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Abstract – GOÄ Ultraschall: Ziffern, Steigerung & Abrechnung
- GOÄ Ultraschall-Leistungen werden über die Ziffern 401–424 abgerechnet; Grundprinzip ist der einmalige Ansatz einer Hauptziffer (GOÄ 410, 417 oder 418) pro Sitzung, ergänzt durch maximal dreimal GOÄ 420 für weitere Organe — eine Nebeneinanderberechnung der Hauptziffern 410–418 ist unzulässig.
- Der Punktwert beträgt 5,82873 Cent (§ 5 Abs. 1 Satz 3 GOÄ); persönliche ärztliche Leistungen (GOÄ 410–424) haben einen Regelhöchstsatz von 2,3-fach und einen Höchstsatz von 3,5-fach, während Doppler-Ziffern (GOÄ 644, 645) dem medizinisch-technischen Gebührenrahmen unterliegen (Regelhöchstsatz 1,8-fach, Höchstsatz 2,5-fach).
- Für Gewebedoppler (Analog GOÄ 5140) und Speckle-Tracking (Analog GOÄ 5139) sowie für die Kontrastmittelsonographie (CEUS) existieren keine eigenständigen Ziffern; die Abrechnung erfolgt zwingend nach § 6 Abs. 2 GOÄ analog mit Kennzeichnungspflicht auf der Rechnung.
- Eine Überschreitung des jeweiligen Schwellenwerts erfordert nach § 12 Abs. 3 GOÄ eine fallbezogene schriftliche Begründung; Zuschläge GOÄ 401, 404–406 sind ausschließlich mit dem Einfachsatz berechnungsfähig und können nicht gesteigert werden.
Inhaltsverzeichnis
Systematik der GOÄ-Ultraschallziffern: Aufbau und Logik
GOÄ-Ziffern 410–424: Überblick der Sonographie-Leistungen
Abschnitt VI des GOÄ-Gebührenverzeichnisses fasst alle sonographischen Leistungen unter den Nummern 401 bis 424 zusammen. Kern des Systems sind die Hauptziffern 410–418 für die B-Bild-Sonographie einzelner Organe sowie die Zuschlagsziffern 401–406 für Erweiterungen wie Duplex-Verfahren, transösophageale oder traverkavitäre Untersuchungen.
Für die Abrechnung gelten laut GOÄ Allgemeine Bestimmungen Abschnitt VI vier unveränderliche Grundregeln:
- Die Zuschläge 401 sowie 404 bis 406 sind nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig — eine Steigerung ist für diese Ziffern ausgeschlossen.
- Die Ziffern 401–418 sowie 422–424 sind je Sitzung jeweils nur einmal berechnungsfähig.
- Die Ziffern 410–418 sind nicht nebeneinander berechnungsfähig.
- Die Ziffern 422–424 sind nicht nebeneinander berechnungsfähig.
- Die Bilddokumentation ist mit der jeweiligen Gebühr bereits abgegolten — sie kann nicht gesondert berechnet werden.
