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Abstract – Praxissoftware Orthopädie: Marktvergleich 2026
- Die KBV-ADT-Installationsstatistik (Stand Q2/2025) zeigt eine hohe Marktkonzentration im orthopädischen PVS-Segment: CompuGroup Medical (CGM MEDISTAR BLACK PRO, TURBOMED, CGM M1 PRO) und medatixx (x.isynet, medatixx, x.concept) vereinen zusammen fast 60 % der Top-20-Installationen auf sich — mit CGM MEDISTAR BLACK PRO als klarem Marktführer bei 24,6 % Marktanteil (919 Installationen).
- Orthopädische Praxen stellen spezifische Anforderungen an ihre PVS: PACS-Anbindung für Bildgebung, Heilmittelverordnung nach Muster 13 (HeilM-RL, G-BA), BG-Abrechnung nach UV-GOÄ mit DALE-UV, Abbildung der EBM-Grundpauschalen GOP 18210–18212 sowie der sieben Quartalspauschalen GOP 18310–18700, und die Sonographie-GOP 33050 (Bewegungsapparat) — nicht zu verwechseln mit GOP 33051 (Säuglingshüfte).
- Die regulatorischen Mindestanforderungen umfassen TI-Anbindung nach § 291b SGB V, KIM-Schnittstelle, eAU-Pflicht (seit 01.01.2022) und eRezept-Pflicht für GKV-Arzneimittel (seit 01.01.2024); fehlende Nachweise führen zu kumulierbaren Honorarkürzungen von bis zu 3,5 % gemäß § 360 Abs. 17 SGB V.
- Neben den Top-9-Systemen gewinnen cloudnative Newcomer an Relevanz: Doctolib (PVS-Start November 2025, KVDT-zertifiziert, Orthopädie-Rollout 2026 angekündigt), Eterno Cloud (KV-zertifiziert, browserbasiert, ab ca. 950 €/Monat) und ClinicOS/NoscAi (KI-nativ, aktuell nur Privatpraxen, KBV-Zertifizierung für 2026 angekündigt) — für alle drei gilt: KVDT-Status und DMP-/Selektivvertragskompatibilität vor Evaluierung direkt beim Anbieter verifizieren.
Inhaltsverzeichnis
Warum die Wahl der PVS in der Orthopädie besondere Anforderungen stellt
Orthopädische Praxen stellen an eine Praxisverwaltungssoftware (PVS) Anforderungen, die über das Allgemeinmedizinische deutlich hinausgehen. Drei Domänen sind entscheidend:
- fachspezifische Dokumentation,
- regulatorische Pflichtfunktionen
- und die Besonderheiten der orthopädischen Abrechnung.
Fachspezifische Dokumentation: Bildgebung, Bewegungsdiagnostik, Heilmittel
Eine PVS für die Orthopädie muss PACS-Schnittstellen für die Radiologie- und MRT-Befundintegration unterstützen. Bewegungsdiagnostik — etwa Ganganalysen oder Kraftmessungen — erfordert standardisierte Dokumentationsmasken, die nicht jede Allgemein-PVS mitbringt.
Die Heilmittelverordnung erfolgt auf Muster 13 und muss korrekt nach der Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ausstellbar sein, inklusive ICD-10-Kodierung und Diagnosegruppen-Zuordnung. Für BG-Fälle gelten separate Verordnungsformulare nach DGUV-Vorgaben — eine PVS ohne explizites BG-Modul schließt einen relevanten Abrechnungsbereich aus.
Regulatorische Pflichtfunktionen: TI, KIM, eRezept, eAU
Seit der verpflichtenden TI-Anbindung gemäß § 291b SGB V müssen alle zugelassenen Praxen über einen Konnektor oder eine zertifizierte Cloud-TI-Lösung verfügen. Wer den Nachweis nicht erbringt, muss eine Honorarkürzung von 2,5 % hinnehmen. Die KIM-Schnittstelle ist für den elektronischen Arztbrief und die sektorübergreifende Kommunikation mit Kliniken Pflicht.
Die eAU ist seit 01.01.2022 für alle Vertragsärzte verpflichtend; das eRezept für verschreibungspflichtige GKV-Arzneimittel seit 01.01.2024. Praxen, die das eRezept-Modul nicht nachweisen können, riskieren eine zusätzliche Honorarkürzung von 1 % gemäß § 360 Abs. 17 SGB V.
