SCHILLER: EKG-Geräte, Preise & Zubehör

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Abstract – Schiller EKG: Portfolio, Software, Kosten, Betreiberpflichten

  • Die SCHILLER AG (Baar, Schweiz, gegründet 1974, über 1.400 Mitarbeitende, 31 Tochtergesellschaften) ist auf kardiopulmonale Diagnostik spezialisiert. Das Sortiment reicht von Cardiovit-Ruhe-EKG und medilog-Langzeit-EKG über Belastungs-EKG und Ergospirometrie (CS-104, CS-200, CS-300) bis zu Spirometrie (SpiroScout SP plus) und AED (FRED, DEFIGARD), vertrieben in Deutschland über die SCHILLER Medizintechnik GmbH in Feldkirchen bei München.
  • Das Cardiovit-Ruhe-EKG-Segment umfasst 2025 fünf Modelle (AT-1 G2, AT-102 G2, AT-180, FT-1, FT-2), die sich in Display, Ruhe-Rhythmus-Aufzeichnung (4 bis 20 Minuten) und optionalen Interpretationsmodulen wie ETM, ETM Sport und CCAA unterscheiden. Für die Holter-Diagnostik zeichnet der medilogAR über mehr als 14 Tage auf; die Auswertung übernimmt die Software medilog DARWIN2.
  • Die PVS-Anbindung von Schiller EKG-Geräten erfolgt über SCHILLER Link per GDT-Schnittstelle als Auftrags-Ergebnis-Austausch (Auftragsimport, Befund- bzw. PDF-Export), nicht über eine gemeinsame Datenbank. Für mehrere Arbeitsplätze in MVZ oder Gemeinschaftspraxen bündelt das Datenverwaltungssystem SEMA Ruhe-, Belastungs-, Langzeit- und Lungenfunktionsdaten zur zentralen Befundung.
  • Konventionelle EKG-Geräte liegen laut Medizinio bei 1.000 bis 10.000 Euro netto; der AED FRED easyport plus kostet laut Hersteller 2.300 Euro zzgl. MwSt. Nach der MPBetreibV 2025 unterliegen Defibrillatoren (Anlage 1) einer sicherheitstechnischen Kontrolle spätestens alle zwei Jahre (§ 12), nichtinvasive Blutdruckmessgeräte und Tretkurbelergometer (Anlage 2) einer messtechnischen Kontrolle im Zweijahresturnus.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht – das Unternehmen Schiller

Unternehmensname (offiziell)
SCHILLER AG; deutsche Vertriebsgesellschaft: SCHILLER Medizintechnik GmbH
Website
schiller.ch (Konzern), schillermed.de (Deutschland)
Gründung
1974 durch Alfred E. Schiller; Handelsregistereintrag der SCHILLER AG 1978; deutsche GmbH gegründet 1986
Hauptsitz
Altgasse 68, 6341 Baar, Schweiz
Rechtsform
Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht (UID CHE-105.868.779)
Verwaltungsratspräsident
Alfred E. Schiller (Gründer)
Mitarbeitende
mehr als 1.400 (Stand: Produktkatalog 2025)
Tochtergesellschaften
31 (Stand: Produktkatalog 2025)
Entwicklung und Produktion
Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Indien, China
Zertifizierung
EN ISO 13485:2016
Zukäufe
medilog (Holter-EKG), GANSHORN (Lungenfunktionsdiagnostik)
Deutschland-Standort
Otto-Lilienthal-Ring 4, 85622 Feldkirchen b. München
Kernmarken
CARDIOVIT, medilog, DARWIN2, SpiroScout, SPIROVIT, GANSHORN PowerCube, FRED, DEFIGARD, ARGUS, SEMA

Schiller AG (Schweiz) und Schiller Medizintechnik GmbH in Deutschland

Alfred E. Schiller gründete das Unternehmen 1974 als Einmannbetrieb. Heute ist daraus eine Gruppe mit mehr als 1.400 Mitarbeitenden, 31 Tochtergesellschaften und weltweitem Vertriebsnetz geworden. Den Konzern führt die SCHILLER AG mit Hauptsitz in Baar, Schweiz.