Tabelle: GOÄ-Ziffer → Leistungsinhalt → Punktzahl → Einfachsatz
| GOÄ-Ziffer | Leistungsinhalt | Punkte | Einfachsatz (€) |
|---|---|---|---|
| 401 | Duplex-Zuschlag zu 410–418 (ggf. inkl. Farbkodierung) | 400 | 23,31 |
| 402 | Zuschlag bei transösophagealer Untersuchung | 250 | 14,57 |
| 403 | Zuschlag bei traverkavitärer Untersuchung | 150 | 8,74 |
| 404 | Zuschlag Frequenzspektrumanalyse (inkl. Dokumentation) | 250 | 14,57 |
| 405 | cw-Doppler-Zuschlag zu GOÄ 415 oder 424 | 200 | 11,66 |
| 406 | Farbkodierungs-Zuschlag zu GOÄ 424 | 200 | 11,66 |
| 408 | Transluminale Sonographie (intraluminal, je Sitzung) | 200 | 11,66 |
| 410 | Ultraschalluntersuchung eines Organs | 200 | 11,66 |
| 412 | Schädelsonographie Säugling/Kleinkind (bis 2. LJ) | 280 | 16,32 |
| 413 | Hüftgelenk-Sono Säugling/Kleinkind (bis 2. LJ) | 280 | 16,32 |
| 415 | Sono Mutterschaftsvorsorge (inkl. Biometrie) | 300 | 17,49 |
| 417 | Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse | 210 | 12,24 |
| 418 | Ultraschalluntersuchung einer Brustdrüse (inkl. LK) | 210 | 12,24 |
| 420 | Weiteres Organ (Zusatzziffer, max. 3× je Sitzung) | 80 | 4,66 |
| 422 | Echokardiographie 1D (M-Mode, inkl. EKG-Kontrolle) | 200 | 11,66 |
| 423 | Echokardiographie 2D B-Mode (inkl. 422) | 500 | 29,14 |
| 424 | Doppler-Echokardiographie 2D (inkl. 423, Duplex) | 700 | 40,80 |
Abrechnung: Der Punktwert beträgt gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 GOÄ 5,82873 Cent. Alle Einfachsatz-Beträge ergeben sich aus Punktzahl × Punktwert, kaufmännisch gerundet. Dieses Rechenmodell bildet das technische Rückgrat für jede Privatliquidation im ärztlichen Bereich.
Abgrenzung: B-Bild-Sonographie vs. Doppler vs. Echokardiographie
Die GOÄ trennt drei Leistungsebenen strikt. Die B-Bild-Sonographie (GOÄ 410–418, 420) bildet die Grundstruktur für alle Organuntersuchungen. Die Doppler-Sonographie wird als Zuschlag (GOÄ 401, 404, 405) zur B-Bild-Untersuchung angesetzt oder über eigenständige Ziffern (644/645) für Gefäßuntersuchungen abgebildet. Die Echokardiographie (GOÄ 422–424) steht als eigenständige Leistungsgruppe — sie ist nicht mit den allgemeinen B-Bild-Ziffern 410–418 kombinierbar.
Diese Dreiteilung ist abrechnungsrelevant: Wer GOÄ 424 ansetzt, hat GOÄ 422 und 423 bereits verbraucht, da beide in der 424 enthalten sind.
Abdominal-Sonographie nach GOÄ korrekt abrechnen
GOÄ 410: Abdomensonographie — was ist abrechenbar?
GOÄ 410 vergütet die Ultraschalluntersuchung eines einzelnen Organs (200 Punkte, Einfachsatz 11,66 €). Abschnitt VI der GOÄ definiert den Organbegriff für die Abdomensonographie ausdrücklich weit: Als Organ gelten neben den anatomisch definierten Organen (Leber, Milz, Niere, Gallenblase, Pankreas, Aorta) auch Gelenke als Funktionseinheiten, Muskelgruppen sowie Lymphknoten und/oder Gefäße einer Körperregion.
Entscheidend für die Rechnungsstellung: Das untersuchte Organ ist in der Rechnung namentlich anzugeben. Die Organbenennung ist keine Formalität — sie ist Voraussetzung für die Berechnungsfähigkeit der Ziffer.
Die Untersuchung eines Organs nach GOÄ 410 erfordert laut Allgemeinen Bestimmungen die Differenzierung der Organstrukturen in mindestens zwei Ebenen. Eine einebige Übersichtsdarstellung genügt nicht.
Folgesonographie GOÄ: Wann ist erneute Abrechnung zulässig?
Für die Folgesonographie gibt es keinen expliziten Sperrfristenkatalog in der GOÄ. Die Abrechenbarkeit richtet sich nach § 1 Abs. 2 GOÄ: Vergütungen darf der Arzt nur für Leistungen berechnen, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst für eine medizinisch notwendige ärztliche Versorgung erforderlich sind. Eine Kontrollsonographie nach Intervention, bei laufender Therapie oder zur Verlaufskontrolle einer diagnostizierten Erkrankung ist damit regelmäßig abrechnungsfähig, sofern die medizinische Indikation dokumentiert ist.
