Praxissoftware Hausarzt: PVS-Vergleich für die Allgemeinmedizin

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Abstract – PVS-Vergleich für Hausärzte: Top 9 Allgemeinmedizin

  • Die neun meistgenutzten Praxisverwaltungssysteme (PVS) in der Allgemeinmedizin decken laut KBV-ADT-Abrechnungsstatistik (Stand 31.03.2025) zusammen über 13.690 Installationen ab; Marktführer sind TURBOMED (2.060), CGM MEDISTAR BLACK PRO (1.942) und medatixx (1.617) – wobei nur T2med (+93) und medatixx (+73) einen positiven Installationstrend zeigen.
  • Die KVDT-Zulassung nach § 75 Abs. 7 i.V.m. § 372 Abs. 3 SGB V ist Pflichtvoraussetzung für den vertragsärztlichen Einsatz; das KOB-Konformitätsbewertungsverfahren prüft zusätzlich TI-Konformität und Prüfmodule – alle neun Systeme erfüllen diese Anforderungen.
  • Für Allgemeinmediziner sind neben der EBM-Abrechnung insbesondere die native HzV-Integration (§ 73b SGB V), das eDMP-Reporting für Diabetes mellitus Typ 1/2, KHK, Asthma, COPD, Brustkrebs sowie ab Q4/2025 das DMP Osteoporose und das in Einführung befindliche DMP Adipositas entscheidende Auswahlkriterien.
  • T2med ist mit einer Praxislizenz von 1.900 € (netto) und 115 €/Monat Softwarepflege (alle TI-Module und DMPs inkl.) der einzige Anbieter mit transparenter Listenpreisstruktur; CGM- und medatixx-Systeme kommunizieren keine öffentlichen Basispreise – ein PVS-Wechsel sollte stets zum Quartalsanfang und mit zertifiziertem Vor-Ort-Partner erfolgen.
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Inhaltsverzeichnis

Warum die Wahl des PVS in der Allgemeinmedizin besonders kritisch ist

Kein Fachgebiet stellt an eine Praxissoftware breitere Anforderungen als die Allgemeinmedizin. Während Facharztpraxen oft ein eng umrissenes Leistungsspektrum abbilden, vereint die hausärztliche Tätigkeit ambulante Akutversorgung, strukturierte Chronikermanagement, Präventionsprogramme und zunehmend sektorenübergreifende Kommunikation in einer einzigen Arbeitsoberfläche.

Anforderungsprofil Hausarzt: Scheinvolumen, Multimorbidität, DMP-Management

Hausarztpraxen mit 800 bis über 1.500 Fällen pro Quartal benötigen ein PVS, das hohe Scheinvolumina ohne Performanceverlust verarbeitet. Gleichzeitig erfordert das Patientenkollektiv multimorbider, chronisch kranker Patienten eine vollständige Disease-Management-Programm-Integration (DMP): Diabetes mellitus Typ 1 und 2, KHK, Asthma bronchiale, COPD und Brustkrebs stehen flächendeckend zur Verfügung und werden direkt aus der Karteikarte heraus dokumentiert und quartalsweise an die KV übermittelt. 

Das DMP Osteoporose ist seit Q4/2025 in mehreren KV-Bezirken anlaufend verfügbar (G-BA-Beschluss in Kraft seit 01.07.2024) und für koordinierende Hausärzte mit älterem Patientenkollektiv unmittelbar relevant. 

Das DMP Adipositas für Erwachsene befindet sich seit dem G-BA-Beschluss vom 01.07.2024 in der KV-seitigen Umsetzungsphase — Hausärzte sind hier die primär koordinierenden Ärzte.

Hinzu kommen die Anforderungen der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) nach § 73b SGB V: Selektivvertragsmanagement, HzV-spezifische Abrechnungsziffern und quartalsbezogene Datenprüfungen binden erhebliche Arbeitszeit — oder entlasten das Praxisteam spürbar, wenn das PVS diese Prozesse nativ unterstützt.