Für deutsche Praxen ist die Vertriebsgesellschaft zuständig: die SCHILLER Medizintechnik GmbH in Feldkirchen bei München. Über sie laufen Vertrieb, Ersatzteilversorgung und Herstellerservice für Schiller EKG-Geräte im deutschen Markt.

Geschäftsbereiche: Diagnostik, Notfallmedizin, Patientenmonitoring

Schiller entwickelt und vertreibt Geräte für die kardiopulmonale Diagnostik, den Rettungsdienst und die Patientenüberwachung. Dazu kommen Softwarelösungen für die Medizinbranche. Der aktuelle Produktkatalog gliedert das Portfolio in folgende Bereiche:

  • Ruhe-EKG und Belastungs-EKG
  • EKG- und ABDM-Holter
  • Lungenfunktionsdiagnostik
  • Notfallmedizin und Reanimation
  • MRT-kompatible Überwachung
  • Vernetzung und Datenverwaltung

Zwei Zukäufe haben das Portfolio geprägt: Mit medilog kam Expertise im Hochleistungs-Holter-EKG hinzu, mit GANSHORN die Lungenfunktionsdiagnostik. Das Kompetenzzentrum in Wissembourg (Frankreich) ist auf Defibrillation und Patientenüberwachung spezialisiert.

Vertrieb und Servicepartner-Netz in Deutschland

Die Schiller Medizintechnik GmbH listet auf ihrer Website unter „Technischer Service“ eine eigene Seite für Servicepartner. Von diesem Netz hängen Reaktionszeiten im Störungsfall und Prüftermine ab. Service-Anfragen wie Reparaturen oder Austauschgeräte nimmt Schiller Deutschland ausschließlich über ein Ticket-System entgegen. 

Medizinio vermittelt Angebote für neue und gebrauchte Schiller-Geräte. Auf Anfrage stellt Medizinio außerdem den Kontakt zu zertifizierten Partnern für Wartung und Reparatur her. So vergleichen Sie Herstellerkonditionen mit Händler- und Leasingangeboten, bevor Sie investieren.

Cardiovit für Ruhe-EKG

Die Cardiovit-Reihe bildet den Kern jedes Schiller EKG-Portfolios. Im Herstellerkatalog 2025 umfasst das Ruhe-EKG-Segment fünf Modelle: CARDIOVIT AT-1 G2, AT-102 G2, AT-180, FT-1 und FT-2. Die Modelle unterscheiden sich vor allem in Display, Rhythmusaufzeichnung, Interpretationsmodulen und Vernetzung.

Cardiovit FT-1, FT-2, AT-1 G2, AT-102 G2, AT-180 und MS-2015 im Vergleich

ModellBauformDisplayRuhe-RhythmusAnalyseprogrammePraxisrelevante Besonderheit
AT-1 G2Kompaktgerät mit Thermodrucker5″ Farb-LCD–ETM, CCAA (optional)Einstiegsgerät, Erkennung vertauschter Elektroden
AT-102 G2Tischgerät mit A4-Thermodrucker8″ Farbdisplaybis 10 Min.ETM inkl. ETM Sport, CCAA (optional)> 8 h Akku, Basis-Belastungs-EKG und Spirometrie optional
AT-180Multifunktionale Arbeitsstation18,5″ Multi-Touchbis 20 Min.ETM, ETM Sport, SAECG, Vektor-EKG (optional)16-Kanal-Ruhe-EKG und Belastungs-EKG optional
FT-1Ultraportabel, integrierter Drucker8″ Multi-Touchbis 4 Min.ETM, ETM Sport, CCAA (optional)ca. 1 kg inkl. Akku, WLAN/LAN bidirektional
FT-2Mobil auf Gerätewagen, Drucker optional15″ Multi-Touchbis 20 Min.Schiller-Interpretation, ETM SportLinux-basierte Cybersicherheit, Spirometrie optional
MS-2015Tablet-EKG15″bis 4 Min.Interpretationssoftware „C“Nicht mehr im Herstellerkatalog 2025

