myMedax: Digitale Anamnese von Suxedo – Funktionen & Kosten

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Abstract – myMedax: Anamnese-Software von Suxedo im Überblick

  • myMedax ist eine modulare Software der SUXEDO GmbH & Co. KG aus Saarbrücken für digitale Anamnese, Einwilligungen und Patientenaufklärung. Patienten füllen die Formulare per Tablet, Smartphone oder Browser aus, und die Daten gehen per GDT-, HL7/FHIR- oder RestAPI-Schnittstelle an PVS oder KIS.
  • Die Lizenzierung erfolgt in drei Monatspaketen: Basic ab 49 € mit 250 Browser-Ausfüllungen und GDT, Premium sowie Premium PLUS mit bis zu 5.000 Ausfüllungen und HL7/FHIR. Einrichtung, individuelle Schnittstellen und die fortgeschrittene Signatur via signoSign verursachen je nach Bedarf zusätzliche Kosten.
  • Über die Kooperation mit Thieme Compliance stehen rund 2.000 Aufklärungsbögen bereit, im Premium-Paket optional, in Premium PLUS fest integriert. Das mündliche Aufklärungsgespräch nach § 630e BGB ersetzen sie nicht, sie bereiten es digital vor und dokumentieren es.
  • Im Cloud-Betrieb läuft myMedax als getrennte Instanz je Praxis auf Suxedo-Hardware in einem deutschen Rechenzentrum, alternativ On-Premise oder hybrid. Für den Cloud-Betrieb ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO erforderlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist myMedax?

myMedax ist eine modulare Software für die digitale Anamnese, digitale Formulare und Einwilligungen. Patienten füllen Fragebögen am Tablet, am Smartphone oder im Browser aus. Die Praxis erhält strukturierte Daten statt Papierstapel.

Hersteller: Suxedo GmbH & Co. KG, Saarbrücken

Die SUXEDO GmbH & Co. KG entwickelt, betreibt und vertreibt myMedax. Das Unternehmen ist seit 2016 im Handelsregister eingetragen und hat seinen Sitz in Saarbrücken. 

FeldAngabe
Unternehmensname (offiziell)SUXEDO GmbH & Co. KG
Websitemymedax.de
Gründungsjahr2016 (Eintragung ins Handelsregister)
HauptsitzSulzbachtalstraße 128, 66125 Saarbrücken
Rechtsform / RegisterGmbH & Co. KG, Amtsgericht Saarbrücken, HRA 11981
BeteiligungsstrukturKomplementärin: SUXEDO Beteiligungs GmbH, Saarbrücken (HRB 103101)
GeschäftsführungDirk Becker, Franz-Werner Britz; Prokurist: Dino Bordonaro (Stand Oktober 2026)
KontaktTelefon 0681 – 95 26 30 10, vertrieb@suxedo.de
Produkt- und MarkennamenmyMedax (Zentrale, Zuweiser, App), myMedax für Tierarztpraxen und Tierkliniken
PaketeBasic (ab 49 € / Monat), Premium, Premium PLUS
BetriebsmodelleCloud mit separater Instanz je Kunde auf eigener Hardware in einem deutschen Rechenzentrum; alternativ On-Premise oder hybrid
KooperationspartnerThieme Compliance (Aufklärungsbögen), signotec (fortgeschrittene Signatur via signoSign)

Mitarbeiterzahl, Umsatz und Kundenzahl veröffentlicht Suxedo nicht.

Suxedo kooperiert mit Thieme Compliance. Damit erweitert der Hersteller myMedax um die digitale Patientenaufklärung. Die bestehenden Kernfunktionen bleiben die Basis: Formulare erstellen, versenden, ausfüllen, unterschreiben, auswerten und in Systeme übernehmen.

Einsatzbereiche: Praxis, MVZ, ambulantes OP-Zentrum, Klinik

myMedax richtet sich an Einzel- und Gemeinschaftspraxen, an MVZ und an ambulante OP-Zentren. Endoskopie- und Augen-OP-Zentren nennt der Hersteller ausdrücklich als Zielgruppe. Über HL7 und FHIR bindet die Software auch Krankenhausinformationssysteme (KIS) an.

Für Tierarztpraxen und Tierkliniken bietet Suxedo eine eigene Variante an. Sie enthält tierartspezifische Fragebögen, etwa für Hund, Katze und Pferd. Thieme-Aufklärungsbögen sind dort nicht enthalten, da diese humanmedizinische Inhalte abbilden. 

