EKG-Gerät kaufen: Preise im Vergleich, laufende Kosten und EKG-Zubehör

Bei einem Elektrokardiogramm (EKG) werden die Herzfunktionen des Patienten gemessen und aufgezeichnet. Dazu genutzt werden, je nach Anwendungsbereich, verschiedene EKG-Geräte.

Üblich ist im stationären und ambulanten Bereich die Durchführung von Ruhe-, Langzeit- und Belastungs-EKGs, für die jeweils unterschiedliche – digitale oder analoge – EKG-Geräte genutzt werden können. Entsprechend den Anforderungen können die anfallenden Kosten für eine Neuanschaffung stark variieren.



EKG-Untersuchung: Geschichte und Anwendung vom EKG-Gerät

Der Elektrokardiograph (oder: EKG-Gerät) ist eines der wichtigsten und am meisten benutzten Diagnosewerkzeuge in Kliniken und Arztpraxen. EKG-Geräte messen mit an der Haut angebrachten Elektroden die elektrischen Erregungsvorgänge am Herzen und stellen sie graphisch dar. Auf diese Weise können Rückschlüsse auf bestehende Herzerkrankungen, wie z.B. Herzrhythmusstörungen oder Herzmuskelentzündungen getroffen werden.

Im Jahr 1887 gelang dem Physiologen Augustus Waller die erste, wenn auch noch sehr ungenaue Ableitung eines menschlichen Elektrokardiogramms. In den Folgejahren konnte diese revolutionäre Technologie u. a. von Willem Einthoven soweit verbessert werden, dass sich damit auswertbare medizinische Messergebnisse gewinnen ließen. Das von Einthoven entwickelte Ableitungsverfahren mit Elektroden an Armen und Beinen wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Emanuel Goldberger und Frank Wilson um weitere Ableitungspunkte an den Extremitäten bzw. der Brustwand ergänzt. Die sich so ergebenden 12 Ableitungen gelten bis heute als das Standard-EKG-Verfahren in der Medizin.

Durchgeführt werden EKGs sowohl in Ruhe- als auch unter Belastungsbedingungen für den Patienten. Zusätzlich können Langzeitmessung aufgezeichnet werden, die Aufschlüsse über Herzrhythmus-Veränderungen im Alltag des Patienten geben.

EKG-Gerät, Ableitung und Verfahren im Überblick
EKG-Gerät Ableitung Verfahren
1-Kanal-EKG-Gerät Unspezifiziert Monitoring-, „Sport-EKG“
3-Kanal-EKG-Gerät Einthoven oder Goldberger Langzeit-, Belastungs-EKG
6-Kanal-EKG-Gerät Einthoven und Goldberger Belastungs-, Ruhe-EKG
12-Kanal-EKG-Gerät Einthoven, Goldberger, Wilson Belastungs-, Ruhe-EKG
>12-Kanal-EKG-Gerät + Nehb, Wilson II Ruhe-EKG
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EKG-Gerät kaufen: Preise im Vergleich

Am Markt für EKG-Geräte finden sich viele Hersteller, die gut verarbeitete Produkte zu angemessenen Preisen anbieten. Natürlich unterscheiden sie sich dennoch bei Faktoren wie Kosten, Praktikabilität oder Mobilität. Für qualitativ hochwertige mobile 3-Kanal-EKG-Geräte ist mit einem Preis ab 500 Euro zu rechnen. Holter-EKG-Geräte sind in der Regel teurer, hier muss mit Investitionskosten zwischen 800 und 3.500 Euro kalkuliert werden.

Die Preise für ein 12-Kanal-EKG-Gerät hängen vor allem davon ab, in welchen Anwendungsbereichen es zum Einsatz kommen soll. In den meisten Fällen handelt es sich hier bei Neuanschaffungen um stationäre EKG-Geräte. Die Kosten liegen dann zwischen 500 und 2.000 Euro. Für mobile 12-Kanal-EKG-Geräte kann mit einem Preis von ca. 1.000 bis 4.500 Euro gerechnet werden.

