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Abstract – Mobiles Ultraschallgerät: Modelle, Kategorien & Kaufentscheidung
- Mobile Ultraschallgeräte umfassen vier Bauweisen — Handheld-/Pocket-Sonden (Smartphone-gekoppelt), dedizierte Tablet-Systeme, Laptop-Ultraschallgeräte und fahrbare Trolley-Systeme — die sich in Bildqualität, Schallkopfauswahl, Akkulaufzeit und Preis erheblich unterscheiden; die Begriffe „tragbares Ultraschallgerät“, „Handheld-Ultraschallgerät“, „Hand-Ultraschallgerät“ und „mobiles Sonogerät“ werden im deutschsprachigen Raum synonym verwendet.
- Im verblindeten Multicenter-Vergleich (Naas et al., Ultraschall in Med, 2026; n = 22 Experten, Referenz: GE Logiq E10) erreichten Clarius C3 und C3 HD3 die höchste Bildqualität aller getesteten Handheld-Systeme.
- Zentrale Kaufkriterien sind B-Mode-Bildqualität, Schallerzeugungstechnologie (piezoelektrisch vs. CMUT), Schallkopfkompatibilität (Linear, Curved, Phased Array), DICOM/PACS-Anbindung und Akkulaufzeit; cloudbasierte Datenspeicherung (z. B. Clarius Cloud) unterliegt seit 1. Juli 2024 den Anforderungen des § 393 SGB V und erfordert ein BSI-C5-Typ-2-Testat des Anbieters.
- Die GKV-Abrechnung von POCUS setzt eine KV-Genehmigung nach § 135 Abs. 2 SGB V voraus und ist in der Regel nicht kostendeckend; die diagnostische Genauigkeit moderner Handheld-Geräte ist mit Cart-Systemen für Standard-POCUS-Indikationen vergleichbar (Gibbons et al., West J Emerg Med, 2024: 92,5 % vs. 89,3 %, kein signifikanter Unterschied).
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein mobiles Ultraschallgerät — und wann lohnt es sich?
Point-of-Care Ultraschall (POCUS) bezeichnet die Anwendung von Sonographie direkt am Behandlungsort durch den behandelnden Arzt — im Gegensatz zur klassischen Zuweisung in die Radiologie oder Sonographieabteilung. Das mobile Ultraschallgerät ist dabei das technische Werkzeug, das diesen Ansatz erst ermöglicht.
Unterschied: stationäres Sonographiegerät vs. mobiles Ultraschallgerät
Stationäre Cart-Systeme der Mittel- und Hochklasse bieten die höchste Bildqualität, vollständige Modalitätenabdeckung (inkl. Continuous-Wave-Doppler, Elastographie, Kontrastmittelsonographie) und ergonomische Kontrollelemente. Falls Ihre klinischen Anforderungen diese High-End-Features zwingend voraussetzen, sollten Sie ein stationäres Ultraschallgerät kaufen, da mobile Lösungen hier physikalische Grenzen aufweisen. Ihr Nachteil: Stationäre Systeme sind standortgebunden, wartungsintensiv und mit Anschaffungskosten ab 25.000 Euro verbunden.
Mobiles Ultraschallgerät ist kein einheitlicher Begriff. Er umfasst Geräteklassen vom wenige Hundert Gramm leichten tragbaren Hand-Ultraschallgerät bis zum kompakten Laptop-System — und unterscheidet sich in Formfaktor, Gewicht, Bildqualität und Preis erheblich. Gemeinsam ist allen: Sie erlauben Sonographie außerhalb eines fest installierten Arbeitsplatzes.
Gibbons et al. (West J Emerg Med, 2024) verglichen in einer randomisierten Studie zu dieser Frage ein Handheld-Gerät (Butterfly iQ) mit einem Cart-System (GE Venue Go / LOGIQ e) für kardiale, pulmonale, biliäre, renale und aortale Fragestellungen. Die diagnostische Genauigkeit betrug 92,5 % (Handheld) vs. 89,3 % (Cart-System) — kein statistisch signifikanter Unterschied. Die Bildqualität war beim Cart-System höher (Likert-Median 5 vs. 4), ohne Auswirkung auf die Diagnosegenauigkeit.
Einsatzbedingungen, die für ein mobiles Gerät sprechen
Ein mobiles Ultraschallgerät ist dann sinnvoll, wenn mindestens eine der folgenden Bedingungen vorliegt:
- Zeitkritische Entscheidung am Patientenbett: Notaufnahme, Intensivstation, Hausbesuch
- Räumliche Flexibilität: Praxisambulanz, Gemeinschaftspraxis mit mehreren Behandlungsräumen, aufsuchende Versorgung
- Prozedurbegleitung: Gefäßpunktion, Pleurapunktion, Nervenblockade — hier hat POCUS die Komplikationsrate nachweislich gesenkt
- Ressourceneffizienz: Reduktion nachgelagerter Bildgebung bei ausreichender diagnostischer Sicherheit für die klinische Frage
Grenzen kennen heißt Qualität sichern: Komplexe onkologische Diagnostik, z. B. Hepatozelluläres Karzinom-Screening bei Leberzirrhose, bleibt High-End-Systemen vorbehalten. Merkel et al. (Diagnostics, 2024) formulieren diesen Vorbehalt klar: Eine scharfe Grenze zwischen Handheld-Ultraschall-Anwendungen und konventioneller Hochleistungssonographie ist derzeit noch nicht definiert.
Welche Gerätekategorien gibt es?
