Medizinio Praxissoftware Umfrage 2026: Ergebnisse und Analysen

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Abstract – Praxissoftware-Umfrage 2026: NPS, Zufriedenheit, Wechselbarrieren

  • Der Net Promoter Score (NPS) für Praxissoftware in Deutschland liegt laut Medizinio-Umfrage 2026 (n=194, 26 Fachrichtungen) bei –30,4; 57,2 % der befragten Ärzte sind Detraktoren, nur 26,8 % Promotoren – ein strukturell negatives Stimmungsbild über nahezu alle 48 erfassten Praxisverwaltungssysteme hinweg.
  • Die drei häufigsten Kritikpunkte an bestehenden Praxisverwaltungssystemen (PVS) sind schlechter Support (23,2 %, Wartezeiten teils über 24 Stunden), fehlende Funktionen und Schnittstellenanbindungen (22,7 %) sowie mangelnde Bedienbarkeit (22,2 %); nur 5,7 % der Befragten haben keinerlei Kritik an ihrer Software.
  • Obwohl über 55 % der Befragten einen Systemwechsel erwogen haben oder aktiv planen, wechselten innerhalb von 12 Monaten nur 12,9 % tatsächlich; psychologische Wechselbarrieren dominieren: Unsicherheit über den Nutzen des Wechsels (71,4 %), Angst vor Datenverlust (53,3 %) und erwartete Umstellungsaufwände beim Praxisteam (MFA, 47,6 %).
  • Praxisinhaber, die einen PVS-Wechsel prüfen, sollten Migrationsprozesse (Datenübertragung, KBV-Zertifizierung, TI-Kompatibilität), Support-Erreichbarkeit und Cloud-Fähigkeit als primäre Auswahlkriterien gewichten – Wechsler berichten in 60 % der Fälle von messbaren Verbesserungen im Praxisalltag.

Datenerhebung und Methodik der Praxissoftwareumfrage 2026

Die Datenerhebung erfolgte von Dezember 2025 bis Anfang Januar 2026 durch eine digitale Befragung zum Thema Praxissoftware. Die methodische Struktur ermöglicht drei unterschiedliche Frage-Abfolgen, die sich aus vorherigen Antworten ergeben.

  • Grundgesamtheit: 27.800 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte der Human- und Dentalmedizin.
  • Stichprobe: 194 verifizierte Rückmeldungen aus 26 Fachbereichen.
  • Repräsentierte Fachrichtungen (Top 5):
    • Allgemeinmedizin (30,4 %)
    • Innere Medizin (10,3 %)
    • Gynäkologie/Geburtshilfe (8,8 %)
    • Orthopädie (8,8 %)
    • Zahnmedizin (8,8 %)
  • Erhebungsinstrumente: Skalenbewertungen, Multiple-Choice-Fragen und Freitextfelder.
  • Datenaufbereitung: Konsolidierung semantisch identischer Freitextantworten (z. B. Zusammenführung von „Hohe Kosten“ und „Zu hoher Preis“).
Tortendiagramm zur Verteilung von Fachbereichen wie Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Orthopädie in einer Umfrage 2026.
Ein fundierter Praxissoftware-Vergleich beginnt mit der Analyse der spezifischen Anforderungen unterschiedlicher Fachrichtungen an digitale Lösungen.

Im Rahmen der Umfrage wurden ebenfalls Fragen zur Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) in der Arztpraxis gestellt. Die Auswertung und Erkenntnisse dieser KI-Fragen wurde von den Praxissoftware-Fragen bewusst separiert und in einem eigenen Artikel vorgestellt.

Marktanteile der Bestandssysteme: Welche Praxissoftware nutzen Ärzte?

Die Teilnehmer gaben insgesamt 48 verschiedene Softwaresysteme an. Die Verteilung der am häufigsten genutzten Systeme stellt sich in unserer Umfrage wie folgt dar:

Praxisverwaltungssystem Marktanteil in der Umfrage
Medistar 13,4 %
tomedo 9,8 %
T2med 6,7 %
medatixx 6,7 %
Medical Office 5,2 %
Tortendiagramm zur Nutzung von Praxissoftware mit Marktanteilen von Medistar, tomedo, T2med, medatixx und weiteren Anbietern.
Die Marktverteilung liefert im Praxissoftware-Vergleich wichtige Anhaltspunkte über die Verbreitung und Beständigkeit der verschiedenen Softwarelösungen.

Info: Diese Systeme spiegeln nicht die Bandbreite der bundesweiten Installationen wider, wie Sie in der aktuellen Version der KBV-Installationsstatistiken zu finden sind, und zeigt, dass unsere Ärzte zu modernen Systemen tendieren.

Nutzerzufriedenheit und Net Promoter Score (NPS)

Zur Ermittlung der Kundenzufriedenheit nutzen wir, wie in den vorherigen Jahren, den Net Promoter Score (NPS).Der NPS misst die Kundenzufriedenheit, indem er die Bereitschaft zur Weiterempfehlung anhand der Frage „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns weiterempfehlen?“ auf einer Skala von 0–10 bewertet.

