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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Gründung und Praxisfinanzierung

Eine Niederlassung ist für viele Ärzte ein großer Schritt in Richtung einer höheren Lebensqualität mit mehr Autonomie und Selbstbestimmung. Doch wie finanziert sich solch ein Projekt? Tatsächlich wird die Finanzierung einer Arztpraxis laut apoBank häufig überschätzt. Denn solch ein großes Hindernis stellt diese in der Regel überhaupt nicht dar.

Der Grund dafür ist das geringe wirtschaftliche Risiko einer Niederlassung als Humanmediziner. Als Grundlage für einen Kredit wird von der Bank eine Mindestumsatzkalkulation angefertigt. Diese ist aufgrund der gut einzuschätzenden Marktlage fast immer zutreffend. Somit sind auch die Kredithöhe, Tilgungsraten und der Tilgungszeitraum gut zu bestimmen.

Der größte Risikofaktor beim Kauf eines KV-Sitzes ist der Standort. Doch auch hier weiß die apoBank eine Lösung. So werden vor jeder Praxiseröffnung Standortanalysen durchgeführt, die die Bevölkerungsstruktur, den Konkurrenzdruck durch andere Praxen sowie die regionale Kaufkraft unter die Lupe nehmen. Im Zweifelsfall kann dann von einer Niederlassung an einem bestimmten Standort abgeraten werden.

Bild: Tipps für den Medizingeräten-Kauf

Die Übernahme einer Einzelpraxis in einer Großstadt ist im Schnitt 47 Prozent teurer als auf dem Land. Im Verhältnis zu einer Kleinstadt ist die Praxisübernahme in einer Großstadt immerhin noch 33 Prozent teurer. Zum Vergleich: Ein Kunde der apoBank zahlt für seine Hausarztpraxis in Sachsen-Anhalt gerade einmal 78.600 Euro netto, wohingegen sich die Kosten in Nordrhein in der Spitze auf 160.000 Euro netto summierten.

Möglichkeiten der Praxis-Gründung

Wenn ein Arzt eine Praxisgründung anstrebt und sich niederlassen möchte, steht er vor der Entscheidung, welche Niederlassungsoption er wählt. Bei der Praxisgründung lassen sich die meisten Ärzte immer noch in einer Einzelpraxis nieder, jedoch wird eine Praxisneugründung einer Einzelpraxis immer schwieriger, weil es in vielen Gebieten Zulassungsbeschränkungen gibt.

Deswegen entscheiden sich viele Ärzte bei der Praxisgründung für die Option der Praxisübernahme. Neben diesen beiden Niederlassungsoptionen gibt es bei der Gründung einer Praxis aber noch eine dritte Option: Die Niederlassung in einer Gemeinschaftspraxis (BAG). Bei der Praxisgründung einer Gemeinschaftspraxis treffen Ärzte allerdings ihre Entscheidungen nicht alleine, sondern mit dem Partner zusammen.

Wer das nicht möchte, kann bei einer Praxisgründung die Option einer Praxisgemeinschaft wählen. Diese ermöglicht es dem Arzt selbständig zu sein, aber sich trotzdem die Kosten bei der Praxisgründung zu teilen. Sind sich junge Ärzte nach dem Facharzt noch unsicher und wollen nicht auf eigenen Füßen stehen, dann wäre ein medizininsches Versorgungszentrum MVZ vielleicht die richtige Option. Hier kooperieren im Schnitt drei bis fünf Ärzte fachübergreifend miteinander und teilen sich die Räumlichkeiten, Personal, Medizintechnik und die Kosten.

Praxis-Neugründung: So gründen Sie die eigene Praxis

Bild: Ein Arzt bei der Praxis-Übernahme
Eine neue Praxis gehört gut geplant | © Stokkete / shutterstock.com

Bei einer Praxisneugründung ist die Planung das A und O. Vor der Praxisgründung sollten Ärzte schon an Praxisgründungsseminaren teilnehmen und sich umfangreich informieren. Ist die Existenzgründung gut geplant, steht einer gelungenen Neugründung der eigenen Arztpraxis nichts mehr im Wege und man vermeidet unvorhergesehene Überraschungen.

Bei der Praxisgründung sollten Ärzte sich überlegen, welche Praxisausstattung sinnvoll und wichtig für die zukünftigen Behandlungen ist und welche medizintechnischen Geräte zu einem späteren Zeitpunkt gekauft werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Praxisgründung ist der Standort.