KBV-Zertifizierung als Mindestvoraussetzung

Jede Praxissoftware, die zur vertragsärztlichen Abrechnung eingesetzt wird, muss nach § 75 Abs. 7 i.V.m. § 372 Abs. 3 SGB V das KBV-Konformitätsbewertungsverfahren (KOB) durchlaufen haben. Die KVDT-Zulassung ist Voraussetzung für den elektronischen Datenaustausch mit der KV (ADT/NDT, Abrechnungsübermittlung, Formularerstellung); das KOB-Verfahren prüft darüber hinaus Prüfmodule, TI-Konformität und weitere Qualitätskriterien. Zusätzlich können Anbieter freiwillig eine Rahmenvereinbarung nach § 332b SGB V mit der KBV schließen, die Nutzerfreundlichkeit und Preistransparenz zertifiziert. Alle neun im folgenden Vergleich dargestellten Systeme verfügen über eine KVDT-Zulassung. § 371 SGB V regelt demgegenüber die einheitlichen Schnittstellen für Systemwechsel und Archivierung — nicht die Zulassungspflicht selbst.

Die hier verwendeten Installationszahlen entstammen der ADT-Abrechnungsstatistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Datenstand 31. März 2025. Sie bilden die tatsächliche Nutzung — nicht die Lizenzierung — ab und sind damit die belastbarste öffentlich verfügbare Marktgröße für den niedergelassenen Bereich.

Die 9 meistgenutzten PVS-Systeme für Allgemeinmediziner im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt den Installationsbestand zum Q1/2025 sowie die Veränderung gegenüber Q4/2024. Systeme mit positivem Trend gewinnen aktiv Neuinstallationen; ein negativer Wert zeigt Abgänge — durch Praxisaufgaben, Wechsel oder Fusionen.

RangPraxissoftwareAnbieterInstallationen Q1/2025Trend ggü. Q4/2024
1TURBOMEDCompuGroup Medical (CGM)2.060−69
2CGM MEDISTAR BLACK PROCompuGroup Medical (CGM)1.942−78
3medatixxmedatixx GmbH & Co. KG1.617+73
4x.isynetmedatixx GmbH & Co. KG1.601−29
5T2medT2med GmbH & Co. KG1.504+93
6Medical OfficeINDAMED EDV-Entwicklung und Vertrieb GmbH1.494−10
7x.conceptmedatixx GmbH & Co. KG1.267−31
8ALBISCompuGroup Medical (CGM)1.133−20
9QUINCY WINFrey ADV GmbH1.072−11
Quelle: KBV ADT-Abrechnungsstatistik, Stand 31.03.2025.

Zwei Anbieter dominieren das Segment strukturell: CompuGroup Medical (CGM) hält mit TURBOMED, CGM MEDISTAR BLACK PRO und ALBIS zusammen 5.135 Installationen, medatixx vereint mit medatixx, x.isynet und x.concept weitere 4.485 Installationen. Auf diese beiden Konzerne entfallen damit knapp 65 % der Top-9-Installationen in der Allgemeinmedizin. T2med und medatixx (Eigenmarke) sind die einzigen Systeme mit positivem Installationstrend; alle übrigen verzeichnen Rückgänge, die überwiegend auf demografisch bedingte Praxisaufgaben ohne Nachfolger zurückzuführen sind.

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TURBOMED (CompuGroup Medical) — Marktführer mit größtem Installationsbestand in der Allgemeinmedizin

Mit 2.060 Installationen behauptet TURBOMED seine Marktführerschaft in der Allgemeinmedizin, verliert aber im Vergleich zu Q4/2024 netto 69 Installationen. Das System wird von CGM in drei Editionen angeboten: BASIS, PRO und PREMIUM.

Stärken im hausärztlichen Umfeld

Die BASIS-Edition eignet sich laut Hersteller für allgemeinmedizinische Einzelpraxen mit hohem Scheinvolumen; sie deckt KV-Abrechnung, Privatdokumentation, Terminplanung sowie die TI-Pflichtanwendungen (eRezept, eAU, KIM, ePA) ab. Die PRO-Edition erweitert um revisionssichere Archivierung, erweiterte Arztbriefdokumentation und ist für Gemeinschaftspraxen und Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) ausgelegt. PREMIUM umfasst zusätzlich eine TÜV-konforme Fremdarchivierung und DICOM-Anbindung für Bildgebung.

