gebrauchtes DVT 13.000 bis 45.000 Euro — abhängig von Baujahr, Zustand und Restnutzungsdauer.
| Gerätetyp | Preisspanne (netto) | Anwendungsschwerpunkt |
|---|---|---|
| Intraoral-Kleinröntgengerät | 2.000 – 7.000 € | Einzelzahnaufnahmen |
| OPG-Gerät (Neugerät) | 17.000 – 50.000 € | Panorama-/Übersichtsdiagnostik |
| OPG-Gerät mit FRS-Modul | Aufpreis zum Basisgerät | Zusätzlich Kieferorthopädie |
| OPG-Gerät (gebraucht) | 2.500 – 18.000 € | Je nach Baujahr und Zustand |
| DVT-System (Neugerät) | ca. 40.000 – 120.000 € | 3D-Implantologie, Kieferchirurgie |
| DVT-System (gebraucht) | 13.000 – 45.000 € | Je nach Baujahr und Zustand |
Hinzu kommen laufende Kosten: Wartung, Konstanzprüfungen und die Betreuung durch die zahnärztliche Röntgenstelle summieren sich praxisüblich auf 2.000 bis 5.000 Euro jährlich.
Einflussfaktoren: Hersteller, Zusatzfunktionen, Praxisgröße
Der Endpreis eines OPG-Geräts hängt von mehreren Faktoren ab. Der Hersteller bestimmt die Preisbasis — etablierte Marken wie Dentsply Sirona, Vatech oder Genoray positionieren sich unterschiedlich im Preissegment. Zusatzfunktionen wie ein FRS-Modul oder eine Ceph-Option erhöhen den Anschaffungspreis spürbar. Die Praxisgröße beeinflusst indirekt die Wahl: Eine hohe Patientenfrequenz rechtfertigt Geräte mit kürzeren Aufnahmezeiten und höherer Auflösung.
Für eine kleine Praxis mit geringem Patientenaufkommen reicht ein Basismodell ohne Zusatzfunktionen meist aus — die Investition amortisiert sich schneller, wenn Anschaffungskosten und tatsächlicher Bedarf zusammenpassen. Praxen mit hoher Implantologie- oder KFO-Quote profitieren dagegen eher von einem Gerät mit FRS- oder Ceph-Option, da sich der Aufpreis über die zusätzlichen Abrechnungsmöglichkeiten refinanziert.
Auch die Software zur Bildauswertung beeinflusst die Kaufentscheidung: Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Gerät eine offene DICOM-Schnittstelle bietet und sich direkt in Ihre bestehende Dental-Software integrieren lässt — eine proprietäre Insellösung erschwert später den Praxissoftware-Wechsel oder die Anbindung weiterer Diagnostikgeräte.
Kaufen, leasen oder gebraucht erwerben — welches Finanzierungsmodell rechnet sich?
Die Finanzierungsentscheidung wirkt sich unmittelbar auf Liquidität und Bilanz der Praxis aus. Ein Direktkauf bindet Eigenkapital oder erfordert einen Investitionskredit. Er ermöglicht dafür die volle Abschreibung und langfristig den geringsten Gesamtaufwand. Wenn Sie ein Röntgengerät leasen, schont dies ihre Liquidität und hält die monatliche Belastung planbar, verursacht über die Laufzeit jedoch meist höhere Gesamtkosten als der Kauf. Am Markt finden sich OPG-Leasingangebote bereits ab rund 265 Euro monatlich, abhängig von Gerätetyp und Laufzeit.
Vor- und Nachteile von Leasing gegenüber Direktkauf
Leasing eignet sich besonders für Neugründer mit begrenztem Eigenkapital und für Praxen, die technologisch regelmäßig auf dem neuesten Stand bleiben wollen. Nach Vertragsende folgt häufig ein Anschlussleasing mit aktuellerem Gerät. Der Direktkauf lohnt sich für etablierte Praxen mit stabiler Liquidität: Sie profitieren von der vollen steuerlichen Abschreibung und tragen keine laufende Zinsbelastung.