Kunden werden in Promotoren (9-10), Passive (7-8) und Kritiker (0-6) eingeteilt, wobei der NPS aus der Differenz der Prozentanteile von Promotoren und Detraktoren berechnet wird.

Kernaspekte des NPS: Berechnung: “Anteil Promotoren (%)” – “Anteil Detraktoren (%)”.

Der Wert reicht von -100 bis +100.

Kategorisierung:Promotoren (9-10): Loyale Enthusiasten, die das Unternehmen weiterempfehlen.Passive (7-8): Zufriedene, aber wechselgefährdete Kunden. Detraktoren (0-6): Unzufriedene Kunden, die das Markenimage schädigen können

Interpretation: Ein positiver NPS ist gut, Werte über +50 sind exzellent. Werte unter 0 weisen auf dringenden Handlungsbedarf hin.

Kategorisierung der Antworten:

  • Detraktoren (Score 1-6): 57,2 % der Befragten raten aktiv von ihrem aktuellen System ab.
  • Neutrale (Score 7-8): 16,0 % der Befragten verhalten sich passiv gegenüber ihrem System.
  • Promotoren (Score 9-10): 26,8 % der Befragten empfehlen ihr System aktiv weiter.

Der kumulierte NPS aller Systeme aus unserer Umfrage liegt mit mehr als 50 Punkte deutlich über dem schlechtesten Zi-Wert eines einzelnen Systems. Wir konnten feststellen, dass Praxissoftware von modernen Anbietern deutlich bessere NPS-Ergebnisse erzielt und dadurch den gesamten Schnitt hebt. Da ein Großteil der Ärzte jedoch ältere Systeme nutzt, bleibt der Wert weiterhin deutlich negativ.

Balkendiagramm zur Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit von Praxissoftware auf einer Skala von 1 bis 10.
Die Bereitschaft zur Weiterempfehlung ist ein unverzichtbarer Benchmark im Praxissoftware-Vergleich, um die reale Zufriedenheit von Kollegen zu messen.

Wechselbereitschaft und Verbesserungen durch neue Praxissoftware

12,9 % der Befragten haben in den 12 Monaten vor der Umfrage Ihre Praxissoftware gewechselt. Innerhalb der Wechsler sorgte die neue Software bei einem Großteil für eine bessere Situation in der Praxis (60 %), während sich für eine Praxis die Situation sogar verschlechterte. Die restlichen Befragten (36 %) konnten keine Veränderung ausmachen.

Tortendiagramm zur Frage, ob die neue Praxissoftware die Situation verbessert (60%), verschlechtert oder nicht verändert hat.
Der Praxissoftware-Vergleich bestätigt das Potenzial eines Wechsels: Für die deutliche Mehrheit der Praxen führt die Umstellung zu spürbaren Vorteilen.

Die größten Herausforderungen beim Wechsel waren:

  • Datenübertragung (64 %)
  • Praxisteam für den Wechsel vorbereiten (56 %)
  • Lange Umstellungszeiträume (32 %)
Balkendiagramm zu Hürden beim Softwarewechsel wie Datenübertragung (64 %) und Vorbereitung des Praxisteams (56 %).
Wer einen Praxissoftware-Vergleich durchführt, sollte auch die Migrationsprozesse prüfen, um typische Hürden wie die Datenübertragung effizient zu meistern.

Hinzu kamen teilweise Probleme mit Kompatibilitäten von Hard- und Software, der TI- und IT-Struktur, sowie einigen Schnittstellen.

Auch wenn nur wenige Praxen den Wechsel wirklich angegangen sind im letzten Jahr, hat die Mehrheit schon über einen Wechsel nachgedacht (55 %) oder beschäftigen sich aktuell mit dem Wechsel der Software (7,1 %).

Doch große Sorgen halten die Befragten von einem Wechsel ab und bilden psychologische Wechselbarrieren. Die drei verbreitetsten Sorgen sind dabei:

  • Unsicherheit, dass der Wechsel Verbesserung bringt (71,4 %)
  • Angst vor Datenverlust (53,3 %)
  • MFAs blockieren Wechsel/brauchen lange für Umstellungen (47,6 %)
Horizontales Balkendiagramm zu Sorgen beim Softwarewechsel, angeführt von Unsicherheit (über 70 %) und Datenverlust.
Ein transparenter Praxissoftware-Vergleich hilft dabei, psychologische Barrieren und technische Sorgen durch objektive Fakten und Erfahrungsberichte abzubauen.

Fazit: Obwohl viel Unzufriedenheit herrscht, ist die Zahl der Systemwechsel im Jahr noch recht klein und geht häufig mit Sorgen und Problemen einher. Meist lohnt sich der Wechsel für die Praxen dennoch und sorgt bei einem Großteil für Verbesserungen im Alltag.

