Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 im Vergleich

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Abstract – Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 im Vergleich

  • Clarius PAL HD3 und Butterfly iQ3 decken beide den Ganzkörper-Ultraschall mit einer Sonde ab: Der PAL HD3 kombiniert ein piezoelektrisches Phased und Linear Array (1–15 MHz, bis 40 cm Tiefe), der iQ3 nutzt einen CMUT-Halbleiterchip mit rund 9.000 Elementen (1–12 MHz, bis 30 cm Tiefe).
  • Der Clarius PAL HD3 verbindet sich kabellos per WLAN oder Wi-Fi Direct und scannt etwa 45 Minuten pro Akkuladung; für Dauerscans über 15 Minuten ist der Clarius Power Fan HD3 erforderlich, an KI-Messmodulen steht nur die Bladder AI zur Verfügung.
  • Der Butterfly iQ3 arbeitet kabelgebunden, erreicht mindestens 1,25 Stunden B-Modus und bietet Biplane Imaging, iQ Slice, B-Linien-Zähler, Auto-EF nach Simpson und Presets für Geburtshilfe und Gynäkologie; ohne Internetverbindung sind nach 30 Tagen keine Scans mehr möglich, eine Endokavitätssonde existiert nicht.
  • Bei beiden Herstellern schaltet erst die kostenpflichtige Mitgliedschaft PW-Doppler, Cloud, DICOM-Workflows und KI-Funktionen frei, weshalb die Total Cost of Ownership über drei bis fünf Jahre inklusive Lizenz und Zubehör die Kaufentscheidung bestimmt.

Inhaltsverzeichnis

Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3: Die Unterschiede auf einen Blick

Der Clarius PAL HD3 und der Butterfly iQ3 decken beide den Ganzkörper-Ultraschall mit einer einzigen Sonde ab. Technisch lösen sie diese Aufgabe gegensätzlich. Der PAL HD3 kombiniert zwei klassische piezoelektrische Arrays in einem Gehäuse. Der iQ3 erzeugt alle Schallfelder elektronisch über einen Halbleiterchip. Laut Hersteller erreicht der PAL HD3 mit dem Phased Array bis zu 40 cm Eindringtiefe. Das Linear Array ist laut Handbuch für oberflächliche Strukturen ausgelegt.

Tabelle: Wandler, Frequenz, Tiefe, Gewicht, Konnektivität, Akku, KI-Tools

MerkmalClarius PAL HD3Butterfly iQ3
WandlerprinzipPiezoelektrisch, Dual-Array (Phased + Linear)CMUT auf integriertem CMOS-Chip, ca. 9.000 Elemente
Frequenzbereich1–5 MHz (Phased), 5–15 MHz (Linear)1–12 MHz
Max. Scantiefe40 cm (Phased), 7 cm (Linear)30 cm
Sichtfeld90° (Phased), 29 mm (Linear)presetabhängig
Abmessungen148 × 76 × 32 mm152 × 52 × 37 mm
Gewicht307 g300 g
SchutzartIP67IP67, Falltest nach MIL-STD-810G
Verbindung zum MobilgerätKabellos (WLAN, Wi-Fi Direct, Bluetooth LE)Kabel (USB-C oder Lightning)
Scanzeit pro Akkuladungca. 45 Minuten≥ 1,25 Stunden im B-Modus
KI-WerkzeugeBladder AI, Auto Preset AIB-Linien-Zähler, Auto-EF, Blasenvolumen, Orientierungshilfen
Standardgarantie3 Jahre3 Jahre

Für wen welches Gerät? Kurzempfehlung nach Einsatzprofil

Der Clarius PAL HD3 passt zu Ärzten, die hochfrequente Linearbildgebung und tiefe Phased-Array-Untersuchungen gleichermaßen benötigen. Typische Profile sind Anästhesie, Notfall- und Intensivmedizin sowie Gefäß- und MSK-Diagnostik. Die kabellose Verbindung erleichtert sterile Punktionen, weil kein Kabel das Feld kreuzt.

Der Butterfly iQ3 passt zu Ärzten, die viel Automatisierung und längere Scanzeiten suchen. Hinzu kommt ein breites Preset-Spektrum inklusive Gynäkologie und Geburtshilfe. Das gilt vor allem für Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit Fokus auf Herz und Lunge. Für Einsteiger in die Sonographie bieten die KI-Orientierungshilfen einen Lerneffekt.