Einordnung für die Praxis:

  • AT-1 G2: Das Gerät basiert auf dem bewährten AT-1, bringt aber aktuelle Technik mit. Optional sind ETM-Interpretation und CCAA. Ausgestattet ist es mit einem 5-Zoll-Farb-LCD.
  • AT-102 G2: Das Gerät ist für Praxen mit hohem Durchsatz ausgelegt. Der Akku hält mehr als 8 Stunden inklusive EKG-Ausdruck. Der Ruhe-Rhythmus reicht bis zu 10 Minuten. Basis-Belastungs-EKG und Spirometrie über den SpiroScout SP plus sind optional.
  • AT-180: Herzstück ist ein 18,5-Zoll-Multi-Touchscreen. Optional sind Belastungs-EKG und 16-Kanal-Ruhe-EKG. Das 16-Kanal-EKG beruht auf echten Messungen statt Berechnungen.
  • FT-1 und FT-2: Das FT-1 kombiniert 8-Zoll-Multi-Touchscreen und integrierten Thermodrucker in einem ultraportablen Gehäuse. Das FT-2 ist für den Krankenhausbetrieb entwickelt. Es bietet ein 15-Zoll-Display und erweiterte Cybersicherheitsfunktionen.
  • ETM Sport: Das Modul ist für sportmedizinische Untersuchungen relevant. Es soll falsch-positive Befunde bei Sporttauglichkeitsuntersuchungen verringern, ohne die Sensitivität zu senken. Grundlage sind die Seattle-Kriterien.

PC-EKG: Cardiovit CS-104 als softwarebasierte Lösung

Das Cardiovit CS-104 eignet sich für Praxen, die EKG-Befunde vollständig am PC-Arbeitsplatz erfassen und auswerten. Das System besteht aus PC, Bildschirm, Gerätewagen und einem Aufzeichnungsmodul, wahlweise drahtlos (MS-12 BT) oder per Kabel (MS-12 USB). Alternativ lässt sich das CARDIOVIT FT-1 als Aufnahmegerät einsetzen.

Für Praxen mit vorhandener IT-Ausstattung gibt es eine weitere Variante. Das CS-104 ist auch als reine PC-Software für Ruhe-EKGs erhältlich, erweiterbar um Belastungstests und Spirometrie. Ruhe-Rhythmus-Aufzeichnungen sind bis zu 60 Minuten möglich. Zudem verbindet sich das System bidirektional mit EPA-, KIS- und PACS-Systemen.

EKG-Sauganlage, Saugelektroden und Diagnostic Station DS20

Eine EKG-Sauganlage legt Saugelektroden per Vakuum an. Praxen setzen sie bei stationären Ruhe-EKG-Ableitungen ein, wenn Klebeelektroden ungeeignet sind. Ausschlaggebend ist, dass Sauganlage und Saugnapf-Patientenkabel zum EKG-Gerät passen. Schiller führt im technischen Datenblatt des AT-102 G2 ein hauseigenes Vakuum-Elektrodensystem. Prüfen Sie die Kompatibilität mit Ihrem Cardiovit-Modell vor dem Kauf.

Die Diagnostic Station DS20 ist dagegen keine Sauganlage, sondern ein Kombigerät für Vitaldaten und EKG. Sie misst HF, AF und NIBD, die SpO2 wahlweise mit Masimo- oder Nellcor-Technik. In der 12-Kanal-Version kommt ein Ruhe-EKG mit ETM-Interpretation hinzu, optional auch Pulswellenanalyse und Spirometrie. Für Hausarztpraxen mit standardisiertem Check-up-Ablauf reduziert die DS20 die Zahl der Einzelgeräte im Untersuchungsraum.