Abgrenzung: Ergänzung zum PVS, kein Ersatz der Praxissoftware

myMedax ist keine Praxisverwaltungssoftware. Die Lösung ergänzt Ihr bestehendes PVS-System und übergibt Daten an die Karteikarte. Ein Wechsel der Praxissoftware ist laut Hersteller nicht nötig.

Abrechnung, Terminverwaltung und Leistungsdokumentation bleiben im PVS. myMedax übernimmt den Schritt davor: die strukturierte Erhebung von Patientenangaben.

Wie funktioniert die digitale Anamnese mit myMedax?

Die digitale Anamnese mit myMedax folgt einem festen Ablauf. Er reicht von der Formularerstellung bis zur Übernahme der Daten ins Primärsystem.

Ablauf in 5 Schritten

  1. Fragebogen erstellen: Das Praxisteam legt im Editor eigene Fragebögen an oder passt vorhandene Vorlagen an.
  2. Formular zuweisen: Patienten erhalten das Formular per E-Mail, QR-Code, Weblink oder direkt auf dem Praxis-Tablet.
  3. Angaben erfassen: Patienten füllen Anamnese, Einwilligungen oder Aufklärungsbögen vor dem Termin oder vor Ort aus.
  4. Unterschreiben: Patient und gegebenenfalls Arzt unterzeichnen das Dokument digital.
  5. Daten übernehmen: myMedax überträgt Dokument und strukturierte Daten in Karteikarte, PVS oder KIS.

Zugangswege für Patienten: E-Mail, QR-Code, Webbrowser, Praxis-Tablet

myMedax bietet vier Zugangswege. Die Praxis wählt je nach Patientengruppe und Termin den passenden Kanal.

  • E-Mail-Link: für Neupatienten mit Vorlauf vor dem Termin
  • QR-Code: für die Erfassung auf dem eigenen Smartphone im Wartezimmer
  • Webbrowser: ohne App-Installation auf jedem Endgerät
  • Praxis-Tablet: für Patienten ohne eigenes Smartphone, per iOS- oder Android-App

Die App läuft auf handelsüblichen Tablets. Eine Bindung an spezielle Hardware besteht nicht.

Vorab-Anamnese zu Hause vs. Tablet im Wartezimmer

Die Vorab-Anamnese zu Hause verlagert die Erfassung aus der Praxis heraus. Patienten haben Zeit, Medikamentenpläne und Vorbefunde herauszusuchen. Der Arzt sieht die Angaben schon vor dem ersten Kontakt.

Das Tablet im Wartezimmer eignet sich für Akutpatienten und ältere Patienten. Das Team kann bei Rückfragen direkt helfen. Viele Praxen kombinieren beide Wege: Vorab-Link für planbare Termine, Tablet für alle anderen Fälle. Mehr zu diesem Prozess lesen Sie im Beitrag zur digitalen Patientenaufnahme.

Funktionen von myMedax im Überblick

Die Funktionen von myMedax verteilen sich auf drei Module. Dazu kommen Editor, Vorlagenverwaltung und eine Übersicht aller ausgefüllten Dokumente.

Module: myMedax-Zentrale, -Zuweiser und -App

ModulFunktionKernfunktionen
myMedax-ZentraleSteuerung und VerwaltungFragebogenversand, Frageneditor, Fragebogenauswertung, Thieme-Aufklärungsbögen
myMedax-ZuweiserIntegration ins PrimärsystemIntegration in PVS/KIS, Stammdatenübernahme, Fragebogenübernahme, Dokumentübergabe
myMedax-AppPatienten-OberflächeBarrierefreie Ansicht, Übergabe per QR-Code, elektronische Unterschrift, Webbrowser, iOS und Android

Frageneditor und Vorlagenverwaltung ohne Programmierkenntnisse

Der integrierte Editor erstellt Fragebögen per Drag-and-Drop. Programmierkenntnisse sind nicht nötig. Die Praxis bildet damit Anamnesebögen, Einwilligungserklärungen, Datenschutzinformationen und eigene Aufklärungsdokumente ab.

Die Vorlagenverwaltung listet alle selbst erstellten und importierten Vorlagen. Eine Suchfunktion hilft bei großen Bibliotheken. Die Liste der ausgefüllten Dokumente zeigt PDF, Exportformat und Ausfüllstatus je Patient.

