EKG-Gerät kaufen: Anwendungsbereiche der EKG-Untersuchung

Seit ihrem Aufkommen im beginnenden 19. Jahrhundert gehören EKG-Geräte zu den wichtigsten diagnostischen Werkzeugen bei der Erkennung von Herzerkrankungen. Grundsätzlich wird während der EKG der zeitliche und örtliche Verlauf elektrischer Erregungsvorgänge am Herzmuskel gemessen und in Form von Wellen, Zacken und Strecken aufgezeichnet oder an einem Monitor in Echtzeit dargestellt. Bei der gängigen nichtinvasiven EKG-Ableitung werden hierzu Spannungsdifferenzen auf der Körperoberfläche des Patienten gemessen und durch das EKG-Gerät verstärkt aufgezeigt. Auf diese Weise lässt sich die Herzaktivität graphisch abbilden.

Ausgehend von den Verfahren zur Diagnostik unterschiedlicher Erkrankungen am Herzen wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedene Typen von EKG-Geräten für die jeweiligen Einsatzgebiete entwickelt. Dank digitaler Technologien lassen sich heute neben dem Ruhe-EKG-Gerät und dem Belastungs-EKG-Gerät bzw. dem EKG-Monitoring auch Langzeitmessungen durchführen, bei denen die Patienten für einen bestimmten Zeitraum ein mobiles EKG-Gerät bei sich tragen. Darüber hinaus werden in der Kardiologie auch invasive Methoden genutzt: Die EKG-Ableitung erfolgt dann beispielsweise über die Speiseröhre.

EKG-Gerät: Anwendungsbereiche

EKG-VerfahrenAnzahl der KanäleAnwendungsbereich
© Medizinio GmbH 2018
Ruhe-EKG3 - 12 KanäleKardiologie, Niedergelassene Ärzte
Belastungs-EKG3 -12 KanäleKardiologie, Kliniken
Langzeit-EKG 1 - 3 KanäleKardiologie, Niedergelassene Ärzte
EKG-Monitoring1 - 3 KanäleRettungswagen, Kliniken
Invasives EKG1 - 3 KanäleKardiologie, Kliniken

Vor dem Kauf eines EKG-Geräts sollte abgewogen werden, welche Anforderungen an das EKG-Gerät bestehen und wie hoch das vorhandene Budget ist. Je mehr Kanäle ein EKG-Gerät besitzt, desto mehr Ableitungen können simultan erfolgen, was zu genaueren Messergebnissen führt. Auch Größe, Praktikabilität und Belastbarkeit vom EKG-Gerät sollten in die Kauf-Entscheidung mit einbezogen werden.


EKG-Gerät für die Arzt-Praxis kaufen: Preise und Informationen

EKG-Geräte sind evidenter Bestandteil der modernen medizinischen Diagnostik – auch bei niedergelassenen Ärzten. Waren früher analoge Geräte der Standard in Arztpraxen, werden seit den 1990er Jahren vermehrt digitale Systeme sowie das PC-EKG verwendet, die viele Vorteile mit sich bringen.

Ein Ruhe-EKG dauert meist nur wenige Sekunden und wird ohne zusätzliche Belastung des Patienten vorgenommen. Das Ruhe-EKG wird bei Routine-Untersuchungen, aber auch bei Verdacht auf bestehende Erkrankungen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Herzmuskel-Entzündungen, Vorhofflimmern oder Herzinfarkten durchgeführt. Ruhe-EKG-Geräte für diesen Anwendungsbereich besitzen meist 12 EKG-Kanäle und können als EKG-Schreiber oder als computergestützte Lösung eingesetzt werden. Die Kosten von einem EKG-Gerät können dabei je nach Ausstattung zwischen 500 und 4.500 Euro netto liegen. Hier erhalten Sie einen Preis-Vergleich von Ruhe-EKG-Geräten.

Für Langzeit-Messungen kommen in erster Linie reduziertere EKG-Verfahren zum Einsatz. Die sogenannten Holter-EKG-Geräte verfügen meist über 3 Kanäle, wodurch sie wesentlich kleiner sind und vom Patienten für mehrere Tage mitgeführt werden können. Auf diese Weise lassen sich z. B. Herzrhythmus-Veränderungen über einen längeren Zeitraum (mind. 24 Stunden) aufzeichnen und später durch den Arzt auswerten. EKG-Geräte, die zu diesem Zweck angeschafft werden, müssen gut tragbar und äußerst widerstandsfähig sein, damit sie auch in ungeschulter Hand saubere Messergebnisse liefern. Der Preis für ein Holter-Gerät liegt bei etwa 2.000 bis 3.000 Euro netto.


EKG-Gerät für Krankenhaus und Klinikum kaufen: Kosten und Infos

Ähnlich wie in allgemeinmedizinischen Arztpraxen kommen auch in der Kardiologie und in Kliniken EKG-Geräte zum Einsatz. Neben Ruhe- und Langzeit-EKG werden im klinischen Bereich auch das Belastungs-EKG und das EKG-Monitoring durchgeführt. Ab einem Preis von ca. 2.000 Euro netto lassen sich Multi-Parameter-Monitore finden, die neben einer 1-Kanal EKG-Ableitung auch Sauerstoffsättigung, Temperatur und Blutdruck in Echtzeit anzeigen können. Für Patienten, die innerhalb einer Klinik das Bett verlassen und sich bewegen dürfen, kommen außerdem Monitoring-Systeme in Frage, die Vitalwerte per Funk übertragen.