Für die Allgemeinmedizin relevant sind insbesondere die Komplexsteuerung — automatisierte Verknüpfung wiederkehrender Arbeitsschritte wie DMP-Dokumentation, EBM-Ziffernerfassung und Abrechnung — sowie die Karteikartenfilter zur fachgruppenspezifischen Selektion (z. B. Recall für Diabetikerpatienten, Impfstatusauswertungen).

Die Arzneimitteldatenbank ifap praxisCENTER ist integriert; der LIVE-CHECK in den Editionen PRO und PREMIUM prüft Abrechnungsfälle fortlaufend auf Plausibilität und reduziert Rückläufer in der KV-Abrechnung.

Für wen geeignet — und Einschränkungen

TURBOMED eignet sich für Einzelpraxen und BAGen, die eine ausgereife Standardlösung mit langer Installationsbasis suchen. Der Einstieg in die BASIS-Edition ist als Neugründungspaket konzipiert und skalierbar. Kritisch zu bewerten ist der Trend: Das System verliert seit mehreren Quartalen netto Installationen, was auf zunehmenden Wettbewerb durch modernere Oberflächen hinweist. Vor einem Wechsel zu TURBOMED sollte eine Live-Demo mit dem eigenen Scheinvolumen und DMP-Profil durchgeführt werden.

CGM MEDISTAR BLACK PRO — Die Enterprise-Lösung von CGM

CGM MEDISTAR BLACK PRO verzeichnet mit 1.942 Installationen den zweitgrößten Bestand im Segment, verliert jedoch mit −78 die meisten Installationen aller Top-9-Systeme im Berichtszeitraum. Das System ist der direkte Nachfolger des langjährigen Marktführers CGM MEDISTAR und richtet sich mit seinem modularen Ansatz an anspruchsvolle Praxen, Ärztenetze und Notfallpraxen.

Positionierung: Modularität und Dashboard-Konfiguration

MEDISTAR BLACK PRO setzt konsequent auf individuelle Zusammenstellbarkeit: Jede Nutzerin und jeder Nutzer konfiguriert sein Dashboard über Widgets — von Laborwertanzeigen über Sonographiearchive bis zu Medikamentenlisten. Dies unterscheidet MEDISTAR von den editionsbasierten Systemen wie TURBOMED, die Funktionspakete vordefinieren. Für große Allgemeinmedizinpraxen mit mehreren Ärzten und heterogenen Arbeitsprofilen (z. B. Praxisarzt plus angestellter Assistenzarzt) ist dieser Ansatz vorteilhaft.

CGM bietet optional den KI-gestützten DokuAssistenten (CGM one DokuAssistent) sowie einen KI-Telefonassistenten an, der Anrufvolumen außerhalb der Sprechstunden reduziert. Die Videosprechstunde ist als Add-on buchbar (ab 29 €/Behandler/Monat zzgl. MwSt., Stand März 2026). Alle TI-Pflichtanwendungen — ePA, eRezept, eAU, KIM — sind integriert.

Unterschied zu TURBOMED innerhalb des CGM-Portfolios

TURBOMED folgt einem Editions-Modell mit vordefiniertem Funktionsumfang je Stufe; MEDISTAR BLACK PRO folgt einem Modular-Modell, bei dem Basis-Features kombiniert und optionale Module hinzugebucht werden. TURBOMED wird vorrangig für Einzelpraxen positioniert; MEDISTAR richtet sich laut CGM explizit auch an Fachärzte, Gesundheitszentren und Ärztenetze. In der Praxis bedeutet das: MEDISTAR wird bei komplexen Versorgungsstrukturen eingesetzt, wo eine konfigurierbare Oberfläche und ein 24/7-Support relevant sind. Für unkomplizierte Hausarztpraxen mit stabilem Workflow kann TURBOMED die kostengünstigere und betrieblich schlankere Wahl sein.