Vorgängermodelle AT-10 plus und MS-2007 (Gebrauchtmarkt, Ersatzteile)

Viele Anfragen betreffen Modelle, die nicht mehr im aktuellen Katalog stehen. Auf dem deutschen EKG-Geräte-Gebrauchtmarkt ist Schiller am stärksten vertreten, mit Modellen wie Cardiovit AT-10 und AT-101. Gebrauchte Schiller EKG-Geräte senken die Investition. Das Risiko verlagert sich aber auf Ersatzteilversorgung und Softwarestand.

Tipp: Prüfen Sie bei gebrauchten Tablet-EKGs, ob Herstellerhinweise umgesetzt wurden. Zu den Batterien von CARDIOVIT MS-2007, MS-2010 und MS-2015 hat Schiller 2018 eine Field Safety Notice veröffentlicht.

medilog für Langzeit-EKG

Das medilog-System deckt bei Schiller die Holter-Diagnostik ab. Rekorder und Auswertungssoftware bilden dabei eine Einheit. Bei Schiller EKG-Langzeitlösungen entscheiden Aufzeichnungsdauer und Analysegeschwindigkeit über die Wirtschaftlichkeit pro Untersuchung.

medilogAR und medilogFD – Kanäle und Aufzeichnungsdauer

ModellKanäleAbtastrateAufzeichnungsdauerEinsatzschwerpunkt
medilogAR332.000 Hz> 14 TageRhythmusdiagnostik, VHF-Screening
medilogFD12128.000 HzmodellabhängigIschämie-Lokalisation, Extrasystolen-Ursprung
  • medilogAR: Ein Doppelbatteriekonzept ermöglicht Aufzeichnungen über mehr als 14 Tage. Vorhofflimmern und -flattern erkennt der Rekorder per direkter P-Wellen-Analyse in unter einer Sekunde. Das Gehäuse ist stoß- und spritzwasserfest, der Akku lädt per USB.
  • medilogFD: Das Gerät zeichnet ein 12-Kanal-Langzeit-EKG auf. Es grenzt Myokardischämien regional ein (anterior, septal, lateral, inferior). Zudem ordnet es Extrasystolen der rechten oder linken Kammer zu.

Ältere Rekorder wie medilog AR4 plus oder AR12 plus sind weiterhin gefragt. Im Herstellerkatalog 2025 stehen sie nicht mehr.

Auswertungssoftware medilog DARWIN2

Laut Hersteller analysiert DARWIN2 ein 24-Stunden-Holter-EKG automatisch in unter 90 Sekunden. Die Software gibt es in drei Ausbaustufen:

  • Office: für die Routine in der Arztpraxis
  • Professional: für kleine bis mittlere Holter-Scanlabs
  • Enterprise: für Forschungszentren und Kliniken

DARWIN2 wertet neben Langzeit-EKGs auch Langzeit-Blutdruckmessungen aus. Damit läuft die gesamte ambulante Langzeitdiagnostik über eine Oberfläche.

Einen herstellerübergreifenden Vergleich finden Sie in der Übersicht zu Langzeit-EKG-Geräten. 

Belastungs-EKG, Ergometrie und Ergospirometrie

Cardiovit CS-200 in den Konfigurationen Office, Excellence und Ergo-Spiro

Die CS-200-Reihe deckt das obere Leistungssegment der Schiller EKG-Messplätze ab:

  • CS-200 Excellence: Das System zeichnet Ruhe- und Belastungs-EKGs 16-kanalig auf. Es stützt sich dabei auf echte Messungen statt Berechnungen. Dazu kommen Analyseprogramme wie ETM, ETM Sport, SAECG und HyperQ.
  • CS-200 Office ErgoSpiro: Das System führt kardiopulmonale Belastungstests (CPET) nach den aktuellen ATS/ERS-Empfehlungen durch, inklusive Breath-by-Breath-Gasaustauschanalyse.
  • CS-200 Excellence ErgoSpiro: Das System vereint Lungenfunktions- und Stoffwechseltests mit 12- oder 16-Kanal-Belastungs-EKG in einem Gerät. Schiller Deutschland führt es sowohl im Bereich Kardiologie als auch im Bereich Pneumologie. 