Haftungsrisiko: Routinemäßige Folgesonographien ohne dokumentierte Indikationsstellung sind nach § 1 Abs. 2 GOÄ nicht berechnungsfähig. PKV-Erstattungsprüfungen weisen solche Positionen regelmäßig zurück.
Tabelle: Sono Abdomen GOÄ — Ziffernauswahl nach Organanzahl und Fragestellung
| Klinische Situation | Ziffernkombination | Liquidation 2,3-fach |
|---|---|---|
| 1 Organ (z.B. nur Leber) | GOÄ 410 | 26,81 € |
| 2 Organe (z.B. Leber + Gallenblase) | GOÄ 410 + 420 ×1 | 37,53 € |
| 3 Organe (z.B. Leber, Gallenblase, Niere) | GOÄ 410 + 420 ×2 | 48,24 € |
| 4 Organe (z.B. Abdomen komplett) | GOÄ 410 + 420 ×3 | 58,97 € |
| Abdomen + Duplex (z.B. Aorta) | GOÄ 410 + 420 ×3 + 401 | 82,28 € (401 nur einfach: 23,31 €) |
Häufige Abrechnungsfehler bei der Bauchorgansonographie
Der häufigste Fehler: mehrfacher Ansatz von GOÄ 410 für jedes einzelne Bauchorgan statt der korrekten Kombination aus GOÄ 410 (Erstorgan) und GOÄ 420 (Folgeorgane). Da GOÄ 410–418 nicht nebeneinander berechnungsfähig sind, ist die mehrfache Ansetzung von GOÄ 410 in einer Sitzung unzulässig — unabhängig von der Anzahl untersuchter Organe.
GOÄ 420 kann je Sitzung höchstens dreimal berechnet werden. Die Kombination GOÄ 410 + dreimal GOÄ 420 deckt maximal vier Organe ab. Bei mehr als fünf untersuchten Organen kann der erhöhte Zeitaufwand über eine Steigerung des Faktors bei GOÄ 420 (bis 3,5-fach) berücksichtigt werden.
Schilddrüsen- und Halssonographie nach GOÄ
GOÄ Ziffer Schilddrüsensonographie: 417, 418 oder Analogziffer?
Die GOÄ 417 (210 Punkte, Einfachsatz 12,24 €) vergütet ausschließlich die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse. Sie ist eine eigenständige Ziffer — nicht als Kombination aus GOÄ 410 + 420 abrechenbar.
Da GOÄ 417 und GOÄ 410 nicht nebeneinander berechnungsfähig sind: Wer in einer Sitzung sowohl die Schilddrüse als auch ein Abdominalorgan untersucht, beginnt mit der höherwertigen Hauptziffer und ergänzt die übrigen Organe über GOÄ 420.
Für Nebenschilddrüsen (Parathyreoidea) existiert keine eigene GOÄ-Ziffer. Die Abrechnung erfolgt analog nach § 6 Abs. 2 GOÄ entsprechend GOÄ 417. Dieser Analogansatz ist in der Rechnung als solcher zu kennzeichnen.
Halsweichteile, Lymphknoten und Carotis: Welche Ziffern gelten?
Für die Sonographie von Halsweichteilen, Lymphknoten und Speicheldrüsen gilt GOÄ 410. Diese Strukturen fallen unter den erweiterten Organbegriff der GOÄ — Lymphknoten und Gefäße einer Körperregion gelten als ein Organ im Sinne von GOÄ 410.
Die Carotis-Doppler-Sonographie wird über GOÄ 645 (650 Punkte, Einfachsatz 37,89 €) liquidiert. GOÄ 401 als Duplex-Zuschlag ist neben GOÄ 645 ausdrücklich nicht berechnungsfähig. GOÄ 644 und 645 gehören zum medizinisch-technischen Gebührenrahmen: Regelhöchstsatz 1,8-fach, Höchstsatz 2,5-fach.