Tipp: Fordern Sie bei CGM einen direkten Vergleich beider Systeme anhand Ihrer Fachgruppe, Scheinzahl und BAG-Struktur an, bevor Sie sich zwischen TURBOMED und MEDISTAR entscheiden. Die Editionspreise beider Systeme werden nicht öffentlich kommuniziert.

medatixx-Familie: medatixx, x.isynet & x.concept im Dreiervergleich

medatixx GmbH & Co. KG vertreibt in der Allgemeinmedizin drei eigenständige PVS-Produkte unter einem Dach. Zusammen kommen medatixx, x.isynet und x.concept auf 4.485 Installationen — mehr als TURBOMED und CGM MEDISTAR zusammen. Dies macht medatixx zum volumenstärksten PVS-Anbieterverbund im hausärztlichen Segment.

Merkmalmedatixxx.isynetx.concept
Installationen Q1/20251.6171.6011.267
Trend Q4/2024 → Q1/2025+73−29−31
KOB-zertifiziertJaJaJa
Selbst-Update (automatisch)JaNeinNein
Zielgröße PraxisEinzel- bis GemeinschaftEinzel- bis BAGEinzel- bis BAG
BesonderheitAutomations-Ablaufsteuerungx.comcenter für KIM/eArztbriefDMP-Inline-Hinweise

Alle drei Produkte unterstützen TI-Pflichtanwendungen, DMP-Dokumentation, HzV-Abrechnung und bieten eine mobile App (medatixx mobile) für Tablet-gestützten Datenzugriff. Die wesentlichen Unterschiede liegen in Oberfläche, Update-Mechanismus und Zielgröße der Praxis.

medatixx (Eigenmarke) ist das technisch aktuellste Produkt der Familie: Das Selbst-Update-Feature aktualisiert Stammdaten (EBM, ICD-10, Medikamente) automatisch im Hintergrund — ohne manuellen Installationsaufwand. Die integrierte Ablaufsteuerung ermöglicht praxisindividuelle Automatisierungsregeln für Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen und Abrechnungssequenzen. Der positive Installationstrend (+73) deutet auf aktive Neuzugänge hin.

x.isynet ist das installationsstärkste Einzelprodukt der medatixx-Familie. Es ist KOB-zertifiziert, enthält das Kommunikationsmodul x.comcenter für KIM-basierter eArztbrief-Versendung und unterstützt die Word-Integration für individuelle Briefvorlagen. Die integrierte Facharztmodul-Bibliothek deckt auch allgemeinmedizinische Spezialanforderungen (z. B. DMP-Chronikerdokumentation) ab.

x.concept richtet sich ebenfalls an Einzel- und Gemeinschaftspraxen und enthält DMP-Inline-Hinweise direkt bei der Ziffernerfassung — ein Feature, das die Abrechnungsvollständigkeit im laufenden Quartal verbessert. Mit −31 Installationen zeigt x.concept den stärksten Rückgang innerhalb der Familie, was auf Migrationen zu medatixx (Eigenmarke) hinweisen könnte.

Wechselszenarien innerhalb der medatixx-Familie

Ein Systemwechsel zwischen x.isynet, x.concept und medatixx ist laut Herstellerangaben mit vergleichsweise geringem Migrationsaufwand möglich. Praxen, die innerhalb der Familie aufsteigen möchten, sollten dies mit Medizinio oder ihrem regionalen medatixx-Servicepartner abstimmen; die Umstellung ist in der Regel im laufenden Quartal durchführbar.

T2med — Wachstumsstärkster Anbieter im Segment

T2med verzeichnet mit +93 Installationen den stärksten absoluten Zugewinn aller neun Systeme von Q4/2024 auf Q1/2025. Das System wurde von Dr. med. Hans Joachim von der Burchard aus Kiel gegründet — einem selbst praktizierenden Hausarzt — und ist plattformunabhängig auf Windows, macOS und Linux lauffähig.

Hintergrund des Wachstums

T2med positioniert sich mit einer kollegialen Preisphilosophie: Für eine Einzelpraxis (beliebig viele Arbeitsplätze) beträgt die einmalige Praxislizenz 1.900 € (netto), die monatliche Softwarepflege 115 € (netto) pro Praxis. Hinzu kommt eine Arztlizenz von 900 € (netto) sowie 46 €/Monat pro LANR (alle Angaben zzgl. MwSt., Quelle: t2med.de). TI-Anwendungen (eRezept, KIM, ePA, eAU), eDMP, Videosprechstunde und HzV-Selektivverträge sind ohne Zusatzmodule in der Softwarepflege enthalten. Dieses All-inclusive-Modell steht im direkten Kontrast zu den Zusatzmodulkosten anderer Anbieter und dürfte der wesentliche Wachstumstreiber sein.