Vor der Praxisgründung ist die Durchführung einer Standortanalyse sehr sinnvoll und erleichtert den Ärzten die Suche nach dem richtigen Ort für die neue Praxis. Natürlich sollten sich Ärzte vor der Neugründung Gedanken darüber machen, wie sie sich niederlassen wollen und ob sie eine Privatpraxis oder eine kassenärztliche Praxis gründen wollen. Bei den beiden Optionen der Praxisgründung gibt es erhebliche Unterschiede.

Praxis-Art Vorteile Nachteile
Privat-Praxis Keine Beschärnkung durch die gesetzliche Krankenkasse (z.B. beim Budget) Keine Garantie für Zulassung als Vertragsarzt
Arbeitszeit und Patientenstamm kann indiivudell ausgewählt werden Benötigt einen Patientenstamm
Erhält in der Regel eine höhere Bezahlung für die erbrachte Leistung als der Kassenarzt Hohe Dynamik bei der Vergütung von Leistungen
Meistens spezialisierte Fachärzte Gefahr der Arbeitslosigkeit bei fehlenden Patienten
Kassenärztliche Praxis Patientenstamm ist eine Mischung aus Privat- und Kassenärztlichen-Patienten Nur geringe Kopfpauschalen für die Behandlung
Patientenaquise nicht notwendig (Immer volles Wartezimmer) Nacht- und Wochenenddienste sind keine Seltenheit
Die Behandlung wird finanziell größtenteils von der Krankenkasse getragen (Garantie über Honorar) Honorar niedriger trotz gleicher Leistung
Erste Anlaufstelle bei Krankheiten Patienten werden am Fließband abgearbeitet

Praxis-Übernahme: So übernehmen Sie eine Arztpraxis

Bild: Der Empfang in einer Arzt-Praxis
Auch das Personal wird oft mit übernommen | © Evgeny Atamanenko / shutterstock.com

Wie bei allen Formen der Praxisgründung ist auch bei der Praxisübernahme die Planung unumgänglich. Ein Arzt, der im Rahmen der Praxisgründung eine schon bestehende Praxis übernehmen möchte, sollte sich zuerst überlegen, ob er auf dem Land oder in der Stadt praktizieren möchte. Die Praxisübernahme ist bei Humanmedizinern die beliebteste Option der Praxisgründung.

Informieren Sie sich unabhängig und nehmen Sie sich einen Praxisberater zur Seite, der Ihnen bei der Auswahl der richtigen Praxis behilflich sein kann. Der Praxisberater berät Sie ausreichend, die Entscheidung treffen Sie jedoch alleine. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit bei der Suche nach der eigenen Praxis und erstellen Sie einen Businessplan und Finanzplan.

Sind Sie noch bei einem Arbeitgeber angestellt, besprechen Sie Ihr Vorhaben mit diesem und beachten Sie die Kündigungsfrist. Es gibt einige Förderungsmittel, die bei einer Praxisübernahme beantragt werden können. Beachten Sie auch die Zulassungsvoraussetzungen und den Eintrag in der Warteliste. Praxisbörsen helfen bei der Suche nach der passenden neuen Praxis.

Mit Praxisbörsen den richtigen KV-Sitz finden

Für eine Niederlassung als Arzt bedarf es einer geeigneten Praxis. Aufgrund der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen ist es häufig nur möglich eine bestehende Praxis und damit auch den KV-Sitz, zu übernehmen. Bei der Suche nach einer frei werdenden Praxis können sich Praxisbörsen im Internet als sehr praktisch erweisen. Ähnlich wie bei Portalen für Autos, Wohnungen oder Häuser werden auf Praxisbörsen Arztpraxen inseriert.

Wenn Ärzte im Rahmen der Praxisgründung eine Praxis übernehmen wollen, können sie sich bei einer Praxisbörse registrieren und eine passende Arztpraxis finden. Praxisbörsen helfen während der Praxisgründung aber nicht nur bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, sondern auch bei der Suche nach Personal, Weiterbildungen, Inventar und medizintechnischen Geräten.