Ein voll ausgestatteter Ergometrie-Messplatz fällt preislich in der Regel deutlich höher aus. Dies liegt vor allem daran, dass für Belastungs-EKGs zusätzliche Geräte wie Fahrrad- oder Laufband-Ergometer benötigt werden. Preise von 5.500 bis 20.000 Euro sind für ein hochwertiges System in diesem Anwendungsgebiet normal.

Preise für EKG-Geräte im Vergleich
EKG-Gerät Preis
1-Kanal-EKG-Gerät 80 - 300 €
1-Kanal-EKG-Gerät (Monitoring) 200 - 500 €
3-Kanal-EKG-Gerät (mobil) 500 - 1.000 €
3-Kanal-EKG-Monitoring 500 - 2.000 €
Holter-EKG-Gerät (Langzeit) 800 - 3.500 €
6-Kanal-EKG-Gerät (mobil) 400 - 2.000 €
12-Kanal-EKG-Gerät (stationär) 500 - 2.000 €
12-Kanal-EKG-Gerät (mobil) 1.000 - 3.000 €
Ergometrie-Messplatz 5.500 - 20.000 €


EKG-Gerät kaufen: Laufende Kosten und Wartung

Generell ergeben sich kaum laufende Kosten nach der Anschaffung eines EKG-Gerätes. Allerdings muss die Technik – sofern vom Hersteller nicht anders angegeben – spätestens alle zwei Jahre gewartet werden. Für diese sicherheits- und messtechnischen Kontrolle können ggf. Personalkosten anfallen, da die Überprüfung nur durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden darf. Auch wenn EKG-Geräte langlebig sind, sollte immer Budget für anfallende Reparaturen in der Finanzplanung einkalkuliert werden.

Zusätzliche Kosten fallen im laufenden Betrieb lediglich durch den Stromverbrauch an. Mobile EKG-Geräte besitzen Batterien, die geladen werden müssen. Der Verbrauch ist jedoch kaum höher als der eines Laptops.

Übersicht EKG-Geräte und laufende Kosten
EKG-Gerät Laufende Kosten
EKG-Gerät (1-12 Kanäle) für Ruhe-, Langzeit- oder Belastungs-EKGs Anschaffung

Ein- und Aufbau

EKG-Zubehör (Geld, Elektroden, Papier)

Betrieb (Strom)

Reparatur

Wartung
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EKG-Gerät kaufen: Kosten für Zubehör

Weiterhin sollten Kosten für die Anschaffung von EKG-Geräte-Zubehör bedacht werden. Dazu gehören u. a. EKG-Elektroden, Kabel, EKG-Registrierpapier oder Elektroden-Gel. Elektroden-Gel oder Spray, das auch für andere Untersuchungsverfahren benutzt werden kann, kostet ungefähr 40 Euro bei 5 Litern Volumen.

Besonders Acht gegeben werden sollte auf die Güte der zu kaufenden EKG-Elektroden. Als Übergang zwischen Körper und EKG-Gerät sind sie maßgeblich für die Qualität des abgeleiteten Signals verantwortlich. Das Elektrodenmaterial beeinflusst so beispielsweise direkt die zu messende Spannung zwischen Körper und Elektrode/Kabel. Klebe-Elektroden sind in großer Stückzahl zu geringen Preisen verfügbar: 300 Stück kosten etwa 30 bis 50 Euro. Klemm-Elektroden für Extremitäten-Ableitungen liegen bei einem Stückpreis von ca. 10 Euro.


Digitale EKG-Geräte und PC-EKG-Geräte: Vorteile für die medizinische Diagnostik

Unterschieden werden muss zudem zwischen analogen und digitalen EKG-Geräten. Analoge Systeme kommen meist als einfache EKG-Schreiber vor, welche die gemessenen Herzströme direkt auf Papier darstellen.