Automatisierte Score- und Index-Berechnung

myMedax berechnet Index- und Score-Werte direkt im Fragebogen. Das vermeidet Rechenfehler bei der manuellen Auswertung. Standard-Erhebungen und individuelle Scores lassen sich hinterlegen.

Der Nutzen zeigt sich bei Verlaufskontrollen. Wiederholte Erhebungen liefern vergleichbare Werte, die direkt in der Karteikarte stehen. Welche validierten Scores als Vorlage vorliegen, sollten Sie in der Demo erfragen.

Elektronische Unterschrift und fortgeschrittene Signatur via SignoSign

Alle Pakete enthalten eine elektronische Unterschrift. Optional bindet myMedax die fortgeschrittene elektronische Signatur über signoSign von signotec ein.

Die eIDAS-Verordnung (EU) Nr. 910/2014 unterscheidet einfache, fortgeschrittene und qualifizierte elektronische Signaturen. Die fortgeschrittene Signatur nach Art. 26 eIDAS ordnet die Unterschrift eindeutig dem Unterzeichner zu und macht nachträgliche Änderungen erkennbar. Das erhöht den Beweiswert im Streitfall.

Haftungsrisiko: Die Einwilligung in eine Behandlung ist nach § 630d BGB formfrei. Im Haftungsprozess müssen Sie die ordnungsgemäße Aufklärung jedoch beweisen. Eine fälschungssichere Signatur stärkt Ihre Dokumentation.

Barrierefreie Ansicht für iOS, Android und Browser

Die myMedax-App bietet eine barrierefreie Ansicht. Sie unterstützt Patienten mit Seheinschränkungen und ältere Patienten bei der Eingabe. Die App läuft unter iOS, Android und im Webbrowser.

Barrierefreiheit betrifft nicht nur die Software. Hinweise zur baulichen und organisatorischen Umsetzung finden Sie im Beitrag zur barrierefreien Arztpraxis.

Digitale Patientenaufklärung mit Thieme Compliance

Thieme Compliance liefert die Aufklärungsbögen, myMedax den digitalen Prozess. Die Kooperation verbindet beide Bausteine in einer Oberfläche.

Rund 2.000 Aufklärungsbögen, direkt in myMedax integriert

Laut Hersteller stehen rund 2.000 Aufklärungsinhalte für ärztliche Fachrichtungen bereit. Thieme Compliance gilt als etablierter Anbieter für Aufklärungsdokumente im deutschsprachigen Raum. Thieme vertreibt mit E-ConsentPro auch eine eigene Lösung.

In myMedax sind die Thieme-Bögen tief integriert. Ein Wechsel in eine separate Thieme-App entfällt. Die Praxis kombiniert die Aufklärungsbögen mit eigenen Anamnese- und Einwilligungsformularen.

Rechtsrahmen: Aufklärungsgespräch und Abschrift nach § 630e BGB

§ 630e Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB verlangt eine mündliche Aufklärung durch den Behandelnden. Ergänzend darf der Arzt auf Unterlagen in Textform Bezug nehmen. Der digitale Bogen ersetzt das Gespräch also nicht, sondern bereitet es vor.

Der Ablauf in myMedax bildet diese Vorgabe ab. Der Patient erhält den Bogen vor dem Eingriff digital. Im Gespräch klärt der Arzt offene Fragen und ergänzt individuelle Risiken. Danach unterzeichnen beide Seiten digital.

§ 630e Abs. 2 Satz 2 BGB verpflichtet zur Aushändigung von Abschriften unterzeichneter Unterlagen. myMedax sendet dem Patienten eine digitale Kopie per E-Mail. Grundlagen zur Aufklärungspflicht fasst der Beitrag zur Patientenaufklärung zusammen.

Dokumentation in der Karteikarte nach § 630f BGB

§ 630f BGB verpflichtet zur Dokumentation in einer Patientenakte, in Papierform oder elektronisch. Aufklärungen und Einwilligungen gehören ausdrücklich dazu. Nachträgliche Änderungen müssen erkennbar bleiben.

myMedax übernimmt das unterzeichnete Dokument in die digitale Karteikarte des PVS. Die Patientenakte ist nach § 630f Abs. 3 BGB zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren. Weitere Fristen listet der Beitrag zu Aufbewahrungsfristen in der Arztpraxis.

