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Abstract – Thermodesinfektor Zahnarztpraxis: Pflicht, Kosten & Modelle
- In Zahnarztpraxen ist der Thermodesinfektor (RDG) für kritische B-Instrumente mit komplexer Geometrie — darunter Hand- und Winkelstücke, ZEG-Spitzen und Absaugkanülen — faktisch verpflichtend: Die KRINKO/BfArM-Richtlinie (Bundesgesundheitsblatt 55, 2012) und die MPBetreibV (Neufassung Februar 2025) fordern eine validierte maschinelle Reinigung und Desinfektion nach DIN EN ISO 15883; manuelle Verfahren erfüllen diese Anforderungen für kritische B-Instrumente nicht.
- Der thermisch-chemische Desinfektionsprozess im RDG muss für kritische Instrumente einen A0-Wert von mindestens 3.000 erreichen (entspricht 5 Minuten bei 90 °C); Hohlkörperinstrumente wie Hand- und Winkelstücke erfordern zwingend geräte- und herstellerspezifische Injektoradapter, da ohne diese eine validierte Innenreinigung nicht nachweisbar ist.
- Die Validierung nach DIN EN ISO 15883 umfasst Erst- (IQ/OQ/PQ), Chargen- und periodische Revalidierung (max. 12 Monate); das Beladungsmuster richtet sich nach den Herstellervorgaben des RDG sowie der gemeinsamen Leitlinie von DGKH, DGSV und AKI — jede Abweichung macht eine Re-Validierung erforderlich.
- Neue Unterbaugeräte (MELAG MELAtherm 10 Evolution, Miele PWD 8682/8692) kosten 9.000–15.000 € netto; Auftischgeräte (Miele PWD 8531, Euronda Eurosafe 60) ab ca. 6.000 € netto; hinzu kommen laufende Betriebskosten von ca. 1.300–3.000 € jährlich für Prozessmedien, Wartung und Revalidierung.
Inhaltsverzeichnis
Ist ein Thermodesinfektor in der Zahnarztpraxis Pflicht?
Rechtliche Grundlage: KRINKO/BfArM-Richtlinie & Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)
Die Pflicht zur maschinellen Aufbereitung dentaler Instrumente ergibt sich aus dem Zusammenspiel zweier Regelwerke. Die KRINKO/BfArM-Richtlinie „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ (Bundesgesundheitsblatt 55, 2012: 1244–1310) schreibt für kritische Medizinprodukte der Kategorie B — also Instrumente mit komplexer Geometrie, die in Kontakt mit Blut, Schleimhaut oder Wunden kommen — eine validierte maschinelle Reinigung und Desinfektion vor. Ergänzend regelt die MPBetreibV, dass Medizinprodukte nur nach dem Stand der Technik aufbereitet werden dürfen und die Beachtung der KRINKO/BfArM-Empfehlung eine ordnungsgemäße Aufbereitung vermuten lässt.
Für Zahnarztpraxen bedeutet das konkret: Ein Reinigungs- und Desinfektionsgerät (RDG) nach DIN EN ISO 15883 ist für die Aufbereitung kritischer B-Instrumente nicht empfohlen, sondern faktisch vorgeschrieben. Die manuelle Aufbereitung ohne vorherige validierte maschinelle Reinigung erfüllt diese Anforderungen nicht.
Haftungsrisiko: Begehungen durch das Gesundheitsamt oder die zuständige Zahnärztekammer können Mängel in der Instrumentenaufbereitung feststellen. Ohne dokumentierten Einsatz eines validierten RDG drohen Auflagen bis hin zur Betriebseinschränkung.
Kritische B-Instrumente: Welche dentalen Instrumente maschinell aufbereitet werden müssen
Die KRINKO/BfArM-Richtlinie klassifiziert Medizinprodukte nach dem Infektionsrisiko. Für die Zahnarztpraxis sind kritische B-Instrumente — also Instrumente mit komplexer Geometrie und Blut- oder Schleimhautkontakt — besonders relevant:
- Rotierende Instrumente: Hand- und Winkelstücke, Turbinen
- ZEG-Spitzen mit Hohlkanal
- Absaugkanülen und Sauger mit Lumina
- Chirurgische Instrumente, Küretten, Skalpellhalter
- Spiegel, Sonden, Pinzetten (semikritisch A, je nach Einsatz auch B)
Semikritische Instrumente der Kategorie A können unter definierten Bedingungen auch manuell aufbereitet werden. In der Praxis empfiehlt sich die durchgehende maschinelle Aufbereitung. Sie reduziert den Dokumentationsaufwand und sichert die Validierbarkeit.