Wie unterscheiden sich die Schallkopf-Technologien?

Die Wandlertechnik bestimmt beim Vergleich Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3, wie gut jedes Gerät oberflächliche und tiefe Strukturen auflöst. Beide Hersteller verfolgen gegensätzliche Ansätze. Der eine optimiert zwei spezialisierte Arrays, der andere einen universellen Chip.

Clarius PAL HD3: Phased und Linear Array auf einem Kopf

Der Clarius PAL HD3 integriert ein Phased Array und ein Linear Array nebeneinander auf einer Scanfläche. Das gewählte Preset bestimmt, welches Array aktiv ist. Ein Umdrehen oder Wechseln des Scanners entfällt. Per Preset wechseln Sie von der Echokardiographie zur Gefäßdarstellung.

Beide Arrays arbeiten piezoelektrisch, also mit der etablierten Technik stationärer Systeme. Clarius beziffert die Hardware auf 8 Beamformer und 192 piezoelektrische Elemente. Die Scanfläche erreicht laut Handbuch maximal 26,76 °C Oberflächentemperatur.

Butterfly iQ3: CMUT-Chip mit rund 9.000 Elementen

Der Butterfly iQ3 erzeugt Ultraschall über capacitive micromachined ultrasonic transducers (CMUT) auf einem integrierten CMOS-Chip. Das Handbuch beziffert die Wandlermatrix auf rund 9.000 Elemente. Die Software formt daraus je nach Preset eine lineare, konvexe oder sektorförmige Geometrie.

Dieser Ansatz ermöglicht Funktionen, die eine klassische Ultraschallsonde nicht bietet. Dazu zählen die simultane Biplane-Darstellung und volumetrische Sweeps. Der Chip ist außerdem bleifrei. Der iQ3 erfüllt die RoHS-Richtlinie ohne Blei-Ausnahme, die piezoelektrische Wandler benötigen.

Frequenz und Eindringtiefe: 1–15 MHz/40 cm vs. 1–12 MHz/30 cm

Der Clarius PAL HD3 deckt mit dem Linear Array 5–15 MHz ab, der Butterfly iQ3 endet bei 12 MHz. Für Nervenblockaden, oberflächliche Gefäße und kleine Organe liefert der höhere Frequenzbereich eine feinere axiale Auflösung.

In der Tiefe liegt der PAL HD3 mit 40 cm ebenfalls vorn. Der iQ3 erreicht laut Handbuch 30 cm maximale Scantiefe. Für adipöse Patienten und die transthorakale Echokardiographie ist dieser Unterschied klinisch relevant. Für die meisten abdominellen Fragestellungen reichen beide Werte aus.

Kabellos per WLAN vs. abnehmbares Kabel zum Mobilgerät

Der Clarius PAL HD3 verbindet sich kabellos über WLAN (802.11n) oder Wi-Fi Direct mit dem Smartphone oder Tablet. Bluetooth LE dient dem Verbindungsaufbau. Die Bilddaten überträgt der Scanner verschlüsselt.

Der Butterfly iQ3 nutzt ein vom Anwender austauschbares Kabel mit USB-C- oder Lightning-Stecker. Butterfly bietet es in 1,50 m und 2,50 m Länge an. Das Kabel sorgt für eine störungsfreie Verbindung ohne Netzwerkkonfiguration. Bei sterilen Eingriffen erfordert es jedoch mehr Aufmerksamkeit im Umgang mit Sterilüberzügen.

Bildgebungsmodi und Spezialfunktionen

Beide Geräte beherrschen die Standardmodi der Point-of-Care-Sonographie. Unterschiede zeigen sich bei den Zusatzfunktionen. Butterfly nutzt die Flexibilität des Chips für 3D-nahe Aufnahmeverfahren. Clarius setzt auf klassische Modi mit Nadelverstärkung und Strain-Elastographie.

