Praxissoftware Neurologie: Anbieter im Vergleich

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Abstract – Praxissoftware Neurologie: Anbieter und Auswahlkriterien

  • Es gibt keine reine Neurologie-Software: Unter den 20 meistinstallierten Praxisverwaltungssystemen (PVS) bei Nervenärzten ist kein auf Neurologie spezialisiertes System. Neurologische Praxen nutzen fachübergreifende Systeme. Den Unterschied machen die Anbindung von EEG, EMG und NLG sowie die Abrechnung nach EBM Kapitel 16 und 21.
  • Laut KBV-Installationsstatistik (Stand 31.12.2025) führen CompuGroup Medical (TURBOMED, CGM MEDISTAR, ALBIS, CGM M1 PRO) mit zusammen 1.058 und medatixx (unter anderem x.isynet und medatixx) mit 997 Installationen. T2med (+15) und tomedo (+13) haben im vierten Quartal 2025 am stärksten zugelegt.
  • Medizingeräte werden meist über die GDT-Schnittstelle angebunden, Bilddaten aus der Doppler- und Duplexsonographie über DICOM. Ein reiner Befundimport ist etwas anderes als ein Datenaustausch in beide Richtungen. Die Kopplung sollte vor Vertragsabschluss mit den eigenen Gerätemodellen vorgeführt werden.
  • Bei der Systemwahl zählen die Gesamtkosten über mindestens fünf Jahre (Lizenz oder Miete, Softwarepflege, Module, Hardware), die Vertragslaufzeit und der Umfang der Datenmigration. Seit dem 1. Oktober 2025 ist die Befüllung der ePA Pflicht, deshalb muss das ePA-Modul vertraglich geregelt sein.
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Praxissoftware Neurologie: Anbieter im Vergleich

Die Praxissoftware einer neurologischen Praxis muss mehr leisten als Abrechnung und Terminplanung. Befunde aus EEG, EMG und Neurographie sollen ohne Umweg in der Patientenakte landen. Die Installationsstatistik der KBV zeigt: Auch der Marktführer bei Nervenärzten kommt auf weniger als 400 Installationen. Bei der Systemwahl entscheiden deshalb Geräteanbindung, EBM-Abrechnung und Support, nicht die Größe des Anbieters. Eine Fehlentscheidung bindet Ihre Praxis oft über Jahre an Lizenzverträge und eine aufwendige Datenmigration. Welche Option für Ihre Praxis passt, zeigt der Vergleich. 

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Marktüberblick: Welche Praxissoftware nutzen Neurologen?

Die KBV erfasst den Installationsbestand jedes Praxisverwaltungssystems (PVS) anhand der ADT-Abrechnungen. Die Installationsstatistik für Nervenärzte mit Datenstand 31.12.2025 ist damit die belastbarste Marktquelle. Sie bildet ab, welche Systeme tatsächlich abrechnen, nicht welche Systeme Anbieter bewerben.

Die Fachgruppe „Nervenärzte“ umfasst Neurologen und Psychiater. Deshalb erscheinen in der Liste auch Systeme, die sich vor allem an psychiatrische und psychotherapeutische Praxen richten.

Top 10 PVS nach Installationen (KBV, Stand 31.12.2025)

RangPraxissoftwareAnbieterInstallationen Q4/2025Installationen Q3/2025Differenz
1TURBOMEDCompuGroup Medical376386−10
2x.isynetmedatixx353350+3
3CGM MEDISTAR BLACK PROCompuGroup Medical332335−3
4medatixxmedatixx307294+13
5Medical OfficeINDAMED2382380
6ALBISCompuGroup Medical229235−6
7tomedoZollsoft219206+13
8T2medT2med186171+15
9psyprax*psyprax184187−3
10x.conceptmedatixx162171−9
*psyprax richtet sich an psychotherapeutische und psychiatrische Praxen.

Zwei Anbietergruppen dominieren den Markt. CompuGroup Medical kommt mit TURBOMED, CGM MEDISTAR, ALBIS und CGM M1 PRO auf 1.058 Installationen. medatixx erreicht mit fünf Systemen in den Top 20 zusammen 997 Installationen. Die Top 20 summieren sich auf 3.647 Installationen.