Tabelle: GOÄ Sono Schilddrüse, Hals, Carotis — Ziffern im Vergleich
| Untersuchung | GOÄ-Ziffer | Punkte | Einfachsatz | Regelhöchstsatz (1,8-fach) | Höchstsatz (2,5-fach) |
|---|---|---|---|---|---|
| Schilddrüse | 417 | 210 | 12,24 € | 22,03 € | 30,60 € |
| Nebenschilddrüse | Analog 417 | 210 | 12,24 € | 22,03 € | 30,60 € |
| Halsweichteile / Lymphknoten | 410 | 200 | 11,66 € | 20,99 € | 29,15 € |
| Carotis (Doppler) | 645 | 650 | 37,89 € | 68,20 € | 94,72 € |
| Carotis (B-Bild, kein Doppler) | 410 | 200 | 11,66 € | 20,99 € | 29,15 € |
| Schilddrüse + Halsweichteile | 417 + 420 | 290 | 16,90 € | 30,42 € | 42,25 € |
Hinweis: GOÄ 644 und 645 gehören zum medizinisch-technischen Gebührenrahmen (Abschnitt F). Regelhöchstsatz ist das 1,8-fache, Höchstsatz das 2,5-fache — nicht 2,3-fach bzw. 3,5-fach wie bei persönlichen ärztlichen Leistungen.
Echokardiographie nach GOÄ: Ziffern und Steigerung
GOÄ 422–424: Abgrenzung und Hierarchie der Echo-Ziffern
Die Echokardiographie ist in der GOÄ eigenständig geregelt und nicht über GOÄ 410 abzurechnen. Die drei Echo-Ziffern bilden eine klare Hierarchie:
GOÄ 422 (200 Punkte, 11,66 €): Eindimensionale Echokardiographie (M-Mode) mit Bilddokumentation, ggf. einschließlich gleichzeitiger EKG-Kontrolle.
GOÄ 423 (500 Punkte, 29,14 €): Zweidimensionale Echokardiographie im Real-Time-Verfahren (B-Mode) — enthält GOÄ 422 bereits. GOÄ 422 ist neben 423 nicht separat berechnungsfähig.
GOÄ 424 (700 Punkte, 40,80 €): Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie (Duplex-Verfahren) — enthält GOÄ 423 (und damit 422) bereits. In der Praxis ist GOÄ 424 die Regelziffer für die vollständige transthorakale Echokardiographie.
Die Ziffern 422–424 sind nicht nebeneinander berechnungsfähig. Wer GOÄ 424 ansetzt, hat die vollständige Echokardiographie liquidiert.
Gewebedoppler und Stressecho: Analogabrechnung nach GOÄ
Für den Gewebedoppler (Tissue Doppler Imaging, TDI) und das Stressechokardiogramm existieren keine eigenen GOÄ-Ziffern. Die BÄK empfiehlt für den Gewebedoppler analog GOÄ 5140 (100 Punkte, Einfachsatz 5,83 €, Höchstsatz 2,5-fach) als Zuschlag zur Echokardiographie. Für das Speckle-Tracking-Verfahren empfiehlt die BÄK analog GOÄ 5139 (180 Punkte, Einfachsatz 10,49 €, Höchstsatz 2,5-fach). Beide Analogzuschläge sind einmal je Sitzung und nebeneinander berechnungsfähig. Der Analogansatz ist in der Rechnung stets als solcher auszuweisen — mit dem Vermerk „entsprechend“ und Angabe der Bezugsziffer.
Tabelle: Echokardiographie GOÄ — Ziffern, Steigerungsstufen, Kosten
| GOÄ-Ziffer | Leistung | Einfachsatz | 2,3-fach | 3,5-fach |
|---|---|---|---|---|
| 422 | M-Mode Echo | 11,66 € | 26,81 € | 40,80 € |
| 423 | 2D-Echo B-Mode (inkl. 422) | 29,14 € | 67,03 € | 102,00 € |
| 424 | Doppler-Echo (inkl. 423) | 40,80 € | 93,84 € | 142,80 € |
| 424 + 405 | Doppler-Echo + cw-Doppler | 52,46 € | — | — |
| 424 + 406 | Doppler-Echo + Farbkodierung | 52,46 € | — | — |
| Analog 5140 | Gewebedoppler-Zuschlag | 5,83 € | — | 14,57 € (2,5-fach) |
| Analog 5139 | Speckle-Tracking-Zuschlag | 10,49 € | — | 26,23 € (2,5-fach) |
Abrechnung: GOÄ 405 und 406 sind nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig. Die Analogziffern 5139 und 5140 unterliegen dem medizinisch-technischen Gebührenrahmen mit Höchstsatz 2,5-fach.