Schnittstellen: Wie gelangen die Daten aus myMedax ins PVS oder KIS?

Die Schnittstelle entscheidet, ob myMedax Zeit spart oder nur Papier durch PDF ersetzt. Der Hersteller bietet je nach Paket drei Anbindungswege.

GDT, HL7/FHIR und RestAPI im Vergleich

SchnittstelleZielsystemTypischer EinsatzVerfügbar in Paket
GDT-ClientPVSNiedergelassene Praxis, MVZBasic, Premium, Premium PLUS
HL7 / FHIRKISKlinik, größere EinrichtungPremium PLUS
RestAPIEigene SystemeIndividuelle Anbindung, PortalePremium PLUS

GDT ist der etablierte Datenaustauschstandard zwischen PVS und Zusatzsystemen in Deutschland. Die meisten Praxissoftwares unterstützen ihn. HL7 und FHIR sind die Standards im stationären Sektor und für die Anbindung an ein Krankenhausinformationssystem.

Übergabe als strukturierte Daten oder als PDF

myMedax übergibt ausgefüllte Dokumente als PDF. Je nach System und Paket überträgt die Software zusätzlich strukturierte Daten. Der Unterschied ist erheblich.

Ein PDF dokumentiert, macht die Angaben aber nicht auswertbar. Strukturierte Daten landen als einzelne Felder in der Karteikarte, etwa Allergien oder Dauermedikation. Klären Sie vor Vertragsschluss, welche Felder Ihr PVS über GDT tatsächlich übernimmt.

PVS-Kompatibilität in der Praxis

Die Kompatibilität hängt vom PVS-Hersteller ab. Laut einer Anwenderreferenz auf der Herstellerseite arbeitet myMedax mit der Praxissoftware T2med zusammen. Die Venenpraxis Langenargen hebt zudem hervor, dass die Lösung auf jedem Tablet läuft.

Eine vollständige Kompatibilitätsliste veröffentlicht Suxedo nicht. Lassen Sie sich die Anbindung an Ihr konkretes PVS vor Vertragsschluss in einer Demo zeigen.

Was kostet myMedax? Pakete und Preise

myMedax kostet ab 49 Euro pro Monat. Suxedo bietet drei Pakete an, die sich nach Ausfüllvolumen, App-Lizenzen, Schnittstellen und Thieme-Integration unterscheiden.

Basic, Premium und Premium PLUS

MerkmalBasicPremiumPremium PLUS
Preisab 49 € / Monatauf Anfrageauf Anfrage
Web-Browser-Ausfüllungen250 / Monat2.500 / Monat5.000 / Monat
iOS-/Android-App-Lizenzen1310
Vorlagen5unbegrenztunbegrenzt
Fragetypenunbeschränktunbeschränktunbeschränkt
Elektronische Unterschriftenthaltenenthaltenenthalten
Fortgeschrittene Signatur (signoSign)optionaloptionaloptional
SchnittstellenGDTGDTGDT, HL7/FHIR, RestAPI
Eigenes Design (CI)––ja
Thieme-Aufklärungsbögennicht vorgesehenoptional zubuchbarfest integriert
Quelle: Herstellerangaben Suxedo, Stand Oktober 2026.

Mögliche Zusatzkosten: Einrichtung, Schnittstellen, Signatur, Thieme-Baustein

Die 49 Euro sind der Einstiegspreis für Basic, nicht der Gesamtpreis. Zusatzkosten entstehen laut Hersteller je nach Bedarf für:

  • weitere Lizenzen
  • die fortgeschrittene Signatur via signoSign
  • individuelle Schnittstellen und besondere Workflows
  • den Einrichtungsaufwand
  • den Thieme-Baustein im Premium-Paket

Einfache Standardprozesse setzt Suxedo meist schnell um. Individuelle Anbindungen verursachen zusätzlichen Aufwand. Diese Positionen weist der Hersteller vorab im Angebot aus.

Tipp: Lassen Sie sich alle Kostenpositionen getrennt ausweisen: monatliche Lizenz, einmalige Einrichtung, Schnittstelle, Signatur und Thieme-Baustein. Nur so vergleichen Sie Angebote verschiedener Anbieter sauber.