Der Markt für mobile Ultraschallgeräte teilt sich in vier Formfaktoren auf. Im deutschsprachigen Sprachgebrauch werden diese Geräte je nach Kontext auch als tragbares Ultraschallgerät, Hand-Ultraschallgerät, Taschen-Ultraschallgerät oder mobiles Sonogerät bezeichnet — die Begriffe sind nicht einheitlich definiert und werden teils synonym verwendet.
Pocket-/Handheld-Sonden (Smartphone-gekoppelt)
Handheld-Sonden sind ultrakompakte Schallköpfe, die per USB-C oder WLAN mit einem Smartphone oder Tablet verbunden werden. Das Display ist kein Bestandteil des Geräts — Bilddarstellung und Verarbeitungsleistung hängen vom genutzten Endgerät ab. Das Gerätegewicht liegt typischerweise zwischen 200 und 500 Gramm.
Ein besonderes Merkmal: Handheld-Sonden lassen sich in der Kitteltasche tragen. 66 % der POCUS-Experten in der Studie von Perez-Sanchez et al. (The Ultrasound Journal, 2024) gaben an, das GE Vscan Air als persönliches Taschengerät kaufen zu wollen. Dieser Präferenzwert ist jedoch mit einem methodischen Vorbehalt zu lesen: Clarius-Geräte wiesen in dieser Studie unter allen verglichenen Systemen die geringste Vorerfahrung der Teilnehmer auf (mittlerer Erfahrungswert < 1,1 auf einer 3-stufigen Skala, d. h. nahezu keine Vorerfahrung), während Lumify und Vscan Air deutlich vertrauter waren. Die Studie belegt zudem eine statistisch signifikante positive Korrelation zwischen Vorerfahrung und Ease-of-Use-Bewertung für genau diese beiden Geräte. Gesamtzufriedenheit und Kaufpräferenz spiegeln unter diesen Bedingungen auch Gerätegewohnheit wider — nicht allein Produktqualität.
Beispiele für Handheld-Ultraschallgeräte:
- GE Vscan Air CL (integrierte Konvex- und Linearsonde) und GE Vscan Air SL (integrierte Sektor- und Linearsonde)
- Clarius PAL HD3 (integrierte Sektor- und Linearsonde)
- Philips Lumify
- Butterfly iQ3
- Mindray TE Air
Kabelgebundene Sonden (Lumify, Butterfly iQ+) werden per USB-C angeschlossen; drahtlose Systeme (Vscan Air, Clarius, Mindray TE Air) verbinden sich via WLAN oder proprietärem Protokoll. Kabellose Verbindungen bieten mehr Freiheit, erfordern aber stabile Pairing-Prozesse — instabile Verbindungen wurden in Nutzerbefragungen als relevanter Nachteil gewertet.
Ein praxisrelevanter Hinweis zur Geräteauswahl: Die KV-Zulassung für die Ultraschallabrechnung setzt voraus, dass das eingesetzte Gerät die technischen Anforderungen der Ultraschall-Vereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V erfüllt. Die Nutzung eines privaten Consumer-Smartphones als Anzeigegerät kann dabei zu Problemen bei der KV-Genehmigung führen — vor der Anschaffung empfiehlt sich eine Rückfrage bei der zuständigen KV sowie beim Gerätehersteller, ob eine entsprechende Gewährleistungserklärung vorliegt. Da wir uns bei Medizinio intensiv auf den Bereich Handheld-Ultraschall spezialisiert haben, kennen wir die Fallstricke der KV-Zulassungen genau. Wir helfen Ihnen dabei, eine Lösung zu finden, die mobil überzeugt und gleichzeitig abrechnungssicher ist.
Dedizierte Tablet-Systeme (eigenständiges Medizingerät)
Dedizierte Tablet-Systeme sind eigenständige medizinische Geräte mit proprietärem Display, direkt integriertem Schallkopfsteckplatz und zertifizierter Gesamtlösung. Sie sind nicht auf ein externes Smartphone angewiesen und bieten in der Regel eine robustere DICOM-Integration.
Beispiel:
- Fujifilm SonoSite iViz — kompaktes Tablet-Format, eigenes Display, zertifizierte Softwareumgebung. In der Studie von Merkel et al. (2024) lag der SonoSite iViz im Gesamtranking im Mittelfeld (3,0 von 5), mit vergleichsweise schwacher Softwarebewertung (2,6).
- Canon bietet mit der Viamo-Linie portable Systeme mit eigenem Display an; die genaue Formfaktorzuordnung des sv7-Modells sollte vor Kaufentscheidung anhand der aktuellen Herstellerspezifikation geprüft werden.
Laptop-Ultraschallgeräte: portabel mit vollem Funktionsumfang
Laptop-basierte Systeme verbinden einen vollwertigen Bildschirm, eigenständige Recheneinheit und multiple Schallkopfanschlüsse in einem tragbaren, akkubetriebenen Gehäuse. Sie liegen bildqualitätsseitig näher an stationären Systemen als Handheld-Sonden, sind jedoch deutlich schwerer und weniger spontan einsetzbar.
- Typische Einsatzfelder: Anästhesie, Intensivmedizin, interventionelle Eingriffe, erweitertes FAST-Protokoll in der Notaufnahme.
- Beispiele: SonoScape E3, GE Versana Active, Mindray M9.