Konsequenzen bei fehlender maschineller Aufbereitung
Wer die maschinelle Aufbereitung umgeht oder nicht validierte Prozesse nachweist, trägt mehrere Risiken gleichzeitig. Zivilrechtlich kann bei einem Behandlungsschaden der Nachweis lückenloser Hygiene fehlen — mit entsprechenden Haftungsfolgen. Öffentlich-rechtlich drohen Bußgelder und Auflagen nach dem Medizinprodukterecht. Berufsrechtlich kann die zuständige Zahnärztekammer tätig werden. Die Dokumentationspflicht ist damit kein bürokratischer Mehraufwand, sondern aktives Haftungsmanagement.
Wie funktioniert ein Thermodesinfektor in der Zahnarztpraxis?
Thermisch-chemischer Desinfektionsprozess: A0-Wert & Zyklusablauf
Ein Thermodesinfektor arbeitet nach dem Prinzip der thermisch-chemischen Desinfektion: Reiniger und Neutralisator lösen Verunreinigungen, anschließend tötet eine definierte Temperatur-Zeit-Kombination Mikroorganismen ab. Das Maß für die Desinfektionswirkung ist der A0-Wert — ein Äquivalent der Abtötungsleistung bei 80 °C gemäß DIN EN ISO 15883-1. Für kritische Instrumente, bei denen auch thermoresistente Viren wie Hepatitis B inaktiviert werden müssen, ist ein A0-Wert von mindestens 3.000 erforderlich. Das entspricht 5 Minuten bei 90 °C.
Ein typischer Programmzyklus im Thermodesinfektor für Zahnarztpraxen läuft in diesen Phasen ab:
- Vorspülung (kalt, zur Blutkontaminationsreduktion)
- Reinigung mit Reinigerlösung bei 40–55 °C
- Zwischenspülung
- Thermische Desinfektion bei 90–93 °C (A0-Wert-kritisch)
- Klarspülung
- Trocknung (aktiv oder passiv)
Zyklusdauer: je nach Gerät und Programm 25–45 Minuten.
Unterschied: Thermodesinfektor (RDG) vs. Autoklav in der Zahnmedizin
Thermodesinfektor und Autoklav sind keine Alternativen, sondern aufeinander folgende Prozessschritte. Das RDG reinigt und desinfiziert — es sterilisiert nicht. Der Autoklav sterilisiert — setzt aber eine gründliche Vorreinigung voraus, da organische Rückstände die Dampfpenetration behindern. Die korrekte Aufbereitungsreihenfolge für sterile Instrumente lautet: Thermodesinfektor → Verpackung → Autoklav.
Für semikritische Instrumente, die nicht sterilisiert werden müssen, kann der Aufbereitungsprozess nach dem Thermodesinfektor enden. Welche Instrumente welchem Pfad folgen, regelt das praxisinterne Hygienekonzept.
Besonderheiten dentaler Instrumente: Hohlkörper, Hand-/Winkelstücke, ZEG-Spitzen
Die Zahnmedizin stellt an Thermodesinfektoren spezifische Anforderungen. Hand- und Winkelstücke besitzen Innenkanäle, die mit Standardbeladung nicht ausreichend durchspült werden. Dafür sind Injektorschienen mit spezifischen Adaptern erforderlich, die Reinigerlösung aktiv durch die Lumina pumpen.
ZEG-Spitzen erfordern ebenfalls Spezialadapter sowie — bei bestimmten Modellen — den Einsatz eines Drehmomentschlüssels, um Beschädigungen beim An- und Abkoppeln zu vermeiden. Fehlt diese Adaptierung, ist eine validierte Innenreinigung nicht nachweisbar. Das führt bei Begehungen zur Beanstandung.