Tabelle: B-Modus, M-Modus, Farbdoppler, PW-Doppler je Gerät

ModusClarius PAL HD3Butterfly iQ3
B-Modus✓✓
M-Modus✓✓
Farbdoppler✓✓
Power-Doppler✓✓
PW-Doppler✓✓ (mit Audio)
Strain-Elastographie✓–
NadelverstärkungNeedle Enhance (Linear Array)Needle Viz
Biplane Imaging–✓
iQ Slice / iQ Fan–✓ (iQ Slice nur iOS)
Fetale Herztöne–✓

Welche Modi verfügbar sind, hängt bei beiden Herstellern vom Mitgliedschaftsstatus ab. Details dazu finden Sie im Kostenkapitel.

Butterfly-exklusiv: Biplane Imaging, iQ Slice, iQ Fan

Biplane Imaging zeigt beim Butterfly iQ3 gleichzeitig die Längs- und die Querachse der Sonde. Die Funktion steht in sechs Presets zur Verfügung: Herz – Standard, Kardiale Kohärenz, Bewegungsapparat, Bewegungsapparat – Weichgewebe, Nerven und Vaskulär: Zugang. Bei Gefäßpunktionen sehen Sie die Nadel damit in zwei Ebenen, ohne die Sonde zu drehen.

iQ Slice erfasst mit einem einzigen volumetrischen Sweep bis zu 46 Schnittebenen einer Region. Sie können einzelne Schichten vermessen und alle Slices als Cine-Clip speichern. iQ Fan ist ein dediziertes Lungenwerkzeug. Die Strahlschwenkung ersetzt das manuelle Fanning und erleichtert die Darstellung von A-Linien. Butterfly weist darauf hin, dass beide Funktionen je nach Mitgliedschaft und Land variieren können.

Nadelführung: Needle Enhance vs. Needle Viz und Out-of-Plane-Preset

Der Clarius PAL HD3 bietet auf dem Linear Array den Modus Needle Enhance. Er hebt die Nadel im B-Bild hervor. Das Handbuch betont, dass der Scanner eine Nadel außerhalb der Bildebene nicht darstellen kann.

Der Butterfly iQ3 bietet mit Needle Viz eine Langachsendarstellung. Sie wählen die Punktionsrichtung (links oder rechts) und den Einstichwinkel mit 20°, 30° oder 40°. In Kombination mit Biplane Imaging projiziert das System die Nadel zusätzlich auf die orthogonale Ebene. Für Out-of-Plane-Techniken existiert ein eigenes Preset „Nadel: Außerhalb der Ebene“.

Dual-Array-Versatz: Hinweis für ultraschallgesteuerte Injektionen

Die Dual-Array-Bauweise des PAL HD3 erzeugt einen physischen Versatz der Wandler in der Höhenachse. Beide Arrays liegen nebeneinander auf der Scanfläche. Clarius verlangt deshalb, bei ultraschallgesteuerten Injektionen die Mittellinie der Höhenbreite des Linear Arrays als Referenz zu nutzen.

Tipp: Markieren Sie die Mittellinie des Linear Arrays vor den ersten Punktionen am Scanner oder im Sterilüberzug. Das verhindert systematische Fehleinschätzungen der Nadelposition in der Eingewöhnungsphase.

Bei ophthalmologischer Bildgebung warnt das Handbuch zusätzlich vor falsch gewählten Presets. Nur das ophthalmische Preset hält die niedrigen MI- und TI-Grenzwerte ein.

KI-Tools: Welche Automatisierung bietet welches Gerät?

Bei den KI-Werkzeugen zeigt der Vergleich Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 den deutlichsten Unterschied. Beide Hersteller entwickeln KI-Module, ordnen sie jedoch unterschiedlich zu. Clarius bindet jedes Messmodul an bestimmte Scanner. Butterfly stellt alle Werkzeuge auf der einen Sonde bereit.

Butterfly iQ3: B-Linien-Zähler, Auto-EF, Blasenvolumen, Orientierungshilfen

Der automatische B-Linien-Zähler bestimmt im Preset „Lunge“ die Zahl der B-Linien pro Interkostalraum. Er nutzt die Instant-Percent-Methode und wertet das Einzelbild mit den meisten B-Linien einer Cine-Aufnahme aus. Butterfly schließt die Anwendung bei ausgeprägtem Pleuraerguss und bei Patienten unter 22 Jahren aus.