Einige Laptop-Ultraschallgeräte können auch auf einem Trolley (Gerätewagen) montiert werden. Trolley-Systeme sind rollbare Einheiten mit eigenem Monitor, die zwar transportierbar, aber nicht handgeführt sind
| Kategorie | Formfaktor | Gewicht (Sonde) | Bildqualität | Abhängigkeit | Typischer Einsatz |
| Handheld-Sonde | Sonde + Anzeigegerät | 200–500 g | Gut bis sehr gut | Smartphone/Tablet nötig | POCUS, Hausarzt, Notfallmedizin |
| Dediziertes Tablet-System | Eigenständiges Medizingerät | 400–800 g | Gut | Kein Fremdgerät nötig | Gynäkologie, Allgemeinmedizin |
| Laptop-System | Laptop mit Sonde | 2–4 kg | Sehr gut | Eigenständig | Intensiv, Anästhesie, Intervention |
| Kompakter Trolley | Rollwagen mit Monitor | > 5 kg | Sehr gut bis exzellent | Eigenständig | Praxis mit mehreren Indikationen |
Technische Auswahlkriterien für den Kauf
Die fünf Kriterien, die POCUS-Experten in drei unabhängigen Studien konsistent als wichtigste eingestuft haben: Bildqualität, Bedienbarkeit, Portabilität, Schallkopfgröße und Akkulaufzeit (Perez-Sanchez et al., 2024; Le et al., 2022; Merkel et al., 2024).
Bildqualität: B-Mode, Doppler, Bildfrequenz
Bildqualität ist das einzige Merkmal, das in der Studie von Le et al. (2022) von allen 24 POCUS-Experten als „sehr wichtig“ eingestuft wurde — kein anderes Kriterium erreichte diesen Konsens. Schlechte Bildqualität macht eine klinische Entscheidung unmöglich und erzwingt eine Folgeuntersuchung mit einem stationären Gerät — und negiert damit den Vorteil des mobilen Geräts.
Die verblindete Vergleichsstudie zu diesem Kriterium stammt von Naas et al. (Ultraschall in Med, 2026): In einem multizentrischen Design bewerteten 22 erfahrene Ärzte mit mehr als fünf Jahren täglicher Ultraschallerfahrung Videoclips von Leber, Pankreas und Sigma, aufgenommen mit fünf Handheld-Ultraschallgeräten und dem Referenzsystem GE Logiq E10. Das Ergebnis ist methodisch belastbar, weil Gerätemarken für die Gutachter nicht erkennbar waren. Clarius C3 (Ø 3,9/10) und Clarius C3 HD3 (Ø 3,8/10) erreichten die höchsten Bewertungen unter allen getesteten Handheld-Systemen und wiesen die geringste Abweichung vom High-End-Referenzsystem auf — vor Philips Lumify (Ø 3,5) und GE Vscan Air (Ø 3,4). Butterfly iQ+ schnitt mit Abstand am schlechtesten ab (Ø 1,9).
B-Mode-Qualität hängt maßgeblich vom Schallkopftyp ab: Geräte mit separaten Konvex- und Linear-Schallköpfen schnitten in der Studie von Merkel et al. (2024) besser ab als All-in-One-Wandler. Der Clarius C3 HD3 und der GE Vscan Air erreichten im B-Mode die höchsten Werte (jeweils 4,3 und 4,2 von 5).
Doppler-Modi sind klinisch unverzichtbar für vaskuläre und kardiologische Fragestellungen. Continuous-Wave-Doppler (CWD) stand 2024 nur im Kosmos zur Verfügung; alle anderen getesteten Handheld-Geräte boten M-Mode und Color-Flow-Doppler, aber keinen CWD (Perez-Sanchez et al., 2024). Mittlerweile bieten auch andere Systeme (z.B. EchoNous) CWD-Doppler an.
Schallerzeugungstechnologie: Piezoelektrisch vs. CMUT
Die Bildqualität eines mobilen Ultraschallgeräts hängt maßgeblich von der verwendeten Schallerzeugungstechnologie ab. Auf dem Markt konkurrieren aktuell zwei physikalische Ansätze.
- Piezoelektrische Systeme nutzen Kristallarrays, die durch elektrische Impulse mechanische Schwingungen erzeugen. Geräte wie der GE Vscan Air oder der Clarius C3 HD3 basieren auf dieser Technologie. Sie bietet im klinischen Vergleich konsistent hohe Kontrastauflösung und Eindringtiefe. Der historische Nachteil — dass unterschiedliche Frequenzbereiche separate Schallköpfe erforderten — wird bei aktuellen Dual-Array-Geräten durch die Integration zweier unabhängiger Sondentypen in einem Gehäuse gelöst.
- CMUT-Technologie (Capacitive Micromachined Ultrasonic Transducer) ist der Ansatz von Butterfly Network. Tausende mikroskopisch kleine Membranen auf einem Siliziumchip erzeugen Ultraschall auf elektrostatischem Weg; die Frequenz wird rein softwareseitig gesteuert. Eine einzige Sonde kann damit das gesamte klinisch relevante Frequenzspektrum abdecken, was eine universelle Einsetzbarkeit ohne Sondenthek ermöglicht. Der physikalische Kompromiss: Die akustische Energie pro Membranelement ist geringer als bei piezoelektrischen Arrays, was sich bei der Eindringtiefe bei adipösen Patienten bemerkbar machen kann.
Für die Kaufentscheidung bedeutet das: Wer ein Gerät mit einer Sonde für möglichst viele Anwendungen sucht, profitiert vom CMUT-Ansatz. Wer spezifische Bildqualitätsanforderungen für einzelne Fachgebiete priorisiert, ist mit dediziert ausgelegten piezoelektrischen Systemen in der Regel besser bedient — wie die Studien von Le et al. (2022) und Merkel et al. (2024) für das Handheld-Segment zeigen.