Hinweis — Kombinationsgeräte als Ergänzung zum RDG: Für die Aufbereitung von Übertragungsinstrumenten stehen spezialisierte Geräte zur Verfügung. Der MELAG Careclave vereint Reinigung, Desinfektion, Pflege und Sterilisation (Klasse B nach DIN EN 13060 und DIN EN ISO 15883) in einem Gerät — er ist damit normkonform sowohl als Thermodesinfektor als auch als Autoklav für Hohlkörperinstrumente zugelassen. Der DAC Universal D (Dentsply Sirona) reinigt, ölt und desinfiziert bis zu 6 Übertragungsinstrumente in ca. 15 Minuten, sterilisiert jedoch nicht — kritisch B klassifizierte Instrumente müssen nach dem DAC-Prozess zusätzlich verpackt im Autoklav sterilisiert werden. Beide Geräte ersetzen den klassischen Thermodesinfektor nicht vollständig: Für alle übrigen dentalen Instrumente bleibt ein validiertes RDG nach DIN EN ISO 15883 zwingend erforderlich.
Beladungsmuster im Thermodesinfektor: Anforderungen für Zahnarztpraxen
Checkliste: Korrekte Beladung nach DGSV-Leitlinie
Die korrekte Beladung eines Thermodesinfektors richtet sich primär nach den Herstellerangaben des jeweiligen Geräts sowie nach der gemeinsamen Leitlinie von DGKH, DGSV und AKI zur Validierung maschineller Reinigungsprozesse. Beide Quellen sind bindend — sie ergänzen einander. Für die Zahnarztpraxis gelten folgende Grundprinzipien:
- Instrumente nicht verschachteln — freie Wasserzirkulation sicherstellen
- Hohlkörper immer mit Öffnung nach unten oder seitlich positionieren
- Hand- und Winkelstücke ausschließlich über vom Hersteller freigegebene Injektoradapter anschließen
- Siebkörbe nicht überladen — maximale Füllmenge laut Herstellerdokumentation einhalten
- Instrumente vor der Beladung grob von Blutresten befreien (Vorabspülung)
- Kein Mischen von Stahl und Aluminium in einem Siebkorb ohne Herstellerfreigabe
- Beladungsmuster dokumentieren und mit dem validierten Referenzmuster aus der Herstellerdokumentation abgleichen
Das Beladungsmuster ist nicht frei wählbar. Im Routinebetrieb sind ausschließlich Beladungsvarianten zulässig, die der Gerätehersteller dokumentiert und die im Rahmen der Validierung geprüft wurden. Abweichungen — auch scheinbar geringfügige — machen eine Re-Validierung erforderlich.
Adapter und Injektorschienen für rotierende Instrumente und Turbinen
Moderne Thermodesinfektoren für Zahnarztpraxen bieten modulare Injektorsysteme mit herstellerspezifischen Adaptern. Relevante Adapter umfassen Anschlüsse für Hand- und Winkelstück-Modelle aller gängigen Hersteller, Turbinenadapter, Adapter für Absaugkanülen unterschiedlicher Querschnitte sowie Spezialadapter für ZEG-Spitzen. Beim Gerätekauf ist zu prüfen, ob die in der Praxis vorhandenen Instrumente durch verfügbare Adapter abgedeckt werden. Ein theoretisch leistungsfähiges Gerät ohne passende Adaptierung ist für Hohlkörper nicht normkonform einsetzbar.
Häufige Beladefehler und ihre Folgen für die Validierung
Beladefehler sind der häufigste Grund für nicht reproduzierbare Reinigungsergebnisse bei Begehungen. Typische Fehler: Instrumente mit Öffnung nach oben (kein Wasserabfluss, Restfeuchte), Überladen von Siebkörben (mangelhafte Wasserzirkulation), Einsatz nicht validierter Adapter oder das Aufbereiten von Instrumenten, die für das Gerät nicht freigegeben sind.
Die Konsequenz ist direkt: Weicht das Beladungsmuster vom validierten Referenzmuster ab, gilt der Prozess als nicht validiert — selbst wenn das Gerät technisch einwandfrei funktioniert. Jede Abweichung muss im Hygieneplan dokumentiert und vor Routineeinsatz re-validiert werden.
Validierung des Thermodesinfektors in der Zahnarztpraxis: Pflichten & Intervalle
Erst-, Chargen- und periodische Validierung nach DIN EN ISO 15883
Die DIN EN ISO 15883 legt die Anforderungen an RDG sowie deren Validierung fest. Für Zahnarztpraxen sind drei Validierungsebenen relevant:
- Erstvalidierung: Wird nach Inbetriebnahme eines neuen Geräts oder nach wesentlichen Änderungen (Standortwechsel, Reparatur zentraler Komponenten) durchgeführt. Sie umfasst Installationsqualifizierung (IQ), Funktionsqualifizierung (OQ) und Leistungsqualifizierung (PQ) — jeweils durch akkreditierte Validierungsdienstleister.
