EKG-Untersuchung, Hersteller und Preise von EKG-Geräten im Vergleich

Das Elektrokardiogramm – abgekürzt EKG – dient der Messung der Herzaktivität. Bei dem EKG handelt es sich um eine kardiologische Basis-Untersuchung, die mithilfe der Aufzeichnung von der elektrischen Aktivität der Herzmuskelfaser diagnostisch relevante Informationen über Herzrhythmus, Herzfrequenz und potentielle Herzrhythmusstörungen liefert.

Wie verläuft eine EKG-Untersuchung? Wie viel kostet ein neues oder gebrauchtes EKG-Gerät? Was sollte bei der Anschaffung beachtet werden? Hier finden Sie Informationen zu Anwendungsbereichen von EKG-Geräten, deren Funktionsweise und Preisen.


EKG-Diagnostik: EKG-Software und Zukunftstrends von EKG-Geräten

Als innovationsorientierte Branche setzt die moderne Medizintechnik heutzutage auf Digitalisierung – ob hochauflösende Bildschirme mit Touchscreen oder intelligente Software zur Optimierung des Workflows. Die Daten können dabei sowohl analog als auch digital registriert werden. Weiterer Trends sind die Miniaturisierung und die Usability – die Benutzerfreundlichkeit – von Medizintechnik. Produktoptimierung und -entwicklung kennzeichnen auch den Medizintechnik-Markt für EKG-Geräte und streben eine effiziente Diagnostik im ambulanten und stationären Bereich an. Wichtiges Stichwort ist dabei das EKG-Daten-Management: Auf dem Markt existiert eine Vielzahl an Software-Lösungen für Echtzeit-Kurvendarstellung, die Digitalisierung analoger Elektrokardiogramme, deren interne Weiterleitung und Speicherung für eine effiziente und diagnostisch relevante EKG-Untersuchung.


EKG-Gerät kaufen: Kosten und Preisvergleich

Ein neues 3-Kanal-EKG-Gerät lässt sich bereits für 500 bis 1.000 Euro erwerben. Das 6-Kanal-EKG-Gerät kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Bei dem klassischen 12-Kanal-EKG-Gerät variieren die Kosten stärker: Hier belaufen sich die Preise auf 1.500 bis 4.500 Euro. Ein kompletter Ergometrie-Messplatz liegt zwischen 5.500 und 20.000 Euro.

EKG-Geräte: Preise im Vergleich
EKG-Gerät Preis
3-Kanal-EKG-Gerät 500 - 1.000 €
6-Kanal-EKG-Gerät 400 - 2.000 €
12-Kanal-EKG-Gerät 1.500 - 4.500 €
Ergometrie-Messplatz 5.500 - 20.000 €
© Medizinio GmbH 2017

Der Preis eines EKG-Geräts variiert vor allem im Hinblick auf den jeweiligen Anwendungsbereich. Ein mobiles EKG-Gerät etwa ist kostengünstiger als ein 12-Kanal-EKG-Gerät. Für ein aussagekräftiges EKG wird üblicherweise ein 12-Kanal-EKG-Gerät benötig, das sämtliche Ableitungsarten aufzeigt. Moderne EKG-Geräte verfügen inzwischen über intelligente Software-Lösungen, welche die Auswertung von Patienten-Daten erleichtern.


EKG-Gerät kaufen: Kosten für Zubehör, Wartung und Reparatur von stationären EKG-Geräten

Bei dem Kauf eines neuen oder gebrauchten EKG-Geräts ist zu beachten, dass mobile EKG-Geräte sowie die Mehrheit der stationären EKG-Geräte nicht eingebaut werden muss, sodass die Kosten für den Einbau entfallen. Beim Belastungs-EKG-Messplatz muss zusätzlich ein Ergometer installiert werden. Zubehör ist ein minimaler Kostenpunkt, der bei der Anschaffung eines EKG-Geräts mit einzuberechnen ist – EKG-Elektroden, Kabel, EKG-Registrierpapier und Elektroden-Gel. Elektroden-Gel oder -Spray kostet ungefähr 40 Euro bei 5 Litern Volumen. 300 Klebe-Elektroden können für etwa 30 bis 50 Euro erworben werden. Klemm-Elektroden liegen bei einem Stückpreis von ca. 10 Euro.

