synMedico infoskop: Module, Preise & Erfahrungen

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4,9 von 5 Sternen auf Google

Abstract – synMedico infoskop: Module, Integration, Kosten, Erfahrungen

  • Die synMedico GmbH (Kassel) bündelt in der infoskop-Suite vier Module für Arzt- und Zahnarztpraxen, MVZ und Kliniken: ORA für Online-Rezeption und Terminmanagement, ECO für digitale Patientenaufklärung und Anamnese, RAY für KI-Röntgendiagnostik und LEA für Leistungserfassung. Der Nutzen hängt maßgeblich davon ab, ob die PVS-Anbindung Daten bidirektional austauscht oder nur Dokumente exportiert.
  • Digitale Aufklärung ersetzt nicht das mündliche Aufklärungsgespräch nach § 630e BGB, sondern ergänzt es durch Unterlagen in Textform; eSignatur, Zeitstempel und PDF/A-Archivierung dienen dem Nachweis im Sinne von § 630f BGB. Die KI-Befundung von RAY fällt als Software für diagnostische Entscheidungen nach MDR-Regel 11 mindestens in Risikoklasse IIa, öffentliche Angaben zur CE-Kennzeichnung fehlen.
  • synMedico veröffentlicht keine Preisliste; Kosten entstehen modul- und angebotsbezogen und können Einrichtung, Schulung, Hardware sowie Schnittstellen- und TI-Drittkosten umfassen. Herstellerangaben wie 90 % Zeitersparnis an der Rezeption sind nicht unabhängig belegt.
  • Google-Rezensionen ergeben 4 von 5 Sternen (Stand: Oktober 2026), wobei ältere Bewertungen Produkt und Support loben und die jüngsten Bewertungen Kostentransparenz, Vertragslaufzeiten und Erreichbarkeit nach Vertragsabschluss kritisieren. Vor Vertragsabschluss sind daher Live-Test der PVS-Anbindung, Kündigungs- und Rückgabebedingungen sowie die EU-Konformitätserklärung für RAY zu prüfen.

Inhaltsverzeichnis

synMedico GmbH: Wer steht hinter infoskop?

Die synMedico GmbH entwickelt und vertreibt die infoskop-Suite für die digitale Patientenkommunikation und Dokumentation. Ursprünglich war infoskop eine iPad-gestützte Aufklärungsplattform. Inzwischen deckt die Suite Prozesse von der Terminvergabe bis zur Leistungserfassung ab.

Unternehmenssteckbrief

Unternehmensname (offiziell)
synMedico GmbH
Website
synmedico.de (Unternehmenswebsite), infoskop.de (Produktwebsite)
Gründungsjahr
in Quellen uneinheitlich: 2006 (CB Insights) bzw. 2008; Digitalisierung der Rezeption laut Hersteller seit 2012
Hauptsitz
Wilhelmshöher Allee 300, 34131 Kassel, Deutschland
Rechtsform
Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), AG Göttingen, HRB 207582
Beteiligungsstruktur
Gesellschafterin der SynMedico AT GmbH, Klosterneuburg (Österreich); Markenverbund mit Dr. Right, docVolution und Die Praxisentwickler
Geschäftsführung
Rainer Steenhusen (Stand: 2026, laut Impressum)
Produkt-/Markennamen
infoskop-Suite mit den Modulen ORA (Online-Rezeption), ECO (Patientenaufklärung), RAY (KI-Röntgendiagnostik), LEA (Leistungserfassung)
Nutzerbasis
mehr als 35.000 Anwender in Praxen und Kliniken (Herstellerangabe, Stand: 2026)

Schwesterunternehmen der Gruppe

synMedico tritt als Gruppe mit drei weiteren Marken auf. Dr. Right positioniert sich im Employer Branding für Arztpraxen. docVolution ist eine Marketing- und Kommunikationsagentur für Ärzte. Die Praxisentwickler bieten Zahnärzten wirtschaftliche Praxisanalyse und Beratung.

Für Sie als Praxisinhaber bedeutet das zweierlei. Die Gruppe kann Software, Praxismarketing und betriebswirtschaftliche Beratung aus einer Hand anbieten. Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob Beratungsempfehlungen produktneutral sind, wenn Software und Beratung aus demselben Unternehmensverbund stammen.

