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Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital: Ein Kredit macht’s möglich

Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital bedeutet, dass eine Investition per Fremdfinanzierung bzw. Vollfinanzierung getätigt wird. Der Kreditgeber ist in der Regel eine Bank und gewährt Ihnen einen Kredit, sodass Sie z. B. eine Praxis gründen können. Die fremdfinanzierte Praxisübernahme oder Praxisgründung sind prädestiniert für die Inanspruchnahme von Fremdkapital, da solch ein Projekt nur die wenigsten Ärzte aus dem Privatvermögen bezahlen können. Auch Ärzte, die bereits eine eigene Praxis leiten, müssen sich unter Umständen mit dem Thema Fremdfinanzierung befassen. Dies ist z. B. beim geplanten Kauf eines teuren Medizingerätes oder einem Praxisumbau der Fall.

Die Kosten für eine Praxisübernahme (Hausarztpraxis) lagen im Jahr 2019/2020 im Durchschnitt bei 169.300 € (inkl. Modernisierungsmaßnahmen und zusätzliche Ausstattung). Die Übernahme einer Zahnarztpraxis (Einzelpraxis) kostete im Jahr 2016 284.000 €, die Neugründung sogar 470.000 €. Der Praxiswert teilt sich auf in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände und wird im Rahmen einer Praxiswertermittlung ermittelt.

Wenn Sie Ihre (zukünftige) Praxis fremdfinanzieren lassen wollen, dann sind Sie damit nicht alleine. Über 90 Prozent aller Niederlassungen werden vollständig fremdfinanziert, so Hartmut Paland, Leiter Marktgebiet Süd der apoBank (Quelle älter als 2017). Aus dieser Konstatierung zu einer apoBank-Umfrage unter Praxisgründern weitere Informationen für Sie im Überblick:

  • Die Herausforderungen der Praxisfinanzierung werden von Existenzgründern am stärksten überschätzt.
  • Das wirtschaftliche Risiko der Niederlassung für Humanmediziner ist ausgesprochen gering.
  • Nur in den wenigsten Fällen wird von einem Praxiskauf abgeraten, weil die Standortfaktoren des lokalen Marktes nicht lohnenswert sind.
  • Zusätzlich zum Praxiskredit nehmen hausärztliche Gründer in Einzelpraxen durchschnittlich einen 36.000 € Kredit für Betriebsmittel auf, um laufende Verpflichtungen zu begleichen. 
  • Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis der Existenzgründer die monatliche Abschlagszahlung sicher planen kann.
  • Eine wirtschaftlich gesunde Praxis amortisiert sich bereits nach 7 bis 10 Jahren, in einigen Fällen auch erst nach 15 Jahren.

Diese alten Angaben der apoBank sind heutzutage kritisch zu betrachten, denn die “Politik des billigen Geldes” (Niedrigzinspolitik) ist vorbei. In Deutschland herrscht aktuell kein Niedrigzinsumfeld mehr vor. Hohe Zinsen bedeuten, dass Ihnen Ihr Kredit teurer zu stehen kommt als bei niedrigen Zinsen. Die Kreditzinsen orientieren sich am Leitzins, der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt wird. Der russische Überfall auf die Ukraine 2022 sowie die hohe Inflation begünstigen ein Hochzinsumfeld. Aus diesem Grund könnten einige Praxisgründer von den derzeit teuren Kreditkonditionen abgeschreckt werden. Dennoch gaben in einer apoBank-Studie aus dem Jahr 2022 (n = 500 Heilberufler) 22 % der Befragten an, dass sie in den nächsten drei Jahren eine Niederlassung bzw. Selbstständigkeit planen.

Eine Praxisfinanzierung ohne Eigenkapital kann aus Steuergründen sinnvoll sein: Die von Ihnen zu zahlenden Zinsen auf einen Praxiskredit sind von der Steuer absetzbar. Lassen Sie jedoch Ihr privates Wohneigentum fremdfinanzieren, dann können Sie die Zinsen nicht steuerlich geltend machen. Dementsprechend kann es sinnvoller sein, das Eigenkapital nicht in die Finanzierung einer Praxis zu stecken.

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Welche Finanzierungsformen gibt es?