Besonderheiten für Hausarztpraxen

Die HzV-Integration ist bei T2med kein eigenständiges Modul, sondern systemseitig implementiert: Vertragseinschreibungen, Diagnose- und Verordnungsregeln sowie Abrechnungsprüfungen laufen im Hintergrund und werden automatisch ausgelöst. Dasselbe gilt für eDMP-Formulare (Asthma, Diabetes mellitus Typ 1/2, KHK, COPD u. a.): Alle Felder sind querverknüpft, so dass ein einmal erfasster Blutdruckwert automatisch in alle relevanten DMP-Formulare übertragen wird.

Die Patienten-App PatMed ermöglicht Rezeptwiederholbestellungen direkt aus dem System — ein in hochfrequentierten Hausarztpraxen relevantes Feature zur Entlastung der Anmeldung. T2med ist nach Herstellerangaben aktuell in über 4.100 Praxen installiert (alle Fachgruppen).

Medical Office (INDAMED), ALBIS & QUINCY WIN — Die weiteren Top-9-Systeme für die Allgemeinmedizin

Die Systeme auf den Plätzen 6 bis 9 sind keine Nischenprodukte: Zusammen decken sie über 3.700 hausärztliche Installationen ab. Sie unterscheiden sich deutlich in Herkunft, Philosophie und Zielgröße.

SystemAnbieterInst. Q1/2025StärkeZielgruppeAuffälligkeit
Medical OfficeINDAMED1.494Modultiefe, Dynamic View, HzVEinzel- bis MVZ, AmbulanzenGesamt >4.000 Praxen (alle Fachgruppen); ePA-Integration seit Pilotphase
ALBISCGM1.133Praxis-Cockpit, Drag & Drop, AppAllgemeinmedizin, alle FachrichtungenCGM-Ökosystem: nahtlose Anbindung CGM-Add-ons
QUINCY WINFrey ADV1.072Spracherkennung, DMP-Recall, HausbesuchsmodulAlle Fachrichtungen, Einzel- bis MVZTI-Anbindung über DGN GUSbox (extern); Windows-only

Medical Office (INDAMED) kombiniert modularen Aufbau mit der konfigurierbaren Dynamic View-Oberfläche — jeder Arbeitsplatz kann individuell nach Arbeitskontext eingerichtet werden. Das Allgemeinmedizin-Fachmodul enthält DMPs, Vorsorgemanagement, Impfverwaltung, HzV-Selektivverträge und das Recall-System. INDAMED gehörte zu den Pilotanwendern der ePA und unterstützt KIM, eRezept und eAU. Das System ist seit Anfang 2025 nach Herstellerangaben in über 4.000 Praxen aller Fachgruppen aktiv; der Hausarzt-spezifische Anteil liegt gemäß KBV-Statistik bei 1.494. Der modulare Aufbau bedeutet: Grundfunktionen sind in allen Lizenzen enthalten, Erweiterungen (Dokumentenarchiv, Mobil-Client, Selektivverträge) werden separat gebucht.

CGM ALBIS ist der Allrounder im CGM-Portfolio und richtet sich an Praxen, die eine solide Basislösung mit geringerer Konfigurationskomplexität als MEDISTAR bevorzugen. Das integrierte Praxis-Cockpit liefert Echtzeitübersichten über Umsatzverteilung, Leistungsarten und Arztbezüge — relevant für betriebswirtschaftliche Praxissteuerung. Die CGM ALBIS.YOU-App ermöglicht mobilen Zugriff auf Patientendaten, Terminkalender und Wartezimmer. Im CGM-Ökosystem können ALBIS-Nutzer Add-ons wie den CGM one TelefonAssistenten oder AmbulApps für digitale Patientenanamnese hinzubuchen.