Upgrade bei steigendem Formularvolumen

Ein Wechsel in ein höheres Paket ist jederzeit möglich. Das betrifft steigendes Formularvolumen, zusätzliche Arbeitsplätze oder neue Schnittstellen.

Rechnen Sie das Ausfüllvolumen vorab grob durch. 250 Browser-Ausfüllungen im Monat entsprechen bei 20 Praxistagen rund 12 Formularen pro Tag. Für eine Praxis mit vielen Neupatienten reicht Basic damit schnell nicht mehr aus.

Datenschutz: Gesundheitsdaten nach DSGVO verarbeiten

myMedax verarbeitet Gesundheitsdaten. Damit greifen die strengsten Vorgaben der DSGVO. Grundlagen für die Praxis fasst der Beitrag zum Datenschutz in der Arztpraxis zusammen.

Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO)

Art. 9 Abs. 1 DSGVO untersagt die Verarbeitung von Gesundheitsdaten grundsätzlich. Art. 9 Abs. 2 lit. h DSGVO erlaubt sie für Zwecke der Gesundheitsvorsorge und medizinischen Behandlung. Für die Anamnese im Rahmen der Behandlung ist damit keine gesonderte Einwilligung erforderlich.

Als Verantwortlicher müssen Sie dennoch angemessene technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO sicherstellen. Dazu zählen Verschlüsselung, Zugriffskonzepte und Löschroutinen.

Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO

Verarbeitet Suxedo Patientendaten in Ihrem Auftrag, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO Pflicht. Das betrifft den Cloud-Betrieb von myMedax. Beim On-Premise-Betrieb läuft die Software auf Ihrer eigenen Infrastruktur, den Betrieb verantwortet dann in der Regel die Praxis. 

Prüfen Sie im AVV den Ort der Datenverarbeitung, eingesetzte Subunternehmer und die Löschfristen auf Herstellerseite. Fordern Sie außerdem die Dokumentation der technischen und organisatorischen Maßnahmen an.

Hosting-Standort und Datensicherheit

Im Cloud-Betrieb erhält jede Praxis eine eigene, getrennte myMedax-Instanz. Suxedo betreibt sie laut Datenschutzerklärung auf eigener Hardware in einem deutschen Rechenzentrum. Alternativ lässt sich myMedax On-Premise oder hybrid betreiben. Ein Serverstandort in Deutschland vereinfacht die DSGVO-Prüfung, weil kein Drittlandtransfer nach Art. 44 ff. DSGVO vorliegt. 

Den Betreiber des Rechenzentrums nennt Suxedo nicht öffentlich. Lassen Sie sich Betreiber und Zertifizierungen schriftlich bestätigen. 

Für welche Praxen eignet sich myMedax?

myMedax eignet sich für Praxen mit vielen wiederkehrenden Formularen. Den größten Hebel hat die Software dort, wo Anamnese und Aufklärung regelmäßig zusammenfallen.

Fachrichtungen mit hohem Aufklärungsvolumen

Der Hersteller nennt Fachrichtungen mit vielen Eingriffen und Untersuchungen als Hauptzielgruppe:

  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Gastroenterologie, insbesondere mit Endoskopie
  • Gynäkologie
  • Urologie
  • HNO
  • Augenheilkunde
  • Dermatologie

Für diese Fächer ist der Thieme-Baustein besonders relevant. Hausarztpraxen ohne operative Leistungen kommen oft mit digitaler Anamnese und Einwilligungen aus.

Passendes Paket je Einrichtungstyp

EinrichtungstypTypischer BedarfNaheliegendes Paket
Einzelpraxis, wenige FormulareAnamnese, Datenschutz, EinwilligungBasic
Facharztpraxis mit EingriffenAnamnese plus AufklärungPremium mit Thieme-Baustein
Gemeinschaftspraxis, MVZHohes Volumen, mehrere TabletsPremium oder Premium PLUS
Ambulantes OP-Zentrum, EndoskopiezentrumViele Aufklärungen, eigenes DesignPremium PLUS
KlinikKIS-Anbindung über HL7/FHIRPremium PLUS

Die Zuordnung ist eine Orientierung auf Basis der Paketmerkmale. Das konkrete Angebot hängt von Volumen, PVS und gewünschten Bausteinen ab.

Nutzen im Praxisalltag: weniger Personalaufwand bei der Datenerhebung

Suxedo beziffert die Einsparung auf bis zu 30 Prozent weniger Personalaufwand bei Datenerhebung und Arzt-Patienten-Kontakt. Unabhängige Studien zu diesem Wert liegen nicht vor.