Einordnung der Herstellerangaben

synMedico gibt mehr als 35.000 Anwender und über 40 Millionen informierte Patienten an. Seit 2012 digitalisiert das Unternehmen nach eigener Aussage Prozesse an der Rezeption. Diese Zahlen sind Herstellerangaben und nicht unabhängig verifiziert.

Zur Einordnung: Die App-Store-Beschreibung nennt eine ältere Größenordnung von 14.000 Anwendern sowie 1.500 Videos und 800 Formularen. Die Nutzerbasis ist demnach über die Jahre gewachsen. Die Zählweise lässt der Hersteller offen, etwa Einzelnutzer gegenüber Praxen oder Lizenzen.

Die infoskop-Suite: Welche Module gibt es?

Die infoskop-Suite besteht aus vier eigenständig benannten Modulen. Sie lassen sich über gemeinsame Schnittstellen verbinden. Bei der Kontaktanfrage fragt synMedico das Interesse modulweise ab. Das deutet auf eine einzeln buchbare Struktur hin.

ORA: Online-Rezeption, Terminmanagement, Recall und KI-Chatbot

ORA digitalisiert die Patientenaufnahme vor dem Termin. Patienten füllen Anamnesebögen, Einwilligungen und Datenschutzerklärungen online aus und unterschreiben sie digital. Das Modul umfasst außerdem:

  • Terminverwaltung, Terminerinnerungen und Recall-Management
  • einen Messenger mit KI-Chatbot für Patientenanfragen
  • digitale Abwicklung von AU-Anfragen, Rezepten, Überweisungen und Befunden
  • Zuweiserportal, Entlassmanagement und digitalen Rechnungsversand

Für Patienten ohne Smartphone oder mit schlechtem Empfang stellt ORA eine iPad-App für die Praxisräume bereit. synMedico beziffert die Zeitersparnis an der Rezeption auf bis zu 90 % pro Patient. Diese Angabe ist ein Maximalwert des Herstellers und kein Durchschnitt.

ECO: digitale Patientenaufklärung, Anamnese und eSignatur

ECO ist der historische Kern von infoskop. Das Modul unterstützt die Aufklärung mit Aufklärungsbögen, 3D-Videos und Illustrationen, wahlweise am iPad oder vorab online. synMedico nennt 2.924 medizinische Aufklärungsthemen, rund 8.983 Minuten HD-Videomaterial und 18.429 Illustrationen.

Funktional relevant sind folgende Punkte:

  • Plausibilitätsprüfungen in der Anamnese, die widersprüchliche oder fehlende Angaben markieren
  • eSignatur, Zeitstempel und Protokollierung der Nutzeraktionen
  • Archivierung im PDF/A-Format
  • freie Annotationen auf Röntgenbildern, Videos und Illustrationen
  • Aufklärung zu IGeL und Selbstzahlerleistungen

RAY: KI-Röntgendiagnostik mit automatisiertem Befundbericht

RAY analysiert zahnmedizinische Röntgenaufnahmen mit künstlicher Intelligenz. Das Modul verarbeitet OPGs, Bitewings und Einzelzahnaufnahmen. Es markiert Karies, Infektionen, Implantate und Wurzelfüllungen farblich und erzeugt einen schriftlichen Befundbericht mit Zahnschema.

synMedico gibt an, RAY erkenne diese Befunde zuverlässiger als erfahrene Zahnärzte. Eine unabhängige Validierungsstudie oder Sensitivitäts- und Spezifitätswerte nennt der Hersteller auf seiner Produktseite nicht. Fordern Sie diese Daten vor der Anschaffung an.

LEA: Leistungserfassung und Dokumentation für die Abrechnung

LEA trennt die Erfassung erbrachter Leistungen von der späteren Zahnarztpraxis-Abrechnung. Jedes Teammitglied dokumentiert eine Leistung in wenigen Sekunden, am Tablet oder am PC, ohne Abrechnungswissen. Die Abrechnungsfachkraft bzw. ZMV arbeitet anschließend mit der strukturierten Leistungsliste.

LEA bindet einen Chat mit Spracherkennung an die Einzelleistung. Das soll Rückfragen zwischen Behandler und ZMV verkürzen. synMedico beziffert die Einsparung auf bis zu 20 Stunden Abklärungsaufwand pro Behandler und Monat. Laut Hersteller ist LEA unabhängig von der eingesetzten Praxissoftware nutzbar.