Doppler- und Gefäßsonographie nach GOÄ
GOÄ Doppler Ultraschall: Ziffern für Carotis, Aorta und Beinvenen
Die Farbdoppler-Sonographie von Gefäßen läuft in der GOÄ über zwei Pfade:
Pfad 1 — B-Bild + Duplex-Zuschlag: Die B-Bild-Darstellung eines Gefäßes (z.B. Aorta abdominalis) wird über GOÄ 410 abgerechnet. Kommt das Duplex-Verfahren hinzu, tritt GOÄ 401 als Zuschlag dazu (nur einfacher Gebührensatz, 23,31 €).
Pfad 2 — Eigenständige Doppler-Ziffern: Für die direktionale Ultraschall-Doppler-Technik an Extremitätengefäßen gilt GOÄ 644 (180 Punkte, Einfachsatz 10,49 €, Höchstsatz 2,5-fach), für die hirnversorgenden Arterien gilt GOÄ 645 (650 Punkte, Einfachsatz 37,89 €, Höchstsatz 2,5-fach). Neben GOÄ 644/645 ist GOÄ 401 ausdrücklich nicht berechnungsfähig.
Die BÄK empfiehlt für Duplex-Sonographien die Prüfung der „Best-Abrechnung“: Im Einzelfall kann die Kombination GOÄ 410 + 420 + 401 gegenüber GOÄ 410 + 420 + 644/645 das höhere Honorar ergeben — da GOÄ 410 und 420 bis zum 3,5-fachen steigerbar sind, GOÄ 644/645 hingegen nur bis zum 2,5-fachen.
Transrektaler Ultraschall und Spezialsonographien: Korrekte Zuordnung
Der transrektale Ultraschall (z.B. Prostata, Rektum) wird über GOÄ 410 zuzüglich GOÄ 403 (Zuschlag traverkavitäre Untersuchung, 150 Punkte, nur Einfachsatz 8,74 €) abgerechnet. GOÄ 403 ist neben GOÄ 402 und neben endoskopischen Leistungen (GOÄ 676–692) nicht berechnungsfähig.
Die transvaginale Sonographie folgt demselben Prinzip: GOÄ 410 oder 415 (bei Mutterschaftsvorsorge) plus GOÄ 403 als Zuschlag.
Tabelle: GOÄ Gefäßsonographie — Ziffer, Leistungsinhalt, Steigerungsfaktor
| Untersuchung | GOÄ-Ziffer | Einfachsatz | Höchstsatz | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Aorta (B-Bild) | 410 | 11,66 € | 40,80 € (3,5-fach) | Organbenennung erforderlich |
| Aorta (B-Bild + Duplex) | 410 + 401 | 35,00 € | — | GOÄ 401 nur Einfachsatz |
| Beinvenen / Extremitätengefäße (Doppler) | 644 | 10,49 € | 26,23 € (2,5-fach) | GOÄ 401 nicht neben 644 |
| Carotis / hirnversorgende Arterien (Doppler) | 645 | 37,89 € | 94,72 € (2,5-fach) | GOÄ 401 nicht neben 645 |
| Transrektaler US (z.B. Prostata) | 410 + 403 | 20,40 € | — | 403 nur Einfachsatz |
Weitere Organe und Körperregionen: GOÄ-Zuordnung
Gynäkologie und Schwangerschaft: GOÄ Ultraschall Uterus, Mamma, 3D
Für die Sonographie im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge gilt ausschließlich GOÄ 415 (300 Punkte, 17,49 €) — einschließlich Biometrie und Beurteilung der Organentwicklung. Außerhalb der Mutterschaftsvorsorge ist die Uterus-/Ovarsonographie über GOÄ 410 (ggf. + 403 bei transvaginaler Technik) abzurechnen.