Das Werkzeug „EF nach Simpson“ schätzt die linksventrikuläre Ejektionsfraktion im apikalen Vierkammerblick nach der Simpson-Monoplan-Methode. Das Blasenvolumen-Tool berechnet das Volumen aus einem 3D-Sweep bei ruhig gehaltener Sonde. Es ist nur für Erwachsene indiziert, nicht für Schwangere oder Patienten mit Aszites.

Die Orientierungshilfen bewerten in Echtzeit die Bildqualität für A4C, parasternale lange und kurze Achse sowie Lungenansichten. Butterfly beschränkt sie ausdrücklich auf Schulungszwecke, nicht auf die Diagnostik.

Clarius PAL HD3: Bladder AI – weitere KI-Module nur auf anderen Scannern

Das Clarius-Handbuch beschreibt mehrere KI-Messmodule. Für den PAL HD3 gilt davon nur die Bladder AI im Bladder-Preset. Der Zugriff auf dieses Preset setzt die Clarius Membership voraus. Zusätzlich erkennt Auto Preset AI die untersuchte Anatomie und wählt das passende Preset automatisch.

Die übrigen Clarius-Messmodule sind an andere Clarius-Scanner gebunden. MSK AI läuft nur auf L7 HD3 und L15 HD3, OB AI nur auf dem C3 HD3. Prostate AI funktioniert mit C3 HD3 und EC7 HD3, Median Nerve AI mit L7, L15 und L20 HD3. Wer KI-gestützte Messungen priorisiert, erhält beim PAL HD3 also deutlich weniger Automatisierung als beim iQ3.

Grenzen: Messwerte prüfen, Caliper manuell korrigieren

Beide Hersteller positionieren ihre KI-Werkzeuge als Unterstützung, nicht als eigenständige Befundung. Clarius verlangt, alle Messungen auf Genauigkeit zu prüfen und die gesetzten Caliper bei Bedarf manuell anzupassen. Keines der Clarius-Module ist für interventionelle Zwecke bestimmt.

Bei Butterfly gelten die dokumentierten Kontraindikationen je Werkzeug. Die Verantwortung für den Befund bleibt beim untersuchenden Arzt. Kennzeichnen Sie automatisch ermittelte Werte wie EF oder B-Linien-Zahl im Befund daher als KI-gestützte Schätzung.

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Akku, Laufzeit und Dauerbetrieb im Praxisalltag

Die Akkulaufzeit entscheidet über die Einsatzfähigkeit bei Hausbesuchen, Visiten und längeren Untersuchungsserien. In diesem Punkt unterscheiden sich Clarius PAL HD3 und Butterfly iQ3 erheblich.

Scanzeit: ca. 45 Minuten vs. mindestens 1,25 Stunden im B-Modus

Der Clarius PAL HD3 scannt mit voll geladenem Akku etwa 45 Minuten. Clarius beschreibt als typischen Einsatz fünf Minuten kontinuierliches Scannen, gefolgt von zehn Minuten Standby. Eine leere Batterie lädt in etwa 1,5 Stunden vollständig.

Der Butterfly iQ3 erreicht laut Spezifikation mindestens 1,25 Stunden kontinuierlichen B-Modus bei maximalem Stromverbrauch. Butterfly gibt zudem eine thermische Laufzeit von bis zu zwei Stunden an. Für eine Hausbesuchstour mit mehreren Patienten bietet der iQ3 damit mehr Reserve.

Dauerscan über 15 Minuten: Clarius Power Fan erforderlich

Clarius schreibt für Scans über 15 Minuten ohne Unterbrechung den Clarius Power Fan HD3 vor. Dieses Zubehör kühlt den Scanner und verlängert die Einsatzdauer. Erreicht der PAL HD3 die maximale Oberflächentemperatur, schaltet er sich automatisch ab.

Für längere Punktionen oder ausführliche Echokardiographien planen Sie den Power Fan daher ein. Das Zubehör ist separat zu bestellen und gehört in die Investitionsrechnung. Laut Handbuch ist das Laden über den Power Fan nicht für den Rettungsdiensteinsatz ausgelegt.