Trend Q3 → Q4/2025: Gewinner und Verlierer

Im vierten Quartal 2025 haben drei Systeme deutlich zugelegt: T2med (+15), medatixx (+13) und tomedo (+13). Die größten Verluste verzeichneten TURBOMED (−10) und x.concept (−9).

Die Zahlen zeigen zwei Bewegungen. Bei medatixx wechseln Praxen innerhalb des Anbieters: Das neue System medatixx wächst, die Vorgänger x.concept, x.comfort und Elaphe Longissima verlieren. Die Gesamtzahl der medatixx-Gruppe bleibt mit 997 Installationen konstant. Bei CGM sinkt die Summe der vier Systeme von 1.080 auf 1.058. Die Gewinne von T2med und tomedo kommen dagegen von außen.

Diese Daten umfassen nur ein Quartal. Sie zeigen eine Bewegung, aber noch keinen gesicherten Langzeittrend.

Praxissoftware Neurologie: Die wichtigsten Anbieter im Vergleich

Unter den 20 meistinstallierten Systemen findet sich kein reines Neurologie-PVS. Neurologische Praxen arbeiten mit fachübergreifenden Systemen. Die neurologische Spezialisierung entsteht über Geräteanbindung, Formulare und Textbausteine.

CompuGroup Medical: TURBOMED, CGM MEDISTAR, ALBIS, CGM M1 PRO

CompuGroup Medical (CGM) betreibt vier der 14 meistinstallierten Systeme bei Nervenärzten. CGM TURBOMED ist mit 376 Installationen Marktführer in der Fachgruppe. Das System läuft unter Windows, lokal oder hybrid. CGM verkauft TURBOMED in Editionen. DICOM-Anbindung gibt es nur in den PREMIUM-Editionen.

CGM MEDISTAR, ALBIS und CGM M1 PRO ergänzen das Portfolio. CGM vertreibt die Systeme über autorisierte Vertriebs- und Servicepartner. Lizenz-, Modul- und Wartungskosten vereinbaren Sie individuell mit dem Partner. Listenpreise veröffentlicht CGM nicht.

Alle vier CGM-Systeme haben im vierten Quartal 2025 Installationen verloren. Für Bestandspraxen ist das kein Wechselgrund. Es lohnt sich aber, Roadmap und Supportqualität beim regionalen Partner aktiv nachzufragen.

medatixx: x.isynet, medatixx, x.concept

Die medatixx GmbH & Co. KG ist mit fünf Systemen in den Top 20 vertreten. x.isynet liegt mit 353 Installationen auf Platz 2. Das Nachfolgesystem medatixx folgt mit 307 Installationen und wächst als einziges System des Anbieters deutlich.

Das System medatixx arbeitet hybrid. Die Patientendaten liegen auf dem Praxisserver. Kataloge wie EBM und ICD bezieht das System aus der Cloud. Die Softwarepflege kostet monatlich, der Preis hängt von Modulen, Arbeitsplätzen und Betriebsstätten ab.

Laut Herstellerangabe erhalten Praxen mit x.isynet oder x.concept medatixx zum bisherigen Pflegepreis. Klären Sie vor dem Wechsel, welche Befundformulare, Textbausteine und Gerätekopplungen der Hersteller vollständig übernimmt.

Cloud-Systeme: tomedo und T2med

tomedo und T2med gelten als moderne Alternativen zu den Bestandssystemen. Beide gewinnen bei Nervenärzten Installationen hinzu. Reine Cloud-Systeme sind beide aber nicht: Sie arbeiten mit einem Server in der Praxis, T2med bietet zusätzlich einen gehosteten Betrieb an.

tomedo der Zollsoft GmbH ist nativ für Apple-Hardware entwickelt. Für Windows-Praxen bietet Zollsoft die separate Variante tomedo.air an. Zollsoft vermietet tomedo nach Anzahl der Arbeitsplätze, ohne Lizenzkosten und monatlich kündbar. Diagnostische Geräte bindet tomedo per GDT, DICOM oder Dateilauscher an.