Neu im Portfolio ist das CARDIOVIT CS-300. Es richtet sich an den intensiven Klinikbetrieb. Das System bietet kabellose EKG-Aufzeichnung, einen 27-Zoll-Touchscreen mit 4K-Auflösung und erweiterte Cybersicherheit. Für den Blutdruck unter Belastung ergänzt der BP-200 plus die Systeme. Er misst unter Belastung per K-Ton-Analyse, in Ruhe oszillometrisch.

Ergometer ERG 911 und Systemkombination mit CS-200

Ergometer und Belastungs-EKG-Geräte bilden bei Schiller ein gekoppeltes System:

  • ERG 910 plus / ERG 911 plus: Die Ergometer laufen im Remotebetrieb über ein Mastergerät (EKG oder PC) oder eigenständig. Der ERG 911 plus deckt 20–999 Watt ab. Beide Modelle tragen Patienten bis 160 kg.
  • ERG 911 L / LS: Für die kardiologische Diagnostik gibt es Liege-/Halbliegeergometer. Beim ERG 911 LS dreht sich die Liege um bis zu 30 Grad in Linksseitenlage. Das verbessert die Bildqualität in der Stressechokardiographie.
  • ERG 911 comfort: Ein Sitzergometer für adipöse Patienten bis 200 kg.

Wer ein Ergometer betreibt, muss zusätzliche Pflichten einplanen. Tretkurbelergometer zur definierten Belastung von Patienten stehen in Anlage 2 der MPBetreibV. Sie unterliegen damit messtechnischen Kontrollen.

Weitere Schiller Medizintechnik: Spirometrie, Blutdruck, Defibrillation

Spirometrie: Spiroscout SP plus

Der SpiroScout SP plus macht aus einem vorhandenen Schiller EKG-Gerät eine kombinierte EKG-Lungenfunktions-Station. Er misst den Atemfluss per Ultraschallsensor und wird per USB angeschlossen. Siebe reinigen oder Verbrauchsmaterial kalibrieren müssen Sie nicht.

Als Stand-alone-Lösung bietet sich das SPIROVIT SP-1 G2 an. Es misst FVC, VC und MVV ohne PC, druckt direkt aus und erfüllt die ATS/ERS-Richtlinien 2019. Pneumologische Praxen mit Bedarf an Bodyplethysmographie greifen auf die GANSHORN-Linie zurück.

Langzeit-Blutdruck: BR-102 plus mit Pulswellenanalyse (PWA)

Den BR-102 plus gibt es in zwei Messvarianten: auskultatorisch mit oszillometrischem Backup oder rein oszillometrisch. Die PWA-Version ermittelt zusätzlich ein 24-Stunden-Profil von Gefäßsteifigkeitsparametern. Dazu gehören Pulswellengeschwindigkeit, Augmentationsindex sowie zentraler und peripherer Blutdruck.

Die Auswertung läuft über medilog DARWIN2 und damit in derselben Software wie das Langzeit-EKG. Für ABDM-Geräte gelten messtechnische Kontrollen. Anlage 2 der MPBetreibV führt Messgeräte zur nichtinvasiven Blutdruckmessung mit einer Nachprüffrist von zwei Jahren.

FRED easy, FRED easyport plus, FRED PA-1, DEFIGARD – Praxis vs. Rettungsdienst

ModellTypBedienungTypischer Einsatzort
FRED PA-1 / PA-1 OnlineAEDhalb- oder vollautomatischPraxis, öffentlicher Bereich
FRED easy G2AED, BLS und ALShalb-/vollautomatisch, manuell optionalPraxis, Notfallkoffer
FRED easyport plusKompakt-Defibrillatorhalbautomatisch, automatisch oder manuellPraxis, mobile Dienste
DEFIGARD HD-7Defibrillator/Monitor4 BetriebsmodiKlinik
DEFIGARD Touch 7Defibrillator/NotfallmonitorTouchscreenRettungsdienst