Beim Belastungs-EKG, einer der wichtigsten Basis-Untersuchungen in der Kardiologie, steht die Registrierung elektrokardiographischer Veränderungen während und nach dem Belastungszustand des Patienten im Vordergrund. Ein moderner Messplatz ist ein vollautomatisches Komplettsystem – bestehend aus Fahrrad- oder Laufband-Ergometer, 12-Kanal-EKG-Gerät, Kardioskop und Blutdruckmessgerät. Zusätzliche Ruhe-Messungen sind mit diesem Gerätetyp ebenfalls möglich. Neuanschaffungen erfolgen in Kliniken weitestgehend im Bereich digitaler Messtechnik, da diese ein wesentlich effizienteres Arbeiten erlauben. Der Preis für einen gut ausgestatteten Ergometrie-Arbeitsplatz liegt zwischen ca. 5.500 Euro und 20.000 Euro netto.

EKG-Gerät kaufen: Preise für Krankenhaus und Klinikum

EKG-GerätPreisübersicht
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EKG-Gerät
ca. 500 - 4.500 €
Holter-EKG-Gerät
ca. 2.000 - 3.000 €
Ergometrie-Messplatz
ca. 13.000 - 20.000 €
EKG-Monitore (Multi-Parameter)
ab 2.000 €

Neben den nichtinvasiven bieten invasive EKG-Verfahren Kardiologen zusätzliche Möglichkeiten für präzisere Messungen. Bei der Ösophagusableitung wird beispielsweise ein Elektrodenkatheter über die Speiseröhre eingeführt. Ebenso können Elektrodenkatheter intrakardial – innerhalb des Herzens – angewandt werden. Die Messungen erfolgen mithilfe der Röntgen-Anwendung und bieten den Vorteil, dass die Aktivitäten der rechten Herzkammer und des rechten Vorhofs präziser untersucht werden können.


EKG-Gerät für den Rettungsdienst kaufen: Preise und Informationen

Im Rettungswagen gehört das EKG-Gerät zur Standardausstattung. Neben Sauerstoffgabe und intravenösem Zugang stellt die EKG-Ableitung eine der häufigsten Maßnahmen in der Notfallmedizin dar. Zumeist werden dafür kombinierte EKG-Geräte verwendet, die neben Monitor und schriftlichem Ausdruck auch Defibrillatoren – sogenannte ,Schockgeber‘ – enthalten oder die Sauerstoffsättigung des Patienten messen. Hier reichen oft reduzierte EKG-Ableitungen aus, um die Vitalfunktionen des Patienten beispielsweise nach einer Unfallsituation ausreichend zu überwachen.

Bei Geräte-Kombinationen kann die Messung teilweise direkt über den Defibrillator erfolgen. Im Notfalleinsatz muss das mobile EKG-Gerät den alltäglichen Belastungen standhalten. Marktüblich sind daher Geräte, die robust und transportabel sind und über das Bordnetz des Rettungswagens geladen werden können. Neben hoher Stabilität müssen sie vor allem einfach zu bedienen und gut abzulesen sein, um eine schnelle Versorgung des Patienten zu gewährleisten. Je nach Kombination mit anderen Funktionen können die Preise für ein portables EKG-Gerät stark variieren und liegen zwischen ca. 500 und 5.000 Euro netto. Wichtig ist, die Kaufentscheidung in jedem Fall von der Einsatztauglichkeit abhängig zu machen. Hier erhalten Sie Informationen zu Preisen und Modellen von mobilen EKG-Geräten.


EKG-Gerät für Spezial-Anwendungen kaufen

Eine weniger häufig genutzte Diagnostik-Methode ist das Fetal-EKG. Hierfür werden einem Fötus Elektroden am Kopf angebracht, um so die Herzfrequenz vor und während der Geburt zu beobachten. Dieses Vorgehen stand lange im Verdacht, den Geburtsvorgang negativ zu beeinflussen. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2015 konnte diese Annahme jedoch entkräften. Im medizinischen Bereich können außerdem implantierbare EKG-Herzmonitore (ICM) invasiv zur Anwendung kommen. Diese gestatten eine Überwachung des Herzrhythmus über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren und werden in erster Linie bei potentiellem Vorhofflimmern oder bei diagnostisch ungeklärten Schlaganfällen eingesetzt.

EKG-Gerät kaufen: Spezialanwendungen

EKG-VerfahrenAnwendungsbereich
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Fetal-EKGUntersuchungen vor und während der Geburt
Implantierbare HerzmonitoreKardiologie
Tele-EKGAmbulante Kardiologie, Niedergelassene Ärzte

Zusätzlich wurden in den letzten Jahren Monitoring-Anwendungen entwickelt, die auch im ambulanten Bereich genutzt werden können. Das Tele-EKG überträgt Vitaldaten des Patienten per Telefonverbindung, auch wenn sich dieser außerhalb des Klinikgebäudes befindet. Diese Methode schafft – neben einer langfristigen Aufzeichnung – die Möglichkeit der permanenten Überwachung der Herzfunktionen.



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EKG-Gerät

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