T2med veröffentlicht als einziger großer Anbieter eine vollständige Preisliste. Die Praxislizenz kostet einmalig 1.900 € und monatlich 115 € Softwarepflege. Jede Arztlizenz kostet einmalig 900 € plus 46 € im Monat, mit beliebig vielen Arbeitsplätzen. Clients laufen unter Windows, Linux und macOS. TI-Fachanwendungen sind in der Pflege enthalten.

Weitere Anbieter: Medical Office, QUINCY WIN, ORBIS

Medical Office von INDAMED hält mit 238 Installationen stabil Platz 5. INDAMED lizenziert das System als monatliches Abonnement. Die Lizenz „Professional“ für Kassenpraxen kostet laut Medizinio-Produktseite 109 € netto im Monat inklusive eines Arbeitsplatzes. Eine neurologische Fachausprägung nennt der Anbieter nicht.

QUINCY WIN der Frey ADV GmbH kommt auf 130 Installationen. ORBIS von Dedalus HealthCare erreicht 159 Installationen. Dedalus ist vor allem als Anbieter von Krankenhausinformationssystemen bekannt. ORBIS ist deshalb vor allem für klinik­nahe Strukturen relevant.

Anbieter im Vergleich: Betrieb, Geräte, Kosten

SystemInstallationen Nervenärzte Q4/2025Plattform / BetriebGeräteanbindung (Herstellerangabe)Preismodell
TURBOMED (CGM)376Windows, lokal oder hybridGDT, DICOM (PREMIUM)individuell über Vertriebspartner
x.isynet / medatixx353 / 307Praxisserver + Cloud-Kataloge (hybrid)beim Anbieter erfragenmonatliche Softwarepflege, auf Anfrage
Medical Office (INDAMED)238lokal, Terminalserver möglichbeim Anbieter erfragenab 109 €/Monat (Professional)
tomedo (Zollsoft)219macOS; tomedo.air auch WindowsGDT, DICOM, DateilauscherMiete je Arbeitsplatz, monatlich kündbar
T2med186Windows, Linux, macOS; lokal oder gehostetbeim Anbieter erfragen1.900 € + 115 €/Monat Praxis, 900 € + 46 €/Monat je Arzt

Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich MwSt. Hardware, TI-Komponenten und Gerätekopplungen kommen je nach Anbieter hinzu.

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Welche Funktionen muss ein PVS für die Neurologie abdecken?

Eine Praxissoftware für die Neurologie unterscheidet sich von einem Hausarzt-PVS vor allem in zwei Punkten: der Anbindung elektrophysiologischer Geräte und der fachgruppenspezifischen Abrechnung. Beide Punkte entscheiden über Zeitaufwand und Erlössicherheit im Praxisalltag.

Anbindung von EEG, EMG, NLG und Doppler/Duplex

Die GDT-Schnittstelle ist der Standard, um Medizingeräte an ein PVS anzubinden. Das PVS übergibt Patientendaten an das EEG-, EMG- oder NLG-System. Das Gerät liefert den Befund zurück in die Karteikarte.

Prüfen Sie, wie tief diese Anbindung tatsächlich reicht:

  • GDT-Import: Das PVS übernimmt einen Befundtext oder ein PDF. Kurven und Rohdaten bleiben im Gerätesystem.
  • Bidirektionaler Austausch: Das PVS sendet Aufträge an das Gerät und empfängt strukturierte Ergebnisse zurück.
  • DICOM: Für Bilddaten aus Ultraschallgeräten in der Neurologie, etwa bei der Doppler- und Duplexsonographie.

Lassen Sie sich die Kopplung mit Ihren konkreten Gerätemodellen vor Vertragsabschluss vorführen. „Integration“ bedeutet bei vielen Anbietern lediglich einen Dateiimport.

Abrechnung nach EBM Kapitel 16 und GOÄ, TI-Anwendungen

Der EBM fasst die neurologischen Leistungen in Kapitel 16 zusammen, die psychiatrischen in Kapitel 21. Ein PVS für die Neurologie muss beide Kapitel sauber abbilden, vor allem in Praxen mit neurologischen und psychiatrischen Behandlern. Für Selbstzahler und Privatpatienten kommt die GOÄ hinzu.

Achten Sie auf Plausibilitätsprüfungen vor der Quartalsabrechnung. Die Software sollte Ausschlüsse und fehlende Pflichtangaben erkennen, bevor die Abrechnung an die KV geht.