Schallkopfauswahl: Linear, Curved, Phased Array
Die Art des verfügbaren Schallkopfs begrenzt die klinischen Einsatzmöglichkeiten:
- Linear-Schallköpfe (Hochfrequenz, 7–15 MHz): Superfiziale Strukturen, Gefäßzugang, Weichteile, Gelenke
- Curved/Convex-Schallköpfe (Niederfrequenz, 2–5 MHz): Abdomen, tiefe Strukturen
- Phased-Array/Sektorschallköpfe: Kardiologie, Lunge, Intercostalzugänge
Der Mindray TE Air verfügt ausschließlich über einen Phased-Array-Schallkopf — und fehlte daher in der Superfizial-Bewertung der Studie von Perez-Sanchez et al. (2024) vollständig. Wer also POCUS über Kardiologie und Abdominaldiagnostik hinaus betreiben möchte, scheidet damit aus.
All-in-One-Schallköpfe (Clarius PAL HD3, Butterfly iQ+, Vscan Air) ermöglichen mehrere Anwendungsfelder mit einem Gerät, können aber gegenüber dedizierten Sonden in der jeweils spezifischen Modalität Abstriche zeigen.
Konnektivität und Softwareintegration (DICOM, KIS-Anbindung)
Wer Patientendaten aus dem mobilen Ultraschallgerät in cloudbasierten Systemen speichert oder verarbeitet — etwa über die Clarius Cloud oder die Butterfly-Plattform —, muss seit dem 1. Juli 2024 die Anforderungen des § 393 SGB V (eingeführt durch das Digitalgesetz, DigiG) beachten. Die Regelung erlaubt die Cloud-Nutzung für Gesundheits- und Sozialdaten ausdrücklich, knüpft sie aber an konkrete Voraussetzungen: Der Cloud-Anbieter muss ein BSI-C5-Testat vorweisen (seit dem 1. Juli 2025 ist ein Typ-2-Testat erforderlich, das die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen über einen definierten Prüfzeitraum belegt), die Datenverarbeitung darf nur innerhalb der EU, des EWR, der Schweiz oder in Ländern mit Angemessenheitsbeschluss erfolgen, und die datenverarbeitende Stelle muss eine Niederlassung in Deutschland haben. Als Vertragsarzt oder Klinikbetreiber tragen Sie als Verantwortlicher im Sinne der DSGVO die Pflicht, mit dem Cloud-Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen und die technischen und organisatorischen Maßnahmen zu dokumentieren. Vor der Aktivierung cloudbasierter Funktionen empfiehlt sich daher eine Prüfung, ob der jeweilige Anbieter die C5-Nachweispflicht bereits erfüllt.
DICOM-Kompatibilität und PACS-Integration sind für den klinischen Alltag entscheidend — werden aber von POCUS-Experten in Rangfolgen regelmäßig erst an Position 10 oder später eingeordnet (Perez-Sanchez et al., 2024). Das bedeutet nicht, dass sie irrelevant sind: Gerade in Kliniken kann fehlende Institutionszulassung oder mangelnde PACS-Anbindung ein Kaufkriterium sein, das die individuelle Gerätepräferenz überstimmt.
Software-Benutzerfreundlichkeit beeinflusst die klinische Effizienz erheblich. Ohne physische Bedienelemente wie bei Cart-Systemen muss alle Bildoptimierung über das Touchscreen-Menü erfolgen — was intuitive Voreinstellungen und klare Menüführung voraussetzt. Chison SonoEye und GE Vscan Air erhielten in der Merkel-Studie (2024) die besten Software-Bewertungen (4,4 und 4,2 von 5).
Akkulaufzeit, Robustheit und Hygieneanforderungen
Die Akkulaufzeit variiert im Handheld-Segment erheblich: Während Geräte wie der GE Vscan Air oder der Clarius C3 HD3 Laufzeiten von 60 bis 90 Minuten bieten, erreichen Systeme mit größerem Akku wie die Yukey-Serie nach Herstellerangaben bis zu acht Stunden — ein relevantes Kriterium für Praxen mit hohem Untersuchungsvolumen ohne Lademöglichkeit am Einsatzort.
Handheld-Geräte bieten gegenüber Cart-Systemen Vorteile bei der Desinfektion: Der Formfaktor erlaubt eine schnellere und vollständigere Wischdesinfektion — relevant in Isolierzimmern und unter Infektionskontrollbedingungen.
Kaufcheckliste: 8 Kriterien vor der Entscheidung
- Welche Schallkopfmodalitäten werden klinisch benötigt? (Linear, Curved, Phased Array, CWD)
- Ist das Gerät für iOS und Android kompatibel, oder nur eine Plattform?
- Welche DICOM-/PACS-Anbindung ist in der Institution erforderlich?
- Ist das Gerät institutionell zugelassen oder muss eine Freigabe beantragt werden?
- Welches Abonnement- oder Lizenzmodell gilt? (Einmalkauf vs. Jahresgebühr)
- Wie ist die Akkulaufzeit bei kontinuierlichem Betrieb angegeben?
- Ist ein kabelgebundenes oder kabelloses Modell bevorzugt — und ist die Verbindungsstabilität belegt?
- Sind Wartungsverträge und Kundenservice in Deutschland verfügbar?
Einsatzgebiete in der Praxis und Klinik
Allgemeinmedizin und Hausarztpraxis
Die DEGUM bewertet den Stellenwert von POCUS in der Primärversorgung als substanziell und zunehmend: Bauchschmerzen, Atemwegsinfekte, Weichteilveränderungen und Luftnot gehören zu den Indikationen, bei denen mobile Ultraschallgeräte eine unmittelbare diagnostische Eingrenzung ermöglichen — ohne Zuweisung und ohne Wartezeit auf externe Bildgebung. Gleichzeitig betont die Fachgesellschaft, dass POCUS eine fokussierte Untersuchung ist, die bei komplexen Befunden an ihre Grenzen stößt und konsequent an zertifizierte Ultraschallzentren oder radiologische Feindiagnostik weiterverweisen muss.