Die Effekte entstehen an drei Stellen. Das Abtippen handschriftlicher Bögen entfällt. Unvollständige Angaben fallen vor dem Termin auf. Übertragungsfehler beim Scannen oder Eintippen sinken. Wie sich das auf den gesamten Praxisablauf auswirkt, beschreibt der Beitrag zur papierlosen Praxis.

myMedax im Vergleich zu anderen Anamnese-Lösungen

myMedax konkurriert mit mehreren etablierten Anbietern. Die Unterschiede liegen vor allem bei Hardware, Aufklärung, Schnittstellen und Preismodell.

myMedax, Idana, Anaboard und Nelly

KriteriummyMedaxIdanaAnaboardNelly
HardwareBeliebige Tablets, Smartphone, BrowserBeliebige Endgeräte, ohne AppEigenes Praxistablet mit StiftBeliebige Endgeräte
Digitale AufklärungJa, mit Thieme ComplianceJaJaJa
PVS-/KIS-SchnittstellenGDT, HL7/FHIR, RestAPIGDTGDT, HL7/FHIR, VDDS, REST u. a.keine Angabe
Preismodellab 49 € / Monatab 99 € / Arzt / Monat (Jahresabo)auf Anfrageauf Anfrage
SchwerpunktAnamnese, Formulare, AufklärungAnamnese mit FragebogenbibliothekTablet-Anamnese und SignaturPatientenaufnahme plus Abrechnung und Factoring
Quelle: Herstellerangaben, Stand Oktober 2026. Preise netto, ohne Einrichtung und Zusatzmodule.

Idana rechnet pro Arzt ab und enthält unbegrenzte Befragungen. Anaboard setzt auf eigene Tablet-Hardware mit lokaler Serverkomponente. Nelly verbindet die Patientenaufnahme mit Abrechnungs- und Zahlungsfunktionen. myMedax bindet wie einige Wettbewerber Thieme-Aufklärungsbögen ein und bietet einen günstigen Einstieg. Im Basic-Paket begrenzt der Hersteller aber Volumen und Vorlagen. 

Auswahlkriterien für Anamnese-Software

Diese Prüfpunkte sollten Sie vor Vertragsabschluss klären – unabhängig vom Anbieter:

  • [ ] Übernimmt die Schnittstelle strukturierte Felder oder nur PDF in Ihr PVS?
  • [ ] Wie hoch ist Ihr monatliches Formularvolumen, und passt das Paket dazu?
  • [ ] Benötigen Sie digitale Aufklärungsbögen, und sind diese enthalten oder zubuchbar?
  • [ ] Liegen AVV, Hosting-Nachweis und TOM-Dokumentation vor?
  • [ ] Welche einmaligen Kosten fallen für Einrichtung, Schnittstelle und Signatur an?

FAQ: Häufige Fragen zu myMedax

Können auch Patienten ohne Smartphone myMedax nutzen?

Ja. Patienten ohne eigenes Smartphone füllen die Formulare auf dem Praxis-Tablet aus. Die myMedax-App läuft unter iOS und Android, die Zahl der App-Lizenzen hängt vom Paket ab. Basic enthält eine Lizenz, Premium drei und Premium PLUS zehn. Eine barrierefreie Ansicht unterstützt ältere Patienten bei der Eingabe.

Wie lange dauert die Einführung von myMedax in der Praxis?

Eine feste Einführungsdauer nennt Suxedo nicht. Laut Hersteller lassen sich einfache Standardprozesse meist schnell umsetzen. Mehr Zeit benötigen individuelle Schnittstellen, die Digitalisierung eigener Fragebögen und die Einbindung der Thieme-Aufklärungsbögen. Planen Sie zusätzlich Zeit für die Schulung des Praxisteams ein.

Gibt es eine kostenlose Demo oder Testversion von myMedax?

Suxedo bietet eine Live-Demo und einen Beratungstermin an. Darin zeigt der Hersteller Ausfüllprozess, Datenübergabe und Thieme-Einbindung am konkreten Praxisablauf. Eine frei zugängliche Testversion mit eigenem Zugang nennt die Herstellerseite derzeit nicht. Den Demotermin vereinbaren Sie online oder über vertrieb@suxedo.de.

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