- Chargenfreigabe: Jeder einzelne Aufbereitungszyklus muss dokumentiert und freigegeben werden. Moderne Geräte generieren digitale Chargenprotokolle. Die Freigabe darf nur durch autorisiertes, geschultes Personal erfolgen.
- Periodische Revalidierung: Die DGSV empfiehlt eine Revalidierung spätestens alle 12 Monate sowie nach jedem sicherheitsrelevanten Ereignis.
Validierungsintervalle & zuständige Stellen
| Validierungstyp | Anlass | Empfohlenes Intervall | Zuständige Stelle |
|---|---|---|---|
| Erstvalidierung (IQ/OQ/PQ) | Inbetriebnahme, wesentliche Änderung | Einmalig | Akkreditierter Validierungsdienstleister |
| Periodische Revalidierung | Routinebetrieb | Max. 12 Monate | Akkreditierter Validierungsdienstleister |
| Leistungsqualifizierung | Nach Reparatur sicherheitsrelevanter Teile | Anlassbezogen | Akkreditierter Validierungsdienstleister |
| Wartung | Herstellervorgabe | 12–24 Monate oder nach Zyklusanzahl | Autorisierter Servicetechniker |
| Chargenfreigabe | Nach jedem Zyklus | Täglich | Praxispersonal (autorisiert) |
Dokumentationspflichten: Chargenprotokolle, Freigabeprozess, Aufbewahrungsfristen
Die Dokumentation der Medizinprodukte-Aufbereitung ist rechtlich zwingend und schützt die Zahnarztpraxis im Haftungsfall. Aufzubewahren sind Chargenprotokolle mit Datum, Programm, Zyklusergebnis und freigebendem Personal sowie Wartungs- und Validierungsberichte. Empfohlene Aufbewahrungsfrist: mindestens 10 Jahre, bei invasiven Eingriffen länger.
Moderne Geräte übertragen Protokolldaten per Netzwerkschnittstelle oder CF-Karte an praxisinterne Systeme. Die papierlose Chargenfreigabe direkt am Geräte-Display ist rechtlich anerkannt, sofern die Nutzerauthentifizierung sichergestellt ist.
Thermodesinfektor Zahnarztpraxis: Preise & Modelle im Vergleich
Modellübersicht nach Hersteller, Kammervolumen & Preisbereich
Die relevanten Hersteller für Thermodesinfektoren in Zahnarztpraxen sind MELAG, Miele und weitere Anbieter wie SciCan und Euronda. Die Geräte unterscheiden sich in Kammervolumen, Adaptierungssystem, Trocknungsart und Digitalisierungsgrad.
| Hersteller | Modell | Typ | Preisbereich (neu, netto) | Besonderheit |
| MELAG | MELAtherm 10 Evolution | Unterbau | 9.000–14.000 € | Aktive Innen- und Außentrocknung, integrierte Freigabe-Software |
| Miele Professional | PWD 8531 | Auftisch | 6.000–9.000 € | Heißlufttrocknung, interner Enthärter, 2 Dosierpumpen, kompakt |
| Miele Professional | PWD 8682 | Unterbau | 9.000–14.000 € | EcoDry-Trocknung, Flüssigdosierung, LAN-Schnittstelle |
| Miele Professional | PWD 8692 | Unterbau | 10.000–15.000 € | DryPlus-Heißlufttrocknung, ideal für Hohlkörperinstrumente |
| Miele Professional | PWD 8682 C | Unterbau kompakt | 9.000–13.000 € | Schublade für Prozesschemikalien, Kurzprogramm für Übertragungsinstrumente |
| SciCan / Euronda | Hydrim / Eurosafe 60 | Auftisch | 6.000–8.000 € | Wirtschaftliche Einstiegslösung |
| Diverses | Gebrauchtgeräte | variabel | 1.500–5.000 € | Validierungsstatus prüfen, Restlebensdauer beachten |
Hinweis: Die genannten Preise sind Richtwerte (netto) ohne Montage, Erstvalidierung und Zubehör. Holen Sie Angebote stets mit diesen Positionen als Pflichtbestandteil ein.