Ladekonzept: Clarius Charger vs. Butterfly-Kontaktladesystem

Der Clarius Charger HD3 gehört zum Lieferumfang des PAL HD3. Im Ruhezustand sendet der Scanner Batteriewarnungen per Bluetooth LE an das Smartphone.

Der Butterfly iQ3 lädt über ein Kontaktladesystem mit USB-C-Eingang nach USB Power Delivery 3.0. Die Sonde liegt dafür mit dem Kopf auf dem Kontaktladekabel. Über das Sondenkabel lädt der iQ3 nicht. Laut Hersteller lädt der iQ3 2,5-mal schneller als das Vorgängermodell iQ+.

Für welche Fachrichtungen eignet sich welches Gerät?

Die zugelassenen Indikationen und verfügbaren Presets begrenzen den sinnvollen Einsatzbereich beider Geräte. Clarius ordnet die Indikationen des PAL HD3 getrennt nach Array zu. Butterfly deckt mit einer Sonde ein breiteres Indikationsspektrum ab.

Allgemein- und Innere Medizin: Abdomen, Herz, Lunge, Hausbesuch

Für die hausärztliche Basissonographie eignen sich beide Geräte. Das Phased Array des PAL HD3 ist für abdominelle und kardiale Anwendungen indiziert. Das Linear Array ergänzt Schilddrüse, Karotis und periphere Gefäße.

Der Butterfly iQ3 bringt für die Innere Medizin Vorteile bei der Automatisierung. Auto-EF und B-Linien-Zähler unterstützen die Verlaufskontrolle bei Herzinsuffizienz. Die längere Akkulaufzeit spricht für den Einsatz bei Hausbesuchen. Die geringere Maximaltiefe von 30 cm kann bei adipösen Patienten die Echokardiographie limitieren.

Notfall-, Intensivmedizin und Anästhesie: FAST, Gefäßzugang, Nervenblockaden

In der Akutmedizin punktet der Clarius PAL HD3 mit dem Frequenzbereich bis 15 MHz und der kabellosen Verbindung. Clarius hebt für den PAL HD3 unter anderem die Diagnostik tiefer Venenthrombosen hervor. Ebenso nennt der Hersteller die Führung zentraler, peripherer und arterieller Zugänge. Bei Nervenblockaden liefert das Linear Array die höhere Auflösung.

Der Butterfly iQ3 bietet ein eigenes FAST-Preset, das Preset „Subxiphoidal – Neigung“ und Needle Viz mit Biplane-Unterstützung. Für Gefäßzugänge ist die simultane Zwei-Ebenen-Darstellung ein praktischer Vorteil.

Gynäkologie, Geburtshilfe und Urologie: Indikationen im Abgleich

Der Butterfly iQ3 ist für Geburtshilfe, Gynäkologie und Urologie indiziert. Er bietet Presets für Geburtshilfe und Gynäkologie sowie den Modus „Fetale Herztöne“. Geburtshilfliche Berechnungen wie das Fetalgewicht nach Hadlock sind integriert. Butterfly ist jedoch ausschließlich für die externe Bildgebung bestimmt. Eine Endokavitätssonde bietet der Hersteller nicht an.

Der Clarius PAL HD3 ist über das Phased Array für fetale Anwendungen indiziert. Gynäkologie und Urologie führt das Handbuch in der Scanner-Spezifikation des PAL HD3 nicht auf. Für transvaginale oder transrektale Untersuchungen bietet Clarius mit dem EC7 HD3 einen eigenen Endokavitätsscanner. Wer transabdominelle gynäkologische Fragestellungen mit einer Sonde abdecken will, findet beim iQ3 die breitere Basis. Wer endokavitär untersucht, kommt nur bei Clarius im selben Ökosystem weiter.

Grenzen gegenüber stationären Ultraschallsystemen

Beide Handheld-Geräte ersetzen kein stationäres Ultraschallsystem für die vollständige Organdiagnostik. Die Bildqualität hängt zusätzlich vom verwendeten Smartphone oder Tablet ab. Butterfly warnt ausdrücklich, dass Mobilgeräte unterhalb der Mindestanforderungen zu Fehldiagnosen führen können.