Für die 3D-/4D-Sonographie fehlt eine eigenständige GOÄ-Ziffer. Die Abrechnung erfolgt analog nach § 6 Abs. 2 GOÄ auf Basis von GOÄ 415. Der erhöhte technische Aufwand kann bei der Steigerungsbemessung nach § 5 Abs. 2 GOÄ berücksichtigt werden.
Die Mammasonographie wird über GOÄ 418 (210 Punkte, 12,24 €) liquidiert — einschließlich der regionalen Lymphknoten. Da GOÄ 418 und GOÄ 410 nicht nebeneinander ansetzbar sind, tritt bei kombinierten Untersuchungen die höherwertige Ziffer als Basisziffer an die Stelle von GOÄ 410. Die weiteren Organe werden über GOÄ 420 ergänzt.
Muskel, Gelenk, Pleura, Hoden, Auge: Ziffernwahl und Abgrenzung
Für Gelenke, Muskelgruppen, Pleura, Hoden und Augen gilt jeweils GOÄ 410. Gelenke gelten explizit als Funktionseinheiten im Sinne von GOÄ 410. Beide Kniegelenke in einer Sitzung werden daher als GOÄ 410 (erstes Gelenk) + GOÄ 420 (zweites Gelenk) abgerechnet — nicht als zweimal GOÄ 410.
Bei der Pleurasonographie gilt: Eine gezielte Untersuchung des Pleuraraums (z.B. Ergussnachweis und -quantifizierung) ist als eigenständige Organuntersuchung nach GOÄ 410 berechnungsfähig. Die Darstellung der Pleura als Nebenbefund im Rahmen einer GOÄ 424 ist mit der Echokardiographie-Gebühr bereits abgegolten.
Tabelle: GOÄ Ultraschall nach Region — Ziffer, Analogziffer, Hinweis
| Körperregion / Organ | Primärziffer | Besonderheit / Analogziffer |
|---|---|---|
| Abdomen (je Organ) | 410 + 420 | Max. 3× GOÄ 420 je Sitzung |
| Schilddrüse | 417 | Nicht neben 410 |
| Nebenschilddrüse | Analog 417 | § 6 Abs. 2 GOÄ, als Analogansatz kennzeichnen |
| Brustdrüse (inkl. LK) | 418 | Nicht neben 410 |
| Mutterschaftsvorsorge | 415 | Nur im Rahmen der Vorsorge |
| 3D-Sonographie Schwangerschaft | Analog 415 | § 6 Abs. 2 GOÄ |
| Gelenk / Muskel / Sehne | 410 | Organdefinition GOÄ Abschn. VI Nr. 6 |
| Pleura / Lunge | 410 | Nebenbefund bei Echo in GOÄ 424 enthalten |
| Hoden / Nebenhoden | 410 | Organbenennung erforderlich |
| Auge / Orbita | 410 | Organbenennung erforderlich |
| Hüftgelenk Säugling (bis 2. LJ) | 413 | Nicht neben 410 |
| Schädelsonographie Säugling (bis 2. LJ) | 412 | Nicht neben 410 |
| Prostata transrektal | 410 + 403 | GOÄ 403 nur Einfachsatz |
| Kontrastmittelsonographie (CEUS) | Analog 410 o. 420 | Kein eigener GOÄ-Schlüssel; § 6 Abs. 2 GOÄ |
Steigerungsfaktoren und Liquidation in der Privatpraxis
Wann ist GOÄ 420 steigern zulässig — und wie begründen?
Die Steigerungssystematik für GOÄ Ultraschall-Ziffern richtet sich nach § 5 Abs. 1 und 2 GOÄ. Der Gebührenrahmen reicht vom 1,0-fachen bis zum 3,5-fachen des Gebührensatzes. In der Regel darf eine Gebühr nur zwischen dem 1,0-fachen und dem 2,3-fachen bemessen werden. Das Überschreiten des 2,3-fachen Satzes ist nur bei Besonderheiten in Schwierigkeit oder Zeitaufwand zulässig.
