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Hand-Ultraschallgeräte für Ärzte

Ultraschall für das Handy kann zum Einen als "Spielerei"-Apps für den privaten Gebrauch genutzt werden, zum Anderen arbeiten jedoch auch Ärzte mit Hand-Ultraschallgeräten, welche sich mit dem Smartphone oder herstellereigenen Endgeräten koppeln lassen.

Die meist kabellosen Handheld-Ultraschallgeräte kommunzieren mit dem Smartphone per WiFi, einige Modelle jedoch auch per USB-Kabel. Eingesetzt werden sie primär im Rettungsdienst oder der Veterinärmedizin, aber auch im klinischen Alltag. Hier können die handlichen Geräte Ihre Vorteile ausspielen: leicht, tragbar, mobil und flexibel. So kann ein Unfallopfer direkt am Point Of Care geschallt werden, sodass noch vor Ort wichtige Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten gewonnen werden können und ggf. die Daten per Tele-Ultraschall an das nächstgelegene Krankenhaus gesendet werden können.

Etabliert haben sich bisher vor allem 4 Modelle:

Philips Lumify mit Smartphone als Monitor

Das Philips Lumify ist ein mobiles Ultraschallgerät. Das Lumify  ist 11,4cm x 4,5cm groß und damit besonders klein und kompakt, denn als Monitor dient ein Smartphone oder Tablet. Es wird ganz einfach eine Android-App auf das dazu gewünschte passende Gerät runtergeladen und ein Schallkopf per USB-Anschluss angeschlossen - schon kann die Untersuchung losgehen. Über die Zwei-Wege-Audio und Videokommunikation und Live Streaming kann sich medizinisches Fachpersonal ortsunabhängig miteinander verbinden.

Zur Auswahl stehen 3 verschiedene Schallköpfe:

  1. C5-2 Breitband-Convex-Schallkopf für Untersuchungen des Abdomens, Gallenblase, Lunge und zur Anwendung in der Geburtshilfe und Gynäkologie 
  2. L12-4 Breitband-Linear-Schallkopf für Untersuchungen der Lunge, muskuloskelettales System, Gewebe, oberflächennahe Strukturen und Gefäßdiagnostik
  3. S4-a Breitband-Sektor-Schallkopf für Untersuchungen der Lunge, Echo, abdominal und zur Anwendung in der Geburtshilfe und Gynäkologie 

Lumify mit Reacts-Technologie: Tele-Ultraschallgerät mit Live-Übertragung

Gemeinsam mit dem Unternehmen Imaging Technologies hat Philips ein Ultraschall-System entwickelt, welches sich mit den appbasierten Ultraschall-Geräten von Philips kombinieren lässt: die Tele-Ultraschalllösung Lumify mit Reacts. 

Diese App ermöglicht einen Zugang zu der von Imaging Technologies entwickelten Plattform React. Die beiden Systeme Lumify und React verfügen über eine Zwei-Wege-Audio-Video-Kommunikation und über Live Streaming. Mithilfe dieser App können Ärzte sich austauschen oder sich bei der Entscheidungsfindung unterstützen, auch wenn sie nicht in der gleichen Praxis praktizieren. Die Ultraschall-Lösung Lumify kann jederzeit eine Ultraschall-Untersuchung ermöglichen. Die dafür benötigte Hardware ist in eine USB Ultraschall-Sonde eingebaut; um diese benutzen zu können, muss die Lumify-App runtergeladen werden.

Die Lösung kann dann per USB-Kabel an das Endgerät angeschlossen werden. Laut des Herstellers ist die Ultraschallsonde mit jedem kompatiblen Smartphone und Tablet kombinierbar. Die Plattform Reacts ist eine auf die Bedürfnisse von Ärzten und medizinischem Fachpersonal zugeschnittene Kooperationsplattform. Durch die Kombination beider Systeme können sich die Ärzte und das medizinische Fachpersonal unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden, in Echtzeit austauschen. Die Ultraschall-Lösung ist schon in Deutschland erhältlich.