Tipp: Achten Sie bei der PVS-Auswahl auf das KBV-Prüfsiegel. Die aktuelle Zertifizierungsübersicht finden Sie auf kbv.de. Angaben des Anbieters allein ersetzen die eigene Verifikation nicht.
Abrechnungsbesonderheiten: EBM Kapitel 18, GOÄ, BG-Liquidation
Die orthopädischen Grundpauschalen sind in den GOP 18210–18212 (gestaffelt nach Lebensalter) abgebildet. Daneben stehen sieben Quartalspauschalen (GOP 18310–18700) zur Verfügung, die jeweils nur einmal pro Behandlungsfall berechnungsfähig sind und nicht nebeneinander abgerechnet werden dürfen.
Für die Sonographie von Gelenken, Sehnen, Muskeln und Bursae ist GOP 33050 einschlägig — nicht GOP 33051, die ausschließlich für die Säuglingshüftensonographie gilt. Für Privatpatienten gilt die GOÄ, bei BG-Fällen die UV-GOÄ. Praxen mit hohem BG-Anteil benötigen eine PVS mit dezidierter BG-Liquidationsmaske einschließlich DALE-UV-Anbindung.
Marktüberblick: Die 9 meistgenutzten Systeme in orthopädischen Praxen
Die KBV erhebt quartalsweise den Installationsbestand aller PVS-Systeme auf Basis der ADT-Abrechnungsdaten. Die nachfolgende Tabelle zeigt die neun meistgenutzten Systeme in orthopädischen Praxen, Stand 30.06.2025.
| Rang | Praxissoftware | Anbieter | Installationen Q2/2025 | Trend ggü. Q1/2025 |
| 1 | CGM MEDISTAR BLACK PRO | CompuGroup Medical | 919 | −13 |
| 2 | x.isynet | medatixx | 407 | −11 |
| 3 | ORBIS® | Dedalus HealthCare | 340 | +3 |
| 4 | Medical Office | INDAMED | 275 | +8 |
| 5 | tomedo | Zollsoft | 239 | +26 |
| 6 | TURBOMED | CompuGroup Medical | 208 | −3 |
| 7 | medatixx | medatixx | 192 | +7 |
| 8 | x.concept | medatixx | 181 | −4 |
| 9 | CGM M1 PRO | CompuGroup Medical | 131 | −2 |
Marktkonzentration: CompuGroup Medical und medatixx dominieren
CompuGroup Medical (CGM) hält mit drei Produkten (MEDISTAR BLACK PRO, TURBOMED, CGM M1 PRO) einen Installationsanteil von rund 34 % unter den Top-9. Das medatixx-Portfolio (x.isynet, medatixx, x.concept) kommt auf knapp 25 %. Zusammen entfallen fast 60 % aller Installationen auf zwei Unternehmensgruppen — was bei Kaufentscheidungen Fragen zur Anbieterabhängigkeit und zu Migrationspfaden aufwirft.
tomedo verzeichnet mit +26 Installationen den stärksten absoluten Zuwachs — und hat im April 2025 mit tomedo.air eine neue, plattformunabhängige Produktlinie vorgestellt, die erstmals auch auf Windows läuft.
CGM MEDISTAR BLACK PRO — Marktführer mit 919 Installationen
CGM MEDISTAR BLACK PRO von CompuGroup Medical ist die meistinstallierte Praxissoftware in orthopädischen Praxen in Deutschland. Das System ist serverbasiert und modular aufgebaut: Praxen wählen aus einer Vielzahl von Facharztmodulen und Add-ons genau die Funktionen, die ihrem Leistungsspektrum entsprechen.
Stärken aus Anbietersicht
Das individualisierbare Dashboard bündelt alle relevanten Patienteninformationen auf einer Startseite — konfigurierbar je Benutzer und Fachrichtung. Das TÜV-zertifizierte Dokumentenmanagementsystem MOVIESTAR archiviert Praxisdokumente revisionssicher; der CGM one DokuAssistent übernimmt KI-gestützt die Dokumentation während des Arzt-Patienten-Kontakts. THERAFOX PRO prüft Medikationen auf AMTS-Risiken (Arzneimitteltherapiesicherheit) anhand patientenindividueller Parameter. Über 9.000 Praxen nutzen CGM MEDISTAR nach Anbieterangaben.