Hierbei gibt es viele verschiedene Anbieter, denn viele Unternehmen möchten ein Stück von dem Kuchen der Praxisübernahmen abbekommen. Praxisbörsen sind nämlich keinesfalls kostenlos. Die Gebühren bemessen sich entweder als Prozentsatz des Verkaufswertes bei einer erfolgreichen Praxisübernahme, oder es wird pro eingestelltem Inserat gezahlt. In der folgenden Tabelle haben wir Praxisbörsen für Sie verglichen und weitere Informationen zum Thema für Sie aufbereitet.

Praxisbörse Besonderheiten Preis*
apoBank Praxis- und Apothekenbörse
Marktführer und Größte Praxisbörse in Deutschland
Vermittlungsgebühr bei unterschiebenem Kaufvertrag: 3% des Kaufpreises für den Käufer und 1% des Verkaufserlöses für den Verkäufer
Bundesweite Suche sowie die Eingrenzung auf bestimmte Gebiete möglich Entfällt bei direkter Finanzierung über die apoBank
Landarztbörse Praxisbörse von Ärzten für Ärzte innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz Noch kostenfrei, es sollen jedoch Gebühren eingeführt werden
Auch Börse für: Ärztestellen Weiterbildungsassistenten Praxisvertretung
KVB: Praxisbörsen der KVen Regionale Suche im Gebiet der jeweiligen KV Individuelle Preise der jeweiligen KV
Praxisboerse.de Deutschlandweite Praxisbörse der AXA-Versicherung Bei erfolgreicher Vermittlung: 3% zzgl. MwSt. für einen Kauf- bzw. Kooperationsvertrag, 3 Monatsmieten für einen Mietvertrag, 2.000 € für einen Arbeitsvertrag (Mindestens: 1.500 €)
Praxisbörse24.de Praxisbörse des MedicusVerband (CH) Kosten fallen nur für Inserate an Basiseintrag an
Deutschlandweite Suche 1 Monat: 99 €,Kompletteintrag 3 Monate: 197 €
KVBörse Nur für die Gebiete der KVNO und KVWL (Nordrhein und Westfalen-Lippe) 60 - 240 € pro Anzeige
Bietet auch Börse für: Immobilien, Personal, Weiterbildungsassistenten, Geräte und Inventar Kostenlos für Mitglieder der KVNO und KVWL und bei der Praxissuche im Gebiet der KVNO und KVWL
M&C Praxisbörse Beratungsfirma für Ärzte, die auch eine Praxisbörse für die Bundesländer Bayern und Sachsen betreibt k.A.
MLP Finanzberatungsfirma, die auch eine Praxisbörse betreibt 3 - 6 % des Verkaufspreises zzgl. MwSt.
Deutsche Bank PraxisBörse Die Inserate werden von der Firma REBMANN RESEARCH GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt und nicht von der Bank geprüft k.A.
Erbacher Praxisbörse Deutschlandweite Praxisbörse der Erbacher AG 3 % des Kaufpreises oder 3 Monatspachtbeträgen oder 3 Monatskaltmieten
Schwerpunkt auf Zahnärzte Mindestens  5.000 €, alle Zahlungen zzgl. MwSt.

*Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Praxisplanung beim Eröffnen der Arzt-Praxis

Wer eine Praxis kauft oder über eine Praxisneugründung nachdenkt, trägt ein hohes finanzielles Risiko. Denn auch die Praxiseinrichtung und -ausstattung schlagen kräftig zu Buche. Hier finden Sie umfassende Informationen rund um die Praxis-Einrichtung.

Deshalb ist die Anfertigung eines Businessplans zu empfehlen und für Bankgespräche unerlässlich. Um den Arzt bei der Planung zu unterstützen, gibt es verschiedene Checklisten und Informationsangebote, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

Checklisten Anbieter Vorteile Nachteile
Medizinio Businessplan genau auf die Gründung / Übernahme einer Praxis abgestimmt keine
Alle Schritte und Sachverhalte ausführlich und verständlich erklärt
Auf den Punkt: Nur das, was Sie für Ihre Praxis brauchen
Ausführliche Erklärungen und Listen für einen vollständigen Businessplan inkl. Finanzplan
Existenzgründer.de Angebot des Ministeriums für Wirtschaft und Energie Unübersichtlich durch das große Angebot
Umfassende Informationen rund um die Existenzgründung Nicht explizit für Mediziner
apoBank Checklisten rund um die Praxisgründung, z.B. auch zur Praxisbesichtigung Unübersichtliche Gestaltung
Keine Erklärungen zum Businessplan
Checklisten dienen lediglich der Orientierung
Deutsche Bank Breites Angebot für die Praxisgründung, für etablierte Praxen und für die Praxisnachfolge Unübersichtliche Gestaltung
Keine Erklärungen zum Businessplan
Checklisten zum Finanzplan nicht vollständig