Im direkten Vergleich zu TURBOMED und MEDISTAR belegt ALBIS die Position des schlanken Allrounders: weniger Konfigurationstiefe als MEDISTAR, einfachere Oberfläche als TURBOMED-PRO, aber vollständige TI-Integration und CGM-Ökosystem-Anbindung. Für Praxen, die bereits CGM-Add-ons nutzen (z. B. CLICKDOC für Terminbuchung), bietet ALBIS eine natürliche Systemkontinuität.

QUINCY WIN (Frey ADV) ist die einzige rein Windows-basierte Lösung im Vergleich und setzt auf eine ausgereifte Dokumentationsphilosophie: Schnelleingabetafeln, Makros, Textbausteine und Spracherkennung erlauben eine revisionssichere Karteiführung mit minimalem Tippaufwand. Das Archivierungsmodul QScan pro verwaltet Bilddaten, Arztbriefe und Befunde direkt aus der Karteikarte. Die TI-Anbindung erfolgt über die DGN GUSbox — ein externer KIM-Dienst, der separat bezogen wird. Das Hausbesuchsmodul auf Laptop oder Tablet ermöglicht vollständigen QUINCY-Zugriff außerhalb der Praxis. Mit −11 Installationen zeigt QUINCY WIN eine stabile, wenn auch leicht rückläufige Basis.

Entscheidungskriterien: Welches PVS passt zur eigenen Hausarztpraxis?

Die Installationszahl allein ist kein Qualitätskriterium. Die Passung eines PVS hängt von praxisindividuellen Faktoren ab — insbesondere dann, wenn Selektivverträge, Mehrärztebetrieb oder eine geplante MVZ-Gründung berücksichtigt werden müssen.

Checkliste: PVS-Auswahl Allgemeinmedizin

  • [ ] Praxisgröße: Einzelpraxis, BAG, MVZ oder Ärztenetzbetrieb?
  • [ ] Scheinvolumen: Wie viele Fälle pro Quartal werden verarbeitet?
  • [ ] DMP-Profil: Welche DMPs sind aktiv? Wird automatische Übertragung benötigt?
  • [ ] HzV-Teilnahme: Ist ein § 73b-Vertrag aktiv oder geplant?
  • [ ] Selektivverträge: Weitere IV-Verträge, Betreuungsstrukturverträge?
  • [ ] Betriebssystem: Wird Windows, macOS oder Linux eingesetzt?
  • [ ] Mobilität: Werden Hausbesuche digital abgebildet?
  • [ ] TI-Strategie: Sollen TI-Module (KIM, ePA, eRezept) ohne Zusatzkosten enthalten sein?
  • [ ] Supportstruktur: Wird ein regionaler Vor-Ort-Partner oder zentraler Telefonsupport bevorzugt?
  • [ ] Lizenzmodell: Einmalzahlung + Wartung oder reines Monatsabo?

Wechselaufwand realistisch einschätzen

Ein PVS-Wechsel ist keine triviale Entscheidung. Drei Faktoren bestimmen den Aufwand: 

  1. Datenmigration,
  2. Schulungszeit 
  3. und Übergangsorganisation.

Die Datenmigration umfasst Karteikartendaten, Stammdaten, Laborbefunde und Archivdokumente. Die meisten Anbieter (T2med, medatixx, INDAMED) bieten strukturierte Importroutinen für gängige Altsysteme an. Ein sauberer Import ist in der Regel möglich, erfordert aber eine Testphase mit Stichprobenprüfung. Planungsempfehlung: Wechsel zum Quartalsanfang, nicht in der Abschlussabrechnungsphase.

Die Schulungszeit variiert je nach Komplexität des Systems und Vorerfahrung des Teams. Einfache Systeme wie T2med oder QUINCY WIN werden von Nutzern oft mit weniger als einer Woche Einarbeitungszeit angegeben; modulare Systeme wie MEDISTAR oder Medical Office können mehr Zeit für die Konfiguration erfordern.

Worauf beim Anbieterwechsel im laufenden Betrieb zu achten ist

Klären Sie vor dem Wechsel folgende Punkte schriftlich mit dem neuen Anbieter: vollständige Datenübernahme aus dem Altsystem (inkl. Labordaten, Archiv, DMP-Dokumentationen), Laufzeit der Parallelinstallation während der Übergangsphase, Schulung des gesamten Praxisteams (nicht nur der Ärzte) sowie Reaktionszeit des Supports in der kritischen Anlaufphase. Ein regionaler Vor-Ort-Partner ist in den ersten Wochen nach dem Wechsel deutlich wertvoller als eine zentrale Hotline.