Handheld-Ultraschall eignet sich für fokussierte Fragestellungen im Sinne des POCUS-Konzepts. Beispiele sind Perikarderguss, freie Flüssigkeit, Pneumothorax oder Harnverhalt. Für detaillierte Echokardiographie mit vollständiger Doppler-Quantifizierung oder für komplexe Organbefunde bleibt das stationäre Gerät Referenz.

Software, Datenmanagement und Praxis-IT

Die App, die Cloud und die Anbindung an Praxissysteme entscheiden über den Dokumentationsaufwand. Beim Vergleich Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 unterscheiden sich vor allem die Offline-Fähigkeit und die Cloud-Architektur.

App-Kompatibilität: iOS- und Android-Mindestversionen

Die Clarius App unterstützt laut Handbuch die aktuelle und die zwei vorherigen Versionen von iOS und Android. Das Mobilgerät benötigt Bluetooth LE ab Version 4.0 und WLAN nach 802.11n.

Die Butterfly iQ-App erfordert auf Apple-Geräten iOS 16.0 oder höher. Android unterstützt Butterfly auf Geräten von Google Pixel, OnePlus und Samsung ab Android 10. Einzelne Funktionen wie iQ Slice und TeleGuidance laufen nur unter iOS. Prüfen Sie vor dem Kauf die aktuelle Kompatibilitätsliste des jeweiligen Herstellers für Ihr vorhandenes Gerät.

Offline-Betrieb: Wi-Fi Direct vs. Online-Pflicht alle 30 Tage

Der Clarius PAL HD3 funktioniert ohne Internetzugang. Ist kein WLAN-Zugangspunkt verfügbar, verbindet sich der Scanner per Wi-Fi Direct als Peer-to-Peer-Verbindung. Andere Nutzer können sich in dieses Netz nicht einwählen.

Die Butterfly iQ-App benötigt für Scans keine permanente Verbindung. Sie muss sich jedoch alle 30 Tage mit dem Internet verbinden. Butterfly zufolge sind nach mehr als 30 Tagen ohne Verbindung keine Scans mehr möglich, bis das Gerät wieder online ist. Praxen mit Hausbesuchen in Regionen mit schlechter Netzabdeckung synchronisieren die App deshalb am besten regelmäßig in der Praxis.

Clarius Cloud vs. Butterfly Cloud: DICOM, PACS, HL7

Die Butterfly Cloud archiviert Untersuchungen webbasiert. Laut Handbuch integriert sie PACS, VNA, EMR und Modality Worklist. Die Architektur umfasst HL7 und DICOM. Die Cloud übernimmt auch Bilder von Ultraschallgeräten anderer Hersteller.

Die Clarius Cloud speichert Untersuchungen, sofern Sie keine lokale Speicherung oder keinen DICOM-Export nutzen. Clarius bietet ebenfalls DICOM Store und DICOM Worklist. Bei beiden Herstellern ist der Cloud-Zugang an die Mitgliedschaft gekoppelt.

PVS-Anbindung: Export oder echte Integration?

Weder Clarius noch Butterfly beschreiben in ihren Handbüchern eine direkte Integration in deutsche Praxisverwaltungssysteme. Sie binden die Geräte über DICOM an ein PACS an oder exportieren einzelne Bilder und Clips.

Das ist keine bidirektionale Integration. Das PVS übergibt in der Regel keine Patientenstammdaten automatisch an die App. Der Befund fließt auch nicht strukturiert zurück. Beide Hersteller unterstützen jedoch eine DICOM-Worklist. Darüber übernimmt die App Auftragsdaten aus einem angebundenen System. Klären Sie mit Ihrem PVS-Anbieter, ob Ihr System eine DICOM-Schnittstelle oder Worklist unterstützt.

Tele-Ultraschall: Butterfly TeleGuidance

Butterfly TeleGuidance überträgt die laufende Untersuchung in Echtzeit an einen Kollegen. Dieser meldet sich über Google Chrome in der Butterfly Cloud an. Die Funktion ist auf Gespräche zwischen medizinischen Fachkräften beschränkt und nur auf kompatiblen iOS-Geräten verfügbar. Der Gesprächspartner sieht dabei patientenbezogene Daten.

Clarius bietet mit Clarius Live eine vergleichbare Funktion als Teil der Clarius-Mitgliedschaft. Beide Lösungen eignen sich für Supervision in der Weiterbildung und für Zweitmeinungen.