Infoskophost und iPad-App: technische Basis vor Ort

Die iPad-App ist die Arbeitsoberfläche für Aufklärung und Aufnahme in der Praxis. Im App Store ist infoskop als Anwendung der synMedico GmbH gelistet.

Der Begriff „Infoskophost“ taucht in Suchanfragen regelmäßig auf. Öffentlich dokumentiert synMedico diese Komponente jedoch nicht. Gleichzeitig verweist der Hersteller für die Datenspeicherung auf deutsche AWS-Rechenzentren. Klären Sie deshalb vor Vertragsabschluss, ob eine lokale Serverkomponente in Ihrer Praxis-IT nötig ist und wer sie wartet.

Modulübersicht

ModulKernfunktionFachrichtungEinsatzort
ORAOnline-Rezeption, Termine, Recall, Chatbotalleonline, iPad in der Praxis
ECOAufklärung, Anamnese, eSignatur, ArchivierungHuman- und Zahnmedizinonline, iPad in der Praxis
RAYKI-Röntgenbefundung mit BefundberichtZahnmedizinPraxis-PC/Bildgebung
LEALeistungserfassung für die Abrechnungprimär ZahnmedizinTablet, PC

Für welche Praxen eignet sich infoskop?

infoskop deckt laut Kontaktformular 17 Fachrichtungen ab, von Allgemeinmedizin über Ophthalmologie bis Urologie. Den Schwerpunkt setzt synMedico erkennbar in der Zahnmedizin. RAY und LEA sind fachlich auf zahnärztliche Prozesse zugeschnitten.

Zahnarztpraxis: Aufklärung, Leistungsvermittlung, Röntgenbefundung

In der Zahnarztpraxis greifen alle vier Module ineinander. ECO unterstützt die Aufklärung zu Privat- und Zuzahlungsleistungen wie Implantologie, Bleaching oder Prophylaxe. Die Referenzen auf der Herstellerseite betonen die Visualisierung als Mittel zur Behandlungsakzeptanz.

RAY und LEA adressieren zwei typische Engpässe zahnärztlicher Praxen: den Zeitaufwand der Röntgenbefundung und Honorarverluste durch lückenhafte zahnärztliche Leistungsdokumentation. LEA nennt ausdrücklich die KZV-Prüfung als Risiko. Eine vollständige Dokumentation soll dieses Risiko reduzieren.

Humanmedizin: Augenheilkunde, Chirurgie, Radiologie, MKG

In der Humanmedizin liegt der Nutzen vor allem bei ORA und ECO. Die Herstellerreferenzen stammen unter anderem aus Augenheilkunde, Chirurgie, ästhetischer Medizin, MKG-Chirurgie und Radiologie. In diesen Fächern ist der Aufklärungsaufwand pro Eingriff hoch und standardisierbar.

Eine radiologische Praxis profitiert etwa davon, dass Patienten die Anamnese zu Hause ausfüllen und die Daten vor dem Termin vorliegen. RAY ist dagegen auf zahnmedizinische Aufnahmen beschränkt und für die Humanradiologie nicht ausgelegt.

Kliniken und MVZ: Zuweiserportal, Entlassmanagement

Für Kliniken und MVZ bietet ORA Funktionen über die Einzelpraxis hinaus. Dazu zählen ein Zuweiserportal, Entlassmanagement und der verschlüsselte Datenversand an Patienten oder weiterbehandelnde Ärzte. synMedico präsentierte infoskop bereits 2015 auf der conhIT als Aufklärungsunterstützung für Kliniken.

Bei mehreren Standorten oder Betriebsstätten sollten Sie gezielt prüfen, wie Sie Rollen, Rechte und Formularvorlagen zentral verwalten. Prüfen Sie auch, ob die Anbindung an ein KIS oder mehrere PVS parallel möglich ist.

Wie gut ist infoskop an PVS und Bildgebung angebunden?

Die PVS-Anbindung entscheidet über den Nutzen von infoskop. Ein reiner Export erzeugt einen neuen Medienbruch: Ihr Team überträgt dann Daten manuell oder legt PDFs ab. Eine bidirektionale Integration liest Stammdaten aus dem PVS und schreibt Anamnese, Einwilligungen und Dokumente strukturiert zurück.