Worauf bei gebrauchten OPG-Geräten zu achten ist
Ein gebrauchtes OPG-Gerät reduziert die Investitionssumme erheblich, verlangt jedoch eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf. Achten Sie auf das Baujahr, die verbleibende Restnutzungsdauer sowie ein gültiges Prüfsiegel der zuständigen zahnärztlichen Röntgenstelle. Fehlt eine gültige Röntgen-Abnahmeprüfung nach Strahlenschutzrecht, wird das Gerät vor der Inbetriebnahme neu prüfungspflichtig — kalkulieren Sie diesen Aufwand realistisch mit ein.
Tipp: Verlangen Sie beim Gebrauchtkauf die vollständige Prüfhistorie inklusive letzter Konstanzprüfung — ohne diese Dokumentation lässt sich der technische Zustand kaum belastbar einschätzen.
Welche Anbieter und Hersteller sind für Zahnarztpraxen relevant?
Der Markt für OPG-Röntgengeräte umfasst etablierte Hersteller wie Dentsply Sirona, Vatech, Genoray, KaVo, Dexis, Dürr Dental, orangedental, Planmeca und Morita sowie spezialisierte Fachhändler, die sowohl Neu- als auch Gebrauchtgeräte anbieten. Neugeräte beziehen Praxen in der Regel direkt über Hersteller oder autorisierte Fachhändler. Für Gebrauchtgeräte haben sich dentale Gerätebörsen etabliert.
| Anbietertyp | Beispiele | Besonderheit |
|---|---|---|
| Hersteller | Sirona, Vatech, Genoray, KaVo, Dexis, Dürr Dental, orangedental, Planmeca, Morita | Vollservice, Garantie, Einweisung |
| Fachhändler | Regionale Dentaldepots | Beratung, Vor-Ort-Service |
| Gerätebörsen | Online-Marktplätze für Dentaltechnik | Gebraucht- und Ausstellungsgeräte |
Bedeutung von Service, Wartung und Ersatzteilverfügbarkeit bei der Anbieterwahl
Die Anbieterwahl entscheidet über die Ausfallsicherheit im Praxisalltag. Ein OPG-Gerät ohne verfügbaren Vor-Ort-Service verursacht bei einem Defekt Behandlungsausfälle — das wirkt sich direkt auf den Praxisertrag aus. Prüfen Sie vor dem Kauf die Reaktionszeit des Kundendienstes, die regionale Verfügbarkeit von Technikern für die Röntgengerät Reparatur und Wartung sowie die langfristige Ersatzteilversorgung, insbesondere bei Herstellern mit kleinerem Marktanteil in Deutschland. Einzelne Anbieter offerieren mittlerweile Wartungsabos mit monatlicher Pauschale: Sie bündeln Fernwartung, Ersatzteilbereitstellung und regelmäßige Konstanzprüfungen — eine Alternative zur klassischen Einzelabrechnung je Service-Einsatz.
FAQ: Häufige Fragen zum OPG-Röntgengerät
Wie lange dauert die Anschaffung von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme?
Bei Neugeräten liegt die Lieferzeit üblicherweise zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten, abhängig von Hersteller und Verfügbarkeit. Hinzu kommen Installation, Einweisung und die strahlenschutzrechtliche Anzeige nach § 19 StrlSchG. Diese muss mindestens vier Wochen vor Betriebsbeginn erfolgen. Planen Sie den Gesamtprozess mit ausreichendem zeitlichem Vorlauf.
Welche Abrechnungsziffern sind mit einer OPG-Aufnahme verbunden?
Bei Privatpatienten liquidieren Sie die Panoramaschichtaufnahme nach GOÄ/GOZ 5004 — beim Regelsatz (Faktor 2,3) entspricht das aktuell rund 42 Euro. Bei gesetzlich Versicherten rechnen Sie über BEMA Ä935d ab, sofern die medizinische Indikation vorliegt, etwa zur Kontrolle von Weisheitszähnen oder vor prothetischen Versorgungen.
Ist eine Aktualisierung der strahlenschutzrechtlichen Genehmigung bei einem Gerätewechsel notwendig?
Ja. Der Austausch eines Röntgengeräts — insbesondere der Wechsel von analog zu digital — gilt als wesentliche Änderung im Sinne des Strahlenschutzrechts. Er erfordert eine erneute Anzeige oder Genehmigung bei der zuständigen Behörde. Klären Sie diesen Schritt vor der Bestellung, um Verzögerungen bei der Inbetriebnahme zu vermeiden.