Tipp: Beauftragen Sie vor der Vertragsunterzeichnung eine Live-Demo mit Ihren eigenen Testpatientendaten (Pseudonymisierung beachten). Nur so lässt sich die tatsächliche Arbeitsgeschwindigkeit bei realen Scheinzahlen beurteilen — nicht anhand von Präsentationsszenarien.

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FAQ: Häufige Fragen zur PVS-Wahl in der Allgemeinmedizin

Muss ein PVS-Wechsel mit der KV abgestimmt werden?

Eine formale Genehmigungspflicht durch die Kassenärztliche Vereinigung besteht nicht. Allerdings sind der neuen Software die aktuellen ADT/NDT-Stammdaten der zuständigen KV einzuspielen, und das neue System muss mit dem KV-Connect-Dienst der jeweiligen KV kompatibel sein. Informieren Sie Ihre KV vorsorglich über den Wechsel, insbesondere wenn dieser in eine laufende Abrechnungsperiode fällt.

Wie lange dauert eine realistische Einarbeitungszeit nach PVS-Wechsel?

Die Einarbeitungszeit hängt stark vom System und der Vorerfahrung des Teams ab. Für schlanke, intuitiv konzipierte Systeme (T2med, medatixx) wird eine vollständige Routine nach zwei bis vier Wochen erreicht; für konfigurationsintensive Systeme (Medical Office, MEDISTAR) können vier bis acht Wochen realistisch sein. Produktivitätsverluste in den ersten zwei Wochen sollten bei der Quartalsterminplanung berücksichtigt werden. Schulungen durch zertifizierte Vor-Ort-Partner verkürzen die Einarbeitungszeit deutlich gegenüber reiner Online-Dokumentation.

Welche PVS-Systeme unterstützen das hausärztliche DMP-Reporting vollständig?

Alle neun im Vergleich dargestellten Systeme unterstützen eDMP-Dokumentation und elektronischen KV-Versand für die in der Allgemeinmedizin relevanten Programme (Diabetes mellitus Typ 1/2, KHK, Asthma, COPD, Brustkrebs). Unterschiede bestehen in der Integrationstiefe: T2med und medatixx (Eigenmarke) übertragen DMP-Werte quervernetzt zwischen Formularen automatisch. QUINCY WIN, Medical Office und ALBIS stellen DMP als konfigurierbare Module bereit, die je nach Vertragskonstellation eingerichtet werden. Für das DMP Osteoporose (ab Q4/2025 anlaufend) und das zukünftige DMP Adipositas gilt: Prüfen Sie beim jeweiligen Anbieter den aktuellen Umsetzungsstand für Ihren KV-Bezirk, bevor Sie Ihre Teilnahme beantragen.

Lohnt sich ein Blick auf Praxissoftwares, die nicht unter den Top-Installationen der KBV gelistet sind?

Ja — die Installationszahl ist kein Qualitätskriterium, sondern ein Abbild historischer Kaufentscheidungen. Tomedo von Zollsoft steht mit 748 Installationen auf Rang 11 der KBV-ADT-Statistik (Stand Q1/2025), ist KVDT-zertifiziert und das einzige nativ macOS-basierte PVS im Gesamtvergleich. Eterno Cloud, Doctolib und Clinicos von noscai tauchen in der KBV-Statistik nicht auf, da sie die KVDT-Zertifizierung noch nicht abgeschlossen haben oder — wie Doctolib seit November 2025 — erst in den PVS-Markt eingetreten sind. Alle drei verfolgen einen cloudbasierten All-in-One-Ansatz mit KI-gestützter Dokumentation und richten sich an Praxen, die eine strukturelle Alternative zu klassischen Windows-Installationslösungen suchen. Für diese Systeme gilt: Klären Sie vor einer Evaluierung den aktuellen KVDT-Zertifizierungsstand sowie die Kompatibilität mit Ihren aktiven DMP- und Selektivverträgen direkt bei Medizinio.

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