Herstellerseitig genannte PVS-Partner

synMedico führt auf seinen Produktseiten folgende Partner auf:

Zum Teil sind diese Partner PVS-Anbieter, zum Teil Dienstleister oder Versicherer. Die Partnerliste allein belegt keine Integrationstiefe.

Export/Import oder bidirektionale Integration?

Die Herstellerangaben beschreiben einen Datenfluss in beide Richtungen. ECO soll Patientendaten automatisiert aus der Praxissoftware abrufen. Bei ORA sollen Überweisung, Anamnese und Medikationsplan vor dem Termin direkt im PVS landen. Bei Charly verweist die Hilfe des PVS-Anbieters auf eine Exportlizenz für infoskop. Dieser Begriff spricht zumindest dort für eine lizenzpflichtige Schnittstelle des PVS-Herstellers.

PrüfpunktFrage an synMedico und Ihren PVS-Anbieter
Stammdaten lesenÜbernimmt infoskop Patientendaten automatisch aus dem PVS?
Dokumente schreibenLanden PDFs in der richtigen Karteikarte, inklusive Zuordnung?
Strukturierte DatenWerden Anamnesefelder (Allergien, Medikation) als Datenfelder übernommen?
TermineSynchronisiert ORA den Terminkalender in beide Richtungen?
ZusatzkostenFallen Schnittstellenlizenzen beim PVS-Anbieter an?

Tipp: Lassen Sie sich die Integration an Ihrer konkreten PVS-Version demonstrieren. Die Aussage „Partner“ oder „nahtlos integriert“ ersetzt keinen Live-Test mit einem Testpatienten.

Schnittstellen zu Bildgebung, CAD/CAM und Office-Anwendungen

Über die infoskop-Schnittstelle bindet ECO laut Hersteller Dokumente und Daten aus CAD/CAM-Systemen, Office-Anwendungen und Bildgebungssoftware ein. Röntgenbilder lassen sich im Aufklärungsgespräch annotieren und dem Patienten erläutern.

RAY benötigt Zugriff auf die Röntgenaufnahmen und schreibt Befundberichte in die Praxisverwaltung zurück. Klären Sie, welche Röntgensoftware und welche Bildformate (z. B. DICOM) unterstützt werden. Klären Sie außerdem, ob die Bilder für die KI-Analyse die Praxis verlassen.

Datenschutz und Rechtssicherheit der digitalen Aufklärung

Digitale Patientenaufklärung verändert das Medium, nicht die Rechtspflichten des Behandelnden. infoskop kann Prozesse standardisieren und lückenlos dokumentieren. Für eine wirksame Aufklärung und Einwilligung bleiben Sie verantwortlich.

Aufklärungspflicht nach § 630e BGB: Was digital ersetzbar ist und was nicht

§ 630e BGB regelt Inhalt und Form der Patientenaufklärung. Die Aufklärung muss mündlich durch den Behandelnden oder eine entsprechend ausgebildete Person erfolgen. Ergänzend darf auf Unterlagen Bezug genommen werden, die der Patient in Textform erhält. Der Gesetzgeber hat sich damit gegen eine rein schriftliche Aufklärung entschieden, auch bei Routineeingriffen.

Videos, Illustrationen und digitale Bögen aus infoskop ECO bereiten das Gespräch vor und strukturieren es. Sie ersetzen es nicht. Zudem muss der Patient nach § 630e Abs. 2 Satz 2 BGB Abschriften erhalten. Das betrifft alle Unterlagen, die er im Zusammenhang mit Aufklärung oder Einwilligung unterzeichnet hat. Prüfen Sie, wie infoskop diese Aushändigung technisch abbildet, etwa per verschlüsseltem Versand oder Ausdruck.

Haftungsrisiko: Unterzeichnet ein Patient digitale Bögen, ohne dass ein Aufklärungsgespräch stattgefunden hat, ist die Aufklärung unwirksam. Dokumentieren Sie das mündliche Gespräch daher zusätzlich, etwa mit Zeitpunkt, Gesprächsführer und Nachfragen des Patienten.