Für die Arztpraxis sind vor allem die AED-Modelle relevant:

  • FRED PA-1: Der Laiendefibrillator schaltet sich beim Öffnen des Deckels ein. Er führt Schritt für Schritt durch die Reanimation.
  • FRED easyport plus: Das Gerät wiegt 780 g und ist halbautomatisch, automatisch oder manuell erhältlich. Im Lieferumfang sind vorkonnektierte Defi-Elektroden, zwei Batterien und eine Schutz- und Zubehörtasche enthalten. Für Notfallschulungen im Praxisteam bietet Schiller ein passendes Trainingsgerät an. 
  • LifeDataNet G2: Bei vernetzten Modellen zeigt ein Online-Dashboard den Status von Gerät, Batterie und Elektroden an. Abweichungen meldet das System automatisch.
  • DEFIGARD Touch 7: Das Gerät richtet sich an Ersthelfer. Es kombiniert Defibrillation mit EKG über 6 bis 12 Ableitungen samt ETM-Interpretation und weiteren Überwachungsparametern. Damit ist es klar für den Rettungsdienst positioniert.

Schiller EKG-Software und PVS-Anbindung

Datenmanagement mit SEMA

SEMA ist das zentrale Datenverwaltungssystem für alle Schiller EKG- und Diagnostikgeräte. Es gibt zwei Lizenzmodelle: SEMA Office mit bis zu 10 Lizenzen und SEMA Enterprise mit unbegrenzter Lizenzanzahl und LDAP-Integration.

In SEMA laufen Ruhe-EKGs, Belastungsberichte und Lungenfunktionsdaten zusammen. Hinzu kommen in DARWIN2 analysierte Langzeit-EKG- und Blutdruckberichte. In MVZ und Gemeinschaftspraxen mit mehreren Untersuchungsräumen ermöglicht SEMA eine zentrale Befundung.

GDT-Schnittstelle: Export/Import vs. bidirektionale Integration

Bei der Anbindung an die Praxisverwaltungssoftware (PVS) unterscheiden sich die Schiller-Lösungen deutlich:

  • SCHILLER Link: Die Software ist für Arztpraxen und sehr kleine Kliniken gedacht. Sie unterstützt GDT für den Import von Aufträgen und den Export von Befunden. Sie läuft unter Windows und macOS.
  • SCHILLER Server: Die Kliniklösung bietet Schnittstellen über HL7 ORM und GDT sowie DICOM-Anbindung an PACS-Systeme.

GDT ist ein dateibasierter Standard für den Datenaustausch zwischen PVS und Medizingerät. Im Alltag bedeutet das:

  • Die PVS übergibt Patientenstammdaten und einen Untersuchungsauftrag an die EKG-Software.
  • Nach der Aufzeichnung gelangen Befund oder PDF zurück in die Patientenakte.

Das ist ein Auftrags-Ergebnis-Austausch, keine gemeinsame Datenbank. Strukturierte Messwerte erscheinen in der PVS nur, soweit GDT-Satzart und PVS-Treiber sie abbilden.

Checkliste: Kompatibilität mit dem eigenen PVS prüfen

  • [ ] Unterstützt Ihre PVS einen GDT-Treiber für Schiller-Geräte, oder ist eine Zusatzlizenz nötig?
  • [ ] Werden nur PDF-Befunde oder auch strukturierte Messwerte (HF, PQ, QRS, QTc) übernommen?
  • [ ] Erfolgt der Auftrag aus der PVS (Import) oder nur der Befund-Export?
  • [ ] Reicht SCHILLER Link, oder benötigen Sie SCHILLER Server und SEMA für mehrere Arbeitsplätze?
  • [ ] Wer installiert und testet die Schnittstelle: PVS-Anbieter, Schiller oder Händler?