Was kosten Clarius PAL HD3 und Butterfly iQ3 wirklich?

Die Gesamtkosten beim Vergleich Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 setzen sich aus Anschaffung, Mitgliedschaft und Zubehör zusammen. Der Listenpreis allein bildet die Wirtschaftlichkeit nicht ab.

Anschaffungspreis und Mitgliedschaftsmodell

Medizinio listet den Clarius PAL HD3 inkl. drei Jahre Clarius Membership für 6.980 Euro zuzüglich 19 % MwSt. Die Membership bewerten Händler mit 595 Euro jährlich.

Der Butterfly iQ3 kostet im Handel rund 4.000 Euro netto inklusive zwölf Monaten Advanced-Technology-Mitgliedschaft. Butterfly selbst veröffentlicht keinen Einheitspreis. Der Preis hängt von Modell, Stufe der Software-Mitgliedschaft und individueller oder Enterprise-Nutzung ab. Die Advanced-Mitgliedschaft gibt es wahlweise für 12 Monate oder lebenslang gegen Einmalzahlung.

Funktionsumfang in Abhängigkeit vom Abo-Status

Butterfly bezeichnet die Mitgliedschaft als verpflichtend. Sie schaltet Cloud-Speicher, KI-gestützte Funktionen und laufende Software-Updates frei. Ohne aktive Mitgliedschaft stehen nur Untersuchungen im B-Modus oder mit Farbdoppler zur Verfügung.

Clarius vermarktet die Membership als optional. Ohne Membership nutzen Sie beim PAL HD3 B-Modus, M-Modus sowie Farb- und Power-Doppler. PW-Doppler, Telemedizin, Sprachsteuerung, Cloud, erweiterte Presets und die Bladder AI setzen die Membership voraus. Praktisch benötigen Sie bei beiden Herstellern die Mitgliedschaft für den vollen Funktionsumfang.

Garantie und erwartete Lebensdauer von Sonde und Zubehör

Clarius gewährt auf den PAL HD3 eine Standardgarantie von drei Jahren. Eine erweiterte Garantie ist zukaufbar.

Butterfly gewährt auf den iQ3 ebenfalls drei Jahre Standardgarantie. Das Handbuch nennt zusätzlich eine erwartete Lebensdauer der Sonde von fünf Jahren. Für Kabel und Ladegerät sind es drei Jahre. Garantie und erwartete Lebensdauer sind unterschiedliche Größen. Fordern Sie die aktuellen Garantiebedingungen beider Hersteller vor der Kaufentscheidung an.

Tabelle: Total Cost of Ownership über 3 und 5 Jahre

KostenpositionClarius PAL HD3Butterfly iQ3
Anschaffung (netto)6.980 € (Scanner inkl. 3 Jahre Clarius Membership)ca. 4.000 € inkl. 12 Monate Advanced
Mitgliedschaft pro Jahr595 € (Händlerangabe)Verlängerung laut Angebot
AlternativeScanner exkl. 3 Jahre MembershipAdvanced lebenslang (Einmalzahlung)
Pflichtzubehör für DauerscansClarius Power Fan HD3 (separat)–
Kabel/Ladegerätim Lieferumfang3 Jahre erwartete Lebensdauer
TCO 3 Jahre (netto)ab 6.980 € zzgl. Zubehörca. 4.000 € + 2 Verlängerungsjahre
TCO 5 Jahre (netto)ab 8.170 € zzgl. Zubehörca. 4.000 € + 4 Verlängerungsjahre oder Lifetime-Variante

Kauf, Leasing oder Finanzierung

Beim Barkauf binden Sie den gesamten Anschaffungsbetrag sofort. Die Mitgliedschaftsbeiträge fallen jährlich zusätzlich an. Mit einer Einmalzahlung für eine lebenslange Lizenz verschieben Sie Kosten nach vorn, eliminieren aber künftige Preissteigerungen.