Miele, MELAG & weitere Hersteller: Relevante Geräte für Zahnarztpraxen
Miele Professional hat seine Dental-Linie vollständig auf die PWD-Serie umgestellt. Das Auftischgerät PWD 8531 eignet sich mit integriertem Enthärter und aktiver Heißlufttrocknung für kleinere Praxen mit begrenztem Platzangebot. Im Unterbausegment bietet der PWD 8682 mit EcoDry-Trocknung (automatisches Türöffnen am Programmende) eine wirtschaftliche Lösung für mittleres Instrumentenaufkommen. Das Topmodell PWD 8692 setzt auf DryPlus-Heißlufttrocknung — besonders vorteilhaft für Praxen mit hohem Anteil an Hohlkörperinstrumenten wie Hand- und Winkelstücken. Der PWD 8682 C ergänzt das Portfolio als Kompaktgerät mit integrierter Schublade für Prozesschemikalien und einem Kurzprogramm speziell für Übertragungsinstrumente. Alle aktuellen Miele-Modelle verfügen über eine LAN-Schnittstelle für die digitale Prozessdokumentation.
MELAG punktet mit dem integrierten Trocknungskonzept und der direkten Freigabefunktion am Display ohne Zusatzsoftware. Der MELAtherm 10 Evolution ist für Einzel- und kleinere Gemeinschaftspraxen das meistverbreitete Gerät im deutschsprachigen Markt.
SciCan und Euronda bieten mit dem Hydrim und dem Eurosafe 60 wirtschaftliche Einstiegslösungen im Auftischformat. Vor Kauf ist die Adaptierungskompatibilität mit dem vorhandenen Instrumentarium zu prüfen.
Thermodesinfektor gebraucht kaufen: Worauf Zahnarztpraxen achten müssen
Ein gebrauchter Thermodesinfektor kann wirtschaftlich sinnvoll sein — birgt aber spezifische Risiken. Zu prüfen sind:
- Validierungsstatus: Liegt ein aktueller Validierungsbericht vor? Ist die Erstvalidierung am neuen Standort noch erforderlich?
- Restlebensdauer: Wie viele Zyklen hat das Gerät absolviert?
- Adaptersystem: Sind die für Ihre Instrumente benötigten Adapter noch lieferbar?
- Dokumentationshistorie: Sind Wartungs- und Serviceberichte lückenlos vorhanden?
- Herstellerunterstützung: Werden Ersatzteile und Software-Updates noch bereitgestellt?
Haftungsrisiko: Ein gebrauchtes Gerät ohne aktuelle Validierung darf nicht in Betrieb genommen werden. Die Kosten für eine Neuvalidierung (ca. 500–1.200 €) sind bei der Kalkulation einzuplanen.
Laufende Kosten: Prozessmedien, Wartung, Validierungskosten pro Jahr
Der Anschaffungspreis bildet nur einen Teil der Gesamtkosten. Für die Praxiskalkulation relevante Positionen:
| Kostenposition | Richtwert pro Jahr | Bemerkung |
|---|---|---|
| Prozessmedien (Reiniger, Neutralisator, Klarspüler) | 400–900 € | Je nach Zyklusanzahl und Praxisgröße |
| Wartung | 300–600 € | Herstellerabhängig, alle 12–24 Monate |
| Periodische Revalidierung | 500–1.200 € | Durch akkreditierten Dienstleister |
| Wasserverbrauch | 80–200 € | Ca. 8–15 l pro Zyklus |
| Energiekosten | 60–150 € | Ca. 0,8–1,2 kWh pro Zyklus |
Auswahlkriterien: Worauf Zahnarztpraxen beim Kauf achten sollten
Aktive Trocknung, Platzanforderungen und Aufbereitungskapazität
Die aktive Trocknung — sowohl innen (Kanäle der Hohlkörper) als auch außen — ist in der Zahnarztpraxis kein Komfortmerkmal, sondern hygienisch notwendig. Restfeuchte auf Instrumenten begünstigt Re-Kontamination und Korrosion. Sie verlängert außerdem Wartezeiten zwischen Reinigung und Verpackung. Geräte mit nur passiver Trocknung erfordern manuelles Nachtrocknen — mit Hygienerisiko und Personalaufwand.