Dokumentation nach § 630f BGB: eSignatur, Zeitstempel, PDF/A-Archivierung

§ 630f BGB verpflichtet Sie, Aufklärungen und Einwilligungen in die Patientenakte aufzunehmen und die Akte zehn Jahre aufzubewahren. Bei elektronisch geführten Akten müssen Berichtigungen den ursprünglichen Inhalt erkennbar lassen.

infoskop dokumentiert nach Herstellerangabe Zeitstempel und Nutzeraktionen und archiviert im PDF/A-Format. Das stützt die Beweisführung im Haftungsfall. Für die Einwilligung selbst schreibt das Gesetz keine besondere Form vor. Es gilt Formfreiheit, die eSignatur dient also dem Nachweis. Nach Herstellerangabe hat synMedico seine Lösungen gemeinsam mit der Bundesdruckerei und dem TÜV Nordrhein entwickelt. Mehrere Berufshaftpflichtversicherer, darunter Alte Leipziger, Generali und HDI, empfehlen sie laut synMedico.

Hosting und Verschlüsselung: AWS-Rechenzentren Deutschland, AES-256, DSGVO

Anamnese- und Aufklärungsdaten sind Gesundheitsdaten im Sinne von Art. 9 DSGVO. synMedico gibt an, Daten mit AES-256 im Speicher und TLS bei der Übertragung zu verschlüsseln. Hinzu kommen rollenbasierte Zugriffskontrolle, Multi-Faktor-Authentifizierung und Hosting in zertifizierten AWS-Rechenzentren in Deutschland.

Für Sie als Verantwortlichen sind drei Dokumente relevant:

  1. ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO
  2. die Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM)
  3. die Liste der Unterauftragsverarbeiter, einschließlich der Angaben zu AWS als Konzern mit US-Muttergesellschaft

RAY und die MDR: Status als Medizinprodukt

Regel 11 in Anhang VIII der Verordnung (EU) 2017/745 (MDR) regelt die Klassifizierung von medizinischer Software. Liefert eine Software Informationen für diagnostische Entscheidungen, fällt sie mindestens in Risikoklasse IIa. Eine KI-gestützte Röntgenbefundung wie RAY unterliegt damit regelmäßig der Zertifizierung durch eine Benannte Stelle.

Auf den öffentlichen Produktseiten nennt synMedico weder CE-Kennzeichnung noch Risikoklasse oder Hersteller im Sinne der MDR. Lassen Sie sich vor dem Einsatz die EU-Konformitätserklärung vorlegen. Prüfen Sie außerdem, ob synMedico selbst oder ein Drittanbieter Hersteller der KI-Komponente ist.

Was kostet synMedico infoskop?

synMedico veröffentlicht keine Preisliste für infoskop. Alle Produktseiten führen auf ein Beratungsgespräch. Schon die frühere medizinio-Recherche ergab, dass der Hersteller keine Angaben zu den Kosten macht. Konkrete Preise erhalten Sie daher nur über ein individuelles Angebot.

Preismodell: Lizenz, Abo oder modulweise Buchung

synMedico fragt das Interesse im Kontaktformular modul- und fachrichtungsbezogen ab. Laut Hersteller wird infoskop individuell auf die Praxis zugeschnitten, inklusive Praxisdesign. Beides spricht für eine modulare, angebotsbasierte Preisgestaltung. synMedico legt öffentlich nicht offen, wie infoskop abgerechnet wird. Infrage kommen ein monatliches Abonnement, eine Lizenz oder eine Kombination aus Einrichtungsgebühr und laufender Gebühr.

Fragen Sie im Angebot gezielt nach:

  • einmaligen Kosten für Einrichtung, Schulung und PVS-Anbindung
  • laufenden Kosten pro Modul, Arbeitsplatz oder Standort
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen
  • Kosten für zusätzliche iPads oder Hardware
  • Schnittstellenlizenzen beim PVS-Anbieter

Einflussfaktoren: Modulumfang, Anzahl Arbeitsplätze, Fachrichtung

Die Gesamtkosten von infoskop steigen mit der Zahl der gebuchten Module. Ein reines ECO-Paket für die Aufklärung ist anders kalkuliert als die vollständige Suite mit ORA, RAY und LEA. Hinzu kommen die Zahl der Arbeitsplätze und Behandler sowie die benötigten Fachinhalte, also Aufklärungsbögen und Videos Ihrer Fachrichtung.