Digitale EKG-Geräte und PC-EKG-Lösungen sind hingegen in der Lage, EKG-Werte zu speichern und mit Datenbanken abzugleichen. Außerdem bieten sie den behandelnden Ärzten Interpretationshilfen der Messergebnisse, was zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen kann.

Vorteile, die sich durch die Anschaffung eines digitalen EKG-Geräts ergeben, sind:

Digitale Signalverarbeitung
Automatisierte Programme und Interpretationshilfen
Kommunikation mit anderen Systemen und Datenbanken
Hohe Bedienerfreundlichkeit
Ggf. höhere Mobilität

Natürlich ist die Anschaffung eines EKG-Geräts immer auch eine Frage des Budgets. Generell sind analoge Systeme zwar die preiswertere Lösung, doch ist ihre Funktionalität im Vergleich zu Digital-EKG-Geräten deutlich eingeschränkt.



EKG-Gerät: Zukunftstrends und Tele-EKG

Im Zuge zunehmender Digitalisierung und Vernetzung von medizinischen Systemen werden EKG-Geräte zukünftig mehr Abgleich- und Katalogisierungsmöglichkeiten bieten und sich noch besser in das bestehende Praxis- oder Klinikumfeld einfügen. PC-EKG-Systeme, die flexibel und modular aufbaubar sind, werden dabei verstärkt eine Rolle spielen. Folglich ist damit zu rechnen, dass analoge EKG-Systeme gänzlich durch digitale abgelöst werden.

Schon jetzt warten die meisten aktuellen EKG-Geräte mit vielen technologischen Neuerungen auf. In der Zukunft wird der Trend zur stärkeren Kompatibilität mit Smartphones oder Tablets und zum Ausbau von Tele-EKG-Lösungen gehen. Für die Patienten bedeutet dies mehr Sicherheit bzw. bessere Versorgung und für die behandelnden Ärzte mehr Flexibilität und eine Optimierung der Arbeitsabläufe.


EKG-Gerät: Funktionsweise der Extremitäten-Ableitung und Brustwand-Ableitung

Grundsätzlich gilt, je mehr Kanäle ein EKG-Gerät besitzt, desto mehr Ableitungen können simultan von der Körperoberfläche des Patienten erfolgen. Im klinischen Bereich und bei niedergelassenen Ärzten ist das 12-Kanal-EKG-Gerät das Standard-System, da sich mit diesem alle der drei gängigen Ableitungsverfahren (Einthoven, Goldberg und Wilson) durchführen lassen. Doch auch kleinere EKG-Geräte mit weniger Kanälen kommen im medizinischen Alltag zur Anwendung. Bei sogenannten Langzeit-EKGs trägt der Patient ein kleines und robustes EKG-Gerät bei sich, dass meist nur über ein bis drei Kanäle verfügt.

EKG-Ableitungen erfolgen in der Regel über die Extremitäten oder die Brust eines Patienten. Bei Extremitäten-EKGs werden drei Elektroden und eine Erdung an Armen und Beinen befestigt. Auf diese Weise lassen sich die unipolaren bzw. bipolaren Ableitungen nach Einthoven oder Goldberger durchführen. Dem gegenüber steht die Brustwandableitung nach Wilson, bei der sechs verschiedene Elektroden am Rumpf des Patienten angebracht werden. Für die standardisierte Ruhe-EKG-Untersuchung werden die beide Extremitäten-Ableitungen mit der Brustwand-EKG-Ableitung kombiniert, sodass insgesamt zwölf elektrische Reize erfasst werden können. Durch diese Kombination der Verfahren lassen sich die messgenausten Ergebnisse erzielen.



1-Kanal-EKG-Gerät: EKG-Monitoring für die Notfall-Diagnostik und Zuhause

Vor allem in der Notfall-Diagnostik eingesetzt, sind 1-Kanal-EKG-Geräte das einfachste und grundlegendste medizinischen Werkzeug zur Überwachung der Herzaktivität. Sie werden generell nicht für kardiologische Untersuchung genutzt, sondern dienen in erster Linie als EKG-Monitoring-Systeme.