Kosten einer Praxiseröffnung

Bild: Kostenkalkulation einer Arztpraxis
Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab | © Bannasak Krodkeaw / shutterstock.com

Die Praxis-Übernahme einer Einzelpraxis ist die häufigste Form der Niederlassung in Deutschland. Sie ist außerdem oft die kostengünstigste Variante, denn anders als bei der Neugründung einer Einzelpraxis können Ärzte bei der Übernahme die Praxisausstattung und die Medizintechnik zu einem bestimmten Preis übernehmen und müssen diese nicht neu kaufen. Dementsprechend belaufen sich die Kosten auf etwa 80.000 bis 450.000 Euro netto.

Bei den Kosten einer Praxisneugründung spielen viele Faktoren ein Rolle: Zum einen müssen Räumlichkeiten gefunden und angemietet bzw. gekauft werden. Bei den Mieträumen muss im Vorfeld geklärt werden, ob diese zweckentfremdet werden dürfen. Des Weiteren müssen Sie, bevor Sie die Arztpraxis eröffnen, Praxiseinrichtung und Medizintechnik kaufen.

Die Neugründung einer Tierarztpraxis kostet im Schnitt ca. 80.000 Euro netto. Die Gründung einer Zahnarztpraxis ist meistens am kostenintensivsten, weil die Medizintechnik der Zahnärzte im Schnitt am teuersten ist. Allein ein OPG-Gerät kostet zum Beispiel zwischen 20.000 und 45.000 Euro netto. Für die Praxisneugründung müssen Zahnärzte also mit Kosten von etwa 450.000 Euro netto rechnen. Bei Humanmedizinern richtet sich die Summe der Kosten vor allem nach dem Fachbereich.

Fachgruppe Kostenübersicht Neugründung* Kostenübersicht Praxis-Übernahme*
Humanmediziner ca. 130.000 € ca. 150.000 €
Zahnärzte ca. 450.000 € ca. 320.000 €
Tierärzte ca. 80.000 € ca. 80.000 €
Praxis für Allgemeinmedizin ca. 100.000 € ca. 120.000 €

*Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Praxisübernahme oder Praxisneugründung: Vorteile und Nachteile

Bei der Praxiseröffnung einer Einzelpraxis hat der Arzt die Wahl zwischen einer Praxisübernahme und einer Praxisneugründung. Eine Praxisübernahme bedeutet, eine bestehende Arztpraxis zu kaufen und den KV-Sitz, die Einrichtung, die Medizintechnik und ggf. das Personal zu übernehmen.

Bei der Praxisneugründung ist die Planung ein wesentlicher Bestandteil, denn bei dieser Form der Existenzgründung muss die Zulassung beantragt, der Standort selbst gewählt und die Praxisausstattung neu angeschafft werden. Beide Niederlassungsoptionen haben sowohl ihre Vorteile als auch ihre Nachteile. Die wichtigsten Punkte finden Sie hier:

Vergleich Praxisübernahme Praxisneugründung
Vorteile Übernahme von Medizintechnik und Materialien möglich Standort frei wählbar
Kundenstamm bereits vorhanden Planung und Einrichtung nach eigenen Vorstellungen
Eingespieltes Praxisteam
Nachteile Kompromisse bei Standort, Raumplanung und Einrichtung Ausstattung und Räumlichkeiten sehr kostenintensiv
Einige Leistungen könnten nicht benötigt
werden, da der Kundenstamm zu alt oder zu jung
Zulassungsbeschränkung
Kein vorhandener Kundenstamm
Kompromisse bei Standort und Räumlichkeiten

Finanzplan für die Arzt-Praxis erstellen

Bild: Finanzplan einer Arztpraxis
Der Finanzplan ist der wichtigste Teil des Businessplans | © ssguy / shutterstock.com

Der Finanzplan ist der wichtigste Teil des Businessplans. Hier führen Sie alle Informationen auf, die die Finanzierung und die Wirtschaftlichkeit Ihrer Arztpraxis betreffen. Das ist nicht nur für potentielle Kreditgeber relevant. Auch Sie können prüfen, ob die geplante Praxis profitabel ist und in welchem Umfang sich Gewinne erwirtschaften lassen.