Kalkulieren Sie außerdem den internen Aufwand: Formularanpassung, Teamschulung und die Umstellung bestehender Abläufe binden in den ersten Wochen Personal.

Wirtschaftlichkeit: Zeitersparnis, Leistungsakzeptanz und Regressrisiko einordnen

synMedico argumentiert über drei Hebel: weniger Zeitaufwand an der Rezeption, höhere Akzeptanz empfohlener Behandlungen durch bessere Aufklärung und weniger nicht abgerechnete Leistungen. Auf der LEA-Seite zitiert synMedico eine Abrechnungsexpertin. Sie finde in Praxen typischerweise 60.000 bis 80.000 € nicht abgerechnete Leistungen.

Diese Werte sind Hersteller- und Referenzangaben ohne unabhängige Studienbasis. Für Ihre Entscheidung ist eine eigene Rechnung belastbarer:

  • Minuten pro Neuaufnahme vorher und nachher
  • Anteil der Patienten, die die Online-Anamnese tatsächlich nutzen
  • Quote angenommener Heil- und Kostenpläne vor und nach der Einführung

infoskop Erfahrungen: Stärken und Grenzen aus Praxissicht

Unabhängige, systematische Erfahrungsberichte zu infoskop sind öffentlich kaum verfügbar. Die meisten Stimmen stammen aus Referenzen auf der Herstellerseite und aus Google-Rezensionen. Für eine belastbare Einschätzung sollten Sie zusätzlich Referenzpraxis-Gespräche einfordern, idealerweise mit einer Praxis Ihrer Fachrichtung und mit demselben PVS.

Anwenderstimmen nach Fachrichtung

Die Herstellerreferenzen decken mehrere Fachrichtungen ab:

  • Augenheilkunde: Ein Augenarzt hebt die Zeitersparnis bei der Dokumentation der Aufklärung hervor.
  • Chirurgie: Ein Chirurg aus einem ästhetischen Zentrum lobt, dass Patientenfotos direkt in die Akte übertragen werden.
  • Zahnmedizin: Zahnärzte nennen die systematisch hinterlegten Fragen, die Visualisierung beim Bleaching und rechtssichere Unterschriften. Ein Zahnarzt erwähnt ausdrücklich, dass bei kleinen Problemen schnell Lösungen gefunden wurden.
  • Radiologie: Eine MFA beschreibt, dass Patienten die Anamnese zu Hause ausfüllen und direkt ins Wartezimmer gehen.

Diese Stimmen zeigen typische Nutzungsszenarien. Als ausgewählte Referenzen sind sie jedoch nicht repräsentativ.

Google-Rezensionen: Bewertung von synMedico

Die synMedico GmbH erreicht in den Google-Rezensionen 4 von 5 Sternen (Stand: Oktober 2026). Ausgewertet wurden 28 Rezensionen, davon 20 mit Text. 14 Textrezensionen fallen positiv aus, 6 kritisch.

Der Durchschnitt verdeckt allerdings ein zeitliches Muster. Die positiven Textrezensionen sind überwiegend fünf bis sieben Jahre alt. Die drei jüngsten Textrezensionen, verfasst vor einem bis vier Jahren, sind dagegen alle kritisch. Ob sich darin ein Trend zeigt oder Einzelfälle, lässt sich bei dieser geringen Zahl nicht sicher beurteilen.

ThemenfeldPositive RückmeldungenKritische Rückmeldungen
Produktumfangreiche Dokumentvorlagen, Online-Anamnese kommt bei Patienten gut an, Präsentation am iPadSoftware wird in einer Rezension als veraltet bezeichnet
Support und Betreuungfreundlicher Kundenkontakt, schnelle Hilfe, kompetente Schulungsreferentinnennach Vertragsabschluss schwer erreichbare Ansprechpartner
Kostenein Anwender nennt den Preis fair, ein anderer „nicht ganz billig“intransparente Kosteninformation, Zusatzkosten nach Vertragsabschluss
Vertragkeine positiven Aussagenlange Laufzeiten, fehlende Ausstiegsklausel, Abbuchungen nach Kündigung, Geräterücksendung auf eigene Kosten
Vertriebumfangreiche Beratunghäufige Anrufe vor Vertragsabschluss, belehrender Beratungsstil

Ein konkreter Kritikpunkt betrifft die TI-Anbindung. Laut einer Rezension aus dem vergangenen Jahr läuft sie über einen externen Anbieter, dessen Kosten die Praxis selbst trägt. Klären Sie deshalb vor Vertragsabschluss, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und welche Drittkosten hinzukommen.