Die Finanzierung einer Praxis kann mit Hilfe verschiedener Finanzierungsmodelle erfolgen. Doch nicht jedes Modell ist für jeden Arzt geeignet und entscheidend sind vor allen Dingen auch die Konditionen. Damit Sie für Ihren individuellen Fall das Optimum herausholen, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Finanzberater.

Bei einem Annuitätendarlehen mit Zinsbindungsfrist (Festzinsdarlehen) müssen Sie jedes Jahr eine gleich hohe Annuität (= Tilgung + Zinsen) an die Bank bezahlen. Bevor der Kreditvertrag von Ihnen unterzeichnet wird, werden die Konditionen (Zinssatz, Laufzeit, jährliche Annuität) verhandelt.

  • Zins/Sollzins = Das Entgelt, dass Sie dem Kreditgeber für das zur Verfügung gestellte Kapital bezahlen müssen. Mit dem Zins verdient die Bank ihr Geld an Ihnen.
  • Zinssatz = Der Prozentsatz des Zinses.
  • Effektiver Jahreszins = Die jährlich zu zahlenden Sollzinsen inkl. Kreditkosten (Bearbeitungsgebühr, Risikoaufschlag usw.)
  • Tilgung = Die Rückzahlung der Schulden bzw. des Kredits.
  • Laufzeit = Die Zeitspanne zwischen der Auszahlung des Kredits bis zur Fälligkeit/vollständigen Rückzahlung.
  • Kreditrahmen (Kreditlinie) = Der Höchstbetrag, bis zu dem der Kreditnehmer einen Kredit in Anspruch nehmen darf.

Das lineare Tilgungsdarlehen ähnelt dem Annuitätendarlehen, bringt jedoch einen Vorteil für Sie mit: Die Tilgungsrate bleibt jedes Jahr gleich hoch und der Zinsanteil verringert sich von Jahr zu Jahr. Das ist ein Unterschied zum Annuitätendarlehen, denn dort ist nur die Annuität gleich hoch. In Folge der von Jahr zu Jahr abnehmenden Zinsen, verringert sich bei der linearen Tilgung gleichzeitig auch die Restschuld. Das lineare Tilgungsdarlehen muss nicht unbedingt günstiger für Sie sein, als das Annuitätendarlehen, denn letzten Endes kommt es auch auf die Konditionen an.

Die Kreditlaufzeit hat einen Einfluss auf Ihre Liquidität. Je kürzer die Laufzeit, desto höher der zurückzuzahlende Geldbetrag pro Jahr. Die Zeitspanne sollte allerdings auch nicht zu lang gewählt werden, sonst zahlen Sie Ihren Kredit bspw. für Ihre Praxiseinrichtung immer noch ab, obwohl Sie dringend modernisiert werden müsste. Im Regelfall liegt die Laufzeit bei ca. 10 bis 15 Jahren.

Ein endfälliges Darlehen wird auch als tilgungsfreies Darlehen bezeichnet, denn hier sind während der Laufzeit keine Tilgungen zu zahlen. Es gibt keine Ratenzahlungen. Erst am Ende der Laufzeit wird der Darlehensbetrag auf einmal zurückgezahlt. Zu entrichten sind ausschließlich die vereinbarten Kreditzinsen. Allerdings ist das endfällige Darlehen an einen separaten Tilgungsträger (Sparplan, Sparbuch, ETF, Aktienfonds, Kapitallebensversicherung, Bausparvertrag usw.) gekoppelt. Diese Finanzierungsform kann für einige Ärzte aus steuerlichen Gründen attraktiv sein, da durch die alternative Tilgung (z. B. über einen Aktienfond mit hoher Rendite) ein Zinsdifferenzgeschäft entstehen kann. Es kann jedoch auch eine negative Zinsdifferenz entstehen, wenn die gezahlten Zinsen die erwirtschafteten Erträge übersteigen. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn die Rendite des Fonds zu gering ist oder klassischerweise bei einer sicheren Geldanlage (Lebensversicherung usw.).