Da der Erfolg der Niederlassung wesentlich von wirtschaftlichen Faktoren abhängt, ist ein Griff in die betriebswirtschaftliche Trickkiste eine gute Idee. Unabhängig davon, ob die Praxisgründung mit eigenen Mitteln oder durch einen Kredit finanziert wird, empfiehlt es sich immer das Geschäftsmodell sorgfältig zu planen. Hierfür eignet sich ein sogenannter Businessplan.

Dieser ist außerdem im Gespräch mit einer Bank notwendig, um den genauen Finanzierungsbedarf sowie die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens darzustellen. Nachdem alle Informationen und Details zusammengestellt wurden, kann dem Businessplan optimaler Weise noch eine Zusammenfassung im Sinne einer kurzen Vorausschau vorangestellt werden. An dieser Stelle können möglichst knackig die Geschäftsidee, die wichtigsten Erfolgs- und Risikofaktoren sowie die Ziele für die ersten Jahre präsentiert werden.

Bild: Tipps für den Medizingeräten-Kauf

Der Finanzplan setzt sich aus mehreren Dokumenten zusammen und umfasst: Kapitalbedarfsplan, Finanzierungsplan, Sicherheitenübersicht, Rentabilitätsplan, Liquiditätsplan. Kapitalbedarfsplan. Hier können Sie kostenlose Angebote für die Finanzierung Ihrer Arzt-Praxis einholen. Unsere Partner vermitteln Ihnen individuell zugeschnittene Finanzierungsangebote für die Praxisgründung oder Praxisübernahme.

Kapitalbedarfsplan - die Berechnung des Startkapitals

Bild: Ein Arzt bei der Berechnung des Kapitalbedarfsplan
Der Kapitalbedarfsplan berechnet das Startkapital | © smolaw / shutterstock.com

Im Kapitalbedarfsplan ermitteln Sie, wie viel Startkapital Sie insgesamt für Ihre Praxisgründung in der Anlaufphase benötigen. Dabei wird der Zeitraum bis zum ersten Geldeingang aus selbst generierten Umsätzen bezeichnet. Wann das ist, muss gesondert berechnet werden. Ein Zeitraum von bis zu sechs Monaten ist in der Regel realistisch.

Die Berechnung des Startkapitals ist in jedem Fall wichtig, egal ob Sie die Niederlassung aus privaten Mitteln finanzieren oder ob ein Kredit aufgenommen wird. Weiterhin empfiehlt es sich, das benötigte Kapital konservativ zu ermitteln, um einen genügend großen Puffer zu haben, falls in der Anlaufphase unvorhergesehene Kosten entstehen.

Ein Kosten-Beispiel: Ein Teil der Kosten entsteht durch Verbrauchsmaterialien wie Verbandsmaterial, Spritzen, Kanülen, Desinfektionsmittel und Materialien für die Blutentnahme und das Labor. Dieser Kostenanteil wird mit ca. 20 Prozent berechnet. Neben diesen Kosten kommen noch die Personalkosten hinzu, diese liegen bei ca. 25 Prozent der Gesamtkosten. Die Miete für die Praxis nimmt nur ca. 4 Prozent aller Kosten ein. Sonstige Kosten mit ca. 10 Prozent und Abschreibungen mit ca. 3 Prozent kommen noch dazu. 38 Prozent der Einnahmen einer Arztpraxis machen schließlich den Gewinn aus.

Berechnung des privaten Finanzbedarfs

Um das Startkapital zu ermitteln, benötigen Sie auch einen Wert für den Unternehmerlohn. Also den Betrag, der Ihnen als Arzt in einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis als „Gehalt“ ausgezahlt wird. Diesen können Sie abhängig von Ihrem privaten Finanzbedarf ermitteln. Hierfür werden die monatlichen Ausgaben aufgelistet, die anfallen, um den privaten Lebensunterhalt zu bestreiten.