Für GOÄ 420 gilt dieselbe Steigerungslogik wie für GOÄ 410. Das Überschreiten des 2,3-fachen Satzes erfordert gemäß § 12 Abs. 3 GOÄ eine für den Zahlungspflichtigen verständliche und nachvollziehbare schriftliche Begründung in der Rechnung. Anerkannte Begründungen für erhöhte GOÄ-Faktoren sind u.a. Adipositas, Darmüberlagerungen durch Meteorismus, Notfallsonographie oder der Ausschluss von Metastasen bei maligner Erkrankung.
Abrechnung: Bemessungskriterien, die bereits in der Leistungsbeschreibung berücksichtigt sind, dürfen nach § 5 Abs. 2 Satz 3 GOÄ nicht erneut als Steigerungsgrund herangezogen werden. Die Schwierigkeit des Krankheitsfalles kann hingegen stets als Begründung dienen.
Kontrastmittelsonographie GOÄ: Abrechnung und Analogziffern
Für die Kontrastmittelsonographie (CEUS) existiert kein eigener GOÄ-Schlüssel. Die Abrechnung erfolgt nach § 6 Abs. 2 GOÄ analog zu einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung — in der Praxis zumeist GOÄ 410 (ggf. in Kombination mit GOÄ 420).
Der erhöhte Aufwand durch Kontrastmittelapplikation, erweiterte Untersuchungszeit und Nachbeobachtung rechtfertigt eine Steigerung über den 2,3-fachen Schwellenwert — diese ist schriftlich zu begründen. Das Kontrastmittel selbst ist als Auslage nach § 10 GOÄ gesondert berechnungsfähig und muss mit Einzelnachweis in der Rechnung aufgeführt werden.
Tabelle: Steigerungsstufen GOÄ Sonographie — Regelsatz, Höchstsatz, Begründungspflicht
| Steigerungsfaktor | Schwelle | Besonderheit |
|---|---|---|
| 1,0-fach | Untergrenze | Regelmäßig nur bei öffentlichen Kostenträgern (§ 11 GOÄ) |
| 1,8-fach | Regelhöchstsatz (Abschn. A, E, O, F med.-techn.) | Gilt für GOÄ 644, 645 und weitere med.-techn. Leistungen |
| 2,3-fach | Regelhöchstsatz persönl. ärztl. Leistungen | Überschreitung begründungspflichtig nach § 12 Abs. 3 GOÄ |
| 2,5-fach | Höchstsatz (Abschn. F med.-techn.) | Gilt für GOÄ 644, 645; über 1,8-fach: Begründung erforderlich |
| 3,5-fach | Höchstsatz persönl. ärztl. Leistungen | Nur bei außergewöhnlichen Besonderheiten; über 2,3-fach: Begründung erforderlich |
| Einfachsatz (fix) | Zuschläge 401, 404–406 | Steigerung ausgeschlossen (Allg. Best. Abschn. VI Nr. 1) |
Kosten des Ultraschalls nach GOÄ: Was zahlt der Patient?
Tabelle: GOÄ Ultraschall Kosten — Einfachsatz bis Höchstsatz nach Ziffer
| GOÄ-Ziffer | Leistung | 1,0-fach | Regelhöchstsatz | Höchstsatz |
|---|---|---|---|---|
| 410 | Organsonographie (ein Organ) | 11,66 € | 26,81 € (2,3-fach) | 40,80 € (3,5-fach) |
| 417 | Schilddrüsensonographie | 12,24 € | 28,15 € (2,3-fach) | 42,84 € (3,5-fach) |
| 418 | Mammasonographie | 12,24 € | 28,15 € (2,3-fach) | 42,84 € (3,5-fach) |
| 420 | Zusatzorgan (je Organ) | 4,66 € | 10,72 € (2,3-fach) | 16,32 € (3,5-fach) |
| 415 | Mutterschaftsvorsorge-Sono | 17,49 € | 40,22 € (2,3-fach) | 61,20 € (3,5-fach) |
| 423 | Echokardiographie 2D | 29,14 € | 67,03 € (2,3-fach) | 102,00 € (3,5-fach) |
| 424 | Doppler-Echokardiographie | 40,80 € | 93,84 € (2,3-fach) | 142,80 € (3,5-fach) |
| 645 | Carotis-Doppler | 37,89 € | 68,20 € (1,8-fach) | 94,72 € (2,5-fach) |
Abdomen, Schilddrüse, Echokardiographie: Kostenvergleich für Patienten
Die tatsächliche Patientenbelastung hängt stark vom gewählten Steigerungsfaktor ab. Die PKV erstattet in der Regel bis zum 3,5-fachen Satz, sofern keine Sondertarife greifen. Bei Versicherten im Standardtarif nach § 257 Abs. 2a SGB V begrenzt § 5b GOÄ die Erstattung.