Zugriffsmanagement mit Imprivata EAM

Imprivata Enterprise Access Management (EAM) ermöglicht die Anmeldung am CARDIOVIT FT-1 und FT-2 per Tap-and-go: Das Personal tippt eine autorisierte Keycard an das Gerät. Wiederholte manuelle Logins mit Benutzername und Passwort entfallen weitgehend. Jede Anmeldung ist einem Benutzer zugeordnet, Zugriffe bleiben nachvollziehbar. 

Imprivata ist ein externer Anbieter für Authentifizierung, Schiller unterstützt die Integration in die beiden Geräte. Den konkreten Funktionsumfang bestimmen laut Hersteller die eingesetzte Imprivata-Lösung, die Gerätekonfiguration und die vorhandene IT-Infrastruktur. Relevant ist die Lösung vor allem für MVZ und Kliniken, in denen viele Mitarbeitende dieselben EKG-Geräte nutzen.

Was kosten EKG-Geräte von Schiller?

Ein konventionelles EKG-Gerät kostet 1.000 bis 10.000 Euro netto. Innerhalb dieser Spanne bestimmen vier Faktoren den Preis eines Schiller EKG-Geräts:

  • Geräteklasse: Kompakt-, Tablet- oder Arbeitsstationsgerät
  • Interpretationsmodule: ETM, ETM Sport oder CCAA, die bei mehreren Modellen optional sind
  • Vernetzungslizenzen: SCHILLER Link, Server oder SEMA
  • Erweiterungen: Spirometrie oder Belastungs-EKG

Für einzelne Geräte veröffentlicht Schiller Deutschland Listenpreise. Der AED FRED easyport plus kostet laut Hersteller 2.300,00 € zzgl. MwSt.

Folgekosten: Elektroden, Patientenkabel, Registrierpapier, Software-Lizenzen

Die Anschaffung ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Laufende Kosten entstehen durch:

  • Klebeelektroden und Patientenkabel: Kabel verschleißen bei hoher Frequenz schneller.
  • Registrierpapier: Der AT-1 G2 verarbeitet Papierrollen ebenso wie Z-Faltpapier.
  • Spirometrie: Für den SpiroScout ist das ScoutTube-Mundstück für den Einmalgebrauch vorgesehen.
  • AED: Elektroden und Batterien haben ein Ablaufdatum und müssen turnusmäßig ersetzt werden.

Hinzu kommen Lizenzen für SEMA oder Zusatzmodule. Kalkulieren Sie diese Positionen über die geplante Nutzungsdauer.

Service, Wartung und STK für Schiller-Geräte

Sicherheitstechnische Kontrolle nach MPBetreibV

Rechtsgrundlage ist die neu gefasste Medizinprodukte-Betreiberverordnung. Sie stammt vom Februar 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 38) und wurde zuletzt am 31.10.2025 geändert. Nach § 12 Abs. 1 MPBetreibV muss der Betreiber für Produkte der Anlage 1 spätestens alle zwei Jahre sicherheitstechnische Kontrollen durchführen. Die Frist endet mit Ablauf des Monats, in dem das Gerät in Betrieb genommen oder zuletzt geprüft wurde.

Anlage 1 erfasst unter anderem nichtimplantierbare aktive Produkte, die mit elektrischer Energie unmittelbar auf Nerven, Muskeln oder die Herztätigkeit einwirken. Defibrillatoren sind ausdrücklich eingeschlossen. Für Laien-AEDs gibt es eine Erleichterung: Die STK kann entfallen, wenn das Gerät sich selbst testet und der Betreiber es regelmäßig in Augenschein nimmt.

Diagnostische Ruhe-EKG-Geräte nennt Anlage 1 nicht. Für sie richtet sich die Instandhaltung nach § 7 MPBetreibV und den Herstellervorgaben.

Messtechnische Kontrolle bei Blutdruckmessgeräten

Für Messgeräte zur nichtinvasiven Blutdruckmessung schreibt Anlage 2 der MPBetreibV eine messtechnische Kontrolle vor. Die Nachprüffrist beträgt zwei Jahre. Betroffen sind im Schiller-Portfolio der BR-102 plus, der BP-200 plus und die NIBD-Funktion der DS20. Auch Tretkurbelergometer wie die ERG-911-Reihe stehen in Anlage 2.