Hierbei sollte so großzügig wie nötig und so sparsam wie nötig gerechnet werden, um einen realistischen Betrag zu ermitteln. Der Unternehmerlohn ist eine rein kalkulatorische Größe. Als Inhaber einer Einzelpraxis erhalten Sie den gesamten Gewinn (nach dem Abzug der Tilgungsraten für Kredite).

Kredit bei Praxisübernahme und Praxisgründung

Bild: Ärztin mit Kreditkarte (Finanzierung)
Mit der Hilfe eines Bank-Kredits zur neuen Praxis | © ViDi Studio / shutterstock.com

Bei der Finanzierung einer Praxisübernahme oder Praxisgründung ist eine kompetente Beratung unerlässlich - zu vielfältig sind die Optionen für einen Kredit. Auch die private Lebenssituation sollte im Gespräch mit der Bank mit in Betracht gezogen werden. Rund 90 Prozent der Gründer planen neben der Niederlassung auch den Bau eines Eigenheims.

Mit einer klugen Herangehensweise kann also viel Geld gespart werden. Zinsen für den Praxiskredit können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, ein Hypothekendarlehen für die eigenen vier Wände hingegen nicht. Daher kann eventuell bereits angespartes Eigenkapital besser für den Haus- oder Wohnungskauf eingesetzt werden. Sollte kein Eigenkapital vorhanden sein, ist das jedoch auch kein Problem.

Etwa 90 Prozent der Praxiskäufe und -neugründungen werden vollständig fremdfinanziert. Da es bis zu einem Jahr dauern kann, bis der Arzt seine monatlichen Abschlagszahlungen sicher planen kann, nehmen Hausärzte häufig noch einen Betriebsmittelkredit von im Durchschnitt ca. 36.000 Euro netto auf, um laufende Kosten zu decken. Bei einem durchschnittlichen Reinertrag von ca. 258.000 Euro netto pro Jahr und Arztpraxis amortisieren sich die meisten Praxen bereits nach sieben bis zehn Jahren.

Kredit der apoBank

Mit der apoBank haben Ärzte und Apotheker einen kompetenten und erfahrenen Partner an Ihrer Seite, der sie durch alle Schritte der Existenzgründung begleitet. Immerhin betreut die Düsseldorfer Bank jede zweite Gründung im medizinischen Bereich. Auf den ersten Blick überzeugt das Auftreten der apoBank durch den Schwerpunkt auf einer gründlichen Beratung. Neben dem klassischen direkten Gespräch mit einem Berater gibt es auch die Möglichkeit der Videoberatung, der Text-Chat-Beratung sowie einer Beratung per Telefon.

Doch nicht nur die vielfältigen Informationen im Existenzgründer-Portal der apoBank überzeugen. Auch die vielfältigen Kreditoptionen für Ärzte und andere Heilberufe nehmen einer Niederlassung die Komplexität. So bietet die apoBank neben klassischen Praxiskrediten auch Kredite mit sicherem Festzins an sowie einen Gründerkredit mit Airbag. Letzterer sichert gegen einen Teil des Risikos in der Existenzgründungsphase ab.

Bild: Tipps für den Medizingeräten-Kauf

Wer sich noch gründlicher auf die eigene Praxis vorbereiten will, der kann aus rund 500 Seminaren pro Jahr wählen. Das kann auch für etablierte Praxen interessant sein, da hier Themen wie ein erfolgreiches Praxismarketing oder der richtige Umgang mit Steuern thematisiert werden.

Kredit der Deutschen Bank

Auch die Deutsche Bank bietet Informationen für Existenzgründer in Heilberufen an. Neben einem eLearning Kurs zur Praxisgründung und einigen Vorträgen sind vor allem der PraxisCheck und der InvestitionsCheck nützlich. Der PraxisCheck ist ein Online-Tool, mit dem die finanzielle Situation einer Praxis grafisch dargestellt werden kann. Bei der Anschaffung neuer Praxisausstattung oder -einrichtung erweist sich der InvestitionsCheck als hilfreich.

Dieser rechnet aus, ab welcher Lebensdauer sich ein neues Gerät amortisiert. Für weiterführende Fragen rund um die Finanzierung einer Praxisneugründung oder Praxisübernahme muss ein Gespräch mit einem Berater der Deutschen Bank vereinbart werden, da sich auf der Webseite keinerlei Informationen über Kreditoptionen finden.