Positionierung: Einzel- und Gemeinschaftspraxis, MVZ-fähig
Das System ist mandantenfähig und damit für BAG und MVZ geeignet. Die hohe Installationsbasis sichert ein flächendeckendes Netz zertifizierter IT-Dienstleister. Der Rückgang um 13 Installationen gegenüber Q1/2025 liegt innerhalb normaler Fluktuation.
x.isynet, medatixx & x.concept — das medatixx-Produktportfolio im Überblick
medatixx GmbH & Co. KG vertreibt drei eigenständige PVS-Produkte, die sich nach Praxisgröße und Komplexitätsbedarf unterscheiden. Alle drei sind KBV-zertifiziert und TI-fähig.
| System | Positionierung | Installationen Orthopädie Q2/2025 |
| x.isynet | Mittelgroße bis große Praxen, BAG | 407 |
| medatixx | Standardlösung, Einzelpraxis | 192 |
| x.concept | Einstiegssegment / kleinere Praxen | 181 |
x.isynet ist das funktional umfangreichste Produkt der Gruppe. Der integrierte Workflow- und Dokumentationsmanager ermöglicht laut Hersteller eine vollständige Befunddokumentation in wenigen Klicks — von der Anamnese über die Ziffernerfassung bis zur Arztbriefschreibung. Die Kommunikationssuite x.comcenter deckt KIM, eArztbrief und DMP-eDokumentation ab; der KIM-Dienst ist separat buchbar. Seit 2024 ist der medatixx-Copilot als KI-Assistent ohne Aufpreis in die Softwarepflege integriert. Über 14.600 Praxen nutzen x.isynet laut Anbieter.
medatixx (das Kernsystem) und x.concept adressieren Praxen mit geringerem Volumenbedarf. Für wachsende Praxen gibt es laut Anbieter einen Migrationspfad innerhalb des Portfolios — dieser sollte vor Vertragsabschluss schriftlich fixiert werden.
ORBIS®, Medical Office & TURBOMED — die Herausforderer
ORBIS® (Dedalus HealthCare): KIS mit ambulanter Erweiterung
ORBIS® ist primär ein Krankenhausinformationssystem (KIS) und keine klassische Praxissoftware. Sein Einsatz in orthopädischen Praxen erklärt sich durch MVZ-Strukturen mit Klinikanbindung oder orthopädische Ambulanzen, die eine KIS-nahe Infrastruktur benötigen. Das Modul ORBIS Diagnostic bietet eine durchgängige PACS-Integration von der Geräteanbindung bis zur Bildverteilung. Das Ambulanz-Cockpit deckt die ambulante KV-Abrechnung ab.
Dedalus entwickelt derzeit ORBIS U als Nachfolgegeneration: Die neue Microservices-Architektur ist cloudfähig und wird schrittweise ausgerollt. Für Neuinstallationen in rein ambulanten Praxen ohne Klinikkontext ist ORBIS® aufgrund der KIS-Komplexität und des Einführungsaufwands mit Vorsicht zu bewerten.
Medical Office (INDAMED): Dediziertes Orthopädie-Fachmodul
Medical Office von INDAMED gehört zu den wenigen Systemen in der Top-9-Liste, die ein explizites Fachmodul Orthopädie/Chirurgie anbieten. Es umfasst die Abrechnung nach UV-GOÄ (BG-Heilbehandlung), DALE-UV-Anbindung, DMP-Dokumentation und automatisierte Plausibilitätsprüfungen für die BG-Abrechnung. Daneben deckt das System KV-, Privat- und BG-Abrechnung vollständig ab, einschließlich Selektivverträge und ambulantes Operieren nach § 301 SGB V.
Mit +8 Installationen verzeichnet Medical Office einen der stärksten Wachstumswerte unter den etablierten Systemen. Ein integrierter Notfallserver sorgt bei Hauptserverausfall für sofortiges Weiterarbeiten. Das System ist für Einzelpraxis, BAG, MVZ und Krankenhausambulanz geeignet.