Störfaktoren von Praxissoftware in 2026

Nahezu alle Systeme haben Kritikpunkte, nur 5,7 % haben an Ihrer Praxissoftware nichts auszusetzen. Die größten Störfaktoren über alle Systeme hinweg bestehen größtenteils aus drei Punkten:

  • Schlechter Support (23,2 %)
  • Fehlende Funktionen und Anbindungen (22,7 %)
  • Schlechte Bedienbarkeit (22,2 %)
Balkendiagramm zu Störfaktoren: Schlechter Support (23 %), fehlende Funktionen (23 %) und schlechte Bedienung (22 %).
Defizite beim Service und Funktionsumfang sind oft der Startschuss für einen Praxissoftware-Vergleich, um eine zukunftssichere Lösung zu finden.

Auffällig ist besonders die Kritik am Preis (9,3 %), die ausschließlich von Nutzern kommt, die innerhalb der letzten 12 Monate nicht das System gewechselt haben.

Kritikpunkt Support: Schlechte Erreichbarkeit und lange Wartezeiten

Wie auch in den Umfragen aus den Vorjahren hält sich der Kritikpunkt des schlechten Supports auf dem ersten Platz. Knapp 45 % der Befragten brauchen mind. 1 Stunde, um Ihren Support zu erreichen und erhalten häufig erst nach über 24 Stunden eine zufriedenstellende Antwort oder Hilfe.

Die Zufriedenheit mit der Qualität des Supports erstreckt sich recht gleichmäßig über das Spektrum und sorgt für eine knappe Drittelung zwischen den Bewertungen mit 1-2 Punkte, 3-4 Punkte und 5-6 Punkte.

Praxen, die in den letzten 12 Monaten ihre Software gewechselt haben, sind allerdings im Schnitt zufriedener mit dem Support und bewerten zu über 50 % mit 5 oder 6 Punkten.

Balkendiagramm zur Support-Qualität auf einer Skala von 1 bis 6: 26 % vergeben die Note 5 (gut).
Die Bewertung der Servicequalität liefert im Praxissoftware-Vergleich ein klares Bild darüber, dass Anbieter ihre Kunden nach dem Kauf unterschiedlich gut betreuen.

Die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl von Praxissoftware

Als wichtigste Punkte dominieren vor allem eine einfache Bedienung und ein guter Support die Auswahlkriterien der Befragten und wurden von 88,7 % genannt. Das wirkt wenig überraschend, denn Bedienbarkeit und Support waren gleichermaßen die häufigsten Kritikpunkte.

Balkendiagramm: Einfache Bedienung (89 %) und guter Support (89 %) sind die wichtigsten Punkte bei Praxissoftware.
Usability und Servicequalität stehen im Fokus, denn diese Faktoren haben laut Umfrage die höchste Priorität für Praxen.

Als dritter Punkt wird die Möglichkeit für flexibles Arbeiten genannt (59,3 %) und zeigt, dass auch die Ärzteschaft den Zugriff von unterwegs und zu Hause aus schätzt und entsprechend priorisiert. Hybrides Arbeiten, ermöglicht durch Cloud Praxissoftware, ist auch in den Arztpraxen als Arbeitsmodell angekommen. 

Abgeschlossen werden die Anforderungen durch Wünsche nach einem günstigen Preis (50 %), digitalen Tools (49 %) wie Online-Terminbuchung, digitaler Anamnese etc. und nach der Kompatibilität mit Drittanbietern (42,3 %).

Die obenstehenden Antworten waren bei dieser Frage vorgegeben, während in den Freieintragungen für weitere Kriterien durch den Wunsch nach Stabilität und gutem Funktionsumfang dominiert wurden. Im Vergleich sind diese Aussagen auf prozentualer Ebene weniger aussagekräftig, da vorgegebene Antworten deutlich mehr geklickt werden als Freifeld Einträge vorgenommen werden.

Fazit

Die Medizinio Praxissoftware Umfrage 2026 zeigt, dass viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Deutschland mit ihrer aktuellen Praxissoftware unzufrieden sind. Der negative Net Promoter Score (NPS) von -30,4 bestätigt eine strukturelle Unzufriedenheit, insbesondere in den Bereichen Support, Bedienbarkeit und Funktionsumfang. Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Wechselquote gering, obwohl mehr als die Hälfte der Befragten einen Softwarewechsel bereits in Erwägung gezogen hat.

Die Ergebnisse machen klar: Die größten Wechselbarrieren sind nicht fehlende Alternativen, sondern Sorgen vor Datenverlust, langen Umstellungsphasen und einer ungewissen Verbesserung der Praxisabläufe. Praxen, die ihre Praxissoftware in den letzten 12 Monaten gewechselt haben, berichten jedoch überwiegend von einer höheren Effizienz, besserem Support und einer spürbaren Entlastung im Praxisalltag.Für die Auswahl einer zukunftsfähigen Praxissoftware sind vor allem eine intuitive Bedienung, ein zuverlässig erreichbarer Support sowie flexible Arbeitsmöglichkeiten entscheidend.

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Autor: Phillip Hauschild, zuletzt aktualisiert am