Laufende Kosten beschränken sich bei einem EKG-Gerät zumeist neben Zubehör und Stromverbrauch auf Wartung und Reparatur: Alle zwei Jahre muss eine sicherheits- und messtechnische Kontrolle das EKG-Geräts durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden, wodurch unter Umständen Personalkosten anfallen. Auch wenn EKG-Geräte langlebig sind, sollte immer Budget für anfallende Reparaturen in die Finanzplanung einkalkuliert werden.


EKG-Geräte: Hersteller in der Übersicht

Auf dem Medizintechnik-Markt existiert eine Vielzahl an namhaften Herstellern von EKG-Geräten, die sowohl 3-Kanal-EKG-Geräte als auch 12-Kanal-EKG-Geräte vertreiben. Ob mit kabelloser Datenübertragung, Touchscreen oder integrierter Software für eine optimierte kardiologische Diagnostik – hier finden Sie eine Übersicht der etablierten Hersteller von EKG-Geräten mit europäischem Qualitätsstandard.

12-Kanal-EKG-Gerät: Hersteller (Auswahl)

Hersteller von EKG-Geräten A - KHersteller von EKG-Geräten K - S
AspelKenz
BiocareMedical Econet
CardiolineMindray
Custo MedNihon Kohden
Dr. Gerhard SchmidtNorav
EdanPhilips
GE HealthcareSchiller
KalamedSpacelabs Healthcare

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EKG-Geräte und Ableitungen im Vergleich: 3-, 6- und 12-Kanal-EKG-Gerät?

Die drei standardisierten Arten von EKG-Geräten sind das 3-, 6- und 12-Kanal-EKG-Gerät. Das 12-Kanal-EKG-Gerät (12-K-EKG) findet die häufigste Anwendung im klinischen Bereich. Es kann wie der Name bereits impliziert 12 Ableitungen simultan erfassen: die Ableitung nach Einthoven, die Ableitung nach Goldberger und die Ableitung nach Wilson. Das 6-Kanal-EKG-Gerät (6-K-EKG) registriert zeitgleich 6 Ableitungen – die Ableitung nach Einthoven und die Ableitung nach Goldberger. Bei dem 3-Kanal-EKG-Gerät (3-K-EKG) handelt es sich üblicherweise um ein mobiles EKG-Gerät, das vor allem im Rettungsdienst oder bei Hausbesuchen Einsatz findet. Es kann 3 Ableitungen gleichzeitig registrieren – die Ableitung nach Einthoven oder die Ableitung nach Goldberger.

EKG-Ableitungen im Vergleich
Ableitung Polarität Ableitungspunkt Elektroden-Anzahl
Ableitung nach Einthoven Bipolare Ableitung Extremitäten 3 Elektroden
Ableitung nach Goldberger Unipolare Ableitung Extremitäten 3 Elektroden
Ableitung nach Nehb Bipolare Ableitung Brustwand (Thorax) 3 Elektroden
Ableitung nach Wilson Unipolare Ableitung Brustwand (Thorax) 6 oder 9 Elektroden
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EKG-Gerät: Funktionsweise der Extremitäten-Ableitung und Brustwand-Ableitung

Das EKG-Gerät misst die elektrischen Impulse des Herzaktivität mithilfe von Elektroden (Metallplättchen), die an bestimmten Punkten des Körpers angebracht sind – an Extremitäten (Extremitäten-Ableitung) und an der Brustwand (Brustwand-Ableitung). Der Herzschlag wird über die Elektroden abgeleitet und mithilfe eines EKG-Geräts analog und/oder digital in einem sogenannten Elektrokardiogramm erfasst. Das EKG-Gerät stellt die Herzspannungskurve graphisch dar und fixiert auf diese Weise potentielle Abweichungen, was relevante medizinische Hinweise – beispielsweise auf eine Herzrhythmusstörung – liefert.