Die Rezensionen haben methodische Grenzen. Das Google-Profil bewertet das Unternehmen, nicht ein einzelnes Modul der infoskop-Suite. Zudem prüft Google nicht, ob ein Rezensent tatsächlich Kunde ist. Auf eine kritische Rezension hat synMedico sichtbar geantwortet.

Bewertung nach Kriterien

KriteriumEinschätzungGrundlage
SupportHotline, E-Mail-Support, werktags 9–18 Uhr; Rezensionen gemischtHerstellerangaben, Google-Rezensionen
Kostengeringe Transparenz, Zusatzkosten in Rezensionen kritisiertkeine Preisliste, Google-Rezensionen
Inhaltsumfangsehr umfangreiche AufklärungsbibliothekHerstellerangaben
Integrationbreite Partnerliste, Tiefe je PVS offenHerstellerangaben, Charly-Hilfe
Vertragsbedingungenlange Laufzeiten in mehreren Rezensionen kritisiertGoogle-Rezensionen
Ruflange Marktpräsenz, 4 von 5 Sternen bei Google, jüngste Rezensionen kritischHerstellerreferenzen, Google-Rezensionen (Stand: Oktober 2026)

Die kununu-Auszeichnung, auf die synMedico verweist, bewertet das Unternehmen als Arbeitgeber, nicht die Produktqualität.

Grenzen: Abhängigkeit von PVS-Schnittstelle, Vertragsbindung, Implementierungsaufwand

Die wichtigste Grenze von infoskop liegt außerhalb der Software selbst: Der Nutzen hängt von der Schnittstelle Ihres PVS-Anbieters ab. Ist diese nur als Dokumentenexport umgesetzt, bleibt manueller Pflegeaufwand.

Eine zweite Grenze ist die Preisintransparenz. Sie erschwert den Vergleich mit Anbietern, die Listenpreise veröffentlichen. Drittens erfordert die Suite durch ihre Breite eine klare Priorisierung. Wer alle vier Module parallel einführt, riskiert Überlastung im Team.

Viertens kritisieren mehrere Rezensionen die Vertragsbindung. Prüfen Sie daher Laufzeit, Kündigungsfristen und die Rückgabe von Leihgeräten vor der Unterschrift. Lassen Sie sich außerdem eine Testphase oder ein Sonderkündigungsrecht für den Fall zusichern, dass die PVS-Anbindung nicht wie vereinbart funktioniert.

Einführung, Support und Download

Die Einführung von infoskop beginnt mit einem Beratungsgespräch. Laut synMedico passt das Unternehmen Module, Formulare und Design anschließend an die Praxis an. Einen standardisierten Implementierungsplan mit festen Zeiträumen veröffentlicht der Hersteller nicht.

Ablauf der Implementierung

Ein praxistauglicher Ablauf umfasst vier Schritte:

  1. Bedarfsanalyse: Welche Prozesse (Aufnahme, Aufklärung, Befundung, Leistungserfassung) sollen zuerst digitalisiert werden?
  2. Schnittstellentest: Prüfung der PVS-Anbindung mit Testpatienten vor dem Echtbetrieb
  3. Konfiguration: Anpassung von Anamnesebögen, Aufklärungsinhalten und Praxisdesign
  4. Teamschulung: Einweisung von Rezeption, Assistenz und Behandlern, inklusive Rollen und Rechten

Starten Sie mit einem Modul und einem klar messbaren Prozess. Bewährt hat sich etwa die Online-Anamnese für Neupatienten.

Anleitung, Handbuch und Software-Download

Die iPad-App von infoskop steht im App Store zum Download bereit. Ein öffentlich zugängliches Handbuch oder eine allgemeine Bedienungsanleitung stellt synMedico auf seinen Webseiten nicht bereit.

Für den produktiven Einsatz reicht der App-Download nicht aus. Konfiguration, Formularvorlagen und PVS-Anbindung richtet synMedico bei der Einführung ein. Fragen Sie bei Vertragsabschluss nach Schulungsunterlagen und Video-Tutorials für neue Mitarbeiter.