Was ist der Unterschied zwischen einem Investitionskredit und einem Betriebsmittelkredit? Der Investitionskredit ist zweckgebunden, dient der Finanzierung von Anlagevermögen (Medizingeräte, Praxiseinrichtung usw.) und hat in der Regel eine lange Laufzeit (mehr als 5 Jahre). Der Betriebsmittelkredit dient hingegen vornehmlich der Finanzierung des Umlaufvermögens oder schließt drohende Liquiditätslücken bei Zahlungsengpässen. Das Kreditvolumen ist geringer als das des Investitionsdarlehens, die Laufzeit ist kürzer und die Konditionen meist schlechter. Dafür sind Betriebsmittelkredite in der Regel sofort und “unbürokratisch” erhältlich.

Der Kontokorrentkredit ist solch ein Betriebsmittelkredit. Er ähnelt dem Dispositionskredit, ist jedoch für Unternehmen und nicht für Privatpersonen konzipiert. Gewährt die Bank Ihnen ein Kontokorrentkredit per Kreditvertrag, dann dürfen Sie Ihr Praxiskonto bis zur Kreditlinie überziehen. Die Zinsen auf den in Anspruch genommenen Betrag sind vergleichsweise hoch, sodass sich ein Kontokorrentkredit lediglich für die Überbrückung von kurzfristigen Liquiditätsengpässen eignet. Wie hoch die Zinsen genau sind, ist unter anderem abhängig von Ihrer Bonität. Wird die Kreditlinie überschritten, dann werden zusätzliche Überziehungszinsen fällig. Der Vorteil dieses Kredits ist, dass lediglich der genutzte Betrag und nicht die gesamte Kreditlinie verzinst wird. Zudem können Sie die Rückzahlung an die Liquiditätslage Ihrer Arztpraxis anpassen, was eine gewisse Flexibilität mit sich bringt. Weitere Betriebsmittelkredit-Arten sind:

  • Lieferantenkredit
    • Lieferant (Kreditor) gewährt seinem Kunden (Debitor) ein Zahlungsziel zur Rechnungsbegleichung
    • Beispiel: Ein Arzt bezieht Verbrauchsmaterialien von seinem Lieferanten, ohne dafür sofort zu bezahlen. Stattdessen vereinbaren Sie eine Ratenzahlung.
    • Wird der Rechnungsbetrag innerhalb der Skontofrist beglichen, dann gewährt der Lieferant einen Preisnachlass (Skonto).
  • Abrufkredit
    • Ist auch ein Überziehungskredit und ähnelt dem Kontokorrentkredit, jedoch ist er meist günstiger.
    • Kreditnehmer kann innerhalb des Kreditrahmens frei über den Kredit verfügen.
    • Es gibt eine maximale Kreditlinie und einen festen Rückzahlungsplan.
    • Höhe der Tilgungsraten orientiert sich an der Bonität des Kreditnehmers.
    • Bietet den Vorteil, dass finanzielles Risiko und die Verbindlichkeiten kalkuliert werden können.
  • Geldmarktkredit bzw. Eurokredit
    • Kann eine Alternative oder Ergänzung zum teuren Kontokorrentkredit sein.
    • Kann bei internationalen Kreditinstituten nicht nur in Euro, sondern auch in einer gängigen Fremdwährung aufgenommen werden.
    • Kurz- bis mittelfristige Laufzeiten.
    • Kosten entstehen durch den verhandelten Sollzinssatz auf das gesamte Kreditvolumen. Der Sollzins besteht aus einem variablen Zinssatz, der sich an URIBOR bzw. EONIA oder LIBOR orientiert, und einer Marge für die Bank.
  • Ratenkredit
    • Kreditsumme wird in zeitlich gestaffelten gleichbleibend hohen Raten (Zinsen plus Tilgung) vom Kreditnehmer zurückgezahlt.
  • Akzeptkredit
    • Ein Wechselkredit, bei dem der Kreditgeber seine gute Bonität, Leumund und Solvenz zur Verfügung stellt und damit haftet.
    • Der Arzt stellt einen Wechsel (Wertpapier) aus und der Kreditgeber übernimmt diesen. Der Kreditgeber verpflichtet sich, diesen Wechsel einzulösen.
    • Bis zum Fälligkeitstag muss der Arzt den Kreditbetrag plus Akzeptentgeld zurückzahlen.
  • Factoring
    • Abtretung (Zession) von offenen Honorarforderungen aus privatärztlichen Leistungen an einen Zessionar. Zessionar kann z. B. eine Abrechnungsstelle sein.
    • Durch Factoring erfahren Sie bessere finanzielle Planbarkeit durch Liquiditätsvorteil.
    • Zudem verbessert sich dadurch Ihr eigenes Rating und Sie erhalten dadurch bessere Kreditkonditionen und eine höhere Eigenkapitalquote.