EKG-Diagnostik: Anwendungsbereiche vom Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Belastungs-EKG

Die EKG-Anwendung gehört zu den am häufigsten durchgeführten apparativen Untersuchungen und ist evidenter Bestandteil der Kardiologie – der Herzdiagnostik. Je nach Anwendungsbereich unterscheidet man im klinischen Bereich zwischen dem Ruhe-EKG, dem Langzeit-EKG und dem Belastungs-EKG. Erfahren Sie hier mehr über die Anwendungsbereiche von EKG-Geräten.

Das Langzeit-EKG, auch 24-Stunden-EKG oder Holter-EKG genannt, dient der Aufzeichnung der Herzstromkurve über einen bestimmten Zeitraum, zumeist innerhalb von 24 Stunden. Auf diese Weise können Arrhythmien – Herzrhythmusstörungen – diagnostiziert werden. Für den Rettungsdienst oder Hausbesuche ist ein mobiles EKG-Gerät elementar, das innerhalb kürzester Zeit eine Herzspannungskurve erstellt.

EKG-Gerät: Anwendungsbereiche im Überblick
EKG-Verfahren Anwendungsbereich
Ruhe-EKG Kardiologie, Notfallmedizin
Langzeit-EKG Kardiologie
Belastungs-EKG Ergometrie
Fetales EKG Pränataldiagnostik
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Das Belastungs-EKG dient in der Ergometrie – der Belastungs-Untersuchung – der Messung und Aufzeichnung von Blutdruck und Herzfrequenz bei Patienten, die einer dynamischen Belastung ausgesetzt sind. Auch in der Pränataldiagnostik erfolgt die Anwendung eines sogenannten fetalen EKGs zur Messung der Herzspannungskurve von Ungeborenen.


EKG-Untersuchung: Ablauf vom Ruhe-EKG, Langzeit-EKG und Belastungs-EKG

Das Ruhe-EKG gehört zur kardiologischen Routine-Untersuchung und wird gewöhnlich im Liegen erfasst. Die Elektroden werden an Extremitäten und am Brustkorb des Patienten angebracht, sodass Herzfrequenz, Herzrhythmus sowie Herzvorhof- und Herzkammer-Aktivität messbar sind. In der Notfallmedizin dient das Ruhe-EKG der extrem schnellen Erfassung der Herzfrequenz.

Das Langzeit-EKG erfasst die Herzaktivität mithilfe eines mobilen EKG-Geräts üblicherweise über einen Zeitraum von 24 Stunden, indem zwei bis drei Elektroden auf die Haut geklebt werden. Auf Basis eines Protokolls können etwaige Aktivitäts- oder Ruhephasen und potentielle kardiale Störungen fixiert werden.

Das Belastungs-EKG wird – wie der Name bereits impliziert – während einer 15-minütigen dynamischen Belastung aufgezeichnet. Das Belastungs-EKG wird durchgeführt, um die körperliche Belastbarkeit und daraus resultierend eine potentielle Herzerkrankung zu diagnostizieren. In regelmäßigen Schritten wird die Belastung an einem Sportgerät gesteigert und die Herzfrequenz gemessen. Der belastungsinduzierte Bluthochdruck- und Herzfrequenz-Anstieg verhilft, bestimmte Herzrhythmusstörungen unter körperlicher Anstrengung zu provozieren. Hier erfahren Sie mehr zur EKG-Untersuchung.


Häufig gefragt: Risiken der EKG-Untersuchung

Bei dem Ruhe- und Langzeit-EKG existieren keine Risiken oder Nebenwirkungen. Die EKG-Untersuchung ist nichtinvasiv und daher schmerzfrei. Einzig die Auswertung könnte fehlerhaft und die Diagnose dadurch verfälscht sein. Dank strenger Qualitätskontrollen und intelligenter Software, die eine präzise Darstellung der Ableitung ermöglicht, sind die Fehlerquellen jedoch stark minimiert.

Allein das Belastungs-EKG birgt ein minimales Risiko: Hier kann es in seltensten Fällen – bei stark verengten Gefäßen – durch die körperliche Anstrengung zu einem akuten Herzinfarkt kommen. Informieren Sie sich hier über die Risiken eines Belastungs-EKGs. Da die Belastungs-Untersuchung unter Aufsicht von Fachpersonal erfolgt, werden allerdings sofort entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet.



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EKG-Gerät