Um den qualifizierten Einsatz in der Hausarztpraxis strukturell zu verankern, entwickelt die DEGUM derzeit ein neues POCUS-Curriculum, das sich auf jene Basiskompetenzen konzentriert, die im hausärztlichen Alltag relevant sind — mit definierten anatomischen Grundlagen, Schallfenstern, Differenzialdiagnosen und Prüfungsanforderungen für jede Indikation. Die Publikation des Curriculums ist für 2026 angekündigt.
Die Abrechnungssituation für POCUS in der GKV-Versorgung ist strukturell unbefriedigend und bleibt eine der zentralen Hürden für die flächendeckende Verbreitung in der Hausarztpraxis. Die DEGUM stellt fest, dass POCUS in der Regel nicht kostendeckend abgerechnet werden kann und bundesweit — mit Ausnahme des Landes Brandenburg, wo eine eigene Abrechnungsziffer existiert — keine einheitliche Vergütungsstruktur vorliegt.
Technisch abrechenbar sind sonographische Untersuchungen über die Ziffern des Kapitels 33 EBM, sofern die KV-Genehmigung nach § 135 Abs. 2 SGB V vorliegt — etwa GOP 33042 für die Abdomensonographie. Die genaue Abrechnungsfähigkeit hängt von Fachgruppe, Qualifikationsnachweis und erteilter Genehmigung der zuständigen KV ab.
Für Privatpatienten gilt GOÄ Kapitel C VIII (Nrn. 401–424); für Hausärzte ohne fachspezifische Einschränkungen bietet die GOÄ dabei mehr Spielraum als der EBM. Zu beachten ist, dass die GOÄ sich in einem laufenden Reformprozess befindet und Gebührenpositionen Änderungen unterliegen können.
Empfehlung: Vor der Anschaffung eines mobilen Ultraschallgeräts Medizinio kontaktieren und die wirtschaftliche Tragfähigkeit auf Basis der tatsächlich genehmigungsfähigen Ziffern und des zu erwartenden Untersuchungsvolumens kalkulieren.
Dr. Bode erwartet, dass POCUS in fünf bis zehn Jahren zum selbstverständlichen Bestandteil in der hausärztlichen Diagnostik wird. „Miniaturisierte Geräte und digitale Lernstrukturen erleichtern bereits heute den Einstieg – und KI-Anwendungen werden künftig typische Befunde automatisch erkennen, Untersuchungsfenster optimieren und Handlungsempfehlungen ableiten“, meint Bode. Das mache POCUS nicht nur schneller, sondern auch sicherer und für Einsteigerinnen und Einsteiger deutlich leichter zugänglich.
Dr. med. Benjamin Bode (DEGUM Kursleiter Innere – Stufe 2)
Eine Pilotstudie aus Brandenburg (Lo et al., Ultraschall Med, 2022) untersuchte den ambulanten Handheld-Ultraschall-Einsatz in ländlichen Regionen und zeigte, dass Handheld-Geräte auch durch nicht-ärztliches Personal für definierte Fragestellungen (z. B. Pleuraerguss, Aszites) sicher eingesetzt werden können.
Notfallmedizin und Rettungsdienst (POCUS)
POCUS ist in der Notfallmedizin am stärksten etabliert. Das eFAST-Protokoll (extended Focused Assessment with Sonography in Trauma), der Pneumothoraxausschluss und die Beurteilung der Vena-cava-inferior-Kompressibilität zur Volumenstatus-Einschätzung zählen zu den Kernindikationen. Handheld-Geräte sind hier aufgrund ihrer Robustheit, des schnellen Startverhaltens und des Gewichts besonders gefragt.
Die Position Papers der European Federation of Societies for Ultrasound in Medicine and Biology (EFSUMB, 2019) sowie der European Society of Radiology (ESR, 2019) betonen, dass ausreichende Nutzerqualifikation Grundvoraussetzung für den klinischen Handheld-Ultraschall-Einsatz ist.
Kardiologie: Basis-Echokardiographie am Point of Care
Fokussierte Echokardiographie — Beurteilung von Perikarderguss, grober Ventrikelfunktion, Volumenstatus — ist eine der häufigsten POCUS-Anwendungen. Phased-Array-Schallköpfe sind dafür zwingend erforderlich. Der Mindray TE Air erzielte in der Studie von Perez-Sanchez et al. (2024) die beste Bildqualität bei der apikalen 4-Kammer-Ansicht — übertraf dabei sogar den Vscan Air und den Lumify.
Vollständige diagnostische Echokardiographie (gemäß ESC-Leitlinien) kann mit Handheld-Geräten nicht ersetzt werden. Das Position Statement der European Association of Cardiovascular Imaging (EACVI, 2019) empfiehlt Handheld-Echokardiographie explizit als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Standardechokardiographie.
Orthopädie, Innere Medizin, Gynäkologie
In der Orthopädie ermöglichen Linear-Schallköpfe die Darstellung von Sehnen, Gelenkkapseln, Bursae und periarticulären Pathologien. Handheld-Geräte haben hier ihre diagnostische Eignung in Vergleichsstudien belegt (Corte et al., Diagnostics, 2021; Falkowski et al., Orthop J Sports Med, 2020).