Eine vollständige Abdomensonographie (GOÄ 410 + dreimal 420) kostet beim 2,3-fachen Regelhöchstsatz rund 58,97 €, beim 3,5-fachen Höchstsatz rund 89,73 €. Die Doppler-Echokardiographie (GOÄ 424) liegt beim Regelhöchstsatz bei 93,84 €, beim Höchstsatz bei 142,80 €.
Hinweis zur GOÄ-Reform: Der 129. Deutsche Ärztetag votierte im Mai 2025 für die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte. Den konsentierten GOÄneu-Entwurf übergab die Ärzteschaft im Juni 2025 an das Bundesgesundheitsministerium. Ein Inkrafttreten gilt frühestens für 2027/2028. Bis dahin gilt die bestehende GOÄ unverändert als alleinige Abrechnungsgrundlage.
FAQ: Häufige Fragen zur GOÄ-Sonographie-Abrechnung
Kann ich bei einer Sitzung mehrere Ultraschall-Ziffern nebeneinander abrechnen?
Nein — nicht beliebig. Die GOÄ schließt die Nebeneinanderberechnung von GOÄ 410–418 in einer Sitzung explizit aus. Pro Sitzung ist nur eine der Hauptziffern 410, 412, 413, 415, 417 oder 418 ansetzbar. Weitere Organe werden über GOÄ 420 abgerechnet (max. dreimal je Sitzung). Die Echokardiographie-Ziffern 422–424 sind ebenfalls nicht untereinander kombinierbar — jede höhere Ziffer schließt die niedrigere bereits ein.
Wie unterscheidet sich GOÄ 410 von GOÄ 420 — und wann gilt welche Ziffer?
GOÄ 410 ist die Basisziffer für das erste Organ einer Sitzung (200 Punkte). GOÄ 420 ist die Zuschlagsziffer für jedes weitere Organ im Anschluss an eine der Ziffern 410–418 (80 Punkte, max. dreimal je Sitzung). Die korrekte Reihenfolge: Die höherwertige Organuntersuchung wird über die Basisziffer (410, 417 oder 418) abgerechnet, weitere Organe über GOÄ 420. Wer mehrere Hauptziffern 410 in einer Sitzung ansetzt, verstößt gegen die Allgemeinen Bestimmungen Abschnitt VI der GOÄ.
Was ist bei der Abrechnung der Kontrastmittelsonographie nach GOÄ zu beachten?
Da kein eigener GOÄ-Schlüssel für CEUS existiert, ist zwingend der Analogansatz nach § 6 Abs. 2 GOÄ zu wählen. In der GOÄ-Rechnung muss die Analogziffer ausdrücklich mit dem Vermerk „entsprechend“ und Angabe der Bezugsziffer ausgewiesen werden. Das Kontrastmittel ist als Auslage nach § 10 GOÄ gesondert mit Einzelnachweis abzurechnen. Die Steigerung über den 2,3-fachen Satz ist beim CEUS wegen des erhöhten Aufwands begründbar, muss aber schriftlich in der Rechnung dargelegt werden (§ 12 Abs. 3 GOÄ). Hinweis: Seit Anfang 2026 sind ärztliche Honorarstreitigkeiten den Landgerichten zugewiesen.