Bei der Telematikinfrastruktur sind eAU, E-Rezept und ePA Pflicht. Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Praxen die ePA befüllen. Fehlen die Nachweise, droht eine Honorarkürzung um ein Prozent. Prüfen Sie daher, ob das ePA-Modul im Pflegevertrag enthalten ist oder extra kostet.

So wählen Sie die passende Praxissoftware

Die passende Praxissoftware für die Neurologie hängt weniger vom Marktanteil ab als von Praxisform, Geräteausstattung und IT-Strategie. Eine Einzelpraxis mit einem EEG-Arbeitsplatz hat andere Anforderungen als ein MVZ mit mehreren Standorten und angestellten Ärzten.

Checkliste: Kriterien für Einzelpraxis, BAG und MVZ

  • [ ] Geräte: Kopplung mit allen vorhandenen EEG-, EMG-, NLG- und Sonographie-Systemen nachweisen lassen
  • [ ] Abrechnung: EBM Kapitel 16 und 21 sowie GOÄ abgebildet, Plausibilitätsprüfung vorhanden
  • [ ] TI: ePA, E-Rezept, eAU und KIM im Pflegevertrag enthalten
  • [ ] Betrieb: Lokaler Server, hybrider oder gehosteter Betrieb passend zur eigenen IT-Infrastruktur der Arztpraxis
  • [ ] Plattform: Windows, macOS oder gemischte Umgebung
  • [ ] BAG/MVZ: Mehrere BSNR und LANR, Rechtekonzept, standortübergreifender Kalender
  • [ ] Support: Direkter Herstellersupport oder regionaler Vertriebspartner, Reaktionszeiten vertraglich fixiert

Für Praxen mit mehreren Standorten lohnt ein Blick auf spezialisierte Software für MVZ.

Kosten, Vertragslaufzeit und Datenmigration beim PVS-Wechsel

Die Gesamtkosten einer Praxissoftware bestehen aus Lizenz oder Miete, Softwarepflege, Zusatzmodulen, Hardware und Schulung. Vergleichen Sie Angebote immer über mindestens fünf Jahre. Ein System mit Einmallizenz kann über die Laufzeit günstiger sein als ein Mietmodell, oder umgekehrt.

Die Vertragslaufzeiten unterscheiden sich stark. tomedo ist monatlich kündbar. Andere Anbieter binden Praxen über 24 Monate oder länger. Prüfen Sie Kündigungsfristen und automatische Verlängerungen vor der Unterschrift.

Wer die Praxissoftware wechseln will, sollte die Datenmigration früh klären. Entscheidend ist, welche Daten das neue System strukturiert übernimmt: Stammdaten, Diagnosen, Leistungsziffern, Befunde und Gerätedokumente. Vereinbaren Sie Umfang und Kosten der Migration schriftlich.

FAQ: Häufige Fragen zur Praxissoftware in der Neurologie

Gibt es eine spezielle PVS-Lösung nur für Neurologen?

Unter den 20 meistinstallierten Systemen bei Nervenärzten findet sich kein reines Neurologie-PVS. Neurologen arbeiten mit fachübergreifenden Systemen wie TURBOMED, x.isynet oder tomedo. Die fachliche Spezialisierung entsteht über Gerätekopplung, Befundvorlagen und die Abrechnung nach EBM Kapitel 16.

Wie lange dauert ein PVS-Wechsel in einer neurologischen Praxis?

Die Dauer hängt von Datenmenge, Anzahl der Geräte und Unterstützung durch beide Anbieter ab. Viele Praxen legen den Umstieg auf einen Quartalswechsel. So läuft die Quartalsabrechnung vollständig über ein System. Planen Sie zusätzlich Zeit für Gerätekopplung und Schulung des Teams ein.

Lohnt sich ein Cloud-PVS für eine neurologische Praxis?

Ein Cloud-PVS reduziert den Aufwand für Server und Updates. Elektrophysiologische Geräte brauchen aber meist eine lokale Anbindung. Prüfen Sie daher, wie das System GDT- und DICOM-Daten zwischen Gerät und Cloud überträgt. Viele Anbieter setzen deshalb auf hybride oder gehostete Modelle.

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