Für die Beurteilung von Muskelmasse und -qualität — etwa zur Sarkopeniedetektion oder im Rahmen von Rehabilitationsverläufen — liefert der Clarius L15 HD3 nach aktueller Studienlage besonders zuverlässige Messungen: Emerson et al. (J Funct Morphol Kinesiol, 2025) belegten in einer kontrollierten Reliabilitätsstudie eine exzellente Intra-Rater-Reliabilität, Inter-Rater-Reliabilität und Geräteübereinstimmung mit dem GE LOGIQ e. Bemerkenswert: Die Präzisionsanalyse ergab für den Clarius L15 HD3 durchgehend niedrigere RMSSD- und RMS%CV-Werte als für das konventionelle System — das Handheld war also wiederholpräziser als das stationäre Referenzgerät.
In der Inneren Medizin und Geriatrie erleichtert ein mobiles Ultraschallgerät die Verlaufskontrolle bei Pleuraerguss, Aszites und Harnverhalt — gerade bei bettlägerigen Patienten mit eingeschränkter Transportfähigkeit.
Gynäkologische Anwendungen (Ovarien, Uterus, Früh-Schwangerschaft) erfordern mindestens einen Curved-Schallkopf mit ausreichender Penetrationstiefe. In einer gynäkologischen Pilotstudie (Toscano et al., BMC Med Imaging, 2020) wurde das Lumify als insgesamt geeignetstes Handheld-Gerät bewertet.
Modellvergleich: Welche mobilen Ultraschallgeräte sind auf dem Markt?
Handheld-Segment
Clarius C3 HD3 erreichte in der bisher methodisch stärksten Vergleichsstudie — der verblindeten Multicenter-Untersuchung von Naas et al. (Ultraschall in Med, 2026) — die höchsten Bildqualitätswerte unter allen getesteten Handheld-Systemen (Ø 3,8/10 Gesamteindruck; geringste Abweichung vom High-End-Referenzsystem GE Logiq E10). Merkel et al. (2024) bestätigten diese Einschätzung: Der C3 HD3 erzielte dort gemeinsam mit dem Vscan Air die besten B-Mode-Werte (4,3 von 5). Zugunsten der Clarius-Systeme spricht auch das vollständig kabellose Design, das im Vergleich zu USB-C-gebundenen Geräten mehr Bewegungsfreiheit am Patientenbett bietet. Ein häufig genannter Kritikpunkt war die Wärmeentwicklung des Schallkopfs; dieser wurde vom Hersteller mit dem Clarius Fan — einem aktiven Kühlungssystem — adressiert. Die Baugröße wurde von einzelnen Anwendern ebenfalls als Einschränkung gewertet.
Clarius C3 schnitt in der Naas-Studie (2026) mit Ø 3,9/10 marginal besser ab als das C3 HD3-Nachfolgemodell. Beide Clarius-Systeme zeigten laut der RM-ANCOVA-Analyse den geringsten gerätespezifischen Einfluss auf die Bewertungsabweichung vom Referenzgerät — ein Indikator für Konsistenz und Ausgewogenheit der Bilddarstellung über verschiedene Untersucher und Organe hinweg.
GE Vscan Air ist insgesamt ein gut abschneidendes Handheld-System: In der Bedienbarkeits-Bewertung von Le et al. (2022) erzielte er die höchsten Werte, und 66 % der POCUS-Experten bei Perez-Sanchez et al. (2024) gaben ihn als bevorzugtes Kitteltaschen-Gerät an. Dieser Wert ist jedoch methodisch einzuordnen: Perez-Sanchez et al. dokumentieren, dass Vscan Air-Nutzer im Vergleich zu Clarius-Anwendern deutlich mehr Vorerfahrung mitbrachten (mittlerer Erfahrungswert 1,6 vs. < 1,1), und die Studie belegt eine statistisch signifikante positive Korrelation zwischen Erfahrung und Ease-of-Use-Bewertung für den Vscan Air. Clarius hingegen wurde von Teilnehmern mit nahezu keiner Vorerfahrung bewertet — und erreichte unter diesen Bedingungen dennoch den dritten Rang bei den Superfizialansichten. In der verblindeten Bildqualitätsbewertung von Naas et al. (2026), wo Gerätevertrautheit als Einflussfaktor ausgeschlossen war, rangierte der Vscan Air hinter beiden Clarius-Systemen und dem Philips Lumify (Ø 3,4/10). Diese Diskrepanz zwischen subjektiver Gerätepräferenz und verblindeter Bildqualität unterstreicht, dass Kaufentscheidungen durch Markengewohnheit und Vorerfahrung erheblich beeinflusst werden können. Als „2-in-1″-Gerät (SL: Sektor + Linear; CL: Curved + Linear) bleibt er für Nutzer attraktiv, die mit einem Gerät mehrere Anwendungsfelder abdecken möchten. Schwäche laut Nutzerfeedback: gelegentliche Konnektivitätsprobleme und fehlender CWD.
Philips Lumify überzeugte in der Le-Studie (2022) mit der höchsten Bildqualität und höchsten Gesamtzufriedenheit und lag in der neueren Perez-Sanchez-Studie (2024) bei Superfizialansichten (Hals, Lunge) vorne. In der Naas-Studie (2026) erreichte er Ø 3,5/10 — hinter beiden Clarius-Modellen, aber vor dem Vscan Air. Als kabelgebundenes System über USB-C wird er von 54 % der Nutzer als Nachteil gewertet; außerdem sind für verschiedene Anwendungsfelder separate Sonden erforderlich. Probepreis (USA, 2024): ca. 5.250 USD (entspricht ca. 4.600 €).
Mindray TE Air war in der Perez-Sanchez-Studie (2024) das beste Gerät für kardiale Ansichten (apikale 4-Kammer-Ansicht), erreichte trotz nahezu fehlendem Vorwissen der Tester eine Gesamtzufriedenheit auf dem Niveau des Lumify. Einschränkung: nur Phased-Array-Schallkopf, keine Linear-Sonde — damit für superfizielle und vaskuläre Diagnostik nicht geeignet. Preis: ca. 6.000–8.000 USD (entspricht ca. 5.200–7.000 €).