Butterfly iQ+

Vom Butterfly iQ gibt es jetzt eine neue, noch bessere Version. Das Butterfly iQ+ hat eine 20% bessere Akkulaufzeit, einen 15% kleineren Sondenkopf und eine 10% kürzere Sonde als sein Vorgängermodell. Es ist ein mobiles Ultraschallgerät, das über ein Smartphone oder Tablet bedient werden kann. Es gibt eine Sonde mit 20 verschiedenen Einstellungen und 4 Modi. Die Sonde wird an das gewünschte Gerät angeschlossen und schon kann los geschallt werden. Die Needle Viz Technologie sorgt für mehr Kontrolle, denn sie erkennt Nadeln beim Schallen und lässt diese blau anzeigen. Mit einer 60% schnelleren Pulswiedergabe wird eine hohe Bildqualität erreicht. Durch Butterfly TeleGuidance können sich Mediziner, die sich nicht am selben Standort befinden, miteinander verbinden.

Ultraschall Apps für das Smartphone

Es gibt verschiedenste Ultraschall-Apps mit unterschiedlichen Funktionen fürs Smartphone. So gibt es beispielsweise welche, die mittels Ultraschall unhörbare Geräusche hörbar machen oder auch die Schlafqualität tracken können. Es gibt Apps, die speziell an Mediziner gerichtet sind und Informationen rund um das Thema Ultraschall anbieten. Außerdem gibt es Apps, die mit externen Schallköpfen kompatibel sind. Hier wird ein Schallkopf an das gewünschte Smartphone angeschlossen und es entstehen echte Ultraschallbilder. Apps gibt es sowohl für iOS-Geräte als auch Android-basierte Systeme.

Ein großer Vorteil von mobilen Ultraschallgeräten für das Smartphone/Tablet gegenüber den herkömmlichen Standgeräten ist deren Handlichkeit. Standgeräte haben meist einen großen Fußabdruck und lassen sich schwer transportieren. Bei mobilen Ultraschallgeräten muss lediglich eine Sonde in Größe eines elektrischen Rasierers transportiert werden, sodass sie für Ultraschalluntersuchungen direkt am Krankenbett perfekt geeignet sind. Beispiele für solche Geräte sind einmal das Philips Lumify und das Butterfly iQ+. Hierbei wird jeweils die Ultraschallsonde an das gewünschte Gerät angeschlossen und das Bild erscheint auf dem Smartphone oder Tablet.

Für Mediziner interessant ist auch die Telemedizin. Gerade durch die Corona-Pandemie hat die Entwicklung einen großen Schritt nach vorne gemacht und es gibt mittlerweile viele verschiedene Apps. Telemedizin ist ein Teilbereich der E-Health und steht für die Durchführung medizinischer Leistungen der Gesundheitsversorgung über räumliche Distanz und ohne Ortsbindung. Beispiele hierfür sind einmal TeleClinic oder auch Kry. Beide Apps nutzen das gleiche Prinzip: nach einer kurzen Registrierung muss man den Grund der Behandlung angeben, dann ruft der Arzt per Videochat an und hält die Sprechstunde online ab. TeleClinic wird von Montag - Samstag zwischen 7 und 19 Uhr von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Kosten einer Sprechstunde bei Kry liegen durchschnittlich zwischen 30€ und 45€ und müssen selbst getragen werden.

Anbieter Produkt Projekt Details
Android Sleep as Android Ultraschall-App zum tracken der Schlafqualität https://play.google.com/store/apps/details/?id=com.urbandroid.sleep
Apple Mosquitone Detector Ultraschall-App zum hörbar machen https://apps.apple.com/de/app/mosquitone-detector/id1289567807
Philips UltraSound Ultraschall-App Informationen über Tagungen, neueste Technologien, medizinische Fachliteratur etc.
Philips Lumify Mobiles Ultraschallgerät mit Tele-Ultraschall-Live-Übertragung Ermöglichung von gemeinsamen Diagnosen mittels Live-Übertragung

UltraSound: Die Ultraschall-App für Mediziner

Es gibt eine Ultraschall-App der Firma Philips. UltraSound ermöglicht es Ärzten, personalisierte Informationen über das Thema Ultraschall direkt auf das Smartphone zu bekommen. Diese App soll Medizinern und dem medizinischen Fachpersonal bei dem täglichen Umgang mit Ultraschall-Geräten helfen und ist auch im Offline-Modus verfügbar.

Ärzte und Fachpersonal können sich über aktuelle Neuigkeiten, Schulungen, Veranstaltungen, medizinische Fachliteratur und Philips-Ultraschallsysteme sowie Ultraschall-Lösungen informieren. Ärzte können die Einstellungen individuell nach ihrem Interesse filtern und auch Themen wie Radiologie, Kardiologie und Gynäkologie einspeichern und Informationen bekommen. UltraSound wurde für Ärzte, Medizinstudenten und medizinisches Fachpersonal entwickelt.