Prolongation bedeutet eine Verlängerung der Kreditlaufzeit. Dies kann z. B. bei einem Immobiliendarlehen der Fall sein, wenn am Ende der Laufzeit noch Restschuld übrig bleibt. Die vorherige Finanzierung wird nun mit einem neuen Zinssatz und neuer Zinsbindungsfrist fortgeführt (Anschlussfinanzierung). Die neuen Darlehensbedingungen sind meist teurer als die Alten. Alternativen zu einer Prolongation sind das Forward-Darlehen oder die Umschuldung.

Wie bekomme ich einen Kredit für die Praxisfinanzierung im Rahmen einer Praxisgründung?

Um einen Kredit mit hohem Kreditbetrag für eine Praxisfinanzierung im Rahmen einer Praxisgründung zu bekommen, muss zunächst ein Geschäftsplan (Businessplan) von Ihnen erstellt werden. Ein Geschäftsplan informiert den Kreditgeber über die (zukünftige) Wirtschaftlichkeit und den Finanzierungsbedarf einer Praxis. Die Bank oder der Investor wird Ihnen einen Kredit nur dann gewähren, wenn der Geschäftsplan “sauber” ist und einen lohnenswerten Ausblick auf die zukünftige Entwicklung gibt. Oder würden Sie Geld in etwas investieren, obwohl Sie nicht wissen, ob sich dieses Investment wirtschaftlich lohnen wird?

Geschäftsplan (Businessplan)
Ein stark vereinfachter Geschäftsplan.

Während der Geschäftsplan das gesamte Investitionsvorhaben darlegt, dient der Finanzplan ausschließlich der finanziellen Prognose:

  • Geschäftsplan
    • Geschäftsidee und Geschäftskonzept: Ärztliches Leistungsangebot, Angebot von Vorsorgeuntersuchungen oder individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), Praxisausstattung, Medizintechnik
    • Geschäftsmodell: Rechtsform, Praxisorganisation, Unternehmensziele/Rentabilitätsvorschau
    • Finanzplan
      • Kapitalbedarfsplan
      • Liquiditätsplan
      • Rentabilitätsvorschau
      • Übersicht über Sicherheiten
    • Markt und Wettbewerb: Alleinstellungsmerkmale (USP, Unique Selling Proposition), Zielgruppenanalyse, Konkurrenzanalyse, Standortanalyse, Marketing und Vertrieb: Markteintrittsstrategie, Praxismarketing-Maßnahmen

Sie wissen nicht, wie Sie einen Geschäftsplan erstellen? Dann orientieren Sie sich z. B. an der Vorlage der IHK München.

Da der Finanzplan das Herzstück eines Geschäftsplan ist, soll dieser nun im Detail kurz vorgestellt werden.

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Kapitalbedarfsplan

Im Kapitalbedarfsplan wird der Finanzbedarf für geplante Investitionen festgehalten. Aus diesen Angaben muss hervorgehen, wie viel Geld für die Existenzgründung (Gründungskosten wie z. B. Beratung, Notarkosten usw.), für die betriebliche Anlaufphase (Umlaufvermögen, Medizingeräte usw.), für den laufenden Betrieb (Personalkosten usw.) und für den privaten Finanzbedarf benötigt wird.

Die Berechnung des Startkapitals ist in jedem Fall wichtig, egal ob Sie die Niederlassung aus dem Privatvermögen finanzieren oder ob Sie einen Kredit aufnehmen. Da es in der Anlaufphase zu unvorhergesehenen Kosten kommen kann, empfiehlt es sich, den Kapitalbedarf konservativ zu ermitteln. Planen Sie einen finanziellen Puffer ein!