Butterfly iQ+ fiel in der blinden Expertenbewertung von Naas et al. (2026) mit Abstand am schlechtesten ab (Ø 1,9/10) und war damit das Handheld-System mit der größten Distanz zum High-End-Referenzgerät. Auch in US-amerikanischen Studien zeigten sich niedrige Bildqualitätsbewertungen (Le et al., 2022: 2,92; Perez-Sanchez et al., 2024: 2,37 für Gesamtbildqualität). Stärken liegen in der intuitiven Software, dem 3-in-1-Schallkopf und der Cloud-Speicherintegration. Das Abo-Modell (Jahresgebühr) wird von einem Teil der Nutzer kritisch bewertet. Die Bewertungen beziehen sich auf das Vorgängermodell Butterfly iQ+ — der seit Februar 2024 erhältliche Nachfolger iQ3 verfügt über doppelte Prozessorleistung und substanziell verbesserte Bildqualität; unabhängige Vergleichsstudien stehen dazu noch aus.
Dedizierte Tablet-Systeme
Fujifilm SonoSite iViz ist ein eigenständiges Tablet-System ohne Abhängigkeit von Consumer-Geräten. In der Merkel-Studie (2024) erreichte es eine Gesamtbewertung von 3,0 — unter dem Durchschnitt der neun getesteten Geräte — mit schwachen Softwarewerten (2,6). Die kabellose Verbindung und eigenständige Geräteumgebung sprechen für institutionelle Einsätze mit Anforderungen an zertifizierte Gesamtlösungen.
Modellvergleich Handheld-Segment
| Gerät | Hersteller | Schallkopf | Konnektivität | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|---|---|
| Clarius C3 HD3 | Clarius Mobile Health | Convex | Kabellos | Beste Bildqualität (Naas 2026), B-Mode, Wärmemanagement mit Clarius Fan | Sondengröße, Akkulaufzeit ca. 1 h |
| Clarius C3 | Clarius Mobile Health | Convex | Kabellos | Höchste Gesamtbewertung (Naas 2026), Bildkonsistenz | Sondengröße, kein Phased Array |
| Lumify | Philips Healthcare | Linear, Curved, Sektor (separat) | Kabelgebunden (USB-C) | Bildqualität superfizial, Kontrast | Kabelgebunden, mehrere Sonden nötig |
| Vscan Air CL/SL | GE Healthcare | Curved+Linear / Sektor+Linear (2-in-1) | Kabellos | Bedienbarkeit, Nutzerakzeptanz | Konnektivitätsprobleme, kein CWD |
| Mindray TE Air | Mindray | Phased Array (nur) | Kabellos | Kardiale Bildqualität | Keine Linear-Sonde |
| Butterfly iQ+ | Butterfly Network | All-in-one | Kabelgebunden (USB-C/Lightning) | Software, 3-in-1, Cloud | Bildqualität (schlechteste in Naas 2026), Abo-Modell |
| SonoSite iViz | Fujifilm | Linear oder Convex | Kabellos (eigenständig) | Eigenständiges Medizingerät, DICOM | Softwarebewertung, Gesamtbewertung |
Neben den in Vergleichsstudien evaluierten Modellen sind auf dem deutschsprachigen Markt weitere Handheld-Systeme verfügbar, die in unabhängigen Publikationen bislang weniger systematisch untersucht wurden. Dazu zählen unter anderem die Yukey-Serie (Q7/D8) mit patentierter Wechselkopftechnologie und Akkulaufzeiten von bis zu acht Stunden sowie das österreichische Gerät myMides C10 mit einer 3-in-1-Sonde (Konvex, Linear, Phased Array) in einem Gehäuse. Einen praxisorientierten Überblick zu diesen Geräten bietet das folgende Handheld-Ultraschall Vergleich Video.
Kosten, Finanzierung und Beschaffung
Kaufen, leasen oder mieten: Vor- und Nachteile
Mobile Ultraschallgeräte kosten im Neugerät-Segment zwischen ca. 3.500 € und 20.000 € netto — die Preisspanne ergibt sich primär aus Gerätetyp und Anwendungszweck.
| Gerätekategorie | Preisbereich (Neugerät, netto) | Hinweis |
| Handheld-Ultraschallgerät | 3.500 € – 11.000 € | Ab ca. 10.000 € ist ein medizinisches Tablet häufig im Lieferumfang enthalten |
| Laptop-Ultraschallgerät | 5.000 € – 20.000 € | Veterinärmedizinische Ultraschallgeräte tendenziell günstiger als humanmedizinische |
Einige Ultraschallgeräte-Hersteller (z. B. Butterfly Network, Clarius) verlangen neben dem Gerätekauf eine jährliche Lizenz- oder Softwaregebühr — diese Folgekosten sind bei der Gesamtkostenberechnung (Total Cost of Ownership) zu berücksichtigen.
| Beschaffungsweg | Vorteil | Nachteil |
| Kauf (Einmalkauf) | Keine laufenden Kosten (Ausnahme: Abo-Modelle), volle Verfügbarkeit | Hohe Anfangsinvestition, Technologierisiko bei schnellem Markt |
| Leasing | Planbare Raten, Bilanzentlastung, steuerlich absetzbar | Langfristige Bindung, Gesamtkosten meist höher |
| Miete | Flexibel, geeignet für Gelegenheitseinsatz | Hohe Kosten bei Dauernutzung, Verfügbarkeit nicht garantiert |
Gebrauchtgeräte: Worauf bei der Beschaffung zu achten ist
Wer ein mobiles Ultraschallgerät gebraucht kauft, kann pauschal mit einem Preisnachlass von ca. 20 % bis 40 % gegenüber dem Neupreis rechnen. Geräte ohne 3D- und 4D-Funktionalität sind mitunter bereits ab ca. 4.500 € netto erhältlich.