Zum Platzangebot: Ein Unterbaugerät benötigt eine Stellfläche von ca. 60 × 60 cm plus Servicezugang. Der Aufbereitungsraum muss nach KRINKO räumlich vom Behandlungsraum getrennt sein und klar definierte unreine und reine Arbeitsbereiche aufweisen. Auftischgeräte sind platzsparender, bieten aber geringere Kapazität. Für Praxen mit hohem Instrumentenaufkommen sind sie nicht empfehlenswert.
Die Kapazität bemisst sich nach Patientenanzahl und Instrumenten-Turnover. Für eine Einzelpraxis mit 20–30 Patienten täglich reicht ein Unterbaugerät mit mittlerer Kammergröße in der Regel aus, wenn zwei bis drei Zyklen täglich gefahren werden.
Dokumentationsschnittstellen & Praxissoftware-Integration
Die digitale Dokumentation ist nicht nur Effizienzgewinn, sondern zunehmend rechtlicher Standard. Geräte mit Netzwerkanschluss (LAN/WLAN), CF-Karten-Export oder direkter API-Anbindung übertragen Chargenprotokolle automatisch in die Zahnarztpraxis-Software. Bei der Geräteauswahl ist zu klären:
- Welches Dateiformat liefert das Gerät (PDF, CSV, proprietäres Format)?
- Ist das Format kompatibel mit der eingesetzten Praxissoftware oder dem Hygienedokumentationssystem?
- Ermöglicht das Gerät die digitale Chargenfreigabe mit Nutzerauthentifizierung am Display?
Letzteres sichert den papierlosen Freigabeprozess rechtssicher — ohne separate Freigabesoftware auf einem externen Rechner.
Checkliste: 8 Kriterien vor der Kaufentscheidung
- Aktive Innen- und Außentrocknung vorhanden
- Adapter für alle praxisspezifischen Hohlkörper verfügbar (Hand-/Winkelstücke, Turbinen, ZEG-Spitzen)
- Gerät nach DIN EN ISO 15883 validierbar (Validierungsdokumentation beim Hersteller anforderbar)
- Kammervolumen passend zur Patientenanzahl und Zyklusfrequenz
- Digitale Dokumentationsschnittstelle (LAN, CF-Karte oder vergleichbar)
- Wartungsintervalle und Servicekosten vertraglich fixiert
- Ersatzteil- und Adapterverfügbarkeit für mind. 10 Jahre gesichert
- Erstvalidierung im Angebotspreis enthalten oder separat kalkuliert
Weiterführende Informationen zum Kauf eines Thermodesinfektors (für alle Fachbereiche) finden Sie hier.
FAQ: Häufige Fragen zum Thermodesinfektor in der Zahnarztpraxis
Reicht eine manuelle Aufbereitung dentaler Instrumente noch aus?
Für kritische B-Instrumente — solche mit Hohlräumen oder komplexer Geometrie und Blut- oder Schleimhautkontakt — ist die manuelle Aufbereitung nach KRINKO/BfArM-Richtlinie (2012) nicht mehr ausreichend. Sie ist weder reproduzierbar noch validierbar. Für unkritische oder semikritische Instrumente der Kategorie A kann sie unter definierten Bedingungen weiterhin zulässig sein. Dies ist im praxisinternen Hygieneplan zu dokumentieren.
Wie oft muss der Thermodesinfektor in der Zahnarztpraxis validiert werden?
Die periodische Revalidierung sollte laut DGSV-Empfehlung mindestens einmal jährlich erfolgen. Zusätzlich ist sie nach sicherheitsrelevanten Reparaturen, Standortwechsel sowie nach Änderungen am Beladungsmuster oder den Prozessmedien erforderlich. Die Erstvalidierung bei Inbetriebnahme muss durch einen akkreditierten Validierungsdienstleister durchgeführt werden.
Was kostet ein Thermodesinfektor für eine Zahnarztpraxis — neu und gebraucht?
Neue Geräte kosten je nach Hersteller und Typ zwischen 6.000 und 14.000 € netto (ohne Erstvalidierung und Zubehör). Gebrauchtgeräte sind ab ca. 1.500 € erhältlich, wobei Validierungskosten, Wartungsrückstand und Restlebensdauer die Gesamtkosten beeinflussen. Hinzu kommen laufende Betriebskosten von ca. 1.300–3.000 € jährlich für Prozessmedien, Wartung und periodische Revalidierung.