Sicherheiten für den Kredit

Um von der Bank einen Kredit bewilligt zu bekommen, muss diese erst einmal sicher sein, dass sie das geliehene Geld auch zurückerhält. Hiervon kann die Bank mit einem gelungenen Business- und Finanzplan überzeugt werden. Zusätzlich sind Sicherheiten in Höhe der Kreditsumme nötig. In der Sicherheitenübersicht listen Sie alle Sicherheiten auf, die Sie der Bank bieten können.

Zu den zentralen banküblichen Sicherheiten zählen: Grundpfandrechte (Grundschuld/Hypothek), Bankguthaben, Lebensversicherungen, Kundenforderungen und Wertpapiere. Alternativ können auch sonstiges Wertgegenstände wie Warenlager, Ladeneinrichtung, Maschinen und Geschäftsausstattung, Autos und Edelmetalle als Sicherheit genutzt werden. Auch eine Bürgschaft kommt als Sicherheit für einen Kredit in Frage.

Der Rentabilitätsplan

Bild: Kosten einer Arztpraxis (Rentabilitätsplan)
Profit oder nicht? Finden Sie es mit dem Rentabilitätsplan heraus! | © mdbildes / shutterstock.com

Mit dem Rentabilitätsplan stellen Sie fest, ob Ihre Niederlassung profitabel ist und ob sich Ihr Vorhaben wirtschaftlich lohnt. Hierfür werden die Umsätze und Ausgaben und der sich daraus ergebende Gewinn für jeweils ein Jahr kumuliert betrachtet. Alle Zahlen müssen realistisch und nachvollziehbar sein - sowohl für Sie selbst als auch für die Bank.

Die Rentabilitätsvorschau befähigt Sie zu klären, ob die Niederlassung voraussichtlich profitabel sein wird. Auch Banken und andere Geldgeber lassen sich so von der Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis überzeugen. Weiterhin können Sie mit Hilfe des Rentabilitätsplans eigene Ziele festlegen und Sie haben die Möglichkeit im Zeitverlauf immer wieder Plan- und Sollzahlen zu vergleichen und gegebenenfalls bei Abweichungen gegenzusteuern.

Für die Vorschau der Rentabilität wird ein Zeitraum von drei Jahren angesetzt, da eine längere Zeitspanne unrealistisch wäre. Wichtig ist zu beachten, dass ein Geschäftsjahr für Ärzte immer am 31.12. endet. Das bedeutet, dass das erste Jahr der Planung ein Rumpfjahr ist, sofern die Praxis nicht am 01.01. eröffnet wird. Um die Rentabilität darzustellen, benötigen Sie detaillierte Informationen über zukünftige Umsätze und Kosten. Der in der Rentabilitätsplanung ermittelte Gewinn dient der Finanzierung Ihres Unternehmerlohns.

Bild: Tipps für den Medizingeräten-Kauf

Bei einer Praxiseröffnung am 15.03. sind in der Rentabilitätsplanung die folgenden Zeiträume zu berücksichtigen: 15.03. - 31.12. im ersten Jahr, 01.01. - 31.12.im zweiten Jahr, sowie 01.01. - 31.12. im dritten Jahr.

Der Liquiditätsplan

Bild: Kosten einer Arztpraxis (Liquiditätsplan)
Zahlungsfähig dank Liquiditätsplan | © Artus Budkevics / shutterstock.com

Um sicherzustellen, dass Ihre Praxis stets zahlungsfähig ist, ist die Anfertigung eines Liquiditätsplans unerlässlich. Hierbei werden die tatsächlichen Geldflüsse (Einnahmen und Ausgaben) pro Monat aufgelistet. In der Praxis kann es schwierig sein, den Fälligkeitszeitpunkt für einzelne Zahlungen zu bestimmen.

Nur so kann jedoch antizipiert werden, wann zu wenig liquide Mittel zur Verfügung stehen, um beispielsweise in umsatzschwachen Zeiten Kreditschulden tilgen zu können. Werden solche Engpässe frühzeitig erkannt, kann entsprechend gegengesteuert werden, z.B. mit der Inanspruchnahme eines kurzfristigen Kontokorrentkredits. Ein Liquiditätsplan wird meist für einen Zeitraum von zwei Jahren angefertigt. Generell ist jeder Monat einzeln aufzuführen, da der Plan sonst wenig Aussagekraft hat.