Mit einem 1-Kanal-EKG-Gerät lässt sich lediglich eine Ableitung von der Körperoberfläche durchführen, weshalb die Messergebnisse nicht für weiterführende Untersuchungen nutzbar sind. Durch ihre geringe Größe und günstigen Preis finden sich 1-Kanal-EKG-Geräte auch außerhalb des medizinischen Bereichs, z. B. für die Selbst-Anwendung durch Patienten oder für die Nutzung im Sport.

Mehr zu Einkanal-EKG-Geräten für Zuhause und deren Preisen erfahren Sie hier.


3-Kanal-EKG-Gerät für den mobilen Einsatz und Holter-EKG-Geräte

Ein 3-Kanal-EKG-Gerät ist in der Lage, drei Ableitungen gleichzeitig zu registrieren und aufzuzeichnen. Üblicherweise handelt es sich dabei um Geräte, die für den mobilen Einsatz – z. B. in der Notfall-Medizin – konzipiert sind und zur Aufzeichnung von Ruhe-EKGs genutzt werden. Aber auch sogenannten Holter-EKG-Geräte (für Langzeitmessungen), die vom Patienten für mindestens 24 Stunden mitgeführt werden, fallen meist in diese Kategorie. Sie leiten das EKG zumeist über sieben Elektroden von der Brustwand des Patienten ab.

Das 3-Kanal-EKG-Gerät für Ruhemessungen erfasst dabei lediglich die bipolare Einthoven- und die unipolare Goldberger-Ableitung. Die medizinische Aussagekraft ist somit zwar begrenzt, doch erlaubt die geringe Größe dieser Systeme eine äußerst variable Anwendung und einfache Handhabung. Mehr über 3-Kanal-EKG-Geräte erfahren Sie hier.


6-Kanal-EKG-Gerät für Ruhe-EKGs und 6-Kanal-EKG-Ausschrieb

6-Kanal-EKG-Geräte sind unter Neuanschaffungen kaum noch vertretene Varianten. Sie können die klassischen Extremitäten-Ableitungen nach Einthoven und Goldberger messen, besitzen jedoch keine Möglichkeit zur Darstellung der Wilson-Ableitung. Deshalb werden ihnen in der Kardiologie heute meist 12-Kanal-Geräte vorgezogen.

Die Unterscheidung zwischen 6- und 12-Kanal-Geräten kann in einigen Fällen undeutlich verlaufen, da auf dem Medizintechnik-Markt Systeme verfügbar sind, welche die 12 Standard-Ableitungen registrieren und an einem Monitor darstellen, aber einen 6-Kanal-Ausschreib in Echtzeit aufweisen.


12-Kanal-EKG-Gerät: Das Standard-EKG-Gerät für Ruhe-EKGs und Belastungs-EKGs

Bei Ruhe- und Belastungs-EKGs gilt das 12-Kanal-EKG-Gerät heute in den meisten Fällen als Standard-Diagnosewerkzeug. Es erfasst alle der gängigen Extremitäten- und Brustableitungen nach Einthoven, Goldberger und Wilson und liefert so die genausten Messergebnisse.

Auf diese Weise können neben der präzisen Diagnose von Herzerkrankungen auch Aussagen über die Herz-Größe und -Lage getroffen werden. Generell lassen sich so – bei richtiger Bedienung – alle Herzaktivitäten detailliert aufzeigen.

Darüber hinaus finden sich auch EKG-Geräte mit mehr als 12 Kanälen, die noch weitere ergänzende Ableitungen registrieren können. Durchgeführt werden dann zumeist die zusätzlichen Brustableitungen nach Nehb und Wilson (II) oder die korrigierten orthogonalen Ableitungen nach Frank.
Mehr über 12-Kanal-EKG-Geräte erfahren Sie hier.


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Name
EKG-Gerät

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