Hotline und Support-Kontakt

synMedico bietet einen Anwenderservice per Telefon und E-Mail an. Die Hotline ist unter 0800 – 46367567 erreichbar, technischer Support läuft über support@synmedico.de. Telefonisch erreichbar ist synMedico werktags von 9:00 bis 18:00 Uhr.

Klären Sie vertraglich die Reaktionszeiten bei Störungen. Fällt die Online-Aufnahme oder die iPad-App während der Sprechstunde aus, brauchen Sie einen definierten Rückfallprozess, etwa Papierbögen als Notfallvorrat.

infoskop im Vergleich: Welche Alternativen gibt es?

infoskop gehört zu den wenigen Anbietern, die Online-Rezeption, Aufklärung, KI-Röntgen und Leistungserfassung in einer Suite bündeln. Die meisten Wettbewerber decken einzelne Teilprozesse ab, dort teils mit stärkerer Spezialisierung.

Alternativen nach Schwerpunkt

AnbieterSchwerpunktAbdeckung im Vergleich zu infoskop
synMedico infoskopSuite: Rezeption, Aufklärung, KI-Röntgen, Leistungserfassungvollständig
Thieme Compliance (E-ConsentPro)digitale Aufklärung, Klinikfokusentspricht ECO
InformMedigitale Aufklärung und Anamnese, Web-Appentspricht ECO, Teile von ORA
Idanadigitale AnamneseTeilbereich von ECO/ORA
DoctolibPraxissoftware, Online-Terminbuchung, PatientenkommunikationTeilbereich von ORA
dentalXraiKI-Röntgenbefundung Zahnmedizinentspricht RAY

InformMe wirbt beispielsweise damit, dass Patienten über das eigene Smartphone aufgeklärt werden. Archiviert wird laut Anbieter über eine RIS-, KIS- und PVS-Anbindung.

Entscheidungskriterien: All-in-One-Suite oder Einzellösung

Eine Suite wie infoskop reduziert die Zahl der Vertragspartner und Schnittstellen. Das vereinfacht Support und Datenschutzdokumentation. Der Nachteil ist eine höhere Abhängigkeit von einem Anbieter und eine schwächere Verhandlungsposition, wenn einzelne Module nicht überzeugen.

Einzellösungen lassen sich flexibler austauschen, erfordern aber mehrere PVS-Schnittstellen und Auftragsverarbeitungsverträge. Für Zahnarztpraxen mit hohem Anteil an Privat- und Zuzahlungsleistungen spricht die Modulkombination eher für infoskop. Für eine humanmedizinische Praxis, die nur eine Online-Anamnese benötigt, kann eine spezialisierte Lösung wirtschaftlicher sein.

FAQ: Häufige Fragen zu synMedico infoskop

Lassen sich einzelne infoskop-Module ohne die gesamte Suite buchen?

synMedico fragt im Kontaktformular das Interesse an ORA, ECO, RAY und LEA einzeln ab. Jedes Modul hat zudem eine eigene Produktseite. LEA ist laut Hersteller sogar unabhängig von der Praxissoftware einsetzbar. Das deutet auf eine modulweise Buchung hin. Die genauen Bündel- und Preisbedingungen legt synMedico jedoch erst im individuellen Angebot fest.

Wie nutzen Patienten ohne Smartphone die digitale Aufnahme?

Für Patienten ohne Smartphone, ohne Internetzugang oder mit schlechtem Empfang stellt infoskop eine iPad-App für die Praxisräume bereit. Der Patient füllt Anamnese und Einwilligungen dann vor Ort am Tablet aus. Die Daten fließen in denselben Workflow wie bei der Online-Aufnahme. Planen Sie die Zahl der iPads nach Ihrem Patientenaufkommen in Spitzenzeiten.

Ersetzt die KI-Befundung von RAY die zahnärztliche Diagnose?

Nein. RAY liefert eine KI-gestützte Analyse und einen Befundvorschlag. Die Diagnose und die Verantwortung für die Befundung verbleiben beim Zahnarzt. Der Hersteller selbst beschreibt die KI-Analyse als Bestätigung der ärztlichen Befundung. Prüfen Sie jeden KI-Befund, bevor Sie ihn in die Patientenakte übernehmen. Lassen Sie sich zudem die MDR-Konformität des Moduls nachweisen.

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