Ein Kosten-Beispiel: Ein Teil der Kosten entsteht durch Verbrauchsmaterialien wie Verbandsmaterial, Spritzen, Kanülen, Desinfektionsmittel und Materialien für die Blutentnahme und das Labor. Dieser Kostenanteil wird mit ca. 20 Prozent berechnet. Neben diesen Kosten kommen noch die Personalkosten hinzu, diese liegen bei ca. 25 Prozent der Gesamtkosten. Die Miete für die Praxis nimmt nur ca. 4 Prozent aller Kosten ein. Sonstige Kosten mit ca. 10 Prozent und Abschreibungen mit ca. 3 Prozent kommen noch dazu. 38 Prozent der Einnahmen einer Arztpraxis machen schließlich den Gewinn aus.

Um das Startkapital zu ermitteln, benötigen Sie auch einen Wert für den Unternehmerlohn. Also den Betrag, der Ihnen als Arzt in einer Einzel- oder Gemeinschaftspraxis als „Gehalt“ ausgezahlt wird. Diesen können Sie abhängig von Ihrem privaten Finanzbedarf ermitteln. Hierfür werden die monatlichen Ausgaben aufgelistet, die anfallen, um den privaten Lebensunterhalt zu bestreiten.
Hierbei sollte so großzügig wie nötig und so sparsam wie nötig gerechnet werden, um einen realistischen Betrag zu ermitteln. Der Unternehmerlohn ist eine rein kalkulatorische Größe. Als Inhaber einer Einzelpraxis erhalten Sie den gesamten Gewinn (nach dem Abzug der Tilgungsraten für Kredite).

Das Arzt Gehalt liegt im Durchschnitt bei 89.539 € brutto pro Jahr. Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, sind z. B. die Fachrichtung oder die Berufserfahrung.

Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan dient der Analyse der Liquiditätsentwicklung der Praxis und verringert das Risiko, dass die Praxis zahlungsunfähig wird. Hierbei werden die tatsächlichen Geldflüsse (Einnahmen und Ausgaben) pro Monat aufgelistet.

Nur mit einem Liquiditätsplan kann antizipiert werden, wann zu wenig liquide Mittel zur Verfügung stehen, um beispielsweise in umsatzschwachen Zeiten Kreditschulden tilgen zu können. Zudem werden bereits ab dem ersten Monat der Praxisgründung/Praxisübernahme  Kosten verursacht, aber Ihr Honorar aus der Abrechnung erhalten Sie von KV/Privatliquidation erst verzögert oder in Abschlägen

Werden solche Engpässe frühzeitig erkannt, kann entsprechend gegengesteuert werden, z. B. mit der Inanspruchnahme eines kurzfristigen Kontokorrentkredits. Ein Liquiditätsplan wird meist für einen Zeitraum von zwei Jahren angefertigt. Generell ist jeder Monat einzeln aufzuführen, da der Plan sonst wenig Aussagekraft hat.

Die Liquidität kann durch zahlungsunfähige Patienten gefährdet werden, was insbesondere Privatliquidationen betrifft. Erbringen Sie privatärztliche Leistungen, dann kann die Auslagerung der Honorarabrechnung an eine Abrechnungsstelle sinnvoll sein, wenn diese Vorfinanzierung oder Factoring anbietet. Während bei der Vorfinanzierung Ihnen der Rechnungsbetrag unmittelbar nach Rechnungsstellung überwiesen wird, sichert sie Factoring zusätzlich gegen Honorarausfall bei Zahlungsunfähigkeit ab.

Rentabilitätsvorschau

Mit dem Rentabilitätsplan stellen Sie fest, ob Ihre Niederlassung profitabel ist und ob sich Ihr Vorhaben wirtschaftlich lohnt. Hierfür werden die Umsätze und Ausgaben und der sich daraus ergebende Gewinn für jeweils ein Jahr kumuliert betrachtet. Alle Zahlen müssen realistisch und nachvollziehbar sein – sowohl für Sie selbst als auch für die Bank.