Tipp: Legen Sie STK- und MTK-Termine aller Schiller-Geräte in einen gemeinsamen Prüfzyklus. Das reduziert Technikeranfahrten und Ausfallzeiten im Untersuchungsraum.

Herstellerservice vs. unabhängiger Servicepartner

Herstellerservice über die Schiller Medizintechnik GmbH bietet:

  • Originalersatzteile
  • Aktuelle Firmware-Stände
  • Direkten Zugriff auf Field Safety Notices

Unabhängige Servicepartner sind häufig preislich attraktiver und bündeln Prüfungen herstellerübergreifend.

Unabhängig von der Wahl gilt: STK dürfen nur Personen, Betriebe oder Einrichtungen durchführen, die die Anforderungen nach § 5 MPBetreibV erfüllen. Lassen Sie sich die Qualifikation schriftlich bestätigen.

Schiller im Vergleich zu anderen EKG-Herstellern

Schiller vs. custo med vs. GE HealthCare vs. Philips

HerstellerHerkunftEKG-SchwerpunktSoftware-ÖkosystemBesonderheit
SchillerSchweizRuhe-, Belastungs-, Langzeit-EKG, Spirometrie, AEDSEMA, DARWIN2, SCHILLER LinkBreites Kardio-Pulmo-Portfolio aus einer Hand
custo medDeutschlandRuhe-, Belastungs-, Langzeit-EKG, ABDMcusto diagnosticStarker Fokus auf den deutschen Praxismarkt
GE HealthCareUSARuhe- und Belastungs-EKG (MAC-, CASE-Reihe)MUSE, CardioSoftVerbreitet in Kliniken und großen Netzwerken
PhilipsNiederlandeRuhe-EKG (PageWriter-Reihe)IntelliSpace ECGKlinikorientiert, HIS-Integration

Schillers Vorteil für Praxen: EKG, Spirometrie, ABDM und AED laufen über eine gemeinsame Datenverwaltung. Weitere EKG-Geräte Herstellerprofile: custo med, GE EKG-Geräte und Philips EKG-Geräte.

FAQ: Häufige Fragen zu Schiller EKG-Geräten

Welches Schiller EKG eignet sich für die Hausarztpraxis, welches für die Kardiologie?

Für Hausarztpraxen mit Routine-Ruhe-EKG genügen meist AT-102 G2 oder FT-1, ergänzt um Spirometrie über den SpiroScout SP plus. Kardiologische Praxen benötigen zusätzlich Belastungs-EKG (CS-104 oder CS-200), Langzeit-EKG (medilogAR mit DARWIN2) und eine zentrale Befundung über SEMA.

Sind gebrauchte oder generalüberholte Schiller EKG-Geräte eine wirtschaftliche Alternative?

Gebrauchte EKG-Geräte kosten nach Medizinio-Angaben 40–70 % weniger als Neugeräte. Prüfen Sie vor dem Kauf drei Punkte: Softwareversion, Ersatzteilverfügbarkeit, Umsetzung offener Herstellerhinweise. Generalüberholte Geräte mit Gewährleistung reduzieren das Ausfallrisiko gegenüber Privatverkäufen.

Wie läuft die Inbetriebnahme inklusive Einweisung nach MPBetreibV ab?

Für Defibrillatoren und andere Anlage-1-Produkte gilt § 11 MPBetreibV. Der Betreiber darf ein solches Gerät erst betreiben und benutzen lassen, nachdem der Hersteller oder eine befugte Person tätig geworden ist. Benutzen dürfen es nur entsprechend eingewiesene Personen. Für Laiengeräte gilt diese Einweisungsvorgabe nicht. Dokumentieren Sie Funktionsprüfung und Einweisung im Medizinproduktebuch.

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