Besondere Sorgfaltspunkte beim Kauf gebrauchter Ultraschallgeräte:
- Softwarelizenzen und Abonnements auf Übertragbarkeit prüfen — bei Abo-Modellen (Butterfly, Clarius) oft nicht möglich
- CE-Zertifizierung und aktuelle Softwareversion verifizieren
- Schallkopfzustand: Piezoelemente degradieren nach intensiver Nutzung, was die Bildqualität beeinträchtigt
- Herstellerseitiger Support und Garantieansprüche klären
Laufende Kosten und steuerliche Aspekte
Neben dem Anschaffungspreis sind laufende Kosten einzuplanen:
- Ultraschall-Kontaktgel (1 Liter ca. 4 €)
- Ultraschall-Schutzhüllen (10 Stück ca. 8 €)
- Regelmäßige Prüfung gemäß DIN EN 62353 (VDE 0751-1): ca. 100 € pro Prüfung
Steuerlich gilt: Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Ultraschallgeräts beträgt 5 Jahre. Das Gerät ist entsprechend linear abzuschreiben. Für steuerliche Detailfragen — z. B. GWG-Sofortabschreibung bei Geräten unter 800 € netto oder Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG — empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Steuerberater.
FAQ: Häufige Fragen zum mobilen Ultraschallgerät
Welches Handheld-Ultraschallgerät schneidet in der Bildqualität am besten ab?
Nach aktuellem Studienstand erzielen Clarius-Systeme in der Bildqualität die besten Ergebnisse unter den Handheld-Geräten. Naas et al. (Ultraschall in Med, 2026) verglichen in einem verblindeten Multicenter-Design fünf Handheld-Ultraschallgeräte mit dem High-End-Referenzsystem GE Logiq E10 und stellten fest, dass Clarius C3 und C3 HD3 die geringste Abweichung vom Referenzgerät aufwiesen — vor Philips Lumify und GE Vscan Air. Gerätepräferenz und subjektive Bedienbarkeit können zu abweichenden Nutzerbewertungen führen, was die Bedeutung verblindeter Studiendesigns unterstreicht.
Brauche ich für jede Fachrichtung einen anderen Schallkopf?
Nicht zwingend, aber fachspezifische Anforderungen variieren erheblich. Ein Allgemeinmediziner, der Abdomen und Harnwege sonographiert, kommt mit einem Curved-Schallkopf weit. Kardiologische POCUS erfordert einen Phased-Array-Schallkopf. Für vaskuläre und superfiziale Anwendungen ist ein Linear-Schallkopf mit hoher Frequenz (> 7 MHz) nötig. Geräte mit All-in-One- oder 2-in-1-Wandlern bieten einen Kompromiss, der für breite Allgemeineinsätze akzeptabel ist — bei spezifischen Anforderungen an einen einzigen Schallkopftyp aber Abstriche zeigen kann.
Wie relevant ist der Unterschied in der Bildqualität zwischen Handheld und stationärem System in der klinischen Praxis?
Für die meisten POCUS-Indikationen — Aszites- und Pleuraergussnachweis, fokussierte Herzbeurteilung, Gefäßpunktionsführung, Lungensonographie — ist die Bildqualität moderner Handheld-Geräte ausreichend, um klinische Entscheidungen zu treffen. Gibbons et al. (West J Emerg Med, 2024) fanden bei Herz-, Lungen-, Gallenblasen-, Nieren- und Aortadiagnostik eine diagnostische Genauigkeit von 92,5 % (Handheld) vs. 89,3 % (Cart-System) — kein statistisch signifikanter Unterschied, trotz messbarer Überlegenheit des Cart-Systems in der Bildqualität.
Zu berücksichtigen ist, dass die Gibbons-Studie von Butterfly Network, Inc. finanziert wurde; die ausführenden Ärzte waren gegenüber der Gerätezuweisung verblindet. Merkel et al. (2024) formulieren: Die B-Mode-Qualität von Handheld-Ultraschall-Geräten ist besser als bisher geschätzt, aber eine klare Grenze zwischen Handheld-Ultraschall-Einsatz und High-End-Sonographie ist noch nicht definiert.
Ist Clarius auch für die Muskuloskelettale Diagnostik geeignet?
Ja, und das mit belegter Messgenauigkeit. Emerson et al. (J Funct Morphol Kinesiol, 2025) testeten den Clarius L15 HD3 für die Dickenmessung von Rectus femoris und Vastus intermedius und fanden eine exzellente Geräteübereinstimmung mit dem GE LOGIQ e (ICC 0,98). Die Wiederholpräzision des Clarius-Geräts war dabei numerisch besser als die des konventionellen Systems. Für Fragestellungen wie Sarkopeniedetektion, Rehabilitations-Monitoring oder die Begleitung muskulärer Aufbautraining sind aktuelle Clarius-Systeme mit Linear-Schallkopf damit klinisch valide.
Quellen
- https://openscience.ub.uni-mainz.de/server/api/core/bitstreams/9a7536b6-aa74-4f22-bd67-4886e1d11a37/content
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11000544/
- https://www.springermedizin.de/comparison-of-four-handheld-point-of-care-ultrasound-devices-by-/23248282
- https://link.springer.com/article/10.1186/s13089-024-00392-3
- https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-2809-7627.pdf
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12372025/