TURBOMED (CompuGroup Medical): Solides Mittelfeld im CGM-Portfolio
TURBOMED wird von CGM in drei Editionen für unterschiedliche Praxisgrößen angeboten und richtet sich an Praxen, die eine ausgereifte serverbasierte Lösung ohne den Konfigurationsaufwand von MEDISTAR BLACK PRO suchen. Es teilt wesentliche Infrastrukturkomponenten mit MEDISTAR, ist aber im Funktionsumfang und in der Modularität eingeschränkter. Mit 208 Installationen und −3 stabil positioniert.
tomedo & CGM M1 PRO — Apple-nativ mit neuer Windows-Option vs. CGM-Einstieg
tomedo (Zollsoft): Stärkster Wachstumstrend und neue Plattform
tomedo von Zollsoft ist seit 2013 am Markt und wird laut Anbieter von über 10.000 Ärzten in Deutschland, Österreich und der Schweiz genutzt. Die Praxissoftware wurde nativ für Apple-Hardware (macOS, iPad, iPhone, Apple Watch) entwickelt. Windows-Geräte können über die GDT-Schnittstelle tomedo.LINK eingebunden werden — etwa für orthopädische Messgeräte, deren Software ausschließlich auf Windows läuft.
Für die orthopädische Fachrichtung bietet tomedo: DALE-UV und BG-Abrechnung, BG-Formulare, fachspezifische Dokumentationsfavoriten, einen Bettenplaner sowie PACS-Integration über den Partneranbieter aycan. Der KI-Assistent tomedo.Intelligence übernimmt die Gesprächsdokumentation während der Sprechstunde. Das Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung (Zi) hat tomedo in einer Befragung von über 10.000 Ärztinnen und Ärzten (2024) bei Usability, Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit und PVS-Wechselbereitschaft als Spitzenreiter ausgewiesen.
Wichtiger Produkthinweis: Im April 2025 hat Zollsoft auf der DMEA tomedo.air vorgestellt — eine neue, plattformunabhängige, cloudbasierte Praxissoftware, die sowohl auf Apple- als auch auf Windows-Geräten läuft und für Juli 2025 zur KBV-Zertifizierung angemeldet war. tomedo.air ist ein eigenständiges Produkt, nicht ein Update des bestehenden tomedo.
CGM M1 PRO: Einstieg ins CGM-Ökosystem
CGM M1 PRO adressiert Einzel- und kleinere Gemeinschaftspraxen, die eine solide Basisausstattung im CGM-Umfeld suchen. Die Oracle-Datenbankstruktur des Systems gilt als ausfallsicher. Es unterstützt ambulante und stationäre Abrechnung, IGeL-Leistungen und DiGA. Mit 131 Installationen und −2 stabil, aber ohne Wachstumsimpuls.
Serverbasiert vs. Cloud-Hosting — DSGVO-Implikationen
| Kriterium | Serverbasiert lokal (z.B. CGM, medatixx) | Cloud-Hosting (z.B. tomedo.air) |
| Datenhaltung | Lokal in der Praxis | Rechenzentrum des Anbieters (Deutschland) |
| DSGVO-Verantwortung | Praxisinhaber als Verantwortlicher | Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO |
| IT-Aufwand | Regelmäßige Server-Wartung notwendig | Kein lokaler Server erforderlich |
| Verfügbarkeit | Unabhängig vom Internetzugang | Abhängig von Internetverbindung |
| Investitionskosten | Höhere Einmalkosten (Hardware) | Meist monatliche Lizenzgebühr |
Haftungsrisiko: Bei Cloud-Hosting trägt der Praxisinhaber die datenschutzrechtliche Verantwortung für die korrekte Gestaltung des AVV gemäß Art. 28 DSGVO. Prüfen Sie, ob der Anbieter einen DSGVO-konformen AVV mit vollständiger Nennung aller Subauftragsverarbeiter bereitstellt oder fragen Sie diesbezüglich Medizinio.
Nach welchen Kriterien sollten Orthopäden ihre PVS auswählen?
Die Installationszahlen zeigen die Verbreitung — nicht die Passung für Ihre konkrete Praxissituation.
Checkliste: 8 Pflichtkriterien bei der PVS-Auswahl
- KBV-Zertifizierung aktuell vorhanden (einzusehen auf kbv.de)
- TI-Anbindung nach § 291b SGB V nativ integriert oder zertifizierter TI-Partner benannt
- KIM, eRezept (seit 01.01.2024), eAU (seit 01.01.2022) vollständig abbildbar
- EBM Kapitel 18 vollständig hinterlegt: Grundpauschalen GOP 18210–18212 und Quartalspauschalen GOP 18310–18700
- GOP 33050 (Sonographie Bewegungsapparat) korrekt abrechnungsfähig
- Muster 13 (Heilmittelverordnung nach HeilM-RL) und BG-Formulare inkl. DALE-UV verfügbar
- PACS-Schnittstelle für Radiologie-/MRT-Befundintegration vorhanden
- Support-SLA mit definierten Reaktionszeiten vertraglich geregelt
Sonderfall: BAG und MVZ
Praxen mit mehreren Ärzten benötigen eine mehrmandantenfähige PVS mit granularer Rechteverwaltung. MVZ mit angestellten Ärzten haben zusätzliche Anforderungen an die abrechnungstechnische Trennung der Arztnummern (LANR).