Apps um Ultraschall hörbar zu machen

Es gibt verschiedene Apps die mit Hilfe von Ultraschall fürs Ohr unhörbare Geräusche hörbar machen. Nutzer werden so auf die vielen unbewussten Geräusche hingewiesen und können das Ohr vor langfristigen Schäden schützen. Einige Beispiele hierfür sind Mosquitone Detector, BatLib und UltraSound Detector.

Ultraschall tracking app

“Sleep as Android” ist eine Tracking App, die mit Hilfe von Ultraschall die Schlafqualität misst. Die App misst verschiedenen Schlafzyklen und erstellt einen Wecker der zur optimalen Uhrzeit weckt. Die ausgewerteten Daten können dann bei einer Verbesserung der Schlafqualität helfen. 

Ultraschall-Tracking wird auch bei vielen anti-Corona-Apps angewendet. Geräte tauschen mittels Ultraschall Signale untereinander aus. Die Signale können von Menschen nicht gehört werden, werden aber von den Geräten gespeichert. Hat sich nun eine Person mit dem Virus infiziert, wird dies in der App eingetragen und das Gerät schickt eine Benachrichtigung an alle Kontaktpersonen. 

Fingerabdruck per Ultraschall

Viele Smartphone Hersteller setzen neuerdings auf Ultraschall für die Fingerabdruckerkennung und das damit verbundene Entsperren des Gerätes. Die Ultraschallsensoren benutzen Ultraschall, um die Oberfläche des Fingers zu erkennen. Es wird kontrolliert, ob der aufgelegte Finger mit dem gespeicherten übereinstimmt. Ist dies der Fall, wird das Gerät entsperrt. Beim auflegen des Fingers wird ein Ultraschall-Impuls vom Scanner an den Finger gesendet. Ein Teil dieser Ultraschallwellen wird vom Finger aufgenommen und ein anderer wieder zurück an den Sensor geschickt, welcher sich so ein Bild der Oberfläche machen kann. Ultraschallsensoren sind besser als optische Fingerabdruck-Sensoren, da sie bspw. den Fingerabdruck auch erkennen, wenn der Finger nass ist. Qualcomm hat gerade den “Qualcomm 3D Sonic Senor” herausgebracht. Der Sensor ist  77% größer und 50% schneller als sein Vorgängermodell. In welche Geräte er zukünftig eingebaut wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Für Schwangere: Babys per Ultraschall erkennen

Medizinisch nicht notwendige Ultraschall-Untersuchungen während der Schwangerschaft sind ab dem 1. Januar 2021 verboten. Es umfasst Doppler-, Duplex-, 3D- und 4D- Verfahren.

Die neue Regelung basiert auf einer neuen Vorgabe des Strahlenschutzgesetzes und soll den Fötus vor zu hohen und unnötigen Strahlendosen schützen. Gerechtfertigt wird das neue Gesetz damit, dass es sich bei einem Fötus um eine schutzbefohlene Person handelt, die der Untersuchung und den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen nicht zustimmen kann und selbst keinen Nutzen aus der Untersuchung zieht.

5G und Ultraschall

5G wurde ursprünglich für die Industrie konzipiert, kann aber der Medizin in Zukunft auch zu Gute kommen. Gerade in der Notfallmedizin kann es äußerst hilfreich sein. 

Wichtige Kennwerte können per Echtzeit direkt in die Notaufnahme gesendet werden. Ultraschalluntersuchungen können so bereits im Krankenwagen durchgeführt und Bilder in Echtzeit an den Arzt übermittelt werden. Außerdem kann mit Hilfe eines haptischen Handschuhs die Hand des Sanitäters vom behandelnden Arzt im Krankenhaus gesteuert werden. Das kann gerade in einer Notfallsituation lebensrettende Zeit sparen.

Auch im Zusammenhang mit COVID-19-Patienten kann 5G eine wichtige Rolle spielen. In China wurden bereits Ultraschalluntersuchungen über einen 5G-angetriebenen Roboter durchgeführt. Nicht nur können so auch Patienten aus großer Distanz behandelt werden, sondern auch das Risiko der Ansteckung wird so vermieden.