Die Rentabilitätsvorschau befähigt Sie zu klären, ob die Niederlassung voraussichtlich profitabel sein wird. Auch Banken und andere Geldgeber lassen sich so von der Wirtschaftlichkeit Ihrer Praxis überzeugen. Weiterhin können Sie mit Hilfe der Rentabilitätsrechnung eigene Ziele festlegen und Sie haben die Möglichkeit, im Zeitverlauf immer wieder Plan- und Sollzahlen zu vergleichen und gegebenenfalls bei Abweichungen gegenzusteuern.

Für die Vorschau der Rentabilität wird ein Zeitraum von drei Jahren angesetzt, da eine längere Zeitspanne unrealistisch wäre. Wichtig ist zu beachten, dass ein Geschäftsjahr für Ärzte immer am 31.12. endet. Das bedeutet, dass das erste Jahr der Planung ein Rumpfjahr ist, sofern die Praxis nicht am 01.01. eröffnet wird. Um die Rentabilität darzustellen, benötigen Sie detaillierte Informationen über zukünftige Umsätze und Kosten. Der in der Rentabilitätsplanung ermittelte Gewinn dient der Finanzierung Ihres Unternehmerlohns.

Bei einer Praxiseröffnung am 15.03. sind in der Rentabilitätsplanung die folgenden Zeiträume zu berücksichtigen: 15.03. – 31.12. im ersten Jahr, 01.01. – 31.12.im zweiten Jahr, sowie 01.01. – 31.12. im dritten Jahr.

Übersicht über Sicherheiten

Bei hohen Kreditsummen benötigt der Kreditgeber vom Kreditnehmer eine Sicherheit darüber, dass der Kreditnehmer die Kreditsumme auch zurückzahlen kann. Die Bank sichert das Darlehen über eine im Sicherungsvertrag festgehaltene Kreditsicherung ab. Kann der Kreditnehmer die Kreditraten nicht zahlen (z. B. aufgrund von Insolvenz), dann hat die Bank einen Anspruch auf Ausgleich. Zu diesen Sicherheiten gehören z. B:

  • Bürgschaften 
  • Grundpfandrechte (Grundschuld, Hypothek)
  • Verpfändungen
  • Bankguthaben
  • Risikolebensversicherung
  • Raumsicherungsübereignung
  • Patientenforderungen 
  • Wertpapiere
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Wer gewährt mir einen Kredit für meine Praxis?

Grundsätzlich kann Ihnen jede Bank einen Kredit für Ihre Praxis gewähren, aber nicht jede Bank ist für Ihren individuellen Fall geeignet. Spezialisierte Banken, die wissen, wie teuer die Gründung einer Arztpraxis, Zahnarztpraxis oder MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) werden kann, sind zu empfehlen. Fragen Sie einfach kostenlos uns. Wir finden den besten Partner für Sie! Nachfolgend ein Vergleich einiger Praxisfinanzierung-Anbieter.

Mit Finanzierungs-Partner neue Praxis gründen | © Andrey_Popov / shutterstock.com
Kreditgeber Angebot Besonderheiten
apoBank
  • Festzinsdarlehen
  • Forward-Darlehen
  • Praxiskredit
  • Immobilienfinanzierung
  • Mietaval
  • Bausparvertrag
  • apoExistenzgründung mit Airbag: Bei einem Insolvenzverfahren innerhalb der ersten 3 Jahre, meldet die apoBank ihre Forderungen aus dem Darlehen nicht an
  • Lauf­zeit: bis zu 15 Jahre
Commerzbank
  • Festzinsdarlehen (Annuitätendarlehen, Ratentilgung oder endfälliges Darlehen)
  • Betriebsmittelkredit
  • Vermögensverwaltung
  • Sondertarif für Rürup-Rente in Kooperation mit der Allianz
  • Darlehenshöhe: ab 25.000 €
  • Laufzeit: bis zu 30 Jahre
  • Zinsbindung: bis zu 20 Jahre
Deutsche Bank
  • Investitionsdarlehen
  • Zwischenfinanzierung
  • Immobilienfinanzierung
  • Leasingfinanzierung
  • Kreditsumme: max. 500.000 € (Investitionsdarlehen + Zwischenfinanzierung)
Fleming
  • Festzinsdarlehen
  • Leasingfinanzierung
  • Liquiditätskredit
  • Branchenspezialist
  • 100% digitaler Prozess
MLP
  • Annuitätendarlehen
  • Endfälliges Darlehen
  • Variables Darlehen
  • CAP-Darlehen
  • einige MLP-Berater sind CFP (Certified Financial Planner) zertifiziert
  • laufende Betreuung inklusive Finanzcontrolling

Vorsicht bei Direktbanken. Möglicherweise bieten diese Ihnen günstigere Konditionen an als bei einer regulären Bank, dafür müssen Sie unter Umständen Einbußen im Service hinnehmen. Der persönliche Kontakt zu einem Bankberater sollte nicht unterschätzt werden.