Wechselkosten und Datenmigration
Ein PVS-Wechsel erfordert Datenmigration, Schulungen und temporäre Produktivitätsverluste. Die GDT-Schnittstelle ist standardisiert, aber die Datenübernahme aus proprietären Systemen variiert erheblich in der Vollständigkeit. Fordern Sie eine schriftliche Migrationszusage mit Referenzpraxen des gleichen Altsystems.
Tipp: Planen Sie einen PVS-Wechsel auf den Quartalsanfang — so minimieren Sie die Überschneidung mit laufenden KV-Abrechnungsfristen.
FAQ: Häufige Fragen zur Praxissoftware in der Orthopädie
Verdienen Cloud-native Newcomer einen Platz in der PVS-Evaluierung — auch ohne KBV-ADT-Eintrag?
Ja. Die ADT-Installationsstatistik der KBV misst historische Abrechungs-Aktivität — nicht Produktqualität oder Innovationsgrad. Systeme, die die KVDT-Zertifizierung noch durchlaufen oder erst kürzlich abgeschlossen haben, erscheinen dort schlicht nicht oder noch nicht mit nennenswerten Zahlen. Drei Anbieter verdienen in diesem Kontext eine gesonderte Betrachtung.
Doctolib ist in Deutschland primär als Terminbuchungsplattform bekannt und seit November 2025 auch als vollständiges PVS am Markt. Die Praxissoftware von Doctolib erfüllt nach Anbieterangaben die deutschen Produktzertifizierungen KVDT, VSDM und KIM und ist zusätzlich nach BSI C5 Type 2, ISO 27001 und ISO 27701 auditiert. Der Rollout begann mit Allgemein-, Kinder- und Frauenärzten; alle weiteren Fachgruppen einschließlich Orthopädie sollen 2026 folgen. Für Praxen, die bereits das Doctolib-Terminportal nutzen, bietet die Integration in ein eigenes PVS einen strukturellen Vorteil — Medienbrüche zwischen Terminverwaltung und Dokumentation entfallen. Da das System erst seit wenigen Monaten als PVS verfügbar ist, fehlen Langzeiterfahrungen, insbesondere zur orthopädiespezifischen Abrechnungstiefe.
Eterno Cloud von Eterno Health ist ein vollständig browserbasiertes, cloudnatives System, das ohne lokale Serverinfrastruktur auskommt und auf allen gängigen Betriebssystemen läuft. Der Anbieter gibt an, KV-zertifiziert zu sein und alle TI-Anwendungen (eRezept, eAU, KIM, ePA) zu unterstützen. ISO 27001-Zertifizierung und Datenhaltung in deutschen Rechenzentren sind dokumentiert. Eterno Cloud bietet eine fachrichtungsspezifische Seite für die Orthopädie und unterstützt laut Anbieter die Geräteanbindung über GDT-Schnittstellen. Die monatlichen Listenpreise beginnen laut veröffentlichten Angaben bei rund 950 € — ein Wert, der im Verhältnis zu klassischen Installationslösungen möglicherweise hoch erscheint, aber Wartungs-, Update- und IT-Infrastrukturkosten einschließt.
ClinicOS von NoscAi GmbH verfolgt einen KI-nativen Ansatz: Sämtliche erfassten Daten werden innerhalb des geschlossenen Systems durch eine integrierte KI verarbeitet und auffindbar gemacht. Zum aktuellen Zeitpunkt ist ClinicOS ausschließlich für Privatpraxen verfügbar; die KBV-Zertifizierung für die GKV-Abrechnung befindet sich laut Anbieter im Verfahren und war für 2026 angekündigt.
Für alle drei Systeme gilt dasselbe Evaluierungsprinzip: Klären Sie den aktuellen KVDT-Zertifizierungsstand sowie die Kompatibilität mit Ihren aktiven DMP- und Selektivverträgen direkt beim Anbieter — und verlangen Sie Referenzen aus orthopädischen Praxen, bevor Sie eine Migrationsentscheidung treffen. Noch einfacher: Kontaktieren Sie Medizinio.