Leasing verteilt Gerät und Mitgliedschaft auf feste Monatsraten über die Laufzeit. Bei entsprechender Vertragsgestaltung wird das Gerät dem Leasinggeber zugerechnet. Die Raten sind dann als Betriebsausgabe abzugsfähig. Die steuerliche Behandlung im Einzelfall klären Sie mit Ihrem Steuerberater. Bei einer erwarteten Sondenlebensdauer von rund fünf Jahren (Butterfly) passt eine Leasinglaufzeit von drei bis fünf Jahren zum Nutzungszyklus. Achten Sie darauf, dass der Vertrag die Mitgliedschaft über die gesamte Laufzeit enthält.

Fazit: Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 – welches Gerät passt zu Ihrer Praxis?

Der Vergleich Clarius PAL HD3 vs. Butterfly iQ3 zeigt keinen pauschalen Sieger. Beide Geräte decken den Ganzkörper-Ultraschall mit einer Sonde ab, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Der Clarius PAL HD3 überzeugt bei Bildgebungstiefe und Frequenzbreite. Mit bis zu 40 cm Eindringtiefe und 15 MHz im Linear Array eignet er sich für anspruchsvolle Schallbedingungen, Nervenblockaden und Gefäßzugänge. Die kabellose Verbindung ist bei sterilen Punktionen ein praktischer Vorteil. Dem stehen die kürzere Scanzeit und weniger KI-Messwerkzeuge gegenüber.

Der Butterfly iQ3 punktet mit Automatisierung, längerer Akkulaufzeit und dem breiteren Indikationsspektrum für die transabdominelle Gynäkologie und Geburtshilfe. Für Hausbesuche und den Einstieg in die Echokardiographie ist er zugänglicher. Die Einschränkungen: 30 cm maximale Tiefe, keine Endokavitätssonde und eine Online-Pflicht alle 30 Tage.

Wirtschaftlich entscheidet nicht der Anschaffungspreis, sondern die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer. Bei beiden Herstellern schaltet erst die Mitgliedschaft den vollen Funktionsumfang frei. Rechnen Sie deshalb Gerät, Lizenz und Zubehör über drei bis fünf Jahre gegeneinander.

Kurz gesagt: Wer Tiefe, hohe Auflösung und kabellose Punktionen priorisiert, greift zum PAL HD3. Wer Automatisierung, Laufzeit und ein breites Preset-Spektrum sucht, ist mit dem iQ3 besser bedient.

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FAQ: Häufige Fragen zu Clarius PAL HD3 und Butterfly iQ3

Welches Gerät eignet sich besser für die fokussierte Echokardiographie?

Für die fokussierte Echokardiographie bietet der Clarius PAL HD3 mit 40 cm die größere Eindringtiefe. Das ist bei adipösen Patienten relevant. Der Butterfly iQ3 hat eine um 17 % kleinere Schallfläche für den interkostalen Zugang. Er unterstützt mit Orientierungshilfen für A4C, PLAX und PSAX und schätzt die EF automatisch nach Simpson. Für Ärzte im Aufbau ihrer Echo-Kompetenz ist der iQ3 zugänglicher. Erfahrene Untersucher mit schwierigen Schallbedingungen profitieren eher von der Tiefenreserve des PAL HD3.

Welche Funktionen entfallen ohne aktive Mitgliedschaft?

Beim Butterfly iQ3 bleiben ohne Mitgliedschaft B-Modus und Farbdoppler nutzbar. KI-Werkzeuge, Cloud-Speicher und Software-Updates entfallen. Beim Clarius PAL HD3 bleiben B-Modus, M-Modus sowie Farb- und Power-Doppler erhalten. PW-Doppler, Telemedizin, Cloud, erweiterte Presets und die Bladder AI setzen die Membership voraus. Klären Sie den konkreten Funktionsumfang vor Vertragsende direkt beim Hersteller.

Was passiert mit archivierten Untersuchungen bei einem Anbieterwechsel?

Archivierte Untersuchungen bleiben nur dann dauerhaft verfügbar, wenn Sie sie außerhalb der Hersteller-Cloud sichern. Beide Hersteller bieten DICOM-Export an ein PACS. Richten Sie diesen Export von Beginn an ein, statt ausschließlich die Cloud zu nutzen. § 630f Abs. 3 BGB verpflichtet Sie, die Behandlungsakte zehn Jahre nach Abschluss der Behandlung aufzubewahren – unabhängig von der Laufzeit einer Mitgliedschaft.

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Autor: Nils Buske, zuletzt aktualisiert am