Öffentliche Förderung für die Praxisfinanzierung beantragen

Informieren Sie sich rechtzeitig über Fördermittel, die Sie bei der Praxisfinanzierung unterstützen. Das können bspw. zinsgünstige Darlehen, Zuschüsse, Bürgschaften oder tilgungsfreie Jahre sein. Fördermittel können Sie bei Landesförderbanken, der KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau), dem Bund, den Bundesländern, den Kassenärztlichen Vereinigungen oder der Europäischen Union beantragen.

Die frühzeitige Beantragung auf finanzielle Förderung ist wichtig! Beantragen Sie die Förderung erst nach Beginn des Vorhabens, dann verwirken Sie Ihren Anspruch. Wen muss ich kontaktieren, um Fördermittel zu bekommen? Lassen Sie sich von Ihrer Hausbank beraten und sprechen Sie explizit öffentliche Förderprogramme an.

Medizingeräte finanzieren: Leasen, Mieten oder auf Kredit kaufen?

Anlagevermögen wie z. B. Medizingeräte, Kraftfahrzeuge oder Praxiseinrichtung sind teuer und werden daher oft ebenso fremdfinanziert. Zur Einordnung hier einer kleiner Geräte-Überblick (Neupreis):

Vor allem in der betrieblichen Anlaufphase ist die finanzielle Situation angespannt. Möchte man seinen Patienten die neueste Technik bieten und seinen Gewinn bzw. Steuerbelastung durch Abschreibungen schmälern, dann sollten Medizingeräte allerdings von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Wie lange die Nutzungsdauer für welches Medizingerät ist, kann in der AfA-Tabelle für den Wirtschaftszweig Gesundheitswesen nachgeschaut werden.

Um diese materiellen Vermögensgegenstände per Fremdfinanzierung zu erwerben, stehen drei verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

Fremdfinanzierung Besonderheiten
Mietkauf
  • Zahlung von monatlichen Raten in gleichbleibender Höhe
  • innerhalb der Vertragslaufzeit erhält der Mieter das Recht, das Objekt zu kaufen
Leasing
  • Zahlung monatlicher Leasingraten
  • das Objekt bleibt Eigentum des Leasinggebers
  • nur bei Finanzierungsleasing erhält der Leasingnehmer am Ende der Leasinglaufzeit die Kaufoption
Kreditfinanzierung
  • feste Verzinsung über vereinbarte Laufzeit
  • das Objekt wird zum Eigentum des Kreditnehmers

FAQ

Welche Unterlagen brauche ich für ein Bankgespräch?

Damit die Praxisfinanzierung bzw. das Bankgespräch reibungslos verläuft, müssen Sie der Bank bestimmte Unterlagen vorlegen. Dazu gehören: Personalausweis/Reisepass, Beschreibung des Vorhabens (z. B. Kaufvertragsentwurf, Angaben zur Immobilie usw.), Jahresabschluss/Einnahmenüberschussrechnung, Einkommensteuerbescheid/Einkommensteuererklärung, Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), private Selbstauskunft. Planen Sie eine Praxisgründung, dann muss überdies auch die Approbationsurkunde, der Lebenslauf, der Geschäftsplan, der Gesellschafts- und Praxismietvertrag, Nachweis über die Eintragung im Arztregister.

Wann wird mein Kredit abgelehnt?

Ihr Kreditantrag für eine Praxisfinanzierung kann abgelehnt werden, wenn z. B.: eine Leistungsstörung/Pfändung, eine schlechte Bonität oder ein negativer Schufa-Eintrag vorliegt.

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Veröffentlicht von Nils Buske am